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Samstag, 28. November 2009, 13:29 Uhr

Wie man Ministerin wird

Nichts gegen Kristina Köhler. Sie ist eine intelligente, sympathische Frau und wird möglicherweise eine gute Familienministerin. Aber merkwürdig ist es schon, wie sie plötzlich Ministerin geworden ist. Nicht deshalb, weil sie sich bisher schon mit Familienpolitik beschäftigt oder weil sie schon lange zur heimlichen Führungsreserve der Kanzlerin gehört hat. Oder weil sie als Familienmanagerin in der eigenen Familie praktische Erfahrungen gesammelt hat. Nein, die ledige, kinderlose CDU-Abgeordnete aus Wiesbaden, die sich in Fachkreisen einen Namen als hartnäckige Fragerin im BND-Untersuchungsausschuss, als Integrationsexpertin und Islam-Kennerin gemacht hat, bringt für ihr neues Amt nichts mit – außer einer entscheidenden Tatsache: sie ist aus Hessen.

Das war auch schon vor vier Jahren der einzige Grund, warum Franz Josef Jung Verteidigungsminister wurde. Auch ihn prädestinierte nichts für das Amt. Er war reiner Landespolitiker und noch nie im Bundestag gewesen. Aber er ist Hesse und einer der engsten Vertrauten von Roland Koch. Und er sollte ins Bundeskabinett – als Kundschafter und Aufpasser Kochs, wobei allerdings das Gegenteil passierte: die Kanzlerin musste auf Jung aufpassen. Und das ist ihr nicht gelungen, wie Jungs Rücktritt zeigt.

Man kann sich lebhaft vorstellen, wie die Kanzlerin auf Kristina Köhler kam. Es könnte so gewesen sein:

Kurz nachdem sie Jung zum freiwilligen Rücktritt gezwungen hatte, setzte sich Angela Merkel mit ihrer Büroleiterin Beate Baumann zusammen und fragte sie: “Wen machen wir um Gottes willen denn jetzt zum neuen Arbeitsminister? Es muss auf jeden Fall ein Hesse sein, sonst dreht Koch durch”. Merkel und Baumann beugen sich verzweifelt über die Liste der hessischen CDU-Abgeordneten. “Der kann´s nicht, das ist ein Stinkstiefel, der ist zu alt, der ist zu nah an Koch dran”. Da kommt Regierungssprecher Ulrich Wilhelm in Merkels Büro: “Kann ich helfen?”. Merkel: “Wir kommen nicht weiter. Von den Hessen taugt keiner zum Arbeitsminister”.

Baumann, die wie Ursula von der Leyen aus Niedersachsen kommt: “Wie wär´s mit einer Rochade? Wir machen von der Leyen zur Arbeitsministerin. Die kann alles und verkauft die Arbeitslosenzahlen wie eine Kindergelderhöhung. Und die Hessen werden doch wenigstens irgendjemanden für das Familienministerium haben, Das kann doch nicht so schwer sein”. Da hat der Regierungssprecher die rettende Idee: “Da gibt es doch die junge Kristina Köhler. Frau, jung und hübsch – das ist ein Fressen für die Medien. Dann vergessen die Jungs Rücktritt und schwärmen nur noch von der neuen Miss Kabinett”.

Gesagt, getan: Merkel ruft die völlig überraschte Kristina Köhler an, die frühestens für 2013 auf ein Ministeramt spekuliert hatte: “Ich brauche sie. Sie sind genau die Richtige fürs Familienministerium”.

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41 Kommentare

1) JTB, Samstag, 28. November 2009, 13:40 Uhr

So oder so ähnlich könnte es gewesen sein. Aber glaubt wirklich jemand, dass sie den Job schlechter machen wird als Franz Josef Jung?

2) tsetse, Samstag, 28. November 2009, 13:47 Uhr

Dass das Arbeitsministerium den Stellenwert eines Abstellplatzes für unfähige Minister wie Jung hat, ist ein Skandal für den allein Merkel eigentlich zurück treten müsste; mal abgesehen davon, Führungspositionen nach Bundeslandproporz zu vergeben.
Ich könnte nur noch ko**en!

3) Peter Christian Nowak, Samstag, 28. November 2009, 14:14 Uhr

Ihr Kommentar *
Kein Unternehmen könnte es sich leisten Leute in Führungspositionen zu heben, weil sie das richtige Parteibuch, aus dem “richtigen” Bundesland kommen oder gar eine Modelkarriere hinter sich haben. Man stelle sich vor, das Max-Planck-Institut für Physik würde so eine Heidi Klum oder ähnliche Figuren zur Leiterin der physikalischen oder medizinischen Abteilung machen: eine einzige Lachplatte!

