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Donnerstag, 24. September 2009, 13:13 Uhr

Wahl-O-Mat – nein danke!

Die Zahl der unentschiedenen Wähler war wahrscheinlich noch nie so groß wie vor dieser Bundestagswahl. Der Trend zum Last-Minute-Wähler ist der Mega-Trend 2009. Die Wahlbeteiligung wird wahrscheinlich weiter sinken. Die Ursachen sind klar: die Unterscheidbarkeit insbesondere der beiden großen Parteien sank in der großen Koalition auf fast Null, die Profile verwischen, die Spitzenkandidaten sind nicht oder nur mäßig überzeugend und die kleinen Parteien blockieren mit ihrer Ausschließeritis jedes innovative Dreierbündnis. Und der arme Wähler sitzt zwischen allen Stühlen. Wer mit einer Partei noch 51 Prozent Übereinstimmung erreicht, ist zu beneiden.

Diesen verunsicherten Wählern wird immer wieder der Wahl-O-Mat der Bundeszentrale für politische Bildung als Eintscheidungshilfe empfohlen. Also habe auch ich den Wohl-O-Mat genutzt, die 38 Fragen beantwortet und sie gewichtet. Das Ergebnis ist ernüchternd: bei mir liegen CDU, SPD und Grüne fast gleichauf, die FDP knapp dahinter. Jetzt bin ich genauso schlau wie zuvor, quäle mich weiter und frage voller Selbstzweifel: Liegt`s an mir? Oder liegt´s an den Parteien und am Wahl-O-Maten?

Wahrscheinlich an allen dreien. Was soll zum Beispiel dabei herauskommen, wenn man gegen die Wiedereinführung der Vermögenssteuer ist, nicht an Steuersenkungen glaubt, kostenlose Bildung für richtig hält, für einen Afghanistan-Abzug der Bundeswehr ist (aber nicht sofort) und mehrmals verzweifelt “neutral” anklickt? Oder gegen eine gesetzliche Frauenquote in Unternehmen, aber für die EU-Mitgliedschaft der Türkei ist?

Und es liegt natürlich am Wahl-O-Maten selber. 38 Fragen sind einfach viel zu wenig, um die politische Wirklichkeit abzubilden, und die Antworten sind zu wenig ausdifferenziert. Außerdem gibt es auch sinnlose Fragen wie die nach der Wiedereinführung der D-Mark oder nach dem dreigliedrigen Schulsystem (das steht auf Bundesebene gar nicht zur Wahl).

Wahl-O-Mat – nein danke! Du hilfst mir auch nicht aus der Klemme. Bundeszentrale für politische Bildung – nachsitzen! Das war nix.

Jetzt quäle ich mich bis Sonntag weiter. Denn ich will auf keinen Fall Gabor Steingarts Marketing-Gag folgen und nicht zur Wahl gehen. So viel kann ich schon verraten: es stehen nur noch zwei Parteien zur Auswahl.

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47 Kommentare

1) Duke Bosvelt, Donnerstag, 24. September 2009, 13:34 Uhr

“So viel kann ich schon verraten: es stehen nur noch zwei Parteien zur Auswahl.”
schwarz-grün! ;)

Bei mir lag beispielsweise die NPD auf dem dritten Platz, obwohl ich keine extremen Positionen wie die Wiedereinführung der DM, Austritt aus der NATO oder repräsentative Demokratie als negative Regierungsform bezogen habe. Die Übereinstimmungen speisten sich vor allem aus dem wirtschaftspolitischen Frageblock und liessen diese Partei weit vor CDU/CSU landen, obwohl ich im Zweifel selbstverständlich gemäßigt-konservativ wählen würde.

Desweiteren sind die Resultate zu diversen Ein-Punkt-Parteien nicht wirklich ernst zu nehmen, da zu den Kernanliegen jener Splittergruppen oft nur 3-4 der 38 Fragen überhaupt tauglich sind (beispielsweise bei den Piraten).

Ansonsten kann ich nur beipflichten, dass viele zentrale Fragen zu wenig ausdifferenziert sind (Managergehälter, Afghanistan, Demokratie). Mehr als eine grobe Grundorientierung in Bezug auf etablierte Parteien ist beim Wahlomaten nicht drin.

