Noch eine Chance für Steinbrück?
Heidemarie Wieczorek-Zeul wird keiner vermissen, Wolfgang Tiefensee auch niemand, um einen Minister der SPD ist es aber wirklich schade: Peer Steinbrück. Dass er der Bundesregierung künftig nicht mehr angehört, ist eigentlich die bitterste Konsequenz der SPD-Wahlniederlage. Der Finanzminister hat mit großem Sachverstand nicht nur hervorragende Arbeit geleistet, sondern ist auch im Kabinett der einzige, der Klartext redet, der sich nicht hinter Nebelvorhängen und Wortgirlanden versteckt. Er hat aus seinem Herzen nie eine Mördergrube gemacht – auch zum Leidwesen der eigenen Genossen. Damit gehört er zu raren Solitären in der deutschen Politik.
In der Lage, in der sich Europa als Folge der Finanz- und Wirtschaftskrise befinden, kann sich Deutschland nicht erlauben, auf einen solchen Mann und seinen Sachverstand zu verzichten. Das hat sich auch die Kanzlerin gedacht und deshalb (zumindest vor der Wahl) überlegt, ihn zum neuen deutschen EU-Kommissar zu machen – oder ihn auf ihn hochrangige Position beim Internationalen Währungsfond (IWF) zu entsenden. Eine gute Idee und es würde von Größe zeugen, diesen Plan auch nach der Wahl zu verwirklichen. Das wäre ein klares Signal dafür, dass für Angela Merkel Sachverstand vor Parteipolitik und vor kleinkarierter Postenverteilung kommt. Die Wähler wären sicher damit einverstanden. Und die FDP kann eigentlich auch nichts dagegen haben. Schließlich hat sie plakatiert: “Leistung muss sich wieder lohnen”.
Lesen sie dazu auch meinen Beitrag “Das Steinbrück/Guttenberg/Merz-Gen” vom 12.07.2009