In der Politik aber ist das möglich. Deshalb ist dieses Land gesellschaftspolitisch wie wirtschaftspolitisch so ruiniert wie es eben ist! In anderen Ländern wie Frankreich beispielsweise finden wir die gleichen Niedergangssymptome.

Das wirkliche Leistungspotential in Wirtschafts- und Finanzpolitik beschränken sich auf ihre Aufgabe, die sie in ihren Universitäten erfüllen müssen. Sie wollen mit den mehr als zweifelhaften politischen Praktiken und deren intellektuell lausigen Protagonisten wie den “Leyens, Jungs, Brüderles, Westerwelles, Merkels” und vielen anderen nichts am Hut haben.

4) peter braufels, Samstag, 28. November 2009, 14:41 Uhr

sie gilt in _fachkreisen_ als “islam-kennerin”? weil sie ein bisschen mit der struktur islamischer organisationen in deutschland vertraut ist und oberflächliche statements zu radikalen strömungen (also ein – nach ihren eigenen angaben- absolutes randgebiet) abgibt ist sie eine kennerin des islam? ohne ihre positionen inhaltlich bewerten zu wollen: das ist aber sehr großzügig bemessen.

zum thema: ja, das von Ihnen beschriebene szenario ist erschreckend plausibel. ich war von anfang an skeptisch gegenüber der neuen regierung – aber das sie in so kurzer zeit so viel glaubwürdigkeit verspielen würde, das hätte ich nicht gedacht.

5) albertus28, Samstag, 28. November 2009, 16:44 Uhr

Ihr Kommentar
*Ja,genau so geht das, so wie sich Klein-Fritzchen/M.Spreng die Welt vorstellt.

6) V’kar, Samstag, 28. November 2009, 16:45 Uhr

Wir sind eben inzwischen eine Bananenrepublik. Abgeordnete, die sich auf den letzten Drücke Füller en masse bestellen, Gesetze, die verfassungswidrig und handwerklich schlecht sind, obwohl sie wahrscheinlich nicht einmal von den Abgeordneten, sondern von der Industrie und Anwaltskanzleien geschrieben wurden, und Minister, die nach Aussehen, Proporz und Verdienst besetzt werden, nicht nach können. Wie Fefe schon schrieb: Jetzt haben wir keinen kompetenten Minister mehr.
Schäuble Finanzminister, Westerwelle Aussenminister und so weiter und so fort. Die Deutschland AG wäre bald pleite. Aber in der Politik kann mans ja machen.

7) Karsten Wachtmann, Samstag, 28. November 2009, 16:53 Uhr

ich möchte einmal eine mögliche Stellenanzeige zum Bundesminister lesen, da kann doch nichts draufstehen. Die müssen doch auch nichts können, Parteibuch muss vorhanden sein und Fussatmen muss perfektioniert sein. Ach ja lügen ohne Scham und roter Gesichtsfarbe ist wichtig.

8) S.W., Samstag, 28. November 2009, 17:37 Uhr

Der bisher schönste Kommentar, seit dem ich Ihren Blog verfolge. Daumen hoch.

9) Thomas Lange, Samstag, 28. November 2009, 17:45 Uhr

Ein gutes hat die Sache – Roland Kochs Intimus FJ Jung ist wieder frei, hat er doch nur die politische Verantwortung übernommen, nicht aber eine Mitschuld eingestanden. So einen braucht das ZDF als Chefredakteur. Das öffentlich-rechtliche Fernsehen wäre damit endgültig “staatstragend” und Roland Koch bräuchte sich nicht mehr vor kritischen Nachfragen fürchten. Ein Schelm wer böses dabei denkt…

10) Ste, Samstag, 28. November 2009, 18:23 Uhr

Wer ist Roland Koch?

11) symm, Samstag, 28. November 2009, 18:36 Uhr

Ich befürworte Ihre These, dass Frau K. Köhlers einzige “Qualifikation” darin besteht, Hessin zu sein. Ach und sie passt wunderbar ins Untertanen-Kabinett der Kanzlerin, denn eine frisch ernannte 32jährige Bundesministerin, die dahin nicht aus eigener Kraft gekommen ist, könnte gar nicht gegen den merkelschen Strich bürsten.
Ledig, kinderlos, eine seit dem 12. Lebensjahr geprägte CDU-Sozialisation bzw. Charakterbildung … ach wer denkt schon in Schubladen, wenn jemand das Ministerium für “Familie, Senioren, Frauen und Jugend” übernimmt. Fakten stören da nur. Eigene (Fach)Kompetenzen braucht man eh nicht, wenn einem nur zugearbeitet wird. Was für eine Karikatur. Vorbildfunktion für Ihr Ressort oder für Zyniker?
Ich bin mal meine Schränke aufräumen …

Im Übrigen: Was macht Frau K. Köhler “intelligent” und “sympathisch”, verehrter Herr Spreng?