2) Cord, Donnerstag, 24. September 2009, 13:34 Uhr

Auf welchem Platz waren denn die Piraten? ;-)

3) Denis, Donnerstag, 24. September 2009, 13:34 Uhr

http://www.wen-waehlen.de/ nutzt ein paar mehr Thesen als der Wahl-O-Mat. Ob die dann aussagekräftiger sind, bleibt wohl jedem selbst überlassen.

4) Dennis Schulz, Donnerstag, 24. September 2009, 13:35 Uhr

Welche beiden das wohl sind ;-)
Entscheide weise……

Gruß Dennis

5) hajo, Donnerstag, 24. September 2009, 14:07 Uhr

Ihr Kommentar *Herr Spreng, darf ich raten: bei den zwei Parteien handelt es sich um CDU oder FDP – meine Empfehlung: SPD, denn Grinsemonster Westerwelle das Bäfog abschaffen.

6) Thomas, Donnerstag, 24. September 2009, 14:12 Uhr

Bei mir ist die NPD auch an dritter Stelle, obwohl ich keinerlei extreme Position angekreuzt habe. Der Wahl-o-mat ist offensichtlich Verschwendung von Steuergeldern!!!

7) Anonymous, Donnerstag, 24. September 2009, 14:15 Uhr

“es stehen nur noch zwei Parteien zur Auswahl.”

Piraten… und wer noch? ;-)

8) Peter, Donnerstag, 24. September 2009, 14:18 Uhr

@hajo: Quelle?

Die Antwort inkl. Abstimmungsverhalten liest sich anders:
http://www.abgeordnetenwatch.de/dr_guido_westerwelle-180-24617–f221046.html

9) Felix Neumann, Donnerstag, 24. September 2009, 14:21 Uhr

Interessant ist eine statistische Analyse der Wahl-o-Mat-Antworten, wie sie Christopher Schuster in seinem Blog vorgenommen hat. Ich habe mir auch noch die Mühe gemacht, nachzurechnen: Die Unterschiede zwischen den Parteien, rein statistisch nach dem Wahlprogramm, sind kleiner, als man denkt – bei der verwendeten Skala, die von 0 bis 76 Punkten (kleinere Werte für größere Übereinstimmungen) reicht, erreichen alle befragten Parteien einen durchschnittlichen Wert von 29 (mit einer Standardabweichung von nur 2,84), SPD, Grüne und Linke jeweils für sich mit den anderen Parteien verglichen kommen auch auf etwa 29. (Nur die FDP und die CDU unterscheiden sich nennenswert mit 36 und 39 Punkten.)

Kein Wunder, daß da die Ergebnisse des Wahl-o-Mats auch eher wenig hilfreich sind.

10) Jander, Donnerstag, 24. September 2009, 14:33 Uhr

Wenn die Financial Times bei der Europawahl eine Wahlempfehlung für die Grünen abgegeben hatte, dann sollten Sie – sofern die Grünen nicht mehr in der engeren Auswahl sind – ihnen noch eine Chance geben. Die Begründung dafür gibt’s hier: http://www.ftd.de/meinung/kommentare/:ftd-wahlempfehlung-europawahl-warum-nicht-gruen/522360.html

Der Wahlomat ist dieses Jahr besonders ungelungen. Bei vielen Thesen fühlte ich mich vor den Kopf gestoßen und hätte problemlos ein “Ja, aber…” durch ein “Nein, aber…” austauschen können. Nichtsdestotrotz bietet er ein mittel mit politisch desinteressierten Bekannten und Verwandten eine Diskussion über die kommende Wahl anzustoßen.

