Montag, 18. Februar 2019, 08:55 Uhr

10 Jahre sprengsatz

Es gilt, ein Jubiläum zu vermelden. Den sprengsatz gibt es jetzt seit 10 Jahren. Eigentlich nicht viel, für einen Blog aber eine lange Zeit. In diesen Jahren habe ich 910 Beiträge veröffentlicht : Kommentare, Analysen und Anekdoten.

Es hat mir (fast) immer Spaß gemacht. Ich konnte in idealer Weise meine beiden Leidenschaften verbinden – die journalistische und die politische.

Viele Kommentare haben ein breites Echo hervorgerufen – zuletzt meine Anekdote über die Ursache des Zerwürfnisses von Angela Merkel und Friedrich Merz, geschrieben schon 2009. Und meine Analyse der Bild-Zeitung als Vorfeldorganisation der AfD.

Natürlich gab es (gewollten) Widerspruch, aber auch eine Reihe verunglimpfender und hasserfüllter Reaktionen. Dies ist der Grund, warum ich seit einiger Zeit keine Kommentare zu meinen Texten mehr zulasse.

Ich gebe zu, dass ich in den letzten Monaten ein bisschen fauler oder müder geworden bin und nicht mehr so viel schreibe. Vielleicht wiederholt sich auch manches. Dafür bitte ich um Nachsicht. Ich versuche, mich zu bessern. Bleiben Sie mir dennoch gewogen.

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Freitag, 15. Februar 2019, 16:52 Uhr

Wetten auf die Zukunft

CDU und SPD gehen Wetten auf die Zukunft ein. Sie sind nicht ohne Risiko. Die CDU rückt in der Flüchtlingspolitik ein Stück nach rechts, die SPD in der Sozialpolitik nach links. Beide in der Hoffnung, dadurch verloren gegangene Wähler zurückzugewinnen.

Gleichzeitig befrieden beide Partner der Großen Koalition ihre eigenen Parteien. Plötzlich lobt Juso-Chef Kevin Kühnert seine Vorsitzende Andrea Nahles und CSU-Chef Markus Söder sieht in der CDU “die konservative Seele versöhnt”.

Die Wetten enthalten aber mehrere Risiken. Es ist völlig ungewiss, ob die CDU AfD-Wähler zurückgewinnen kann, solange Angela Merkel regiert. Und genauso unsicher ist es, ob die SPD bei der Linkspartei wildern kann.

Die Originale können immer radikaler sein als die beiden Volksparteien. Und gleichzeitig geben CDU und SPD Raum in der Mitte frei, der den Grünen und der FDP zugute kommen kann. Die Europa-Wahl und die ostdeutschen Landtagswahlen sind der Lackmustest.

Und ein weiteres Risiko liegt in der Operation: nicht einmal ein Jahr nach dem Start der GroKo streben beide Partner wieder auseinander. Die Risse werden tiefer, permanenter Koalitionsstreit liegt in der Luft. Da können beide noch so oft versichern, sie planten nur für die Zukunft.

Falls die Große Koalition nach der Europa-Wahl oder im Herbst platzt, dann haben beide Parteien immerhin wieder ein klares Profil – ein gegensätzliches. Sie sind wieder unterscheidbarer.

Dieser Text erschien heute im Rahmen meiner Kolumne im “Berliner Kurier”.