Samstag, 21. Januar 2017, 09:39 Uhr

Mitteilung

Nach reiflicher Überlegung schließe ich heute die Kommentarfunktion. Ich werde keine weiteren Kommentare zu meinen Beiträgen veröffentlichen. Maßgeblich sind dafür drei Gründe:

1. Es sind fast immer die selben zehn bis 15 Menschen, die meine Beiträge kommentieren. Sie wiederholen zu jedem meiner Artikel und Analysen immer wieder die gleichen Argumente und Standpunkte. Andere potenzielle Kommentatoren haben offenbar keine Lust mehr, sich in diesem Kreis zu äußern. Eine lebendige und kontroverse Diskussion findet kaum noch statt.

2. Der Ton verroht. Ich bin immer häufiger gezwungen, Kommentare zu löschen – entweder weil sie Beschimpfungen enthalten oder aber weil sie rechtspopulistisch  verhetzend sind.

3. Ich habe keine Lust mehr, Menschen ein – von mir finanziertes – Forum zu geben, deren Gesinnung meilenweit von meiner Haltung entfernt ist, und die ihre eigene Meinung selbst nicht kritisch überprüfen.

4. als Hausherr dieses Blogs habe ich acht Jahre lang jeden Kommentar gelesen (insgesamt 37.131), veröffentlicht oder gelöscht. Ich bin dessen müde geworden und mache von meinem Hausrecht Gebrauch, die Kommentarfunktion zu schließen.

P.S. Danke für Zustimmung und Wertschätzung. Damit kein Missverständnis aufkommt: Natürlich werde ich weiter schreiben.

 

 

Kommentare
7
Mittwoch, 18. Januar 2017, 16:32 Uhr

Lupenreiner Rechtsextremist

Selten wurde jemand so schnell widerlegt wie die ehemalige CDU-Politikerin Erika Steinbach. Sie hatte bei ihrem CDU-Austritt die AfD als „Fleisch vom Fleische“ der CDU bezeichnet. Der Teil der AfD, den der thüringische Landesvorsitzende Björn Höcke verkörpert, ist nicht „Fleisch vom Fleische“ der CDU, sondern von der NPD oder ihrer verbrecherischen Vorläuferorganisation im 3. Reich.

Höcke, der schon einmal von „1000 Jahren Deutschland“ fabulierte, nannte in einer Rede das Holocaust-Mahnmal ein „Denkmal der Schande“, sprach von „dämlicher Bewältigungspolitik“ und bezeichnete Richard von Weizsäckers historische Rede zum 8. Mai als eine „Rede gegen das eigene Volk“. Höcke enttarnte sich damit endgültig als lupenreiner Rechtsextremist. Er ist ein Fall für den Verfassungsschutz.

Eine genauso große Schande ist, dass kein Mitglied des bürgerlich-konservativen Flügels der AfD den Anstand und die Kraft hat, sich inhaltlich davon zu distanzieren und seinen Parteiausschluss zu fordern.. Auch der feine Herr Gauland nicht. Für ihn läuft das alles unter Wählermaximierung. Irgendjemand muss ja die vagabundierenden ehemaligen NPD-Wähler aufsaugen, so sein bisheriges Credo.

Es dauerte sehr lange, bis sich Frauke Petry wenigstens zur Kritik an Höcke entschloss. Allerdings nicht inhaltlich, sondern nur taktisch-instrumentell. Ihr geht es nur um den möglichen Schaden für ihre Partei.

Das Schlimme aber ist, dass auch Höckes rechtsradikale Tiraden voraussichtlich keinen AfD-Wähler davon abhalten werden, diese Partei zu wählen. Wie bei Donald Trump. Auch bei ihm schreckten seine rassistischen, menschenverachtenden Tiraden keinen Wähler ab.

Es gibt offenbar Wähler, die sind so fertig mit dem liberalen demokratischen Rechtsstaat, dass sie ein Bündnis mit dem Teufel eingehen – nur um ihren Protest und ihren Hass herauszuschreien. Das lässt auch für die Bundestagswahl das Schlimmste erwarten.

Nazis bleiben Teil des politischen Spektrums. Dazu braucht es keine NPD mehr. Höckes AfD ist ihr Erbe.


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