11) Max, Donnerstag, 24. September 2009, 14:38 Uhr

Wie bereits bei den letzten Bundestagswahlen kann ich bei den Auswahlkriterien, die die meisten Menschen mit einem beunruhigendem Tunnelblick verwenden, nur den Kopf schütteln. Es wird viel zu wenig auf die Grundsätze der Parteien geschaut.
Es geht immerhin darum, wie in Situationen, welche bei den aktuellen Wahlen noch nicht vorraus zusehen sind die Regierung handeln wird. Bei den letzten Bundestagswahlen war noch nicht abzusehen, in was für eine immense Krise sich die internationale Wirtschaft hineinbewegt und natürlich hat keiner eine Partei gewählt, die nach der eigenen Einschätzung mit so einer Krise fertig werden könnte, sondern verwandte als Hauptkriterium die Einstellung zur Mehrwertsteuer (um das prominenteste Beispiel zu nennen).
Anstatt also nur aktuelle politische Fragestellungen mit den Positionen der Parteien zu vergleichen sollte die bpb versuchen darzustellen, welche grundsätzlichen politischen Vorstellungen die Parteien vertreten. Es macht einen riesen Unterschied, ob wir von einer liberalen rechts-orientierten Partei oder von einer stark progressiven links-orientierten Partei regiert werden. Natürlich machen es einem die Parteien, grade zur Zeit einer großen Koalition nicht leicht, hinter ihre Kulissen aus Wahlkampfparolen und Versprechungen zu schauen, dennoch denke ich, dass ein Blick in die Grundatzprogramme der Parteien jedem verhelfen können eine entscheidung bei den nächsten wahlen zu treffen.
DIe nächsten Jahre sind nicht vorherzusehen und daher sollte man zumindest im geringem Maße seiner Regierung vertrauen können, wenn diese wirklich schwere Entscheidungen zu treffen hat.

12) Hanoi, Donnerstag, 24. September 2009, 14:38 Uhr

Schwierig auch die kleinen Parteien, die teils zu bestimmten Themen keine Meinung haben. Klickt man dann selbst keine Meinung / neutral etc. an, landet diese Parteien weiter oben im Ranking. Ob das Sinn macht?

13) Marc, Donnerstag, 24. September 2009, 14:53 Uhr

Der Wahlomat ist wirklich keine große Hilfe, mittels 38 Thesen kann keine qualifizierte Abbildung der politischen Realität stattfinden. Da bleibt es dem politisch interessierten Bürger nicht erspart: Selbst recherchieren. ;)

Meine Hoffnung ist, dass möglichst viele Menschen, trotz der politischen Krise Deutschlands zu den Urnen gehen und ihre Stimme abgeben. Solange wir hier keine Volksentscheide auf Bundesebene haben, bleiben ja nicht viele “offizielle” Möglichkeiten, den eigenen politischen Willen zu bekunden (Klar, außerpalamentarisch geht es auch, siehe Campact und viele ander, aber das reicht m. E. nicht).

@Cord,
die Ergebnisse bezüglich der Piraten – einer Partei, deren Aktivitäten ich anfangs mit einer gewissen Sympathie betrachtet habe – sind doch hahnebüchen. Zu sehr vielen, wirklich wesentlichen Fragen, bzw. Problemstellungen welche dringend gelöst werden müssen sind doch keinerlei Antworten vorhanden. Mal ganz davon abgesehen, dass die sich in der aktuellen Debatte (Piraten kuscheln mit Rechten) eh den Gnadenschuss geben. Meiner Meinung nach unwählbar.

Grüße
Marc

14) J.K., Donnerstag, 24. September 2009, 15:01 Uhr

“kann ich SCHON verraten” heisst, dass sie ihre Wahl hier früher oder später bekannt geben?

15) Karl, Donnerstag, 24. September 2009, 15:04 Uhr

es stehen nur noch zwei Parteien zur Auswahl.
Sie Glücklicher. Bei mir bleibt gar keine übrig.

16) Melchior, Donnerstag, 24. September 2009, 15:12 Uhr

Die Piraten!
Dann haben wir zumindest die Hoffnung, dass nicht noch mehr Unfug in der Gesetzgebung GEGEN das Internet vorangetrieben wird.
Zensursula löscht ja schon geistig die Bilder von den Servern…

& alles andere?
Wird sowieso wieder eine große Koalition.
Wenn dann noch ein Tiefensee im Amt bleibt – dann gute Nacht Germany!
Wir sehen uns in vier Jahren wieder & dann im 10 Parteien Parlament…

