32 Kommentare
carokann,
Sonntag, 13. September 2009, 23:32 Uhr
Ihr Kommentar *
Was halten Sie von den hohen Zugewinnen von Steinmeier bei den Unentschiedenen?
stefanolix,
Sonntag, 13. September 2009, 23:43 Uhr
@carokann: Ich schließe mich der Frage an und würde gern eine Frage ergänzen. Welche Koalition hält Michael Spreng spontan nach diesem Duell 14 Tage vor der Wahl für wahrscheinlich?
michael_23,
Sonntag, 13. September 2009, 23:56 Uhr
Das wirklich erstaunliche an diesem Duell war meiner Ansicht nach die Unfähigkeit der anwesenden Journalisten. Wie Sie anmerken und zu Recht kritisieren fehlte jedes Nachfragen zu DEM Thema des Wahlkampfes (zumindest zu dem was Thema eines Wahlkampfes hätte sein können): die Refinanzierung von Konjunkturpaket und Krise. Gleichzeitig wird auch das Thema Afghanistan zu großen Teilen ausgespart. “Ich habe nicht vergessen, wofür wir da sind.” – scheinbar um Soldaten und Polizisten auszubilden. Man muss ja nicht auf den Tanklaster eingehen, aber die Frage nach einer echten Perspektive für das Land wurde weder gestellt noch beantwortet. Nation Building besteht aus mehr als dem Aufbau einer Armee. Die Frage nach einer echten Demokratie, nach dem Demokratieverständnis der NATO, und ihrer Realisierbarkeit, bleibt aus. Was bleibt ist ein Schlagabtausch der keiner war. Den man auch nicht erwarten konnte. Beide haben gezeigt, dass sie zusammenarbeiten können. Steinmeier konnte vielleicht etwas deutlicher machen, was er vorhat. Bei Merkel bleibt bei mir vor allem “Wachstum schafft Arbeit”. Warum Steinmeier hier nicht angegriffen hat bleibt mir unklar. War nicht die Maxime “Wachstum” genau die, deren Folge zur Finanzkrise geführt haben? Wäre es nicht ein leichtes, zumindest kurzfistig mit dem guten alten Vorsatz der “Nachhaltigkeit” zu punkten? Steinmeier hat es mit dem längerfristigen Erfolg und den Prämien eingebracht, hätte es aber ausbauen können.
Seit wann ist “Manager” eigentlich zum Kampfbegriff geworden? Hier fehlte jede Differenzierung und durch die Fokussierung auf Bonuszahlungen geht man doch am eigentlichen Thema vorbei: Es findet keine echte Auseinandersetzung über Derivate etc statt. Bonuszahlungen sind ja auch einfacher zu erklären.
Noch eine letzte Anmerkung zur unsäglichen Runde in der Ard: Claus Peymann gehört nicht in eine politische Debatte. Wer sich ernsthaft einen Berlusconi Auftritt wünscht, hat ein merkwürdiges Verständnis von deutscher Politik. (Auch wenn er das dann selbst als unangebrachtes Beispiel eingestand). Ebenso die Bunte Frau, die Emotionen sehen wollte, und es schön fand, dass Steinmeier in einer Zeitung seine Familie “vorführt”.
Natürlich hat Peymann recht, wenn er sagt, dass der große Entwurf fehlte, aber gleichzeitig hat er unrecht damit, dass es heute nicht schwieriger sei diesen Entwurf zu bieten als es vor 20 Jahren der Fall gewesen wäre. Es wird es schwer, einen Gesellschaftsentwurf vorzustellen, den man im Rahmen eines mit der Stoppuhr geführten Duells ausführen soll.
m.spreng,
Sonntag, 13. September 2009, 23:59 Uhr
Steinmeier hat sich erstaunlich gut geschlagen. Das wird der SPD etwas Auftrieb geben. Nach dem Duell ist eine neue große Koalition wieder wahrscheinlicher geworden, weil Merkel ihre Wähler möglicherweise nicht ausreichend mobilisieren konnte.
Johannes Pütz,
Montag, 14. September 2009, 00:13 Uhr
Welche Wirkung wird vom TV-Duell ausgehen und welche Rolle spielt die Nachberichterstattung? Was bedeutet der Ausgang des TV-Duells für die Intensität der Aufmerksamkeit für die letzten “heißen” zwei Wochen des Wahlkampfs? “Steinmeier hat sich erstaunlich gut geschlagen” = Mobilisierungseffekte auf Unentschlossene und late-decider für SPD ?
