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Mittwoch, 09. September 2009, 08:03 Uhr

Das erste TV-Duell – Korsett und Zwangsjacke

Am 25. August 2002 gab es das erste TV-Duell in der Geschichte der Bundesrepublik – das Duell der beiden Kanzlerkandidaten Gerhard Schröder und Edmund Stoiber. Bis dahin trafen sich die Spitzenkandidaten aller Parteien in der sogenannten “Elefanten-Runde”. Da beide Parteien Neuland betraten, bereiteten sie das Duell akribisch in mehreren langen Sitzungen mit den Verantwortlichen der TV-Sender vor. Auf der Schröder-Seite  verhandelten Bela Anda, der stellvertretende Regierungssprecher, und Matthias Machnig, der SPD-Wahlkampfleiter, auf unserer Seite Stoibers Sprecher Ulrich Wilhelm (oder sein Stellvertreter Martin Neumeyer) und ich. Schnell erzielten wir eine Einigung darüber, dass das erste Duell bei den privaten TV-Sendern am 25. August, vier Wochen vor der Wahl, stattfinden soll.

Das zweite Duell sollte nach dem Willen der SPD am Wochenende vor der Wahl stattfinden, weil sie sich davon einen Vorteil für Gerhard Schröder versprach. Ich lehnte ab, weil wir noch genügend Zeit für mögliche Reparaturarbeiten bei einem negativem Ausgang für Stoiber haben wollten. Außerdem wollte der potentielle Koalitionspartner der CDU/CSU, die FDP, mit der ich während der Verhandlungen Kontakt hielt, kein Duell in den letzten zwei Wahlkampfwochen, um selbst noch genügend Aufmerksamkeit zu erhalten. 

Nach langem Ringen einigten wir uns mit der SPD auf zwei Wochen Abstand zur Wahl, wobei wir den Samstag (7.9.) favorisierten, die SPD-Seite den Sonntag (8.9.).  Am Samstag fand aber ein Länderspiel der deutschen Nationalelf statt. Hartmut von der Tann von der ARD verhandelte mit dem DFB, ob das Länderspiel verlegt werden könne -allerdings erfolglos. So kam es zum 8. September für das öffentlich-rechtliche Duell..

Mein Interesse war, die Duelle so formalisiert und regelementiert wie möglich durchzuführen, um dem situativ stärkeren Politiker, Gerhard Schröder, wenig Freiraum zu geben. Wir hatten uns dazu ausführlich mit den amerikanischen TV-Duellen beschäftigt und eine Mitarbeiterin von mir hatte in den USA mit den dort Verantwortlichen gesprochen. Das Ziel war, salopp gesagt, Stoiber ein stützendes Korsett zu verpassen, Schröder dagegen eine ihn einengende Zwangsjacke. Dies gelang in den Verhandlungen mit der SPD und den TV-Sendern auch – mit dem Ergebnis, dass Stoiber im ersten Duell als Sieger wahrgenommen wurde, weil er besser war, als von den Medien erwartet. Das zweite Duell verlor Stoiber, unter anderem auch deshalb, weil Schröder aus dem ersten Duell gelernt hatte und die Zwangsjacke sprengte.

Zur Geschichte dieser ersten TV-Duelle gehören eine Fülle von verbindlichen Protokollnotizen und ein notariell beglaubigter Vertrag zwischen den beiden Parteien sowie SAT1 und RTL. In diesem Vertrag wurde sogar geregelt, ob sich Schröder und Stoiber die Hand geben müssen.

Dieser Vertrag hatte folgenden Wortlaut:

1. Die Moderatoren richten ihre erste Frage an Herrn Schröder und ihre letzte Frage an Herrn Stoiber. Bei dem zweiten TV-Duell von Herrn Schröder und Herrn Stoiber, das am 08. September 2002 veranstaltet werden soll, geht die erste Frage an Herrn Stoiber und die letzte Frage an Herrn Schröder.