17) mietrecht4u, Donnerstag, 24. September 2009, 15:16 Uhr

Die Beantwortung der Frage von Cord würde mich auch interessieren :-) #Piraten

18) Thomas Maier, Donnerstag, 24. September 2009, 15:30 Uhr

Toctoc? Du ist der typische Piratenwähler. Was spricht dagegen? Zu klein? Ich bitte dich, das ist kein Argument. Nicht ins polit. Sprektrum einzuordnen? Genau das ist gut – Lagerhickhack hält nur vom Eigentlichen ab – die CDU _muss_ ja schon von ihrer Bestimmung her gegen mindestlöhne beispielsweise sein. Die SPD muss dafür sein. Die Piraten können sich nach Auseinandersetzung für die sinnvollere der beiden Lösungen entscheiden. Parteien die sich nicht einordnen lassen sind meist eher rechts? Die Piraten sind gegen einen autoritären Staat und autoritäre Strukturen – genau das macht sie zu Leuten die per Definition keinem Extremismus verfallen können.

19) vera, Donnerstag, 24. September 2009, 15:36 Uhr

dürfte ich vielleicht den hier http://www.wen-waehlen.de/ empfehlen? daran dürfte ob der ausführlichkeit nichts auszusetzen sein.

20) Bogi, Donnerstag, 24. September 2009, 15:44 Uhr

Tja… bei mir lagen die Grünen gleichauf mit den Piraten auf Platz 1, knapp dahinter auf Rang 2: Die Familienpartei und die Linke. Dann lange nix, bevor SPD, FWD und FDP (in der Reihenfolge) sich ein Stelldichein geben. Dann wieder lange nix – und schließlich der Bodensatz CDU/CSU.

Bevor man die FDP wählt, muss man nochmal deren bisherigen Aussagen (und ihre Arbeit im Bund) vergleichen mit dem, was Schwarz-Gelb in Sachsen gerade im Koalitionsvertrag festgelegt hat. Da kommen interessante Dinge raus…

(Einen Vergleich aus meiner Sicht hab ich auch online gestellt, unter http://tinyurl.com/nrtpe9 – wen es interessiert.)

@Spreng: Sie haben leider sooo Recht… Die 38 Thesen sind wirklich nicht ausdifferenziert genug, und teilweise einfach nur Humbug. (D-Mark einführen? Wer, bitteschön, glaubt denn noch an sowas? Da ist ja der Weihnachtsmann realistischer…)

Aber in einem Punkt widerspreche ich Ihnen: Die Frage mit dem dreigliedrigen Schulsystem ist nicht völlig irrelevant. Schon gar nicht in Kombination mit der Frage, ob die Bildungspolitik bei den Ländern bleiben soll…

Ich bin nämlich der Meinung, dass Bildungspolitik nicht länger Ländersache sein darf. Das führt zu einer Uneinheitlichkeit und einem “Wettbewerbskampf” zwischen Bundesländern, der für unser Schulsystem nicht gut sein kann. Außerdem verschlingen 16 Kultusministerien wesentlich mehr Steuergelder für den Overheap in der Verwaltung, als das eine einzelne Bundeseinrichtung täte. Dann kämen vielleicht die Gelder auch bei den Schulen (Stichwort: SANIERUNG!) an, statt im Verwaltungssumpf der Ministerien zu versickern…

21) vera, Donnerstag, 24. September 2009, 15:45 Uhr

upps – hatte den kommentarvon denis übersehen – meinen bitte löschen. oder als grund annehmen, mal dort zu gucken.

22) Bredenberg, Donnerstag, 24. September 2009, 15:48 Uhr

Meine Wahl-O-Mat-Reihenfolge war Linke-Grüne-SPD, also das linke Lager. Genauso mache ich es. Ich wähle irgendetwas aus dem linken Lager.