Christian S.,
Montag, 14. September 2009, 01:31 Uhr
BILD meint: “unentschieden”. Das heißt: Steinmeier hat klar gewonnen.
Die Journalisten und die Fragen waren eine Frechheit.
Ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis.
Pekka,
Montag, 14. September 2009, 03:01 Uhr
Themen die fehlten: Europa, Bildung, Internet – Jung- und Erstwähler haben wohl beide der größeren Parteien für sich aufgegeben. Kein Wunder, dass die so genannten Volksparteien dahin bröckeln. Mir ist auch weiterhin unklar, was Steinmeier überhaupt will; Kanzler werden offensichtlich nicht. Da ist ja gar nichts gewesen, nicht mal ein geheuchelter Slogan.
Rheinländer,
Montag, 14. September 2009, 07:24 Uhr
Die beiden Kandidaten waren tatsächlich besser als gedacht. Auch Merkel, wie ich finde, hat in einigen Punkten deutlicher gesprochen als sonst. Bsp. Mindestlohn und Top-Manager Gehälter.
Sie ist zum ersten mal ein wenig darauf eingegangen, das auch die Gewerkschaften teils große Vorbehalte gegen den flächendeckenden Mindestlohn haben. a) weil Rostock nicht München ist und b) weil Tarifverträge damit unterlaufen werden und damit die Macht der Gewerkschaften.
Kein anderes Land, welches einen Mindestlohn hat, hat so starke Tarifpartner wie Deutschland.
Bei den TopManager-Gehältern habe ich gestern zum erstenmal von einer möglichen malus-Regelung gehört.
Dadurch, dass die meisten Zuschauer, wie auch ich, Steinmeier noch nie so lange am Stück gehört haben wurden Sie positiv überrascht.
Viel schlechter als erwartet waren die Moderatoren. Kennen Sie auch schon die Tigerenten-Koalition?
Ich würde mich auch nicht M.Spreng anschließen. Nicht Plasberg hat das Duell gekillt, sondern das Format ist schlichtweg implodiert und es hat nicht funktioniert. Die Moderatoren sind sich zeitweise vor lauter Aufregung ins Wort gefallen. Und ich fand es sehr bezeichnend, dass man zu ende des ersten 1/4 den Eindruck bekam, die Duellanten würden sich gegen die Moderatoren zusammenschließen. Das spricht für die schlechte Qualität der Moderatoren.
Kontrastprogramm gab es danach auf Sat1 mit Westerwelle und Trittin. Ich habe auch den Eindruck bekommen, dass die Diskussion mehr Stil hatte als noch Diskussionen vor 1-2 Jahren. Man stellt sich auf das neue Farbenspiel im Parlament so langsam ein. Das tut dieser Republik gut.
Unsere Stimme hat bisher keine Partei verdient. Deshalb werde ich weiterhin ungültig Stimmen.
Für die Demokratie unseres Landes darf es keine weiteren 4 Jahre große Koalition geben.
Manuel Woltmann,
Montag, 14. September 2009, 07:28 Uhr
Wer bitte schön ist hier denn Klein ?
Oder anders gefragt, handelt es sich bei der Koalition aus CDU/CSU und SPD tatsächlich um eine große Koalition. Eine Partei, die in vielen Landes- und Kommunalparlamenten nicht einmal die zweitstärkste Kraft ist und hofft, gerade mal auf knapp über 20% bei der anstehenden Bundestagswahl zu kommen, verdient nicht mehr den Namen einer großen Volkspartei. Wenn die Parteispitze der SPD das realisiert, kann sie sich alle Optionen einer Koalition offen halten – und zwar auch mit der DIE LINKE und wir werden nach der Wahl eben doch wieder eine Koalition aus CDU/CSU und SPD bekommen.
Ein paar Ministerien werden zur CDU wechseln und wir behalten Frank-Walter und Peer und wenns ganz Dicke kommt auch die Ulla…
CB,
Montag, 14. September 2009, 07:49 Uhr
Erschreckend, wie Merkel und Steinmeier in Richtung erneute Grosse Koalition taumeln. Und die Wiederholung des Münterfering-Spruches ” Mist” war überflüssig. Viel klüger wäre es, die SPD geht vier Jahre in Opposition, erneuert sich, kommt 2013 locker mit weit über 30 % zurück. Aber die Droge “Macht” wird wohl immer gefährlicher.
Spandauer,
Montag, 14. September 2009, 08:49 Uhr
Ich meine auch unentschieden.
