Mittwoch, 18. November 2009, 17:04 Uhr

Der härteste Lebertest

Die Alkoholforschung unterscheidet zwischen dem süddeutschen Geselligkeitstrinker und dem norddeutschen Wirkungstrinker: das Ergebnis ist häufig dasselbe, aber das Motiv ist unterschiedlich. So war früher das jährliche Fest der niedersächsischen Landesvertretung der härteste Lebertest, den es in Bonn gab. Es war zu Zeiten der großen Trinker Wilfried Hasselmann, CDU-Urgestein, Egon Franke, SPD-Urgestein, und Detlef Kleinert von der FDP, der gelegentlich volltrunken vor dem Bundestag sprach.

Bei den Festen war es üblich, dass auf den Tischen alle halbe Meter eine (warme) Flasche Korn stand (so wie in Moskau der Wodka), die auch schneller ausgetrunken wurde als das Pils dazu. Das größte Vergnügen von Hasselmann und Franke war es, unerfahrene Süddeutsche mit “Lüttjen Lagen” zu traktieren, bei denen Kornbrand und ein obergäriges Bier aus zwei Gläsern mit einer Hand gleichzeitig eingeschüttet werden mussten. Sie amüsierten sich dann königlich, wenn den Gästen, die landestypische Trinksitten nicht kannten, Korn und Bier über Nase und Kinn lief.

Dagegen ist Berlin heute eher die Stadt der heimlichen Trinker.

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3 Kommentare

1) Chat Atkins, Mittwoch, 18. November 2009, 19:36 Uhr

Was gab’s in Meseberg?

2) marcpool, Donnerstag, 19. November 2009, 10:02 Uhr

Wer kann sich denn schon mit Wulff besaufen ? Gabriel und Niebel ? Bis vor kurzem waren letztere ja eng befreundet – aber geht das mit Wulff ? 😉

3) A.G., Donnerstag, 19. November 2009, 17:08 Uhr

Da sieht man, wie die Traditionen unseres wunderbaren Bundeslandes zu Grabe getragen werden…Heute sind die niedersächsischen Spitzenpolitiker eher als katholische Antialkoholiker, fettleibige Eisbärpaten oder siebenfache Übermütter bekannt.

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