23) Ron Merz, Donnerstag, 24. September 2009, 15:52 Uhr

Ich habe auch alle Fragen beantwortet und war sehr überrascht, dass bei mir auf Platz 1 die Grünen gelandeten sind. Dabei liegt mir (außer vielleicht den Linken sowie jegliche rechte Parteien) nichts ferner … Naja, dann halt doch Platz 2, das waren die Piraten ;-)

Ich finde es aber spannend sich zu überlegen, ob wir vielleicht tatsächlich am Anfang einer Zeitenwende stehen, was die politische Landschaft in Deutschland angeht. Sicherlich sind die Piraten (noch) keine ernsthafte Alternative, aber sie tragen (v.a. mit einer gewissen Popularität bei jüngeren Wählern) dazu bei, das gewohnte Parteienbild aufzubrechen (was ist, wenn diese Partei tatsächlich den Sprung in den Bundestag schafft?). In gewisser Weise tuen dies auch die Linken, diese sind aber vielleicht schon wieder zu etabliert. Womöglich müssen wir auch durch ein paar Jahre Fegefeuer gehen, in denen sich z.B. kleine Parteien wie die Piraten organisieren und positionieren müssen, dann aber den “etablierten” Parteien mal “Dampf machen” können. Ich würde es mir wünschen …

24) Dete, Donnerstag, 24. September 2009, 16:37 Uhr

Das Gruselige ist, dass bei mir die NPD vorne lag, mit einem Punkt vor den Grünen, der SPD und der CDU, die gleichauf lagen. Dahinter direkt die Piraten und die Rentnerpartei (obwohl ich noch 25 Jahre von der Rente entfernt bin).

Was soll ich mir jetzt für mein politisches Ego daraus folgern? Bin ich jetzt ein Ökosozialer, nationalkonservativer Rentenpirat? Buhuhu.

Nein, die Wahrheit liegt vermutlich woanders. Natürlich kenne ich mich als Wechselwähler ohne wirkliche politische Heimat, bin aber sicher kein Nazi, nicht mal konservativ oder sonstwie reaktionär oder chauvinistisch.

Aber die NPD schneidet unter anderem vermutlich so gut ab, weil sie sich gern an populäre Themen ranhängt. Was ich im Zusammenhang mit dem Wahl-o-maten bedenklich finde, denn für den politisch Unbedarften wird diese Partei dann plötzlich vielleicht sogar hoffähig.

25) fotozelle, Donnerstag, 24. September 2009, 17:36 Uhr

“38 Fragen sind einfach viel zu wenig, um die politische Wirklichkeit abzubilden, …”

Stimmt so nicht. 38 Fragen sind immer noch zuviel, wenn man bedenkt, es gibt, wie immer, 0 konkrete Antworten der beteiligten Parteien.
;)

Grüße
http://fotozelle.wordpress.com/

26) Alvar Freude, Donnerstag, 24. September 2009, 18:28 Uhr

Da werfe ich einfach mal http://www.wen-waehlen.de/ in den Raum.

Kommentare und Kritik gerne erwünscht.
(Ich bin einer der Leute, die das gemacht haben)

27) Gregor Keuschnig, Donnerstag, 24. September 2009, 21:26 Uhr

Auch das hier mehrfach empfohlene “Wen Wählen” stellt Fragen, die in der Bundestagswahl keinerlei Relevanz haben (und Ländersache sind).

28) Johannes, Donnerstag, 24. September 2009, 21:34 Uhr

Danke Herr Spreng – für Ihren immer wieder erfrischenden und intellektuell unabhängigen Blog. Auch wenn ich politisch wesentlich linker ticke als Sie, sind mir Ihre Artikel eine tägliche Freunde und auch Erkenntnisgewinn. Schade, dass es gerade im journalistischen Mainstream so wenig kluge und – ich sag´s nochmal – unabhängige Geister gibt, wie Sie es sind!

29) M.M., Freitag, 25. September 2009, 02:09 Uhr

Ihr Kommentar *
Hier mein Wahl-O-Mat Ergebnis: 1.Büso, 2. CDU/CSU und NPD, 3. Piraten
Gibts des?

30) JG, Freitag, 25. September 2009, 06:00 Uhr

Die Fragen sind teils unpräzise formuliert. Etwa die letzte: “Die Demokratie, die wir in der Bundesrepublik haben, ist die beste Staatsform.” Wie soll ich das verstehen? Demokratie allgemein, wie wir sie auch in der Bundesrepublik haben? Oder jene Form von Demokratie, die wir in der Bundesrepublik haben? Letzteres würde ich entschieden verneinen. Ich glaube, es gibt sehr viel bessere demokratische Systeme, bspw. gleich nebenan in der Schweiz. Daß ich beim “Wahlomaten” zu der Frage immerhin ein “neutral” angegeben habe, trug wohl mit dazu bei, daß dieser mich als Stalinist ansah und mir empfahl, MLPD zu wählen, gefolgt von der DKP.

