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Donnerstag, 30. Juli 2009, 12:34 Uhr

Der Kandidat verschwindet

Frank Walter Steinmeier verschwindet fast in der Menge, so groß ist sein Kompetenzteam. Ein symbolhaftes Bild. Der Kandidat verschwindet. Bei der SPD sind man den Baum vor lauter Wald nicht mehr. Steinmeier umgibt sich mit erfolgreichen und weniger erfolgreichen Ministern (Ulla Schmidt ist schon ganz verschwunden), ein paar halbwegs bekannten Funktionären aus der zweiten Reihe und zwei, drei neuen Gesichtern.

Steinmeiers Teamvorstellung ist eine Aktion, die viel zu spät kommt und in erster Linie dazu dient, alle Flügel der SPD ruhig zu halten und einzubinden. Hier stellt sich die SPD der Vergangenheit mit ein paar wenigen Politikern der Zukunft vor. Und die Zukunftspolitiker der SPD wirken wie ein Beweis dafür, dass diese SPD wenig Zukunft hat. Wirkung auf die Wähler kann der Kandidat davon nicht erwarten.

In der Politik gilt nicht das alte Kaufhausprinzip “Die Masse macht`s”. Weniger und überzeugendere Figuren wären besser gewesen. Aber es fängt schon beim Kandidaten an: Kompetenz kann nur dort durch ein Team verstärkt werden, wo Kompetenz ist. Und genau das ist das Problem: die Wähler sprechen Steinmeier nicht die Kompetenz für das Kanzleramt zu, der Abstand zwischen ihm und Angela Merkel beträgt inzwischen 41 Punkte, eine Trendwende ist nicht in Sicht. Und wenn der Spitzenkandidat schon nicht zieht, was soll dann noch ein Team bewirken? Die Teamvorstellung der SPD ist eine Demonstration der Ohnmacht, nicht der Stärke.

Es ist schon ärgerlich, wie leicht es die SPD Angela Merkel macht, deren Team – bis auf zu Guttenberg – auch keinen vom Sessel reisst.

P.S. Der größte Witz ist die Berufung von SPD-Generalsekretär Hubertus Heil für neue Medien - eine reine Verlegenheitslösung, weil für ihn kein anderes Fachgebiet mehr übrig war. Das zeigt, wie wenig ernst die SPD das Internet nimmt. Was für Gerhard Schröder die Frauen- und Familienpolitik war, ist für Steinmeier offenbar das Internet: “Gedöns”. So holt die SPD keine Stimme von den Grünen oder der Piratenpartei zurück.

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15 Kommentare

1) Wack, Donnerstag, 30. Juli 2009, 13:39 Uhr

Ihr Kommentar *
War der jemals wirklich aufgetaucht? Müntefering musste halt irgendjemanden aufstellen, ein bisschen wie Sepp Herberger 1962. Wo er doch Fußball-Analogien so liebt, der Münte.

2) Andi, Donnerstag, 30. Juli 2009, 17:11 Uhr

Aber der Hubertus kann doch twittern! Das muss als Kompetenznachweis nun wirklich reichen…

(Und er hat noch riesiges Glück gehabt: Wenn er nicht mal twittern könnte, hätte Schäfer-Gümbel den Posten bekommen, und Heil wäre jetzt wahrscheinlich als Pop-Beauftragter im Kompetenzteam.)

3) Karel74, Donnerstag, 30. Juli 2009, 22:24 Uhr

Das sogenannte Kompetenz-Team ist ein weiterer Grund, die SPD nicht zu w

4) JG, Donnerstag, 30. Juli 2009, 22:26 Uhr

Welches Verhältnis man in der SPD (die diesbezüglich aber kein Einzelfall sein dürfte) zu den “neuen Medien” pflegt, hat Jörg Tauss, ihr aus wahltaktischen Gründen eilends geschaßter Ex-Experte dafür, unlängst sehr eindrucksvoll beschrieben. Danach erkärt sich manches, und es ist natürlich reiner Zufall, daß diese aufschlußreiche Äußerung in den Medien weitgehend unterging.

5) kuechenkabinett, Freitag, 31. Juli 2009, 10:09 Uhr

Manuelles Trackback:

Bei einem Blick durch das politische Kleinbloggersdorf stechen heute die Verrisse des SPD-Kompetenzteams in Auge. Stefan Niggemeyer hat gestern schon den Nachrichtenticker der traditionellen Medien abgearbeitet. Dort beschränkt man sich im Wesentlichen auf “Keine Überraschung außer Millionär”. Oder – das wäre zu ergänzen – man lobhundelt Manuela Schwesig. Vermutlich, weil es männlichen Journalisten nicht ganz zu Unrecht sehr viel Freude bereitet, ihr Foto abzudrucken….