2. Herr Schröder steht bei dem Interview am 25. August 2002 an dem Rednerpult, das sich aus seiner Sicht auf der linken Seite befindet. Herr Stoiber an dem aus seiner Sicht rechten Rednerpult. Aus der Sicht der Moderatoren steht also Herr Schröder rechts und Herr Stoiber links. Bei der Veranstaltung am 08. September 2002 stehen die Interviewten an dem jeweils anderen Rednerpult. Die Winkel beider Rednerpulte sollen in bezug zueinander und in bezug zum Pult der Moderatoren genau gleich sein. Aus der Sicht der Interviewten sitzt der Moderator Peter Kloeppel rechts und der Moderator Peter Limbourg links.

3. Herrn Schröder und Herrn Stoiber stehen für ihre Antworten und auf die jeweilige Ausgangsfrage je 90 Sekunden zur Verfügung und für ihre Antworten auf Nachfragen je 60 Sekunden. 15 Sekunden vor Ende der Redezeit beginnt in den Rednerpulten und neben einer für den Redner sichtbaren Kamera jeweils ein gelbes Licht zu blinken. Mit Ablauf der Redezeit wird das Blinklicht auf Dauerlicht umgestellt.

4. Für Herrn Schröder und Herrn Stoiber wird jeweils eine Person die Zeit messen, welche die für die Antwort vorgesehene Redezeit (90 bzw. 60 Sekunden) überschreitet (Überziehungszeit). Wenn Herr Schröder und Herr Stoiber die für eine Frage vorgesehene Redezeit unterschreiten, wird dafür kein Zeitguthaben gebildet.

5. Unterbricht einer der Interviewten den anderen während der Beantwortung einer Frage, so wird nur diejenige Redezeit des Unterbrechenden als Überziehungszeit gemessen, die 5 Sekunden überschreitet. Sobald für den Unterbrechenden Überziehungszeit gemesssen wird, wird die Redezeit des unterbrochenen Redners angehalten.

In den Punkten 6 bis 10 wurde geregelt, wie die Überziehungszeit angezeigt wird, dass die beiden Duellanten bis zum nächsten Morgen keine Medienstatements zur Sendung abgeben, dass sie beim Verlassen des Studios keine Jornalistenfragen beantworten und das sie nur 30 Sekunden einem “Pool”-Fotografen für  Fotos an ihren Pulten zur Verfügung stehen. Außerdem wurde vereinbart, dass in dem “persönlichen Bereich” der Kontrahenten vor und nach der Sendung nicht gefilmt oder fotografiert werden darf.

Unter Punkt 11 hieß es: “Am Ende der Sendung verabschieden sich die Moderatoren von Herrn Schröder und Herrn Stoiber. Herrn Schröder und Herrn Stoiber ist es freigestellt, ob sie sich im Anschluss an die Sendung die Hand geben.”

In einer Protokoll-Notiz wurde geregelt, dass die Pulte “keinesfalls transparent sein dürfen. Sie werden höhenverstellbar sein und eine Schreibfläche haben. Darauf werden ausreichend weißes, unbeschriebenes Papier und ein Stift liegen”. Beide durften keine Unterlagen oder Notizen mitbringen. Und: “Das Konzept sieht keine Aufnahmen vor, die die Kandidaten von hinten zeigen, auch nicht im Anschnitt. Die Regie verfährt grundsätzlich nach der Regel: Wer redet, ist im Bild. Zwischenschnitte sind selbstverständlich möglich, müssen aber gleich verteilt sein.”

Außerdem wurde vereinbart: “Es gibt keine Eingangsstatements, wohl aber ein Schlussstatement der Kandidaten in einer Länge von je 90 sec.” Und es wurde festgelegt, dass nach dem Duell nicht sofort darüber diskutiert werden darf, sondern ARD und ZDF einen Nachrichtenblock und RTL und SAT1 Werbung dazwischenschalten. Vereinbart wurde mit SAT1 und RTL auch der Themenkatalog: “Folgen der Flut, Steuern und Abgaben, Arbeitsmarkt/Konjunktur, Familie, Zuwanderung, Irak/USA, Persönliches”.