Immerhin: Bei der Gelegenheit konnte ich erfahren, daß es allen Ernstes größere Parteien gibt, die ein ausnahmsloses Verbot von Tierversuchen fordern. Also etwa Medikamente aus dem Labor direkt auf die Menschheit loslassen wollen. Interessant.

31) Wack, Freitag, 25. September 2009, 10:16 Uhr

Ihr Kommentar *
@M.M.: Ganz offensichtlich. Es bestätigt mir die These von der Nähe der Piraten zur NPD und ähnlichen Gruppierungen einmal mehr. Da immerhin scheint die Bundeszentrale und ihr Gesinnungsrechner weiter als die Mehrheit der Blogosphäre.

32) Jan, Freitag, 25. September 2009, 11:08 Uhr

Warum eigentlich nicht dem Beispiel von Gabor Steingart folgen? Ich kann einigen seiner Äußerungen durchaus zustimmen.

33) Martin, Freitag, 25. September 2009, 12:00 Uhr

Mit Ihrer Kritik am Wahlomat haben Sie vollkommen Recht, aber im Ernst, lieber Herr Spreng, Sie als ehemaliger Bild-Redakteur und Stoiber-Berater. Offen gesagt: Als ob die Wahl der CDU für Sie noch nicht feststeht.

34) richard, Freitag, 25. September 2009, 12:15 Uhr

Herr Clement braucht wohl keinen Wahlomat mehr!!!

http://www.bild.de/BILD/politik/2009/09/25/bundestagswahl-ex-spd-minister-clement/wirbt-fuer-fdp-chef-guido-westerwelle.html

35) Hans Hütt, Freitag, 25. September 2009, 12:53 Uhr

Selten so gelacht. Der Wahlomat kann nicht anders sein, als er ist, weil er die Schwäche des politischen Systems nur nachbildet und damit so kuriose Ergebnisse produziert. Wir erleben am Ende dieses Wahlkampfes nicht nur das Problem der verschwimmenden Unterschiede, der leeren Sprache, der Legitimationsdefizite infolge von Überhangmandaten und uninspirierte Kandidaten. Wir erleben das Scheitern des politischen Auswahlprozesses in den Parteien und den programmierten Katzenjammer ab dem 28. September. Wenn es zu einer Neuauflage der Großen Koalition kommt, müssten sich die kleiner gewordenen Elephanten dazu durchringen, das Wahlsystem insgesamt zu reformieren. Mit der Korrektur wg. Überhangmandaten wird es nicht getan sein. Israel wäre ein Beispiel. Das sympathischere Beispiel aber wären Primaries wie in Amerika. Also mehr auf geprüfte und vertrauenswürdige Personen setzen als auf das Hinterzimmer eines grinsenden Eisbeins, wie bisher in der Berliner CDU.
Auch der ganze Zinnober, den die Parteien ihren Onlinewahlkampf nennen, ist Potemkin pur. So lange es dort um nichts geht, geht da auch nichts, außer Spesen nichts gewesen. All die Wahlbeobachter des amerikanischen Wahlkampfs haben das nicht verstanden (oder sich nicht durchsetzen können in den Apparaten): Gebt den Bürgern die Instrumente, spürbar mitzusprechen – und sie tun das. Das wird natürlich den einen oder anderen grauen Kader von den Listen kippen, also zu meinen Lebzeiten nicht realisierbar sein. Ein Traum wäre es allemal!

36) Simon Kirschstein, Freitag, 25. September 2009, 15:51 Uhr

Ihr Steuergeldverschwender und Steuerschwindler, hört die Signale:

Nur meine zweite Stimme zählt!

Wetten dass?

