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Sonntag, 31. Mai 2009, 17:03 Uhr

Stoiber und die Macht des Apparats

Im Bundestagswahlkampf 2002 konnte ich am eigenen Leib erfahren, wie Beamtenapparate, die Spitzenpolitiker umgeben, funktionieren und wie sie ihre Macht ausüben. CDU/CSU-Kanzlerkandidat Edmund Stoiber flog nach Amerika, um sich beim US-Präsidenten medienwirksam vorzustellen. Als Stoibers Wahlkampfmanager ging ich blind davon aus, dass ich bei dieser Reise dabei bin, denn es ging ausschließlich um die Wirkung für den deutschen Wahlkampf.

Als die Reiseplanung der Staatskanzlei kam, stellte ich fest, dass ich nicht zur Stoiber-Begleitung gehörte. Auf meinen Protest wies Stoiber seine Beamten an, mich in seine Delegation aufzunehmen. In der endgültigen Reiseplanung der Staatskanzlei gab es daraufhin zwei Delegationen: die “offizielle Delegation”, zu der alle Spitzenbeamten aus München gehörten, und eine “inoffizielle Delegation”, die nur aus mir bestand. Für diese “inoffizielle Delegation” waren lediglich zwei Termine vorgesehen: die Teilnahme am Empfang des deutschen Botschafters in Washington und an einem Empfang des deutschen Konsulats in New-York.

Ich verzichtete daraufhin, erneut bei Stoiber zu intervenieren, und sagte meine Teilnahme an der USA-Reise ab.

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6 Kommentare

1) J.K., Sonntag, 31. Mai 2009, 18:44 Uhr

Sie wussten demnach auch nichts von dem weissen Porzellan-Elefanten, den Stoiber bei dem Treffen übergeben hat? http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,192841,00.html

2) m.spreng, Sonntag, 31. Mai 2009, 19:32 Uhr

Nein, das Geschenk wurde von der Staatskanzlei ausgesucht.

3) J.K., Sonntag, 31. Mai 2009, 20:49 Uhr

Wurde also von den gleichen Beamten ausgesucht… Vielleicht sollte es ursprünglich die “inoffizielle Delegation” überreichen. ;)

4) Gumbo Fröhn, Sonntag, 31. Mai 2009, 21:39 Uhr

Sie müssen ein sehr gekränkter Mann sein. Erst die Hand aufhalten und “beraten” und dann den ehemaligen Auftraggeber ständig mit Indiskretionen in die Pfanne hauen. Wie wäre es für Sie, wenn Herr Stoiber oder andere über Ihre Qualitäten als “Berater” auspacken würden? Besonders erfolgreich waren Sie ja belegbar nicht gerade.

5) H.G., Sonntag, 31. Mai 2009, 21:57 Uhr

Vielleicht wollten die Beamen ja wenigstens den Anschein waren, dass Stoibers Privatinterssen (Wahlkampf PR) und seine öffentlichen Aufgaben auseinadergehalten werden.

6) m.spreng, Sonntag, 31. Mai 2009, 23:40 Uhr

@gumbo Fröhn

Mit dieser Anekdote haue ich nicht Stoiber in die Pfanne, höchstens seinen damaligen Amtschef. Im übrigen ist das inzwischen sieben Jahre her und damit ein Stück (bescheidener) Zeitgeschichte. Meine Qualitäten als Berater können gern von jedermann öffentlich diskutiert werden.

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