Freitag, 07. August 2009, 08:27 Uhr

Herr Ich

Ein Versprecher sollte nicht untergehen. Maybrit Illner zeigte gestern abend noch einmal das öffentliche Schreigespräch der beiden (befreundeten?) Generalsekretäre Ronald Pofalla und Dirk Niebel. Er gehört inzwischen zu den TV-Klassikern bei Youtube, weil keiner den anderen ausreden lässt und kein Wort zu verstehen ist. Eine durchaus sinnbildliche Szene für Berliner Politik. Das Gebrüll wurde aufgenommen bei einer DGB-Veranstaltung mit allen Generalsekretären im März. Es veranlasste Hubertus Heil zu dem Zwischenruf: „Bloß kein Schwarz-Gelb“.

Als Niebel bei Illner erklären wollte, wie es zu dieser Szene kommen konnte, rutschte ihm ein wunderbarer Versprecher heraus, der auch wieder Youtube-Qualität hat. Er sprach er von „Herr Pofalla und Herr Ich“.

Vielleicht ist es ungerecht, aber dieser Versprecher scheint mir typisch für die Selbsteinschätzung mancher Politiker zu sein.

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8 Kommentare

1) Christoph, Freitag, 07. August 2009, 09:58 Uhr

Herr Spreng, ich bin enttäuscht. Das erste mal – sonst war ich immer hoch erfreut über ihre Beiträge (und habe geschwiegen. Was für eine Unart).

Bitte, wenn Sie einen „TV-Klassiker bei Youtube“ erwähnen, wenn er gar zentraler Bestandteil, Anlass Ihres Eintrags ist, dann muss er verlinkt werden.

2) Tobias, Freitag, 07. August 2009, 10:49 Uhr

.. dann kann ich ja behaupten/annehmen, dass wir beide um diese Zeit das selbe getan haben … ;o)

Und diese von Ihnen angesprochene Selbsteinschätzung ist m.E. beim Kollegen Niebel deutlich ausgeprägter als bei anderen Politikern … wobei Frau Pauli eine ebenfalls „andere“ Meinung von sich und ihrer Partei hat, als m.E. eine Mehrheit der politisch interessierten Bevölkerung.

Das mit dem „Kollegen“ darf man leider wörtlich nehmen .. wobei ich das nicht parteipolitisch meine!

3) Lars Offermann, Freitag, 07. August 2009, 13:32 Uhr

Ich habe mir die ganze Sendung über die Frage gestellt, warum Frau Pauli in der Sendung war. Sie sollte wohl eine Vertreterin einer Art deutscher „Graswurzelbewegung“ darstellen. Aber wie oft gerieten ihre Diskussionsbeiträge in eine lächerliche Selbstdarstellung gipfelte. Höhepunkt war die Aussage, dass die etablierten Parteien doch nur Angst hätten.
Da stellt sich mich mir die Frage, warum eine Frau die in Baden-Württemberg gerade mal sieben Unterstützer für ihre Partei findet, Sendezeit in einer der wichtigsten Talkshows erhält.

4) Martin, Freitag, 07. August 2009, 14:11 Uhr

Danke noch einmal für den Hinweis darauf, was für unglaubliche Reibungen es zwischen Schwarz und Gelb gibt. Man siehe zurzeit Seehofer, Ramsauer und Co., die auf den möglichen Koalitionspartner eindreschen aus Angst, dieser könnte eine zu starke Verhandlungsposition bekommen. Immer wieder bemerkenswert, wie so etwas zwischen den Schlagzeilen untergeht, anderswo würde das als Richtungsstreit am Scheideweg ausgelegt.

Ansonsten ist Ihr heutiger Kommentar leider überflüssig wie ein Kropf.

5) m.spreng, Freitag, 07. August 2009, 14:56 Uhr

@christoph
Tut mir leid, dass ich Sie enttäuscht habe, aber hier ging es nur um einen Zwischenruf. Das Video ist verlinkt.

6) armer Moldavier, Samstag, 08. August 2009, 13:53 Uhr

Was, sehr geehrter Spreng, was bitte stört Sie am Begriff „Herr Ich?“

Bin ich allein zu Hause duze ich mich auch permanent.
Unsere politische „Elite“ hat ein Recht auf [zensiert].

Schönes WE wünsche ich Ihnen und allen Lesern.

7) JG, Samstag, 08. August 2009, 22:13 Uhr

Szenen aus der Spätphase der Bundesrepublik.

8) Klaus, Montag, 10. August 2009, 10:32 Uhr

Ich bin mir ziemlich sicher, dass dieser Versprecher in keinster Weise Rückschlüsse auf die Art der Selbsteinschätzung von Herrn Niebel zulässt. Vielmehr glaube ich, dass er das bewusst gesagt hat, als auflockernden Scherz sozusagen. Das allerdings lässt natürlich dann doch Rückschlüsse zu. Darüber, dass Herr Niebel eben Politiker geworden ist, und nicht Komiker.

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