Ein NDS-Leser und Politik-Student

12) M.M., Samstag, 28. November 2009, 18:46 Uhr

Ihr Kommentar *
Die ganze neue Regierung hat hinter ihrer Fassade das pure Nichts.
Ein Single als Familienministerin. Das ist ja wirklich ein genialer Einfall. Toll!

Was macht eigentlich Ursula aus Niedersachsen in Ihrem neuen Arbeitsministerium mit dem vom Wissenschaftsministerium ins Arbeitsministerium umgesetzten Staatssekretär Storm.
Das ist der Staatssekretär, der kein Bundestagsmandat erhalten hat. Weder das Direktmandat noch
ein CDU-Mandat ueber die Landesliste. Oder findet da jetzt auch eine neue “Rotation” statt.
Zuvor wurden aus diesem Ministerium ja die Staatssekretäre der SPD “entfernt”. Wann nehmen
eigentlich die Führungskräfte ihre Arbeit auf? Oder spielt das keine Rolle mehr?

13) armer Moldavier, Samstag, 28. November 2009, 19:07 Uhr

Guter Artikel, wie meist Herr Spreng.

Vieleicht etwas OT, aber einer Frage wert:

Wenn die “Super-Nanny” der Nation und Geburtshelferin U.v.d.L
nun Arbeitsministerin wird, verdoppelt sich dann die Anzahl der Arbeitslosen, oder steigt die Geburtenrate in diesem Personenkreis?

Stichwort: Demografie.

14) W.B., Samstag, 28. November 2009, 19:21 Uhr

… und jetzt bitte noch einen Artikel zu “Wie man Ministerin bleibt”. Was wohl eine katholische Religionspädagogin zur Forschungsministerin qualifiziert …

15) Fragender, Samstag, 28. November 2009, 20:53 Uhr

Mich wundert es eher, daß überhaupt noch irgendwer zur Wahl geht, meint, etwas mit seinem Kreuzchen verbessern oder verhindern zu können.
Warum fühlen sich die meisten Menschen von “der Politik” veräppelt? Weil sie veräppelt wurden.
Warum haben wir alle das Gefühl, daß wir nun von den Banken abgezockt werden, die sich vom Staat die miesen Papiere haben abkaufen lassen? Weil wir von den Banken abgezockt worden sind.
Warum ist es möglich, daß es CDU Spendenaffairen gibt oder gab und sich die maßgeblichen Funktionäre plötzlich an nichts mehr erinnern können oder meinen, daß ihr Ehrenwort wichtiger als das Gemeinwohl sei – - und daß diese Menschen danach weiterhin noch wählbar sind oder waren?
Weil sich die meisten Menschen wohl damit abgefunden haben, daß sie “vom System” nur geduldet werden, solange sie still halten.
Vor einigen Jahren gab es Menschen, die gingen auf die Straße und riefen:
WIR sind das Volk – - – und sie brachten damit den eisernen Vorhang zu Fall.
WIR sind auch jetzt noch das Volk – - – und es liegt an uns und nur an uns, wie viel wir uns noch gefallen lassen wollen – - – der parlamentarische Weg ist schal geworden, die Posten sind von Sesselfurzern (sorry für diesen Umgangston – besetzt) – von Menschen, die mit dem realen Leben anscheinend kaum noch was gemeinsam haben.
Wir erschrecken über die ach so furchtbare Wettmafia oder die ach so furchtbare Doping Mafia, über die ach so schrecklichen Vorgänge innerhalb ach so wichtiger Kirchen, in denen auch so kleine Messdiener missbraucht werden und – sollten sie nicht stille sein – womöglich noch exkommuniziert werden – wir erschrecken über die Mafia in unserem und in anderen Ländern und es kommen wöchentlich neue erschreckende Fakten ans Licht.
Wäre es auf der Couch nicht so gemütlich, würden wir alle bestimmt was dafür tun, daß es bald besser wird, ist versprochen, sobald es im Frühjahr wieder warm wird, kümmern wir uns darum, falls wir dann dazu Zeit haben…
Wie ächzen, wir meckern, wir ärgern uns und haben Sorgen, jeder für sich und alle gemeinsam und ziehen doch schön brav weiter den Pflug, tragen das Joch. Erblicken wir im Spiegel der Geschichte unser Abbild, schauen wir beschämt zur Seite und hoffen darauf, daß andere uns erretten, uns helfen, für uns den Mut haben, diesen Eliten, die uns veräppeln ein NEIN entgegen zu halten.