http://www.kuechenkabinett.org/2009/07/keine-gnade-fur-die-spd.html

6) Thomas Schulze, Freitag, 31. Juli 2009, 10:13 Uhr

Ihr Kommentar * Na also wenn man sein Büro twittern lässt und eine Mini Gruppe in facebook hat, ist man noch immer kein Fachmann in den Neuen Medien. Da hätten Sie besser die Samwer Brüder oder ähnliche mit ins Team genommen! Man hätte auch mal leute fragen können, die sich im Netz bewegen, arbeiten und networken. Wird ganz eng dieses Jahr bei der SPD.
Viel Erfolg. Thomas von http://www.spirofrog.de/

7) Simon Kuhn, Freitag, 31. Juli 2009, 10:15 Uhr

Ihr Kommentar * Dem kann man nur beipflichten, ein Kompetenz-Team / gerade in den neuen Medien sieht anders aus. Das ist kein Job für Herrn Heil, leider eine Fehlbesetzung.

8) Thomas B, Freitag, 31. Juli 2009, 11:39 Uhr

Hätte Herr Steinmaier Ulla Schmidt ins Team aufgenommen dann würde es etwas geben worüber man reden könnte. Außerdem hätte Herr Steinmaier Rückrad beweisen können. Denn wenn er davon ausgeht, dass Frau Schmidt gute Arbeit in der Gesundheit geleistet hat dann gehört sie auf den Posten; dem Geschrei der Oposition zum trotz. Das sich die SPD nicht traut in diesem “Gegenwind” die Position zu halten zeugt von mangelnder Stärke. Dabei wäre das einer der Punkte wo die SPD Flagge zeigen könnte und so die Wähler überzeugt, dass sie für etwas steht.

Mir fehlt der Herr Stgner aus SH im Schatten Kabinett. Der hätte ach noch eine Note setzen können. Der Unterschied zwischen Herrn Heil und ihm wäre nicht so groß.

9) Wack, Freitag, 31. Juli 2009, 14:06 Uhr

Ihr Kommentar *
Die Samwer-Brüder? Das sind doch die Burschen, die den Kindern Geld für Klingeltöne aus der Tasche ziehen. Aber stimmt, das passt auch zur SPD.

10) kairos, Freitag, 31. Juli 2009, 19:57 Uhr

Bemerkenswert übrigens, wie sehr sich die anderen Parteien & besonders die Union beim Thema Dienstwagen und Schattenkabinett zurückhalten. Die brauchen sich ja auch nur zurücklehnen und zuschauen, wie die SPD sich selber zerlegt. Wenn im August nix mehr dramatisches pasiert, wirds wohl erst zu den Landtagswahlen im Saarland und in der Zone wieder spannend…..

11) Martin, Samstag, 01. August 2009, 10:46 Uhr

Ich denke die lehnen sich auch deshalb zurück, weil jede Aussage wieder auf den Tisch käme, sobald die Bild einen CDU-Politiker ausgräbt der ähnliches treibt. Da ich das für kein Problem der SPD allein halte, kann man nicht sicher sein wieviele Skelette da noch so im Keller rumtanzen. Ähnlich hielten es in England glaube ich die Tories, die deutlich weniger vom Korruptionsskandal betroffen waren, aber eben auch nicht völlig verschont blieben. So dürfte es hier auch laufen, wenn man eine Lawine losgetreten würde. Jetzt ist es also taktisch klug der SPD bei der Demontage von Ulla Schmidt zuzugucken und zu hoffen, dass der Sturm ansonsten vorüber zieht.

Der Samwer-Vorschläg wäre der Supergau geworden, ausgerechnet die Jamba-Typen…

12) armer Moldavier, Sonntag, 02. August 2009, 11:45 Uhr

Internetkompetenz hat weder SPD noch eine der andren “etablierten” Parteien.

Sie neueste Ergüsse von Zensursula
http://www.heise.de/newsticker/Von-der-Leyen-will-gegen-rechte-Inhalte-im-Netz-vorgehen–/meldung/142937

13) Dennis Klüver, Montag, 03. August 2009, 12:27 Uhr

Die Fragen werden nicht angesprochen, weil es keine Politiker mehr gibt, die sich das trauen. Offenbar wird so eine ehrliche Haut nie nach oben getragen und auch nicht vom Wähler gewollt. Nett sollen sie sein und immer helfen, aber bitte nichts verlangen oder gar einem die Leviten lesen. Politiker mit Ecken und Kanten bekommen keine Chance, weder von ihren parteien , noch von den Wählern.

14) günni, Dienstag, 04. August 2009, 10:42 Uhr

Ihr Kommentar *
isch kandidiere, isch heisse aber nisch schlemma

15) Martin, Mittwoch, 05. August 2009, 10:12 Uhr

Nun ist es soweit, weitere Dienstwagen-Minister?
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,640482,00.html

Für Merkel eigentlich ideal, hauptsächlich SPD betroffen und bei der Union nur die CSU. Seehofer für die nächsten Wochen etwas ruhig gestellt wird ihr sicher gefallen. ;-)

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