Es gibt bessere Rhetoriker als Fr. Merkel, aber Sie hat das rübergebracht was Sie wollte.
Hr. Steinmeier hat sich achtbar geschlagen, aber m.E. keinen Grund geliefert, warum er der bessere Kanzler sein soll und vorallen mit welcher Koalition er regieren möchte.
Leider haben die 4 Moderatoren nicht zum besseren Verlauf beigetragen, ganz schwach fand ich Plasberg. Die Politikler ausredenlassen und DANN nachfragen scheint nicht mehr zum guten Stil zu gehören!
Bogi,
Montag, 14. September 2009, 08:51 Uhr
Welch Jammer…
Wider besseren Wissens habe ich doch mal kurz reingeschaltet – just zu der Zeit, als der angesprochene Plasberg-Killer kam.
Welch Schlag ins Gesicht der Menschen, die sich dieses langweilige Duell antaten in der Hoffnung auf genau SO EINE Killerfrage, wie sie Fr. Illner gestellt hat. Und dann würgt man das Thema ab. Mein Gott, der einzige Punkt, der wirklich relevant gewesen wäre… vielen Dank, versammelte Journaille!
Thomas B,
Montag, 14. September 2009, 10:11 Uhr
4 Befrager, und dazu noch so unterschiedliche, sind einfach zu viel für dieses Duell auf kleinem Raum. Man hat aber auch gemerkt, dass die beiden Kollegen von ARD und ZDF sowas öfter machen als die beiden von SAT1 und RTL. Die Befrager des Privatfernsehens waren eine Fehlbesetzung. Sie wirkten als wären die Fragen wirklich nur abgelesen. Bei Illner zum Beispiel hat man gemerkt, dass sie sowas öfter macht. Als sie ihre Zeit am Stück hatte ist automatisch leben in die “Bude” gekommen, eben weil sie auf die Antworten der Politiker eingegangen und mal versucht hat nachzufragen. Auch wenn Herr Plasberg der Frau Illner da in die Parade gefahren ist glaube ich nicht, dass da noch mehr rauszuholen gewesen wäre. Der Plasberg war halt wie in seinen Sendungen. Ich finde da unterbricht er auch des öfteren die Beiträge der Politiker zur Unzeit. Und dass dann nur um einen blöden, äußerst plakativen Einspieler von 15 sekunden zu bringen der der Diskussion nicht weiter hilft. Peter Klöppel sah manchmal aus wie seine eigene Parodie in “Switch” ;o)
Mein Fazit: Wenn das Duell so wichtig ist dann sollten die Sender auf ihren Proporz verzichten und es die Leute machen lassen die in der Gesprächsführung Routine haben.
Bei der Nachberichterstattung ist mir RTL negativ aufgefallen. Aber das ist vielleicht RTL-Style. Bin dann bei der ARD hängen geblieben obwohl Frau Will bei mir hin und wieder auch Aggressionen auszulösen droht.
Karl Keule,
Montag, 14. September 2009, 11:02 Uhr
KeulenKalle hat auch das TV-Duett, äh Duell geschaut, guckst du hier:
http://wp.me/pyUod-7U
Gähn. Langeweile pur!
Frank T,
Montag, 14. September 2009, 11:16 Uhr
Ihr Kommentar *
Frau Merkel hat doch bereits am Anfang der Veranstaltung dargestellt, wie die ganze Show ihrer Meinung nach abläuft. Sie beantwortet die Fragen so wie sie es sich vorgenommen hat und nicht wie sie von den Journalisten gestellt werden. Vermutlich hätten Plasberg und Co. auch noch 10 mal Sticheln und Nachhaken können, Frau Merkel wäre sturr bei ihrer Linie geblieben. Dem Wähler möglichst wenig sagen, was sie denn nun genau vor hat.
Zugegeben auch Herr Steinmeier hat nicht auf jede Frage geantwortet und nicht jedes Thema zur Zufriedenheit beantwortet, aber er ist nicht jeder Frage ausgewichen und hat mit einigen Seitenhieben (Stichwort Steuererleichterungen etc.) zumindest etwas gepunktet.
Hans Hütt,
Montag, 14. September 2009, 11:21 Uhr
Offenbar müssen sich auch die Journalisten auf so ein Duell besser vorbereiten. Die Herren vom privaten Boulevard sollte man dorthin zurückschicken, wo sie herkommen. Politik bleibt für sie böhmisch. Leider hat Herr Plasberg das spannendste Thema – Frau Illners Frage – abgewürgt (er hat einfach im Drang zum Mikrophon nicht zugehört).
