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Stoiber und die Macht des Apparats

Im Bundestagswahlkampf 2002 konnte ich am eigenen Leib erfahren, wie Beamtenapparate, die Spitzenpolitiker umgeben, funktionieren und wie sie ihre Macht ausüben. CDU/CSU-Kanzlerkandidat Edmund Stoiber flog nach Amerika, um sich beim US-Präsidenten medienwirksam vorzustellen. Als Stoibers Wahlkampfmanager ging ich blind davon aus, dass ich bei dieser Reise dabei bin, denn es ging ausschließlich um die Wirkung für den deutschen Wahlkampf.

Als die Reiseplanung der Staatskanzlei kam, stellte ich fest, dass ich nicht zur Stoiber-Begleitung gehörte. Auf meinen Protest wies Stoiber seine Beamten an, mich in seine Delegation aufzunehmen. In der endgültigen Reiseplanung der Staatskanzlei gab es daraufhin zwei Delegationen: die „offizielle Delegation“, zu der alle Spitzenbeamten aus München gehörten, und eine „inoffizielle Delegation“, die nur aus mir bestand. Für diese „inoffizielle Delegation“ waren lediglich zwei Termine vorgesehen: die Teilnahme am Empfang des deutschen Botschafters in Washington und an einem Empfang des deutschen Konsulats in New-York.

Ich verzichtete daraufhin, erneut bei Stoiber zu intervenieren, und sagte meine Teilnahme an der USA-Reise ab.