Lesen Sie dazu auch die Anekdote “Das Krawattenwunder

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20 Kommentare

1) bananenkiste, Mittwoch, 09. September 2009, 08:16 Uhr

Wenn ich Sie richtig verstehe, war die Langeweile, die dieses TV-Duell verbreitet hat, also von langer Hand geplant.

2) beppolevi, Mittwoch, 09. September 2009, 08:36 Uhr

Einfach nur abstoßend sowas. Dieses Mal wirds noch viel schlimmer werden. Schröder und Stoiber hatten ja wenigstens noch was wie Charakter.

Die Form bestimmt den Inhalt. Wie sollen denn in so einem Format Ideen für die Zukunft der Gesellschaft erklärt werden?

Oh, jetzt hätte ich es fast vergessen, wer Visionen hat sollte zum Arzt gehen und es gibt eh keine Alternative zum Neoliberalismus, denn wie soll ich sonst meinen vierwöchigen Urlaub in Taiwan bezahlen können?

Werft eure Fernseher aus dem Fenster!!!

3) asdrubael, Mittwoch, 09. September 2009, 09:10 Uhr

Die Punkte lesen sich ja wie der Loriot Sketch, in dem CDU/SPD den öffentlich rechtlichen Sendern gleichermaßen Parteilichkeit vorwerfen, weil sie der CDU in den letzten vier Wochen 2 Minuten und 45 Sekunden weniger Sendezeit widmeten oder SDP Politiker beim Nasebohren gefilmt haben.

4) m.spreng, Mittwoch, 09. September 2009, 09:22 Uhr

Inzwischen ist, wie Peter Kloeppel in einem Interview mit “Politik & Kommunikation” gesagt hat, das “Korsett deutlich aufgeschnürt” worden. Die festgelegten Abläufe sollen flexibler werden, mehr spontane Nachfragen geben und auch das enge Zeitkorsett wurde gelockkert.

In den USA haben die Verträge zu den TV-Duellen übrigens bis zu 500 Seiten.

5) stene, Mittwoch, 09. September 2009, 09:57 Uhr

Interessanter Artikel, vielen Dank. Bei den Daten sind aber Zahlendreher drin. August statt September.

6) darkhorse, Mittwoch, 09. September 2009, 10:28 Uhr

Ihr Kommentar [email protected] und trotzdem sind die duelle in den usa lebendiger. man sieht: es liegt nicht nur am korsett, sondern auch daran, wer drinsteckt. glaubt irgendjemand, selbst ohne jede vorabfestlegung werde das duell steinmeier/merkel a) spannend b) interessant oder c) richtungsweisend?

7) Wack, Mittwoch, 09. September 2009, 10:36 Uhr

Ihr Kommentar *
Ich weiß schon, warum ich diese so genannten Duelle von jeher konsequent meide. Leider werde ich dieses Mal nicht drumherum kommen.

Vernichtung von Sendezeit nenne ich so was, da sollten die Sender lieber den Hansi Hinterseer für die Rentner singen und tanzen lassen… Wenn die Politiker sich nicht öffentlich streiten wollen, dann sollen sie’s halt lassen.

Aber ein interessantes Wochenende war das im August 2002: Samstag, der 7.8. und Sonntag, der 9.8. Das “Duell” fand dann am 8.8. und das Fußballspiel am Samstag statt…

8) Bogi, Mittwoch, 09. September 2009, 10:40 Uhr

Es ist durchaus interessant, die Hintergründe “von damals” nachzulesen. Aber was sucht das hier in diesem Blog, der ansonsten mit durchaus klaren Gedanken und aktuellem Zeitbezug glänzt? Mir deucht, der Eintrag ist noch nicht ganz fertig, Herr Spreng: Mir fehlt ein letzter Absatz, der das Damals auf das Heute transportiert.

Anders gesagt: Was wollten Sie uns damit mitteilen?

9) m.spreng, Mittwoch, 09. September 2009, 10:56 Uhr

Pardon, der Zahlendreher ist korrigiert.

