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Sonntag, 28. Juni 2009, 21:54 Uhr

Warum Kohl Todenhöfer vernichten wollte

Im Sommer, wenn die Politik ruht, kann ein Politiker, der nicht auf den vorderen Bänken im Bundestag sitzt, auch mal in die Schlagzeilen kommen. So auch Jürgen Todenhöfer, ein hoffnungsvolles CDU-Talent, im Sommer 1978. Helmut Kohl war Oppositionsführer, kein besonders guter, es bahnte sich an, dass er auch die nächste Wahl gegen Helmut Schmidt verlieren würde.

So kam Todenhöfer im Gespräch mit mir für ein BILD-Interview auf die hübsche Formulierung über Helmut Kohl: “Im Schlafwagen kommt man nicht an die Macht”. Kohl tobte wie ein wütender Elefant und setzte fortan alles daran, Todenhöfer politisch zu vernichten. Über die von ihm abhängigen CDU-Politiker in Rheinland-Pfalz ließ er Todenhöfer den Platz auf der Landesliste und den Wahlkreis für die Bundestagswahl 1980 wegnehmen – in der Hoffnung, ihn für immer aus der Politik zu verbannen.

Todenhöfer aber fand in Baden-Württemberg politisches Asyl und kam über den Wahlkreis Tübingen doch wieder in den Bundestag. Allerdings hatte er bis zu seinem Abschied von der Politik 1989, als er zu seinem Schulfreund Hubert Burda in den Verlag ging, keine Chance mehr, irgendein bedeutendes Amt zu erreichen. Elefanten haben ein langes Gedächtnis.

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1 Kommentare

1) Thomas Müller, Montag, 29. Juni 2009, 14:46 Uhr

Der Herr Todenhöfer ist auch im aktuellen Spiegel zu finden, im Streitgespräch mit Peter Struck über Afghanistan.

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