Kommentare
2
Tagcloud
BILD CDU CDU/CSU Christian Wulff CSU Der Spiegel Die Linke FDP Grüne große Koalition Hartz IV Helmut Schmidt Kohl Linkspartei Merkel Philipp Rösler Rüttgers Schäuble Schröder Schwarz-Gelb Seehofer Sigmar Gabriel SPD Steinbrück Steinmeier Steuersenkungen Stoiber Wahlkampf Westerwelle zu Guttenberg
Montag, 30. November 2009, 00:03 Uhr

Stasi und Alkohol

Es heißt, Alkohl löse die Zunge, oder “Kinder und Betrunkene sagen die Wahrheit”. Das stimmt nicht, zumindest nicht im Fall zweier mir bekannter Stasi-Spione. Bei beiden finde ich heute noch faszinierend, dass sie selbst unter dem Einfluss großer Alkoholmengen ihre zweite Identität geheimhalten konnten. Der eine war Günther Guillaume, der Kanzler-Spion. Mit ihm trank ich im 1974 im Wahlkampfsonderzug von Willy Brandt so viel Kirschwasser, dass die Kellner melden mussten: Wir haben keines mehr. Guillaume aber blieb der rechte Sozialdemokrat, der den Jusos den Kopf abschlagen wollte. Oder Diethelm S., langjähriger “Spiegel”-Korrespondent und “BILD”-Büroleiter in Bonn. Er betrank sich auf einem BILD-Sommerfest so sehr, dass er auf allen vieren herumlief und glaubte, er sei ein Hund. Aber auch in diesem Zustand gelang es ihm immer noch, seine zweite Identität zu verbergen.

Also, Vorsicht mit Sprichwörtern, zumindest bei Stasi-Leuten.

Lesen Sie dazu auch meine Anekdote “Heißer Draht ins Kanzleramt

Sie können Ihren eigenen Kommentar weiter unten abgeben.

2 Kommentare

1) Louis63, Freitag, 18. Dezember 2009, 18:37 Uhr

Sehr geehrter Herr Spring,

auch wenn es für den Aussage der Anekdote nicht erforderlich ist, aber ich frage dennoch:

Warum schreiben Sie den Namen des Bild-Büroleiters und späteren Spiegel-Korrespondenten (dort – lt. WELT Militärexperte und “Duz-Freund” Manfred Wörners) in Stasi-Auftrag nicht aus? Sind es juristische Bedenken? Immerhin ließ sich der Name von Diethelm S. ergoogeln …

Ich halte es für angebracht, wenn um die Namen nachweislicher Stasi-Mitarbeiter kein großes Geheimnis gemacht wird. Insbesondere dann nicht, zumindest wenn sie an solch herausragenden Positionen in der Öffentlichkeit gestanden haben, wenn sie Teil der Öffentlichkeit waren, wenn sie womöglich die Öffentlichkeit belogen und manipuliert haben (könnten). An einen unabhängigen, stets nur der journalistischen Wahrheit verpflichteteten Journalismus seitens des Überfühten mag ich nicht recht glauben. .

Ohnehin finde ich, dass über die Stasi-Tätigkeiten westdeutscher Verantwortungsträger viel zu wenig berichtet wird. Ich möchte schon wissen, und sei es nur im zeitgeschichtlichen Rückblick, wer im Dienst der ostdeutschen Diktatur gewirkt hat. Wir Bürger haben ein Anrecht, Genaueres zu erfahren – um nur einige wenige Beispiele zu nennen – etwa über die Verunglimpfung Lübkes als “KZ-Erbauer”, die Inszenierung Wiliam Borns als einflußreicher “altliberaler” Friedensbewegter, über die Wienand-Steiner-Affäre bzw. das Mißtrauensvotum 1972.

Ich möchte keine nachträgliche “Anti-Stasi-Kampagne”, aber schon alles erfahren, was der historischen Wahrheitsfindung dient.

2) Louis63, Freitag, 18. Dezember 2009, 18:40 Uhr

Sehr geehrter Herr Spreng,

entschuldigen Sie bitte de falsche Anrede! Ist mir schon ein wenig peinlich …

Wie ist Ihre Meinung?

Kommentar schreiben


Ihr Kommentar *


* Pflichtfelder


apparent media - iPhone Apps aus Berlin