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22 Kommentare
scipio,
Sonntag, 05. Juli 2009, 20:03 Uhr
Ihr Kommentar *
Ich kann Ihnen nicht ganz folgen, werter Herr Spreng. Es ist doch in Wirklichkeit so, dass der Bürger belogen werden will. Obwohl jeder eins und eins zusammenzählen kann, will keiner die Wahrheit hören. Da besteht Ähnlichkeit mit der Verweigerung eines Arztbesuches, weil man die Diagnose fürchtet. Das süße Gift der Realitätsverweigerung gehört nun mal zum mentalen Potential des Menschen. Die Politik dafür zu tadeln, dass sie diese Verweigerung aus Gründen der Wiederwahl unterstützt , halte ich für unangemessen.
theshd,
Sonntag, 05. Juli 2009, 21:22 Uhr
Diese Koalition ist mit Abstand das Schlechteste was unserem Land passieren konnte. Anstatt mit den verfügbaren Mehrheiten in Bundestag und Bundesrat wichtige Dinge wie Föderalismusreform, Steuerreform oder das Gesundheitswesen anzupacken haben die Parteien sich gegenseitiger belauert und im Zweifelsfall genau nichts gemacht. Die Sache mit dem offentsichtlich verfassungswiedrigen Wahlrecht ist symptomatisch. Purer Machterhalt und Machtbessesenheit ist das Gebot der Stunde, nicht was für Deutschland und die Menschen in diesem Land sinnvoll ist.
Das die Finanzkrise ausgerechnet jetzt gekommen ist, ist schon fast Ironie.
Martin,
Sonntag, 05. Juli 2009, 22:51 Uhr
Volle Zustimmung.
Der kommende Winter wird dramatisch werden. Wahrscheinlich so sehr, dass jedem übel wird, der an die derzeitige Geldverschwendung bei der Rettung sowieso schon maroder Unternehmen denkt, da dann die Gelder für sinnvolle Rettungen fehlen.
Wer zur Hölle braucht im Jahr 2009 noch einen Quelle-Katalog???
Die FAZ schrieb (bezogen auf die SPD, gilt aber ähnlich für den Merkel-Teil der CDU und die CSU) schön passend:
Mit aller Gewalt – und dem Geld heutiger und künftiger Steuerzahler – will die SPD eine Welt erhalten, in der es Opel und Mercedes, Quelle und Neckermann, Schiesser und Escada gibt: nicht nur gestern und heute, sondern morgen und auf alle Ewigkeit. Dass die Krise die Chance ist, jene zu belohnen, die besser wirtschaften, und Missmanagement zu bestrafen, ist in diesem Weltbild nicht vorgesehen.
IR,
Sonntag, 05. Juli 2009, 23:14 Uhr
Und was wäre passiert, hätte sich die Finanzindustrie unsere Zukunft nicht Tasche gesteckt, mit ausdrücklichem Einverständnis der Koalition?
ralf schwartz,
Sonntag, 05. Juli 2009, 23:16 Uhr
… und zu allem Überfluss noch eine Presse, die dies alles nicht kritisch hinterfragt, sondern nur Bühne (oder gar Kulisse) dieses Theater ist, das sich schon lange nicht mehr auf den Sommer beschränkt:
“Steinmeier-Interview: Trivial Pursuit des Qualitätsjournalismus” > http://ralfschwartz.typepad.com/mc/2009/07/steinmeierinterview-trivial-pursuit-des-qualitaetsjournalismus.html
Oliver,
Montag, 06. Juli 2009, 00:15 Uhr
Im Übrigen haben wir bereits über 4,5 Mio Arbeitslose. Uumindest brutto. Oder netto? Bretto? Wie auch immer.
Gefunden bei: http://www.nachdenkseiten.de/?p=4033#h03
JG,
Montag, 06. Juli 2009, 04:24 Uhr
Ihr Kommentar *
Ich schätze Ihre hier veröffentlichten Texte sehr, Herr Spreng, aber in einem Punkt denken Sie, wie die meisten Politjournalisten, m.E. zu kurz: Das Verschieben und Verschleiern wird nach den Bundestagswahlen weitergehen, und zwar noch über ein halbes Jahr lang. Bis in NRW gewählt wird, wo inzwischen immerhin fast ein Viertel der Bevölkerung lebt. Und wo sich gerade eine CDU/CSU/FDP-Bundesregierung eine Wahlniederlage nicht wird leisten können – zumal, was ebenfalls viele übersehen (allen voran die Fans von Schwarz-Gelb), eine schwarz-gelbe Bundesregierung nach den zu erwartenden Wahlergebnissen in Thüringen und im Saarland (CDU-Alleinregierungen abgelöst durch CDU/SPD- oder rot-rote Koalitionen) bereits bei Amtsantritt keine Mehrheit im Bundesrat hätte. Der Verlust der sechs Stimmen von NRW – und sei es nur durch eine große (Zwangs-) Koalition in Düsseldorf – würde da um so stärker schmerzen und es fast als aussichtslos erscheinen lassen, bis 2013 doch noch eine schwarz-gelbe Bundesratsmehrheit zu erringen.
Duke Bosvelt,
Montag, 06. Juli 2009, 13:36 Uhr
Auch wenn ich weite Teile der wahlkampftaktischen Analyse teile, so möchte ich die Bundesregierung zumindest teilweise in Schutz nehmen. Die Politikberatung der führenden Wirtschaftsinstitute hat der Bundesregierung nahegelegt, dass der schlimmste Konjunkturabsturz Ende 08 / Anfang 09 bereits erfolgte und erste Frühindikatoren bereits eine Besserung anzeigten. Auf dieser Grundlage sind die konjunkturpolitischen Maßnahmen zur Überbrückung der Wirtschaftskrise ökonomisch zu verstehen, es sind eben nicht nur reine Wahlkampfmanöver gewesen.
