Kommentare
10
Tagcloud
BILD Bild am Sonntag CDU CDU/CSU Christian Wulff CSU Der Spiegel FDP Grüne große Koalition Hartz IV Kohl Lafontaine Linkspartei Merkel NRW-Wahl Pofalla Rüttgers Rot-Rot-Grün Schröder Schwarz-Gelb Seehofer Sigmar Gabriel SPD Steinmeier Steuersenkungen Stoiber Wahlkampf Westerwelle zu Guttenberg
Montag, 02. November 2009, 08:31 Uhr

Wie ein Herr unter die Räder kam

Hermann Otto Solms gehört zu besten und ehrenwertesten Abgeordneten des Deutschen Bundestages. Der FDP-Politiker, der sich nie mit seinem Prinzen-Titel schmückte, hatte mit seinen 68 Jahren nur noch einen politischen Traum. Er wollte Finanzminister werden, nicht um sich mit dem Ministertitel zu schmücken, sondern um seine Steuerreform, die Stufenreform, umzusetzen. Dafür wäre er auch bereit gewesen, nach zwei Jahren das Amt wieder aufzugeben. Er war sich sicher, das sein Traum bei Schwarz-Gelb in Erfüllung ginge, denn er hatte die Zusage von Guido Westerwelle.

Bekanntermaßen ist es anders gekommen: er wurde nicht Finanzminister und auch die Stufenreform steht zwar im Koalitionsvertrag, politisch aber in den Sternen. Solms wurde deshalb nicht Finanzminister, weil Westerwelle weder um das Ministerium noch für Solms gekämpft hatte. Dem Parteichef war Rainer Brüderle im Wirtschaftsministerium wichtiger. Denn Brüderle stellt immer noch einen innerparteilichen Machtfaktor dar, während Solms ein sachorientierter Einzelkämpfer ist, von dem Westerwelle glaubt, dass er auf ihn keine Rücksicht mehr nehmen muss. So ist das in der Politik.

Solms, ein wirklicher Herr, bleibt dennoch loyal. Aber er weinte, als sein Traum platzte. Nur einen kleinen Protest erlaubte er sich: er wollte Westerwelles Blumenstrauß nicht haben.

Sie können Ihren eigenen Kommentar weiter unten abgeben.

10 Kommentare

Thomas Müller, Montag, 02. November 2009, 19:10 Uhr

Herr Solms wollte aber den Schattenhaushalt!

Alex, Montag, 02. November 2009, 20:18 Uhr

Herr Solms hatte nie einen Prinzen-Titel, also kann er auch nicht auf ihn verzichten. Es gibt in Deutschland überhaupt keine Menschen mit Adelstiteln, da der Adel nach dem 1. Weltkrieg abgeschafft wurde. Den Sprösslingen ehemaliger (!) Adelsfamilien ist es in Deutschland (im Gegensatz zu Österreich) noch erlaubt, die ehemaligen Titel als Teil des Nachnamens zu tragen. Dass Herr Solms auch auf diese Albernheit verzichtet ist natürlich positiv hervorzuheben. Ich finde es erschreckend, welche Geschichtsvergessenheit demonstriert wird, wenn sogar in einigermaßen seriösen Zeitschriften und Portalen ständig davon die Rede ist, Guttenberg sei “adelig”.

Knut, Montag, 02. November 2009, 20:33 Uhr

Bei welcher Veranstaltung hat er denn den Blumenstrauß abgelehnt?

m.spreng, Dienstag, 03. November 2009, 08:29 Uhr

@Knut

Laut FAZ vom 28.10. (Leitartikel “Traumschiff FDP”) auf dem Parteitag der FDP.

Knut, Mittwoch, 04. November 2009, 00:00 Uhr

Danke!

marcpool, Mittwoch, 04. November 2009, 19:48 Uhr

Eiskalt Hat Guido den Herrn abserviert! Hauptsache er hat das was er wollte. Bitter für Solms, auch noch auf dem Parteitag soooo vorgeführt zu werden – Westerwelle schrie ja förmlich ins Mikro – das ist der Solms Stufenplan , das hast du dir verdient – und in bewährter Form bleibst Du Vize des Bundestagspräsident. Die Schicki Micki Liberalen – in Art von Koch Mehrin sind eben ohne Stil im Umgang. Widerwärtig geradezu, machtvolles Potenzgehabe !

nur mal so, Freitag, 06. November 2009, 19:48 Uhr

Ihr Kommentar *nun ja, was hatte er denn anderes erwartet ? sich mit guido einlassen, den loyalen steigbügelhalter machen und dann traurig über die abservierung sein ? das nennt man eher “naiv”.

Christian S., Montag, 09. November 2009, 09:40 Uhr

Sehr schöner Kommentar. Um Solms tut es sogar mir leid.

W. Jaschke, Montag, 23. November 2009, 13:29 Uhr

‘Weint hier gerade ein Krokodil?
Sie hätten es also gut gefunden, wenn man diesen Ministerposten aus purem Anstand und aus einer gewissen Dankbarkeit heraus mit diesem 68 jährigen Jungspund besetzt hätte?! Es sollten dann ja auch nur 2 Jährchen sein —
Geht es hier gerade um die Bewältigung einer der schlimmsten Finanzkrisen unserer Republik? Geht es hier darum diesen gewaltigen Schuldenberg abzutragen? Oder geht es hier um einen kleinen, harmlosen Ministerposten der aus Gnade und Barmherzigkeit zu vergeben ist?
Also manchmal….
W.

Wie ist Ihre Meinung?

Kommentar schreiben


Ihr Kommentar *


* Pflichtfelder


Bose Komplettlösungen & Beschallungsanlagen Wassersportlotse - Der Wassersportführer für Berlin