Im Will-Spin waren Peymann und Riekel fehlbesetzt. Weder die Ästhetisierung der Politik noch das gülden gerankte Medusen-Haupt trugen zur Wahrheitsfindung bei. Überraschend feist und selbstgefällig Herr Wowereit. Mit Händen zu greifen die Ambivalenz Edmund Stoibers, der seiner Pflicht als Parteisoldat i.R. folgte und dabei in sich hineinfeixte. Herr Jauch blieb hinter seinen Möglichkeiten zurück. Seine Mimik war das beste.
Die Duellanten (ach was, das war Stunt-Operette) blieben ihrer Linie treu, den Blick auf die Zeit nach dem 27. September im Nebel zu belassen. Sie wirken wie angeschlagene Boxer, die sich an einander klammern. Zu mehr reicht die Kraft nicht. Auch nicht die feste Überzeugung.
spreeschnabel,
Montag, 14. September 2009, 11:22 Uhr
claus peymann ist mir ebenfalls negativ aufgefallen. er kommt aus dem theater und erwartet wohl ein großes schauspiel. im facebook-chat, der auf spiegel online neben dem liveblog erschien, wurde er für seine aussagen zunächst sehr gelobt.
aber was erwarten die menschen denn? ich habe das gefühl, dass es mittlerweile gleiche erwartungen an politik wie einen hollywood-actionfilm gibt. möglichst große sensation, nie dagewesenes, explosionen, gigantische schlachten und am ende dann aber ein happy end, wo sich alle lieb haben. schwarz und weiß.
herr peymann wünschte sich einen kanzler, mit dem er auch in den bunker gehen würde. jemandem, dem er in großen maßen vertraut. hm. einen führer vielleicht? spannend, dass man auch auf der politisch linken seite, der herr peymann angehört, jetzt schon solche beiträge hört.
Catansiedler,
Montag, 14. September 2009, 11:51 Uhr
Für mich ist der große Sieger Angela Merkel. Durch ihren doch eher miserablen Auftritt wird es noch unwahrscheinlicher, dass es zu Schwarz-Geld reicht und Merkel kann sich schön in ihre Große Koalition zurückziehen. Trotzdem denkte ich, dass es dann in CDU zu einer massiven Auflehnung gegen Merkel kommt. Vielleicht wäre es für die SPD besser sich in die Opposition zu begeben um von dort aus als große Oppositionspartei gegen Schwarz-Gelb zu arbeiten und die Linkspartei kleinzuhalten.
vera,
Montag, 14. September 2009, 12:09 Uhr
arm. ganz arm. bildung? umwelt? europa? datenschutz? bürgerrechte? internetentwicklung? fehlanzeige.
illner professionell; der rest hätte besser geschwiegen
patricia riekel, günter jauch – ich bitte!
sag’ ich doch – ich will die elefantenrunde wieder haben. allerdings: sie liesse sich wohl nicht mehr adäquat besetzen.
Thomas Maier,
Montag, 14. September 2009, 12:50 Uhr
Mann, hatte Schwächling Steinmeier ein Dusel, dass Merkel NOCH schwächer war. Wenn man die Stärke beider aufeinanderstellen würde, müsste man Tagebau betreiben. Was für ein scheiß! Ich hätte nie gedacht, dass ich mal Schröder vermissen werde.
Patrick Saar,
Montag, 14. September 2009, 14:16 Uhr
In 4 Jahren sitzen sowieso Merkel und Gysi bei der Elefantenrunde, wenn das so weiter geht =)
Bogi,
Montag, 14. September 2009, 14:24 Uhr
Bin ja leider Nicht-Lateiner, aber müsste man an dieser Stelle nicht ausrufen:
Merkel, Steinmeier, tempores redde! *
Gebt mir meine (an euer so genanntes “Duell” verschwendete) Zeit zurück!