16) nur mal so, Samstag, 28. November 2009, 20:57 Uhr

welcher wert einzelnen ministerien von der regierung beigemessen wird, kann man anhand der personen sehen, mit denen diese ministerposten besetzt sind.

17) HBW, Samstag, 28. November 2009, 21:15 Uhr

Ihr Kommentar *
Ich möchte ergänzen: v. d. Leyen, eine Merkel-Vertraute und willige Gehilfin, wollte ja unbedingt das Familienministerium loswerden, denn dort hätte sie in den nächsten Jahren die von ihr mit viel Wind eingebrockten Suppen wieder auslöffeln müssen. Die Geburtenkurve zeigt gnadenlos weiter nach unten. Elterngeld, Krippenexplosion, Vereinbarung von diesem und jenem – die großartige Wende in der Familienpolitik ist grandios gescheitert. Leyen musste zähneknirschend auf ihrem Stuhl ausharren, da Rössler das von ihr gewünschte Gesundheitsministerium bekam. Jetzt ergab sich die geniale Gelegenheit für die Kanzlerin, das Problem einer unzufriedenen UvdL gleich mitzuerledigen.

Außerdem konnte die Frauenquote ob dieser “Zwänge” um eine weitere Ministerin erhöht werden…

18) JG, Samstag, 28. November 2009, 21:56 Uhr

@ Peter Christian Nowak

Nach all den Erfahrungen damit, wie viele angeblich fähige, hochqualifizierte (und deshalb in jedem Falle, auch dem des Versagens, üppig bezahlte) Manager Unternehmen an die Wand gefahren haben, möchte ich Ihren Glauben besitzen!

Und sicher werden in Ländern, die uns immer als leuchtende Beispiele des Aufblühens verkauft werden (wie China oder die Golfstaaten) nicht Posten nach Parteibuch, Sympathie, Familienbande, Klüngelmitgliedschaft, “Stallgeruch” und ähnlichem verteilt.

19) Holzwolle, Samstag, 28. November 2009, 23:44 Uhr

Ich hatte die letzten Jahre den Eindruck dass sich die Sozis verbraucht haben, aber mittlerweile wird mir erst bewusst, das sie bestimmte Kräfte in Schach gehalten haben, die sich jetzt erst austoben können.

20) czar, Sonntag, 29. November 2009, 00:37 Uhr

Sorry, aber ehrlich: Warum ist es für eine Familienministerin denn wichtig, ob sie ledig ist? Das sind so Sachen, die müssen doch 2009 nicht mehr sein.

21) Freud, Sonntag, 29. November 2009, 07:54 Uhr

So verkehrt muß diese Berufung gar nicht sein. Zum einen kann es durchaus sein, daß Köhler reüssieren wird – die Tatsache, daß sie der Öffentlichkeit unbekannt und Journalisten nur wenig bekannt ist, entfaltet keinerlei Aussagekraft in Bezug auf ihre Eignung fürs Amt.
Zum anderen muß man doch die alte Erkenntnis auffrischen, daß Minister vor allem gute Behördenleiter sein sollen, die das im Beamtenstab des Ministeriums vorhandene Fachwissen mit dem politischen Führungswillen in Übereinstimmung bringen. Daher geht die Erwähnung ihres Familienstandes und ihrer Kinderlosigkeit fehl. Verteidigungsminister müssen nicht gedient haben, Wirtschaftsminister keine Unternehmer sein, Gesundheitsminister keine Ärzte, Verkehrsminister keine Märklin-Bahn haben, um für ihr Amt geeignet zu sein.
Noch etwas scheint mir wichtig zu sein: das neue Kabinett Merkel besteht aus Ministern, von denen man bereits heute nichts mehr erwartet:
Westerwelle, von dem man nur hofft, er kommt ohne große Pannen durchs Amt
Brüderle, von dem man hofft, er möge à la Glos, Michel, möglichst wenig auffallen
Niebel, der sich wohl selbst wundert, Minister geworden zu sein
Da kann sehr wohl Raum für eine junge Frau sein, die politische Überzeugungstäterin ist – also: jemand mit soliden Grundüberzeugungen, die ihr Handeln prägen. Trotz allem Gerede sind es doch gerade die ideologiefreien, angeblich oder wirklich nur an “der Sache” orientierten Politiker, die am wenigsten zu überzeugen vermögen. Letzteres trifft doch wohl auf die Kanzlerin selbst auch zu und erklärt die Ermüdung, die sie gerade in ihrer eigenen Partei auslöst. Jedenfalls wünsche ich mir mehr Ideologen in den Volksparteien: Menschen, die einen klar ausgerichteten, inneren Kompaß haben, die eine politische Richtung verfolgen, und nicht jeden Tag in eine andere Richtung laufen. In diesem Sinne kann Köhler sich durchaus gut entwickeln und ein ordentliches politisches Gewicht entwickeln.