@Bogi

Das ist eine Hintergrundgeschichte vor dem aktuellen Duell, das ich natürlich auch kommentieren werde. Ich dachte, der Hintergrund sei ganz interessant. Zum aktuellen Duell und was ich davon erwarte, habe ich z.B. schon in meinem Beitrag “Das eingeschläferte Land” Stellung genommen.

10) marcpool, Mittwoch, 09. September 2009, 12:10 Uhr

Dieses Fernsehformat, halte ich in diesem Jahr für überholt. Es ist natuerlich auch “spannend” nochmals nachzulesen, wie es geregelt wurde. Da ist doch von Anfang an der ” Pfeffer ” verboten worden. Und das Salz in der Suppe war auch nicht mehr da. Klar- konnte Schröder damit besser umgehen, aber dieses Jahr ? Frau Merkel bleibt unverbindlich – und erzählt immer wieder dieselben Geschichten. Ihre körpersprachlich einstudierten Erklärungen, des Wirtschaftsminus. Man kann förmlich erkennen , das sie froh ist daas endlich verstanden zu haben . Herr Steinmeier wirkt ( Wahlarena ) verunsichert, die Schröder Agenda Punkte wirken auf ihn wie der ” Biss einer Klapperschlange ” . Was sollen diese beiden Menschen uns an einem durchgestyltem Sendeablauf denn sagen sollen ? Wenn Steinmeier seinen sogen. Deutschlandplan thematisiert, wird Merkel darauf antworten, das die CDU das schon lange im Programm hat- nämlich Arbeit für alle . Nur sagen , wie sie das umsetzen will, und vor allem auch akzeptable und im Gehaltniveau ansprechende Arbeit zu schaffen, das sagt die CDU eben nicht. Währenddessen, zeigt die FDP allerdings mehr und mehr das Gesicht – Fricke z.B. – was ihr wichtig ist. Subventionsabbau – sozialer Kahlschlag. Na danke auch ! Alle haben sich jetzt die Bildung aufgeschrieben – genau wissend das dies eigentlich nur ein Dilemma ist – und wohl auch bleibt. Denn das ist und bleibt Ländersache . Das alles umzusetzen – mit einer klaren Schuldenbremse in den Ländern , bleibt doch auf der Strecke.

11) Thomas B, Mittwoch, 09. September 2009, 12:13 Uhr

Interessanter Beitrag. Ich gehe nicht davon aus, dass das TV-Duell etwas an meiner Wahlentscheidung ändern wird. Allerdings gelange ich zu der Einsicht, dass sich Steinmeier sehr gut karikieren lassen müßte. Ich finde er ist ein Eldorado für Imitatioren. Der Gestus ist immer der selbe man kann die Gesten, zusammen mit standart Worthülsen, fast vorhersagen. Mal schauen wie es beim TV-Duell wird.

12) Hammelsprung, Mittwoch, 09. September 2009, 14:46 Uhr

Ihr Kommentar *
Zwei Politiker die regieren, wollen duellieren? Uns steht die langweiligste Sendung dieser Art bevor. Merkel und Steinmeier werden sich nicht weh tun. Es wird eine Werbeveranstaltung für die Große Koalition werden. Für die Medien ist es natürlich toll. Sie wissen jetzt schon, was sie am Sonntag und Montag berichten werden. Im Titel gibt es schon Platz für die Geschichte. Und es wird fast nur von Merkel und Steinmeier berichtet werden. Interessant wäre es doch wirklich gewesen, die Elefantenrunde wiederzubeleben. Das daran kein Intresse bestand liegt auf der Hand: Merkel und Steinmeier wären von Westerwelle, Gysi und Künast regelrecht an die Wand gequatscht worden. In Sachen Afghanistan hätten sie sich kaum gegen die Attacken der Linkspartei wehren können. Weil Merkel und Steimeier schlau sind, wird am Sonntag geschmust. Man braucht sich ja zwei Wochen später wieder.

13) Wack, Mittwoch, 09. September 2009, 14:54 Uhr

Ihr Kommentar *
Ich werde weder den Kandidaten noch die Kandidatin wählen, von daher lässt es mich wohl doppelt kalt, das abgekartete Spiel.

