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Montag, 24. August 2009, 13:44 Uhr

Merkels Achillesferse

Die CDU hatte von Anfang eine Doppel-Strategie für die Bundestagswahl: Angela Merkel gibt die sachliche, ruhige, um Deutschland besorgte Kanzlerin und ab dem 30. August wird aus der zweiten Reihe gegen Rot-Rot oder Rot-Rot-Grün geholzt. Das Saarland sollte dafür die Steilvorlage liefern, denn schon vor einem Jahr sah es so aus, als sei Peter Müllers Zeit als Ministerpräsident abgelaufen. Deshalb musste er auf Druck von Merkel auch unbedingt vor der Bundestagswahl und zeitnah wählen lassen, damit der Schlussakkord für den 27. September im Saarland gesetzt wird. Sie wird ihm dafür ein schönes Ministerium in einer schwarz-gelben Regierung versprochen haben.

Jetzt aber zeigt die CDU-Strategie ihre Schwächen. Denn in der CDU war man davon ausgegangen, dass Oskar Lafontaines Linkspartei stärker wird als die SPD. Lafontaine – das personifizierte Schreckensbild für die letzten vier Wahlkampfwochen. Das hätte gut gepasst, um die CDU-Stammwähler zu mobilisieren, die bisher von Angela Merkels Wahlkampfvermeidungswahlkampf  noch nicht zur Stimmabgabe abgeholt worden sind. Aber die Politik ist bekanntermaßen kein Wunschkonzert. Das hat schon Helmut Kohl 1998 erleben müssen, als er unbedingt Lafontaine als vermeintlich leichteren Gegenkandidaten haben wollte.

Jetz heißt die mögliche Verkörperung von Rot-Rot-Grün im ersten westlichen Bundesland Heiko Maas. Der freundliche-glatte Genosse ist nicht so leicht zu packen und wie Lafontaine zur Horrorfigur aufzublasen. Der erste Riss in der CDU-Strategie. Der zweite könnte sein, dass die SPD, die bei der Bundestagswahl ohnehin nicht mehr viel zu verlieren hat, sich für Rot-Rot-Grün nicht – wie erwartet – entschuldigt und in die Defensive gerät, sondern die neue Konstellation als Erfolgsmodell zur Wiedererlangung sozialdemokratisch geführter Regierungsmacht offensiv vertritt. Frank Walter Steinmeier argumentiert schon in diese Richtung.

Das wäre der zweite Riss in der CDU-Strategie, der noch verschärft würde, wenn es auch in Thüringen für Rot-Rot-Grün reichen und es zur Regierungsbildung kommen sollte, weil Bodo Ramelow von der “Linken” so klug ist, auf das Amt des Ministerpräsidenten zu verzichten. Dann gäbe es plötzlich vor der Bundestagswahl zwei neue designierte SPD-Ministerpräsidenten und die schöne CDU-Strategie wäre futsch. Dann müsste Angela Merkel ihre Stammwähler doch noch selbst mobilisieren.

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7 Kommentare

1) Oliver Neukum, Montag, 24. August 2009, 14:47 Uhr

Ich muss Ihnen widersprechen. Einem Stammwähler der CDU ist jede Beteiligung der Linken an der Regierung ein Greuel. Dafür ist nicht notwendig, dass Oskar Lafontaine Ministerpräsident wird. Im Gegenteil, dass die Linke im Bund so stark wird ist nahezu unmöglich. Das hingegen die SPD sich tolerieren lässt, ist sehr wohl möglich. Das bedrohliche Szenario wird damit größer.

2) armer Moldavier, Montag, 24. August 2009, 15:45 Uhr

Wie schrieben Sie *in etwa” Spreng? Sie schrieben ist (übersetzt) es herrscht ohnehin kein Wahlkampf.

Sehe ich eben so wie Sie, geehrter Spreng, und wünsch mir, dass ich am 28.09.2009 aufwache und blühende Landschaften in Deutschland vorfinde.