22) Dierk, Sonntag, 29. November 2009, 10:03 Uhr

Sieh an, Frau Köhler hat keine Kinder, da kann sie ja von Familie nichts verstehen. Was wir brauchen ist einer jener Väter, die ihre Frauen mit 3 oder 4 Kindern haben sitzen lassen, einfach abgehauen sind, weil es auf der anderen Seite eine grünere Wiese gab. Männer, die keinen Unterhalt zahlen. Oder eine dieser armen Teenager, die nie vernünftig aufgeklärt wurden, plötzlich auf dem Klo ein Kind aus sich rausfallen lassen, das sie dann im nächsten Ascheimer entsorgen. Oder doch lieber die völlig überforderte 46-jährige mit 13 Kindern jeden Alters, Papa auf Schicht, will abends seine Ruhe, seine Puschen und ‘nen Kasten Bier haben; bevorzugte Erziehungsmethode: zulangen.

Bisher weiß ich von Frau Köhler nur, dass sie aus Hessen kommt, jung ist, studierte Soziologin ist [Hilfe, die ist doof, die hat nie mit ihren Händen gearbeitet!]. Die eine oder andere Einlassung zu ihr lässt mich vermuten, dass ich weltanschaulich wenig mit ihr gemein habe. Ob sie ‘ne gute Familienministerien wird? Keine Ahnung, warten wir ab, was sie denn so machen möchte.

Und damit das auch hier mal geschrieben wird: Könnten all jene, die meinen, D wäre eine Bananenrepublik, entweder mal eine echte Bananenrepublik ansehen [wenn euch das zu gefährlich ist, seht einfach in Geschichtsbücher] oder die Waffen aufnehmen und Bürgerkrieg ausrufen?

23) write, Sonntag, 29. November 2009, 10:25 Uhr

Seit wann muss eine Familienministerin eine Familie haben, um kompetent zu sein? Dieses Argument anzuführen entbehrt absolut jeglicher Logik. Hinzu kommt: Ein männlicher Familienminister mußte bislang seine Kompetenz auch nicht beweisen, in dem er eine Familie vorweisen konnte. Eine derartige Argumentation disqualifiziert den gesamten Beitrag.

Vielleicht sollte man der Frau erst einmal eine Chance geben und sich später den Mund zerfasern. Falls sie ihrer Aufgabe nicht gerecht wird, ist übrigens nicht sie schuld, sondern die Person(en), die sie einsetzt(en). Ach, sie hätte ablehnen sollen? Klar, die hier vertretenen Herren hätten das mit Sicherheit gemacht! Keine Erfahrung heißt ja für sie IMMER: Hände weg vom Jobangebot.

Bei der hohen Unzufriedenheitsquote über die neue Regierung und deren Aktivitäten, die sich auch hier in den Kommentaren wiederspiegeln, wundere ich mich vor alem, dass bislang immer noch niemand öffentliche Proteste ergriffen hat. Wer jedoch nur mit Worten protestiert, ohne Taten folgen zu lassen, der erreicht nichts.

24) Marc, Sonntag, 29. November 2009, 13:25 Uhr

Die Begründungen warum jemand fürs Ministeramt geeignet ist, sind natürlich Banane. Bei von der Leyen zählte ihre Erfahrung als Niedersächsiche Sozialministerin und bei Köhler, dass sie promovierte Soziologin ist. Hallo? Mal ist Regierungserfahrung notwendig, mal nicht?

Und aus etwas Lokalprtriotismus heraus frage ich mich aber schon, warum nicht Andreas Storm, Staatssekretär im Arbeitsministerium, genommen wurde? Der ist auch aus Hessen, war vorher MdB und parl. Staatssekretär im Bildungministerium.