37) Sprachsynthese, Freitag, 25. September 2009, 16:08 Uhr

Kann sich noch jemand vorstellen, dass die Piratenpartei so etwas wie die digitale Version einer sich selbst erfüllenden Prophezeihung ist? Ich habe das Gefühl, dass sie ihren Bekanntheitsgrad und den damit einhergehenden Status der Wählbarkeit nur daher hat, dass ihre angestrebte und angesprochene Zielgruppe diejenige ist, die sich am meisten um Informationsverbreitung und Kommunikation bemüht.
Eine Partei für die Rechte der Gastwirte wäre wohl auch eher in Kneipen Gesprächsthema, da hat man es als Internet-affine Partei natürlich sehr viel leichter.

38) Thom, Freitag, 25. September 2009, 16:14 Uhr

NPD und CDU gleichauf bei MM. Betonköpfe aller Länder vereinigt euch!

Und Sprengi, sag’s uns schon: Zwei Parteien, also 1. die Linke und dann, wer, wer, wer?

39) Mork, Freitag, 25. September 2009, 16:43 Uhr

Moin Herr Spreng,

wenn Sie noch Hilfe bei der Entscheidung brauchen – ich stehe gerne zur Verfügung.

Mein Vorschlag: Grundgesetz wählen! Genauer gesagt: Für den Schutz des Grundgesetzes vor weiterer Aushöhlung. Für einen Staat der den Bürgern dient und nicht umgekehrt.

Das könnte natürlich bedeuten: liberal. Bei der Diskussion zum Zugangserschwerungsgesetz haben sich die Liberalen in dieser Richtung ja wirklich hervorgetan, zum Beispiel mit Ihrer kleinen Anfrage zum Thema. Das hat bei mir alte Sympathien wieder wachgerufen.
Leider habe ich gewisse Zweifel an den Prioritäten der FDP. In den Koalitionsverhandlungen würde wahrscheinlich die Wirtschaftspolitik oberste Priorität haben. Der Koalitionsvertrag aus Sachsen bestätigt meine Befürchtungen.
Zweiter Stolperstein: Die FDP hat sich klar gegen die Netzneutralität ausgesprochen. Ihnen als “Internetblogger” sind die Konsequenzen vermutlich klar. Alle anderen können sich zum Vergleich ja mal vorstellen, der jeweilige Diensteanbieter würde bei Briefen und Telefonaten nach eigenem Gutdünken (bzw. je nach Inhalt) gelegentlich die Leistung verweigern.

Lange Rede, kurzer Sinn: Piraten!

Grüße vom Ork

40) tsetse, Freitag, 25. September 2009, 17:15 Uhr

bei clement wird mir nur noch schlecht; und wie der seinerzeit über lafontaine hergezogen hat! widerlich!

41) Wack, Freitag, 25. September 2009, 17:43 Uhr

Ihr Kommentar *
Zitat: “Lange Rede, kurzer Sinn: Piraten!”

Irgendwie hat die Schallplatte einen Sprung. Niemand braucht diese Nerds mit Vorliebe für Braunes.

42) tschill, Freitag, 25. September 2009, 20:19 Uhr

Verstehe das Gejammer über den Wahl-O-Maten nicht. Vielleicht liegen die Ergebnisse deshalb so dicht beeinander, weil die Parteien im großen und ganzen in ihrer Ideenwelt so dicht beeinander liegen?Weil natürlich eine Partei wie die NPD nicht eintragen wird, am liebsten würden wir allen Ausländern die Fresse polieren, auch wenn das ihr implizites Ziel ist? Und ihr bei der Endauswahl eh nur die Parteien angekreuzt habt, die in etwa aus der gleichen politischen Ecke kommen?

Hat auch nur einer am Ende mal sich die Mühe gemacht, die Parteistrategie der letzten Jahre zu durchdenken, inwieweit die Zusagen im Wahl-O-Mat konsistent mit bisheriger Politik sind? Oder wenigstens die offiziellen Parteiaussagen im Wahl-O-Maten am Ende gelesen? Eine Übereinstimmung kann auch aus den faslchen Gründen vorliegen.
Erwarten die Bürger wirklich, daß ihnen die Denkarbeit von einem Computerprogramm abgenommen wird? Schön die Entscheidungsfindung an die Bundeszentrale delegieren und dann nur noch alle vier Jahre ein bißchen ja/nein drücken? Unglaublich, welche Vorstellung Menschen so von demokratischen Prozessen haben. Ihr habt die nächste Regierung mehr als verdient, Schäuble und von der Leyen haben von euch keine Gegenwehr zu befürchten.