* Ja, mit Sicherheitfalsch – wie gesagt: Nicht-Lateiener.
michael_23,
Montag, 14. September 2009, 16:22 Uhr
@ spreeschnabel: Peymann und der Führer war auch meine erste Assoziation, als er loslegte. Wer sich in der Politik mehr Theatralik wünscht sollte sich vielleicht überlegen, wo das dann endet in unserer Zeit: er Wahlkampf wird personalisierter (noch mehr als jetzt schon) und im Sinne von mehr Dramatik werden die Angriffe schärfer. Das kann dann sehr amerikanisch werden – Negativkampagnen, persönliche Angriffe und noch mehr private Skandale. Aber die Homestory ist ja so schön gewesen. Emotionen pur… Und das von einer Chefredakteurin einer großen deutschen Zeitschrift – also eine Person, die durchaus den intellektuellen Kreisen zuzurechnen ist. So eine Person fällt ihr POLITISCHES Urteil (also ihre Wahl) danach wer mehr PRIVATES von sich preisgibt und Emotionen zeigt. Emotionen sind ja per se nicht schlecht, aber Emotionen zeigen um der Emotion willen führt ziemlich genau dahin wo Herr Peymann herkommt: Ins Theater. Und auch da nur ins schlechte. (Und nein, dass ist nicht las Angriff auf Hernn Peymanns inszenatorische Fähigkeiten zu verstehen.)
Wolf-Dieter,
Montag, 14. September 2009, 20:15 Uhr
Heute früh las ich erstmals eine BILD-Schlagzeile, die auf mein ungeteiltes Wohgefallen stieß: Yes, we gähn. (Ich hab mi aberr trotzdem keine gekauft. Um die BILD von Grund auf zu verstehen, genügt ein Fernglas und ein Wohnort in Sichtweite eines Kiosks. Die Schlagzeilen sind kontrastreich und groß genug.)
Ich bin persönlich hoch zufrieden mit dem Ausgang des Schmuseduells. Steinmeier und Merkel gehören zu den politischen Charakteren, die in die Versenkung gehören. Ihre Parteien ebenfalls.
Mein Credo: weiter so, ihr beiden.
marcpool,
Montag, 14. September 2009, 21:36 Uhr
Stimme der Analyse voll zu ! Prima zu lesen.
Wer hat A.Merkel so unsicher , fahrig gemacht. Der Anfang war ja wirklich unkonzentriert. Sie musste mindestens zweimal etwas später nochmals die vorherige Frage aufnehmen, weil sie merkte das Steinmeier besser parlierte. Besonders haben ihr die 9 % Wachstum – nicht geschmeckt- und da hatte sie auch nicht mit gerechnet. Wenn hier ein Journalist etwas hartnäckiger weiter gebohrt hätte, oder auch Steinmeier nochmal nachgelegt haette, dann haette es wirklich noch interessant werden koennen. Sonst war es eben, ein Resümee nach dem Motto: Wenns mit Guido nicht geht , dann machen wir eben weiter. War doch alles gut .
JG,
Montag, 14. September 2009, 22:35 Uhr
Zufireden stelle ich fest, daß ich nichts versäumt habe und es tatsächlich vollkommen ausreicht zu lesen, was Herr Spreng und die anderen Herrschaften hier über diese Veranstaltung schreiben.
@ Hans Hütt:
Offenbar leben Sie nicht in Berlin und verfolgen – verständlicherweise – auch nicht die Berliner Landespolitik. Andernfalls würden Sie sich über die Selbstgefälligkeit von Herrn Wowereit keine Sekunde wundern. Sie ist mittlerweile vielmehr zum prägenden Merkmal seines “Regierens” geworden, verbunden mit jener Arroganz der Macht, die die SPD in ihrer einstigen Hochburg West-Berlin die Macht kostete. Wobei die Partei von dem Ergebnis, das Hans-Jochen Vogel damals, 1981, als Regierender Bürgermeister holte, heute nur noch träumen kann: 38,3 Prozent! (Bei 85,3 Prozent Wahlbeteiligung!)
ghurt,
Dienstag, 15. September 2009, 06:44 Uhr
Als besonders unbefriedigend, aber wenig rezipiert, ist mir die Antwort Steinmeiers auf die Frage, ob denn ein geplanter Afghanistanabzug bis 2013 nicht, wie von Steinmeier selbst Anfang des Monats angemerkt, eine Ermutigung für die Taliban darstellt, aufgefallen. Steinmeier meinte er habe nur von den Voraussetzungen für den Abzug bis 2013 gesprochen, aber nicht vom Abzug selbst. Steinmeier glaubt, in einer zukünftigen Regierung unter seiner Führung, die Voraussetzungen für den Abzug bis 2013 geschaffen zu haben, will dann aber nicht abziehen? Warum sollten nur ein Bundeswehrsoldat länger als nötig in Afghanistan bleiben, der reizvollen Landschaft wegen? Darauf dürfte nicht mal der dümmste Taliban hereinfallen.
Gockeline,
Mittwoch, 16. September 2009, 09:28 Uhr
Wer diese Sendung so konzipierte trägt die Schuld am Versagen .
