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Sonntag, 10. Mai 2009, 12:24 Uhr

Boris Becker für den Papierkorb

Heute aus aktuellem Anlaß ausnahmsweise eine Anekdote über einen Größenwahnsinnigen, der nicht aus der Politik kommt: Boris Becker, der nach eigener Aussage eine “Weltmarke” ist und jetzt mit Boris-Becker.TV bei BILD.de endlich den “wahren Boris” zeigen will. Vor etwa 15 Jahren bekam “Bild am Sonntag” eines der raren Becker-Exklusivinterviews. Es lief auch ganz gut, bis die autorisierte Interview-Fassung zurückkam. Und sie war von besonderer Güte. Becker hatte sich zu Beginn des autorisierten Interviews selbst noch fünf Fragen gestellt und beantwortet, die ihm kein BamS-Reporter gestellt hatte und auch nicht stellen wollte. Er fragte sich selbst, warum er so erfolgreich und beliebt ist und erläuterte ausgiebig seine neuesten Werbeverträge.

Auf meinen Wunsch, dieses Selbstgespräch zu streichen und das ursprüngliche Interview wieder herzustellen, ließ Becker ausrichten, entweder erscheine das Interview so oder gar nicht. Ich entschied mich für gar nicht und das Interview verschwand für immer im Papierkorb der Redaktion. Das sollte auch heute mit Becker-Stories häufiger gemacht werden. Warum wirken eigentlich die Medien daran mit, die Nicht-Mehr-Weltmarke für neue Werbeverträge wieder aufzuladen?

P.S. Bei Politikern haben wir uns in vergleichbaren Situationen genauso verhalten.

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4 Kommentare

manuel woltmann, Montag, 11. Mai 2009, 06:13 Uhr

Das Rentnerdarsein eines Stars….

…schöne Stunden vor dem Fernseher hat er uns geschenkt aber nachdem er nun mit prall gefülltem Geldbeutel in Rente gegangen ist, sucht er eine Aufgabe oder Anerkennung oder beides…

Vielleicht hat ihm niemand gesagt, dass das was er bis jetzt geleistet hat (ausser eben die Leistung seines Privatlebens) was ganz großes war und nach wie vor ist, denn ich kenne keinen Tennisspieler, der die Deutschen derart in den Bann gezogen hat und einen Platz in der Weltgeschichte hat er sich doch mit jungen 17 Jahren erspielt. Also Herr Becker verschonen Sie uns mit weiteren Details zu Ihrer Nichtleistung. Es interessiert nicht.

ralf schwartz, mediaclinique, Montag, 11. Mai 2009, 11:46 Uhr

Wie schal muß dieses Bier schmecken, das 24 Jahre alte Wimbledon-Siege eines Mannes aufwärmt, der nur noch ob seiner Frauen in der Presse geduldet wird!?

Marc, Montag, 11. Mai 2009, 12:39 Uhr

Und wenn man das Interview doch gebracht hätte, ohne die ersten fünf selbstgestellten Fragen? Der Sachverhalt war ja eindeutig und der Rest autorisiert. Abgesehen davon es sich für lange Zeit mit BB zu verscherzen, ist das doch kein Risiko. Denn dagegen zu klagen, wäre eher peinlich gewesen.

Thom, Montag, 11. Mai 2009, 18:17 Uhr

P.S. Bei Politikern haben wir uns in vergleichbaren Situationen genauso verhalten.

Wie man z-B. an der kritischen Althaus-Berichterstattung ja bestens belegen kann… Und wer jetzt einwenden wollte, daß RTL und Bohlen ihre eigene Sache in Bild und Bams sehr wohl promovieren dürfen, der müßte schon ein ziemlicher Querkopf sein.

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