Nützliche Idioten beim Verfassungsschutz?
Wie verfassungstreu ist der Verfassungsschutz? Diese Frage stellt sich nach den schockierenden Enthüllungen über die rechtsradikalen Terroristen, ihre Helfer und ihr Umfeld. Brauchen die Verfassungsschutzämter, die für die Sicherheitsüberprüfungen in sicherheitsrelevanten Bereichen zuständig sind, selbst eine umfassende Sicherheitsüberprüfung?
Die Tatsache, dass das Mord-Trio vom “Nationalsozialistischen Untergrund” ungehindert und angeblich unerkannt durch Deutschland ziehen konnten, wirft eine Fülle von Fragen auf, die jetzt dringend und umfassend beantwortet werden müssen:
Haben die Verfassungsschützer den Rechtsextremismus unterschätzt und ihn lediglich für Nazi-Folklore gehalten?
Was trieb den hessischen Verfasungsschützer “Klein-Adolf” an den Mordtatort? Wieso wurde er nicht schon 2006, als seine Verstrickung, seine Lügen und sein rechtsradikaler Hintergrund bekannt wurden, aus dem öffentlichen Dienst entlassen? Wieso verliefen die Ermittlungen gegen ihn im Sande?
Finanzierten Verfassungsschutzämter den Rechtsradikalismus und Rechtsterrorismus (unbeabsichtigt, aber billigend) über sogenannte V-Leute? Und wer überwachte die V-Leute? Und wie vertraut war ihr Verhältnis?
Wer kontrollierte, wohin das Honorar für die V-Leute (im Einzelfall bis zu 200.000 Mark) floss und ob es nicht zum weiteren Auf- und Ausbau rechtsextremer Netzwerke verwandt wurde?
Standen die gewonnenen Informationen in irgendeinem Verhältnis zum finanziellen Aufwand?
Und schließlich: Haben sich die Verfassungsschützer in der rechtsradikalen Szene zu nützlichen Idioten gemacht, die beim Bier und Horst-Wessel-Lied ausgelacht wurden?
Eine Mischung aus Dilettantismus, Blindheit, mangelnder Kontrolle und Sympathien bei Angehörigen des Verfassungsschutzes für die rechte Szene scheint der Boden zu sein, auf dem das Terror-Trio jahrelang ungehindert und angeblich ohne Spur mordend durch Deutschland ziehen konnte. Wie tief ist der Abgrund?








