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Montag, 23. November 2009, 11:19 Uhr

Kinkels Welt

Nach 11 Jahren Abstinenz besetzt die FDP wieder das Auswärtige Amt – ein Anlass, sich an den bis dahin letzten FDP-Außenminister Klaus Kinkel zu erinnern. Ein ehrenwerter, wenn auch uncharismatischer Mann, sozialisiert als Spitzenbeamter im Gefolge Hans-Dietrich Genschers, dem er früher als Büroleiter diente. Und dem er durch seine Aussage vor dem Guillaume-Untersuchungsausschuss den Kopfe rettete.

Kinkel war auch deshalb Außenminister geworden, weil die FDP das Amt als Erbhof betrachtet. Wie Westerwelle war er ohne große außenpolitische Vorkenntnisse. Kinkel tat sich immer schwer mit der Komplexität internationaler Beziehungen. Deshalb konnte er sie auch rein verbal kaum erklären. Wenn er beim Abendessen über außenpolitische Probleme sprach, versuchte er, sie mit Zeichnungen zu verdeutlichen. Mit groben Strichen malte er dann Länder auf Aktendeckel, Pfeile für Einflussnahmen anderer Länder und große Kreise für Verbündete. Die Skizzen hatten den Charme naiver Bilder, vier davon nahm ich heimlich mit, um später damit einmal “Kinkels Welt” zu illustrieren. Aber ich verzichtete darauf, weil ich ihn nicht bloßstellen wollte.

Vielleicht aber könnte heute Guido Westerwelle von den Zeichnungen lernen.

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7 Kommentare

1) Comodor, Montag, 23. November 2009, 12:29 Uhr

Sie sind ganz schön gemein :D

2) duc belmont, Montag, 23. November 2009, 14:07 Uhr

@ Comodor. Ach was!
Ein Konkurrenz Kinkels sagte, die Entscheidung ihn zum Außenminister zu ernennen, sei die größte Fehlentscheidung gewesen, seit Caligula sein Pferd zum Konsul ernannt hatte.

3) W. Jaschke, Montag, 23. November 2009, 16:38 Uhr

Jetzt vergreift er sich noch an dem armen Kinkel… Herr Kinkel war in Wirklichkeit ein verkanntes Genie und seiner Zeit weit voraus! Natürlich lässt sich unsere Aussenpolitik ganz hervorragend bildlich darstellen, und ich frage mich seit einiger Zeit wie lange wir noch darauf warten müssen das Kinkels Nachfolger diese bahnbrechende Methode übernehmen.
Hier ein paar Beispiele :
Iran und Türkei : “Die Versuchung des heiligen Antonius” von Salvador Dali
EUROPA : “Die reitende Hexe” Holzstich von A. Dürer
USA : “Tanz um das goldene Kalb ” Von E. Nolde
Russland “Der Schrei” von E. Munch
Afrika : “Erdtelefon” von Joseph Beuys
Soll mir also niemand erzählen das das nicht geht..
W.

4) JG, Montag, 23. November 2009, 22:48 Uhr

Na, immerhin arbeitete Kinkel ab 1974 in leitender Funktion im Auswärtigen Amt. Was befähigt denn Herrn Westerwelle zu dem vielleicht doch nicht ganz unwichtigen Posten des Außenministers? Daß er einen Atlas besitzt, und das bereits seit Kindertagen?

5) ßadaßing, Dienstag, 24. November 2009, 09:49 Uhr

Vielleicht können Sie Kinkel um Erlaubnis fragen, die Zeichnungen zu veröffentlichen?! Könnte ja sein, dass er jetzt “drübersteht”…

6) Andreas, Dienstag, 24. November 2009, 22:05 Uhr

Sehr böse, Herr Spreng. Und sehr schön. :-)

@JG:
Problematisch wird’s erst, wenn er genau diesen Atlas immer noch konsultiert. Aber das sollte irgendwann auffallen…

7) Marc, Mittwoch, 25. November 2009, 12:59 Uhr

Klaus Kinkel wurde doch vom Justiz- zum Außenminister, weil Irmgard Adam-Schwaetzer (die einzige FDP-Frau im Bundestag, die 1982 bei konstruktiven Misstrauensvotum für Helmut Kohl stimmte) von Jürgen Möllemann verhindert wurde. Alles lief 1992 auf Genschers ehemalige Staatssekretärin (warum hatte sie den Job wohl bekommen? ;-) zu, bis Möllemann meinte, man solle doch die FDP-Bundestagsfraktion fragen.

Die stimmte dann für Kinkel und Irmgard Adam-Schwaetzer war darauf im Fernsehen bei der Kabinettsitzung (sie war Bundesbauministerin) mit verheulten Augen zu sehen. Ihren Parteifreund nannte sie “Du intrigantes Schwein” der dann als Wirtschaftsminister auch Vizekanzler wurde.

Naja, 1993 trat Möllemann dann zurück, weil er auf einem Brief seines Ministeriums die Geschäftsidee für 1DM-große Chips für Einkaufswagen beworden hatte.

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