Alle Fragen kannte man,die Politiker auch.
So wußte man was als Antwort zu kommen hat.
Die Politiker so wie die Moderatoren.
Den Wähler manipulierte man als gehe es nur um die zwei.
Die wichtigen kleinen Parteien ignorierte man einfach.
Hätte man alle eingeladen wäre keine Langeweile aufgekommen.
Die Wähler hätten ein anderes Bild gehabt.
So sieht es heute aus als bleibt in Zukunft alles so wie gewohnt.
CDU mit SPD wurschteln weiter.
Curt Riess,
Freitag, 18. September 2009, 10:11 Uhr
Ihr Kommentar * Raffiniert wie die Parteien und die TV-Sender den Zeitpunkt für das “Duel” oder in diesem Fall, das Duett, positioniert haben: Zwei Wochen vor der Wahl. Am Wahltag sind sämtliche Inhalte bereits beim Wähler vergessen. Mutig wäre wirklich dieses Duell eine Nacht vor dem Sonntag einzuberufen. Nur dazu wird es nie kommen….
Natriumglutamat,
Dienstag, 22. September 2009, 03:19 Uhr
Die Formulierung “Steinmeier gab es aber immerhin noch die Chance, seinen stärksten Punkt zu machen, als er vorrechnete, dass Deutschland neun Prozent Wachstum bräuchte, um die Steuerversprechen von CDU und FDP zu erfüllen – ein völlig irreale Vorstellung” ist ein wenig irreführend. Natürlich möchte ich Ihnen als erfahrenem Journalisten nicht vorwerfen, daß Sie Ihr Handwerkszeug, unsere Sprache, nicht beherrschten. Und natürlich möchte ich Ihnen auch nicht vorwerfen, Ihre Leser bewußt zu manipulieren. Ich gehe daher davon aus, daß es sich bei der von mir angemäkelten Ungenauigkeit um eine Unachtsamkeit Ihrerseits handelt.
Sie haben Recht, daß neun Prozent Wachstum eine völlig irreale Vorstellung sind. Ein derart hohes Wachstum hat die Bundesrepublik sogar in den Jahren nach dem 2. Weltkrieg kaum erreicht. Aber daß Herr Steinmeier in der Diskussion etwas “vorgerechnet” hätte, muß mir dennoch entgangen sein.
Nach meiner Erinnerung geht die Tätigkeit, die das Verb “Rechnen” bezeichnet, über die reine Zitation von Zahlen hinaus. Beim “Rechnen” wird, wenn ich mich recht entsinne, etwas mit besagten Zahlen angestellt. Sofern mich meine Erinnerung nicht trügt, werden beim “Rechnen” zwei oder mehr Zahlen durch so genannte Rechenoperationen miteinander in eine Verbindung gebracht, so daß ein oder eine Menge von Ergebnissen entsteht.
Herr Steinmeier zitierte jedoch lediglich die Ergebnisse von Menschen, die ihn beraten. Mit “Rechnen”, gar einem “Vorrechnen”, hatte das nichts zu tun. Offensichtlich scheint zwischen dem “Rechnen” von Menschen, die Herrn Steinmeier beraten, und dem “Rechnen” anderer Menschen eine gewisse, jrdoch gravierende Diskrepanz zu bestehen. Denn namhafte Ökonomen haben den Zitaten Herrn Steinmeiers am darauf folgenden Tag widersprochen und kommen zu dem Ergebnis, daß wenig mehr als ein Prozent Wachstum pro Jahr über die Legislaturperiode ausreichen, um die von CDU und FDP gewünschen Steuersenkungen zu refinanzieren.
Nicht zuletzt erscheinen mir die Aussagen des Kanzlerkandidaten auch deswegen wenig schlüssig, weil er und seine Partei jüngst einer Steuersenkung zugestimmt haben, die die Bürger um siebzehn Milliarden Euro entlastet. Warum haben Herr Steinmeier und seine Partei das getan, obwohl sie laut ihrer Wahlkampfaussagen doch angeblich gar keine Spielräume für Steuersenkungen sehen?
Bitte entschuldigen Sie, daß ich Ihre kostbare Zeit auf derlei Spitzfindigkeiten verschwende. Aber an dieser Stelle wäre mir sprachliche Genauigkeit wirklich lieb. Für mich ist es nämlich ein sehr großer Unterschied, ob jemand etwas nachvollziehbar vorrechnet oder nur zitiert.