25) M.M., Sonntag, 29. November 2009, 16:33 Uhr

Ihr Kommentar *
@marc
Wieviel Tage war er denn Staatssekretär unter Arbeitsminister Jung? Die Hessen CDU hat ihn nicht mal auf einen aussichtsreichen Listenplatz gesetzt und nach der verlorenen Direktwahl sitzt er nicht mal mehr im Bundestag. Oder ist genau das eine Qualifikation?

26) hans, Sonntag, 29. November 2009, 17:08 Uhr

Welche Kompetenzen hatte denn Steinmeier?
konnte noch schlechter english als guido
hat dem gerd die tasche getragen und hat den BND im irak organisiert

ulla schmidt–eine kbw-lachnummer, berufsverbotsopfer und sonst nichts
was ist mit frau schweswig (34, blond, mec-vopo9

Kristina Koehler hat mehr Kompetenzen im Bereich Islam als viele andere.
Als Frau ist man wahrscheinlich sensibler gegenüber dieser großen Freiheitsbedrohung als der Macho, der im Villenviertel wohnt.
Passend: Die Grünen in Köln mobben eine Alevitin, da sie lieber die Milli Görös-Rechtsextremisten auf ihre Liste stellen.

27) Erster Karl, Sonntag, 29. November 2009, 18:46 Uhr

Solange wie sich ein Großteil der Politiker am Nasenring der Lobbyisten durch die Arena ziehen lassen und sich ihre Rolle als Marionetten mit Schmerzensgeld zu Lasten der Steuererzahler fürstlich entlohnen lassen, sind sie beliebig austauschbar. Die Alarmglocken sollen doch bei allen politisch interessierten Menschen klingen, wenn ausgerechnet die Bild den großen Aufklärer spielt, der letztendlich Frau Köhler aus dem Hause Koch die Installation als Familienministerin ermöglichte.Nach meinen Recherchen ist die bisherige Rolle dieser Frau kritisch zu beachten, erinnerlich ist mir dabei eine Panoramasendung im Vorfeld des hessischen Wahlkampf, wo sie sich als plumpe Ausländerfeindin präsentiert hat , und sich sogar parteinahe CDU Freunde und Staatsanwälte von ihren Ausführungen distanziert haben. Der Fehlstart dieser Traumkoalition passt bestimmt den Hintermännern nicht und man sucht schon jetzt nach effektiveren Varianten ,um knallhart die eigenen Interessen durchzusetzen, aber bestimmt nicht zum Nutzen des Volkes. Das rote, bezogen auf die Rolle ihres Vaters in der DDR,evangelische,geschiedene und kinderlose Pastorentöchterlein, könnte ganz schnell erfahren, wie schnell die Macht zu Ende gehen kann, wenn man nicht mehr funktioniert. Um Deutschland zu retten, brauchen wir ein neues Verständnis für den Begriff Volksvertreter,dazu gehört die vollkommene Unabhängigkeit ,dieser, auf allen Feldern der politischen Entscheidungen. Und wer diese Aufgabe nicht wahrnehmen will, sollte sich dann nicht als Kandidat aufstellen lassen und gleich sein „Wissen“der Wirtschaft anbieten.Manche würden dann ganz schnell ihren wahren Wert auf dem Markt erfahren.

28) Marc, Sonntag, 29. November 2009, 19:17 Uhr

@M.M.: Nun, Storm war zuvor vier Jahre lang parlamentarischer Staatssekretär im Bundesbildungsministerium und davor Renten- und Sozialexperte in der Unionsfraktion. (Parlamentarische Staatssekretäre wurden mal eingeführt, um potentielle Ministernachfolger anzulernen.)

Das Direktmandat hat er um 45 Stimmen knapp verloren und das Argument mit dem zu schlechten Listenplatz ist keines. Denn in Hessen hatte es kein einziger von der Liste in den Bundestag geschafft, weil die Union ihre 15 Plätze mit 15 direkt gewonnenen Wahlkreisvertretern besetzen konnte. Da wäre Storm (er hatte Platz 5)

Wenn natürlich “gewählt werden” die eigentliche Ministerqualifikation ist, dann haben sie natürlich vollkommen recht, das hat er nicht geschafft. ;-)

29) M.M., Montag, 30. November 2009, 09:51 Uhr

Ihr Kommentar *
@Marc
Ich finde es sowieso quatsch, jemanden aus Hessen zu nehmen, nur weil er aus Hessen kommen soll.
Jetzt haben wir zum Beispiel eine hessische Ministerin für das “Single-Ministerium”.

