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Sagenhaft

Wenn SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier glaubt, etwas zu sagen zu haben, dann sagt er, dass er etwas sagt. Das hörte sich bei „Maybrit Illner“ wieder so an, dass er fast jetzt zweiten Satz einleitete mit „Deshalb sage ich“ oder „Ich sage deshalb“, statt einfach gleich zu sagen, was er meint und denkt.  Dies ist mehr als eine lästige Floskel, es zeigt eine merkwürdige innere Distanz zu dem, was uns der SPD-Politiker sagen will.

Und Steinmeier folgte dem alten Rat, man müsse die zentrale Botschaft so oft wiederholen, bis sie den Journalisten zum Hals heraushängt. Erst dann sei sie bei den Wählern angekommen. Deshalb sagte Steinmeier bei Illner gefühlte hundert Mal, dass durch die Agenda 2010 zwei Millionen Menschen wieder Arbeit gefünden hätten. Das werden wir von ihm im Wahlkampf noch oft hören. Bis es wahrscheinlich den Zuhörern und Zuschauern zum Hals heraushängt.

Angela Merkel hat übrigens auch eine störende Lieblingfloskel. Sie lautet: „Ich werde Sorge dafür tragen, dass…“. Sorge tragen, statt einfach etwas zu tun oder zu lassen.