@m.spreng: Danke für die Korrektur. Ich glaube, ich habe an dem Sonntag damals weggeschaltet… Kann mich aber täuschen, vielleicht habe ich gar nicht eingeschaltet.

14) armer Moldavier, Mittwoch, 09. September 2009, 15:09 Uhr

Ich stelle mir wieder und wieder die Frage, warum erwachsene Menschen ihre Wahlentscheidung von einem solchen “Duell”, welch Wort, abhängig machen?

Wer täglich unterschiedliche Medien (möglichst unterschiedlicher Verlagshäuser) konsumiert, wer sich informiert. Der braucht weder Wahlkrampf noch TV-“Duell”.

Ich brauche auch keine Wahlvorhersagen, der deutsche Michel hat sich, grob gesagt, als unmündig erwiesen und wird weiter wie die Lemmlinge…

15) nona, Mittwoch, 09. September 2009, 16:13 Uhr

Länderspiel verschieben wegen eines TV-Duells. Ja klar. Danke für den herzhaften Lacher.

16) Bogi, Donnerstag, 10. September 2009, 07:30 Uhr

Hallo Herr Spreng,

danke für die Antwort! So gesehen beruhigt mich das: Eine Basis für weitere Berichte über das aktuelle Duell. Auf Ihren Bericht darüber bin ich sehr gespannt – bitte verzeihen Sie mir, wenn ich Sie in dieser Hinsicht “missbrauche”, aber sollte bei diesem Gespräch etwas Relevantes auftauchen, werde ich es bei Ihnen nachlesen können. Dann kann ich selbst es mir ersparen, dieses “Duell” anzusehen. (Leider mache ich Sie damit indirekt zu meinem “Fernsehsklaven”, ich hoffe, Sie mögen mir verzeihen.)

Allzuviel Zunder darf von diesem Duell – lockeres Reglement hin oder her – ohnehin nicht erwartet werden. Außer, ganz kurzfristig packt unsere Chefanästhesistin doch noch Wahlkampfinhalte aus, die zu polarisieren in der Lage wären. (Allerdings befürchte ich, dass sie der vor den Geräten versammelten Nation lieber ihr Lieblings-Blaubeerpfannkuchen-Rezept verraten wird.)

17) DR, Donnerstag, 10. September 2009, 10:25 Uhr

Sehr interessanter Beitrag. Vielen Dank für die Hintergrund-Infos.

18) Gerald Sandeck, Donnerstag, 10. September 2009, 18:04 Uhr

Interessanter Hintergrundbericht. So unterschiedlich wie die politischen Positionen war damals auch das Temperament der beiden Protagonisten. 2009 werden zwei ähnlich phlegmatische Vertreter der aktuellen Bundesregierung nicht umhin können, die gemeinsame Amtszeit gemeinsam zu rechtfertigen. Wo da die Spannung herkommen soll, weiß kein Mensch. Im Übrigen gehört Westerwelle eigentlich dazu, denn der hat genauso große Chancen, Kanzler zu werden, wie Steinmeier, nämlich gar keine. Man könnte auch sagen, Westerwelles Chancen auf das Amt des Vizekanzlers unter einer alten und neuen Bundeskanzlerin Merkel sind sogar noch größer als die von Steinmeier.

19) vera, Freitag, 11. September 2009, 01:56 Uhr

ich will die elefantenrunde wiederhaben.
hätte mir damals einer gesagt, ich würde fj strauss einmal vermissen, hätte ich demjenigen nicht nur einen vogel gezeigt. die herren kamen gut vorbereitet in die sendung, stritten sich respektvoll, die polemiken waren intelligent, oft witzig, und es gab für jeden ausreichend zeit, nicht nur seinen standpunkt darzulegen, sondern auch dem des politischen gegners zuzuhören.
nä, wat wor dat schön.

20) useuro, Freitag, 11. September 2009, 21:59 Uhr

Ihr Kommentar *
Nur eines war nicht vereinbart: Vertraulichkeit über die verabredeten Spielregeln des TV-Duells. Bravo, Adjutant und Büchsenspanner Spreng!

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