Frau Merkel hat jedenfalls als “Chefin” für die Position des Arbeitsministers mehr Vertrauen in Frau vdL. Warum auch immer. Von unserer Warte aus sind die Gründe schwer zu sagen. Vielleicht gehts da ja auch um Machterhalt und ähnliche Dinge (Frauenpower?).
Wenn es schon nicht erforderlich ist im Bundestag zu “sitzen”, wie du schreibst, koennte man für das Arbeitsministerium aber auch noch auf ganz andere Personenkreise kommen, die qualifiziert sind;-)))

30) Thorsten, Montag, 30. November 2009, 10:04 Uhr

Roland Koch als Bad Boy der Republik hat zugegebenermaßen schon seinen Reiz, dennoch ist die Story zu konstruiert. Kristina Köhler kann auch ohne die Erfahrung die bessere Wahl sein und die Tatsache, daß sie aus Hessen kommt purer Zufall.

Beste Grüße

31) nur mal so, Montag, 30. November 2009, 11:44 Uhr

natürlich kann sich dieser hessische shootingstar zu einer guten ministerin entwickeln. oder auch nicht.
aber braucht es heute nun überhaupt keine qualifikation auf ein amt mehr ?
kann ja sein, dass das schon seit urzeiten usus ist, nach proporz und seilschaft zu besetzen, aber muss man das gleich so öffentlich demonstrieren wie hier ?

32) Philipp Johannes, Montag, 30. November 2009, 17:57 Uhr

Ihr Kommentar *
Bei allem Verständnis für Parteiräson, für Proporz und für welche Notwendigkeiten auch immer gewahrt werden müssen.
Wir reden hier von einer riesigen Industrienation die regiert werden sollte und nicht ständig sich in den Haaren liegt.
Sei es nun um/wegen/durch Jung oder in den Fragen Steuern rauf, runter, seitwärts oder wohin auch immer.
DAS ist kein regieren.
Das ist ja noch nicht mal verwalten.
Wenigstens dies sollte der Allmutter unserer Nation gelingen.

Nur mit aussitzen – das hat schon Kohl trotz seiner pfälzischen Ignoranz ansatzweise begriffen – ist es nicht getan.
Hin und wieder, vielleicht sogar öfter, muß was getan werden.

Doch … wenn die Spitzen in Politik ( und Writschaft ebenso ! ) versagen … wohin soll es dann führen ?
Führungslosigkeit eben.
So wursteln wir weiter und weiter und wundern uns – nicht nur zur Weihnachtszeit – das es doch weitergeht.
Das “wie” das erfragt dann keiner mehr.
Glückliche Menschen die ach so schnell vergessen und eben selig sind.
Es ist halt Weihnachtszeit und der Konsumrausch erfaßt sie oder uns oder wen ?`

Im Ernst:
Eigentlich müßte doch auch eine Politikerkarriere ein Berufsfeld haben und ein Mindestmaß an Qualifikation ?
Ein Manager benötigt diese doch auch !
Auch wenn er dann reichlich Bockmist macht.
Aber … halt nicht alle !
Aber … alle Politiker ?

Ich spüre gerade wieder viele viele offene Fragen ohne wirkliche belastbare Antworten.
Daher muß ich enden, sonst ende ich.

Grüße !!!

33) H., Dienstag, 01. Dezember 2009, 12:07 Uhr

Ob Frau Köhler ledig und kinderlos ist, sollte für ihre Qualifikation als Familienministerium nebensächlich sein.

Schwerer wiegt, dass sie in ihrer politischen Laufbahn bisher nichts zum Thema Familienpolitik gemacht hat. Und deshalb erscheint sie mir ungeeignet.

34) Fargurd, Dienstag, 01. Dezember 2009, 12:17 Uhr

Ein sehr schöner Abriss des Geschehens. Ich könnte mir lebhaft vorstellen, dass es so abgelaufen sein könnte.

Leider ist eine Fachspezialisierung für ein Ministerialamt nicht nötig (laut Max Weber), dafür hat man seine Beamten die zuarbeiten. Wie das in letzter Zeit geklappt hat, darüber möchte ich mich nicht auslassen.

35) nur mal so, Dienstag, 01. Dezember 2009, 12:34 Uhr

hey, die dame twittert.
das sollte eigentlich ausreichend sein, das ministerium zu führen.

36) Atalay, Mittwoch, 02. Dezember 2009, 15:49 Uhr

Wieso wundern sich jetzt alle. Wenn mann mit Angie M. das Mittelmaß thronisiert, darf sie doch niemand überragen. Dann geht es eben nach dem Prinzip: “Wer könnte mir potentiell gefährlich werden, wenn es mal auf der Kippe steht?”. Damit bleiben eben nur noch unterduchschnittliche “Ja” sager übrig. Einzig spannende Frage ist doch, ob es Angie M. gelingt, mit dieser “Strategie” die 16 Regierungsjahre ihres Ziehvaters zu übertrumpfen. Da sie sich niemals inhaltlich oder persönlich beweisen kann, muss sie ihren Platz in den Geschichtsbüchern über die Zeitachse erreichen. Der Preis dafür: unser Land wird weiter miserabel regiert. Glaube aber nicht, dass das Angie M. kratzt.