43) M.M., Freitag, 25. September 2009, 21:14 Uhr

Ihr Kommentar *
Mich wundert, dass das Thema PKW-Maut auf Autobahnen ueberhaupt nicht
abgefragt wird! Für mich ist das ein Indiz, dass an dieser Stelle richtig zugelangt wird.

Die LKW Maut wurde ja zwischenzeitlich auch um ca. 50 Prozent erhoeht. Die Transportbranche wurde also in der Jahrhundertkrise (als einzige) ordentlich belastet. Da hat sich niemand um die Arbeitsplätze geschert.
Der “rote Faden” der Eliten ist schon lange verloren gegangen! Welche Kriterien für staatliche Unterstützungen gelten, sagt uns der Wind!

44) JG, Samstag, 26. September 2009, 00:05 Uhr

Lustig: Selbst die “Argumente”, mit denen die Störenfriede abgefertigt werden sollen, erinnern bemerkenswert an jene Zeiten, als die Grünen noch jung, rebellisch, basisdemokratisch und alternativ waren. Bloß daß “Ökospinner” jetzt durch “Computernerds” ersetzt worden ist. Dann greift man sich irgendwas oder irgendwen heraus, mit dem sich die Neulinge schön diffamieren lassen (zur Not muß eben wieder die altbewährte Faschismuskeule ran), befolgt die alte Regel, daß man eine Behauptung nur oft genug wiederholen muß…, und schon meint man, weiterdösen zu können in der vollkommen erstarrten Biedermeierrepublik Deutschland, wo freilich viele wissen, welch bittere Pillen nun aber endlich mal geschluckt, welch kühne Maßnahmen ergriffen werden müssen – von denen sie allerdings nur so lange begeistert sind, wie all dies nicht sie und ihresgleichen betrifft, siehe allein das Dauergeschwafel um “Subventionsabbau”.

Wenn das so weitergeht, werde ich die “Piraten” bei nächster Gelegenheit wenigstens auf kommunaler Ebene wählen. Da gibt es auch keine Fünf-Prozent-Hürde, und frischer Wind in unserem Puppenheim kann nichts schaden. Die angeblichen “Nerds” scheinen ja jetzt schon einige Herrschaften ganz schön nervös zu machen, damit haben sie bereits etwas Gutes bewirkt.

45) Predatory fish, Samstag, 26. September 2009, 02:52 Uhr

Eine gute Analyse, Herr Spreng. Wobei ich finde, dass auch viele unnötige Fragen gestellt wurden. Einen Kommentar zum Duell finden Sie auch auf meinem Blog unter http://predatoryfish.wordpress.com/2009/09/14/tv-duell/

46) Bernd Schwanmeister, Samstag, 26. September 2009, 22:46 Uhr

ich finde das Problem beim Wahl-O-Maten ist, dass auf jede (auch die Quatsch-)Parteien Bezug genommen wird (D Mark, Ausstieg aus der EU usw) statt die Unterschiede der ernsthaft zur Wahl stehenden Parteien rauszuputzen. So wird das Ergebnis verfälscht, da sich die etablierten Parteien natürlich über so fundamentales einig sind. Warum stellen Sie denn keinen Wahl-O-Mat ins Netz, das wäre doch sicher hilfreich. Frei nach dem Motto: Gefahr erkannt, Gefahr gebannt.

47) Christian Schwarzer, Freitag, 21. Mai 2010, 02:44 Uhr

Der Wahl-O-Mat trägt nicht erst seit 2009 eine Mitschuld daran, dass die Volksparteien in den letzten Jahren so starke Stimmverluste hinnehmen mussten und der Trend zwangsweise mehr und mehr zu Großen Koalitionen geht. Die platten Fragestellungen und pauschalisierten Antworten geben zwangsweise ein schiefes Bild ab und bevorzugen im Grunde jede Splitterpartei, sei sie noch so extremistisch, wenn das Parteiprogramm alibimäßig nur genügend gemäßigte Punkte bietet.

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