Richtig ist allerdings, dass sich die Große Koalition unter taktischen Gesichtspunkten dazu verleiten liess, namhafte und schlecht gemanagte Großkonzerne zu unterstützen (Stichwort: Lobbyarbeit), statt einen umfänglichen, gesamtwirtschaftlichen Impuls an Unternehmen und Verbraucher zu senden. Insofern ist die Kurzarbeiterregelung sehr viel positiver einzuschätzen als die Rettungspakete für Einzelunternehmen oder Brancen, die letztlich zu Lasten der Konkurrenz gehen und den Markt kurzfristig überhitzen, um ihn nachträglich in ein tiefes Tal zu stürzen. Und natürlich trägt die Rettung großer Konzerne zu einem eindrucksvolleren Klima der politisch bewirkten Sicherheit bei, als wenn sich Politik für eine beherzte Mittelstandsförderung eingesetzt hätte.
Optimistisch stimmt mich hingegen, dass die deutsche Journalistik – wie es Wolfram Weimer formulierte – nicht in “Merkels Schlafwagen zur Macht” mitfährt, sondern erkannt hat, dass Wahlgeschenke wie Steuersenkungen ohne Gegenfinanzierung oder die ewige Rentengarantie bei 6% Minuswachstum nicht unhinterfragt die Runde machen dürfen.
räschtschreibung,
Montag, 06. Juli 2009, 13:40 Uhr
Sehr geehrter Herr Spreng, ich darf Sie darauf hinweisen, dass “Hunderttausende von” großgeschrieben wird. Freundliche Grüße!
Freund der Wirtschaft,
Montag, 06. Juli 2009, 16:54 Uhr
Sie haben es auf den Punkt gebracht.
Dafür Dank.
Problem: Es erreicht die breite Masse der WählerInnen nicht.
Fritz Goergen,
Dienstag, 07. Juli 2009, 11:33 Uhr
Wetten, dass die (dann nicht mehr so große) Koalition im Herbst fortgesetzt wird?
kapi,
Dienstag, 07. Juli 2009, 21:36 Uhr
ok, Geld für soziales auszugeben ist schlecht. Das wissen wir ja. Wenn nicht, macht ja nix, wird ja immer wiederholt. Selbst wenn es nicht jeden Tag in jeder Zeitung stehen würde, auch so ist klar:
Renter kaufen nichts von ihrer Rente, (so war ja das Geld wieder im Kreislauf, Gott behüte). Jeder weiß, Rentner/Arbeitslose verbrennen ihr Geld auf dem Hinterhof, oder, sofern vorhanden, im Garten. Gerne Im Herbst, daher die Rauchschwaden.
Ich halte die Handlungen unserer Regierung in den besprochenen Punkten auch für fragwürdig, aber für
sehr viel fragwürdiger halte ich die “Rettung” der Banken. Die Kohle ist ja im Zweifel wirklich weg.
Philip2007,
Sonntag, 12. Juli 2009, 12:14 Uhr
Zu Gabriel fällt mir nur ein: Der ehemalige Pop-Beauftragte seiner Partei hofft, mit der Kernenergie einen Wahlkampfschlager gefunden zu haben.
Schönen Gruß von baugut.blog.de
Martin,
Sonntag, 12. Juli 2009, 12:26 Uhr
Ach Gabriel … hehe, für den habe ich gerade die sehr treffende Bezeichnung “Lothar Matthäus der Großen Koalition” gefunden:
http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/abschlusszeugnisse_fuer_das_kabinett/
Christian Wagner,
Mittwoch, 05. August 2009, 17:06 Uhr
Herr Spreng, sie tanzen aber auch auf allen Hochzeiten. Erst Berater von Stoiber, nunmehr für den aalglatten Steinmeier! Dass die ganzen Wirtschaftsverbände die Kurzarbeiterregelung bis zur Bundestagswahl “ausnutzen”, um ein Herr von Arbeitslosen, welche nach der BT-Wahl so sicher wie das Amen in der Kirche ist, zu vermeiden, da liegen sie richtig! Die Wirtschaftslobbyisten generieren sich zum Steigbügelhalter einer schwarz/gelben-Koalition, d.h. der Neoliberalismus in Deutschland kann nun weiterhin ungestört seine Wurzeln ausbreiten. Das wiederum ist mir sehr Recht. Warum? Nur so kann ein richtiger Treibsatz für die übernächste Bt-Wahl entstehen, dann nämlich raucht es in deutschen Landen richtig. Bis dahin hat sich die soziale Ungerechtigkeit, die ausufernde Staatsverschuldung erst so richtig breit gemacht. Die Geschichte Deutschlands lehrt: nur wenn die Stimmung so richtig am Siedepunkt ist, dann ändert sich was – leider meist nicht zum Guten. Aber so was nennt man ja auf Neudeutsch: Kollateralschäden.
Ich habe mit Deutschland fertig!
sebastian heilmann,
Dienstag, 15. Juni 2010, 16:21 Uhr
ist ja nun alles nicht so gekommen, von 5 mio arbeitslosen sind wir weit entfernt, die autoindustrie hat sich erholt, die maßnahmen waren also richtig. erstens kommt es anders, und zweitens wie man denkt….
AVG,
Samstag, 17. Juli 2010, 13:25 Uhr
Bevor sich Frau Merkel und Co an den Arbeitslosen und deren Familien vergreifen, sollten endlich die Zocker, welche die Krise(n) verursacht haben, zur Kasse gebeten werden !
Unsere Meinung dazu hier:
http://www.youtube.com/watch?v=qCYRxHz-OY0