3) carokann, Dienstag, 25. August 2009, 09:33 Uhr

Nach dem schwachen Auftritt von Althaus in der gestrigen Elefantenrunde ist in der Tat in Thüringen vieles möglich. Fast scheint es, dass die Wähler bereits dabei sind die Macht einer schwarz-gelben Koalition im Bund prophylaktisch einzuschränken. Das sozialdemokratische Modell der Bundeskanzlerin ist beliebt, die Leipziger-Variante hingegen allenfalls gut für die Abwrackprämie.

4) PeterM, Dienstag, 25. August 2009, 10:47 Uhr

Wieder ein guter Artikel. Die letzte Woche war für Althaus in der Tat katastrophal. Und das gestrige TV-Triell war sozusagen das Sahnehäubchen. Der Noch-MP sah wirklich sehr sehr schlecht aus, auch optisch.
Das Ding ist gelaufen. Es müsste noch ein Wunder passieren, dass die Union die drei absehbar schwachen LTW-Performances auch als Rückenwind wird deuten können.

5) Gregor Keuschnig, Dienstag, 25. August 2009, 16:11 Uhr

Rot-rote Bündnisse in den Ländern dürfte für die CDU im Bund mobilisierend wirken. Problematisch wäre nur, dass sich dabei die Kräfteverhältnisse im Bundesrat verschieben könnten (man weiss ja nicht, wie Schleswig Holstein ausgeht).

(Ich hätte wetten können, Herr Spreng macht einen Artikel mit dem Tenor, dass Steinmeier den gleichen Fehler wie beck vor der LTW macht, in dem er Rot-Rote Bündnisse plötzlich “legalisiert”. So kann man sich täuschen.)

6) Klaus H., Mittwoch, 26. August 2009, 02:37 Uhr

Ihr Kommentar * Gibt es Ihn noch – Den Pfarrer als Wahlkampfhelfer von der Kanzel brüllend das ” Rot das Höllenfeuer ist.
Hätte Frau Merkel nicht unserem Pabst in Rom so unüberlegt auf die Füße getreten könnte sie sich noch vor der Wahl
medienwirksam den Segen holen und die strengläubigen Katoliken wieder an die Wahlurne bringen..
Die sind unbeachtet von der Presse immer noch sauer wie unsere darwinistische Pysikerin den Pabst
und Herrn von Millonen Christen ungerechterweise öffentlich abgekanzelt hat. Herrn Seehofer kann man ja leider auch nicht als Ersatz schicken der wird mit dem Beichten seiner vielen Sünden bis zur Wahl nicht fertig. Die Wahlkampfstrategen sind gefordert:Der Pabst noch dazu ein Deutscher mobilisiert
mehr Menschen als Frau Merkel Herr Seehofer und Herr von Gutenberg zusammen.Also Frau Merkel
Ich sage nur Canossa

7) marcpool, Mittwoch, 26. August 2009, 17:26 Uhr

Geht alles gut – dann sind Müller , Althaus und Tillich die Besten ! Wir haben die Kraft ! Geht alles schief – dann kann man ja die roten Socken wieder raus holen , und vier Wochen jedem vor die Nase halten – wie die duften ! Es geht der CDU zu gut ! Sie sieht sich ja sowieso als bereits siegesgewählt an. Weiter mit der Herrin! Aber immer hübsch in Demut !
Aber was wird dem guten Ronald einfallen, wenn er die wichtigen Pünktchen im September verliert ? Bloss nicht an die FDP – Wir wollen eine bürgerliche Mehrheit ! Was will er oder besser Merkel denn mit dem Rest tun ? Mit den Unbürgern ? Es ist diese Selbstgefälligkeit die fast schon unerträglich ist. So als hätte dieses Land überhaupt keine Probleme, die es zu lösen gilt. Die Bürger und auch die Unbürger erwarten Antworten darauf welche Lasten auf sie zukommen, für das grosse Geldausschütten . Dazu kommt aber nix ! Das ist weniger als alle dachten !

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