37) marcpool, Mittwoch, 02. Dezember 2009, 16:11 Uhr

Eine gewisse menschliche Reife wäre für ein Amt – egal welches man nimmt – schon von grossem Vorteil. Die – die sich wirklich beschädigt hat – ist Merkel selbst. Alles wieder eine Koch Show- die sind ja momentan auch im TV der Volltreffer. Für Koch war sicher schmerzlich den Wasserträger Jung ein zweites Mal zu opfern. Hielt ihn nicht zurück weiterhin ” grüne Sauce ” für die Weicheier zu fordern. Die Allzweck-Waffe v.d.Leyen kann man auch ins Finazministerium setzen – die kann alles . Bravo für soviel kompetentes Personaltableau innerhalb der CDU. Wie lange will die Basis sich das noch bieten lassen ?

38) Anna Lyse, Donnerstag, 10. Dezember 2009, 15:13 Uhr

@Peter Christian Nowak, Samstag, 28. November 2009, 14:14 Uhr
Kein Unternehmen könnte es sich leisten Leute in Führungspositionen zu heben, weil sie das richtige Parteibuch, aus dem “richtigen” Bundesland kommen oder gar eine Modelkarriere hinter sich haben.

Herr Nowak, ich danke Ihnen: denn ich habe noch selten so gelacht wie nach diesem Satz. Obwohl, und da stimme ich Ihnen wieder voll zu, die Angelegenheit wesentlich zu traurig ist als daß man darüber lachen könnte. Aber daß Aufstieg und Erfolg in diesem Lande irgend etwas mit persönlicher LEISTUNG zu tun haben, davon können sie sich durch eine einfache Internetrecherche sehr schnell selbst überzeugen. Stichworte “soziale Mobilität Deutschland” oder “Karrieremobilität Deutschland”

Viel Spaß beim Lesen. Aber besorgen sie sich einen vorher einen großen Besen. Damit sie die Scherben ihres fast schom mitleiderregend naiven Welt- und Gesellschaftsbildes wegfegen können.

Habe die Ehre!

39) Joao, Samstag, 12. Dezember 2009, 01:13 Uhr

So dolle ist die Ministerin auch nicht. Ihr Diplomarbeit war wohl eher durch Vitamin B gefördert (http://www.sueddeutsche.de/politik/779/496098/text/) statt durch wissen.

und dann noch ihre Ausländerfeindlichen bis hin zu dummen Statements.

(http://daserste.ndr.de/panorama/archiv/2008/erste1272.pdf, http://daserste.ndr.de/panorama/archiv/2008/erste1286.pdf)

40) Karola Schramm, Mittwoch, 27. Januar 2010, 16:27 Uhr

Aber Halloo, als Minister/Ministerin muss man nichts koennen, ausser gut verkaufen. Minister sind heutzutage fuer den Verkauf ihrer politischen Meinung bzw des Parteiprogramms da und fuer sonst nix.
Sie sind austauschbar, brauchen keine Sachkompetenzen und auch keine sozialen Kompetenzen. Nur verkaufen muessen sie sich richtig und die Partei. Alles andere… nee.Gut, wenn dann noch ein Dr. vor dem Name steht, macht sich das gut. Da glauben dann die dummen Wahlschaafe, dass dieser und jene besonders kompetent seien. Muss aber nicht und ist meistens auch nicht.
Verkaufen muessen sie sich selbst, die Partei, und uns. Oder fuehlen sie sich nicht verkauft ? Ich ja.
Karola

41) T.K., Freitag, 14. Mai 2010, 01:13 Uhr

Hi Leute,

tja belogen und betrogen werden “wir” vielleicht jeden Tag, der eine mehr als der andere und am nächsten Tag vielleicht anderst herum, aber verar…werden wir vielleicht alle…nun sind diese Ministerien nun aber da und keiner konnte sie bzw. wollte sie bis jetzt abschaffen, weil Mitarbeiter, Minister etc. sind ja auch noch da…die Gelder müssen ja auch irgendwie in jeder Legeslaturperiode verteilt werden ne? Für jedes Ministerium gibt es einen eigenen Haushaltsplan…

mfg

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