Sonntag, 21. Juni 2009, 23:44 Uhr

Strauß und der Alkohol

Franz-Josef Strauß war nicht nur ein bedeutender Politiker, sondern leider auch ein Mann, der häufig zu viel trank. Unvergessen die Wahlnacht im Januar 1987, als ihn sein TV-Spezl Wolf Feller nicht davon abhalten konnte, alkoholisiert vor die TV-Kamera zu treten.

Wenn Strauß trank, dann meist unmäßig. Eine BILD-Reporterin, der eine besondere Nähe zu Willy Brandt nachgesagt wurde, begrüßte der CSU-Chef in einem Münchner Lokal lautstark mit den Worten: „Da kommt die Hure von Brandt“. Ich selbst erinnere mich an Interviews, bei denen mehr als eine halbe Flasche Dimpl-Whisky daran glauben musste.

Ein Erlebnis der besonderen Art war auch Richard Stücklens 60. Geburtstag am 20. August 1976 in Weißenburg. Wir saßen im Garten des CSU-Politikers auf Bänken an Wirtshaus-Klapptischen – eine Runde von etwa 20 Personen. Strauß trank Frankenwein aus Bocksbeuteln wie Wasser und nach der sechsten oder siebten Flasche fiel er wortlos rückwärts von der Bank und blieb regungslos wie eine Schildkröte auf dem Rücken liegen. Wir packten ihn mit vier Mann und trugen ihn zu einer Hollywod-Schaukel in der Garten-Ecke. Am Rest des Abends beteiligte sich Strauß nur noch mit unartikulierten „Uijujui“-Rufen von der Hollywood-Schaukel.

So ist es auch kein Wunder, dass sich in der CSU auch um die Umstände seines Todes immer noch die wildesten Gerüchte ranken.

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7 Kommentare

1) Thomas Maier, Montag, 22. Juni 2009, 01:52 Uhr

Und das hat ..äh.. welche aktuelle politische Thematik zugrunde? Nichts für ungut, aber kommt das nicht etwas spät? er ist immerhin schon über 20 Jahre tot. Übrigens finde ich den „Atomaren Präventivschlag“ einen viel erheblicheren Argumentationspunkt gegen die politische Person Strauß.

2) Peter, Montag, 22. Juni 2009, 13:58 Uhr

??? Wozu muss denn eine aktuelle politische Thematik zugrunde liegen?
Deswegen ist es doch eine Anekdote …

3) Schmidt, Montag, 22. Juni 2009, 14:18 Uhr

Als ich 1991 als Zivi unweit der hessisch-bayrischen Grenze die Ausbildungskurse zum Rettungssanitäter durchlief, wiesen uns die Ausbilder der Johanniter darauf hin, was man so alles bei einer Reanimation falsch machen könnte. Dunkle Anekdoten folgten. Und eben auch die, dass ein Rettungswagen zur Vorausfahrt in den Wald zu FJS geschickt wurde – der Notarztwagen mit dem Arzt sollte getrennt folgen. Der Rettungswagen sei nur mit zwei Rettungssani-Zivis besetzt gewesen – damals kam das noch häufiger vor. (Ich hoffe inständig, dass da heute erfahrenere Leute sitzen.) Eine makabre Ironie jedenfalls, dass dem notorischen Zivi-Hasser von zwei Grünschnäbeln die Rippen gebrochen und Lunge und Zwerchfell durchstochen worden sein sollen.

4) Artur, Montag, 22. Juni 2009, 21:21 Uhr

Ihr Kommentar * Tote soll man ruhen lassen.

5) Dirk, Samstag, 27. Juni 2009, 11:55 Uhr

Warum erzählen Sie hier so alte Geschichten über einen Toten? Wenn Sie keine besseren Geschichten haben…

6) Karl, Donnerstag, 27. August 2009, 09:38 Uhr

Der breitschultrige Strauß wird’s schon aushalten.
Es ist doch immer wieder schön, wenn die „Großkopferten“ – auch anekdotisch – aufs menschliche Parkett zurückgeholt werden. Und dass umso mehr, wenn, wie in diesem Fall, die halbseidenen und kriminellen Machenschaften gerne aus deren Karriere ausgeblendet werden.

7) Terence Horn, Mittwoch, 13. April 2016, 17:09 Uhr

So geil! Als Franke fühlt man sich da besonders geehrt und zu meiner Schande muss ich zugeben, dass ich den Mann auch bewundere. Atomscheiß, Zivis und Starfighter hin oder her,

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