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Montag, 21. Dezember 2009, 08:12 Uhr

Gute “Freunde”

Journalisten geht es genauso wie Politikern: Wenn sie nichts mehr sind, schrumpft die Zahl ihrer “Freunde” um fast 100 Prozent. Diese Erfahrung musste auch ich machen. Als ich bei im Oktober 2000 bei Springer als Chef von “Bild am Sonntag” gefeuert wurde, meldeten sich von den dutzenden mir gut oder sehr gut bekannten Politikern genau zwei: Norbert Blüm und Reinhard Klimmt, Saar-Chef der SPD. Allen anderen wollten es sich mit Springer nicht verderben. Ich will mich darüber aber nicht beklagen, denn Journalisten leben genauso wie Politiker von geliehener Autorität – die einen leihen sie vom Wähler, die anderen von der Zeitung, für die sie arbeiten.

Bei Blüm erinnere ich mich daran, dass wir nachts bei Bruno auf der Bonner Cäcilienhöhe Pfadfinderlieder gesungen haben, bei Klimmt, dass er mir beim Skat 250 Mark abgenommen hat. Das verbindet natürlich.

Die Zahl meiner “Freunde” stieg, als ich 2002 Edmund Stoibers Wahlkampfmanager wurde, genauso sprunghaft wieder an.

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7 Kommentare

1) amx, Montag, 21. Dezember 2009, 11:09 Uhr

Leider kapieren das die meisten der Kollegen – und damit meine ich die journalistischen Kollegen – eher nicht. Gib ihnen Amt und Macht, und Du entdeckst einen neuen Menschen.

2) Peter Christian Nowak, Montag, 21. Dezember 2009, 13:09 Uhr

Das, was Sie beschreiben, Herr Spreng, entspricht genau dem Wesen des Menschen: Er buckelt vor denen, die eigenes Streben nach gesellschaftlicher Anerkennung vermissen. Andere sollen das ersetzen, was ihnen selbst nie oder fast nie gelingen wird. Mit devotem Respekt tolerieren sie dann und wann einmal selbst schlechte Charaktere, auch um den Preis, eigene Wertvorstellungen und moralische Prinzipien zu verletzen. Hauptsache man sitzt wenigstens im Windschatten des Erfolgs! So ist und bleibt eben der Mensch!
Die “Yellow-Press” lebt von diesem Umstand, macht wohl mit dieser “Unart” des Menschen auch in Zukunft gigantische Gewinne.

Wahre Freunde erkennt man bekannterweise daran, daß ihnen solches Gebaren fremd sind. Sie stehen auch in den Tiefpunkten des Lebens zu mir.
Allerdings – sie sind sehr sehr dünn gesät!

Aber die Wenigen, die sollten die Lücken füllen, die die Überflüssigen hinterlassen haben.

Ihnen ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest!

3) Michael Schäfer, Montag, 21. Dezember 2009, 14:08 Uhr

Ich glaube, das Wort Freund ist in diesem Zusammenhang völlig deplatziert.

4) rx2, Montag, 21. Dezember 2009, 14:41 Uhr

Lieber Herr Spreng,

die Geschichte hört doch nicht 2002 auf.

Ich wette: Seitdem Sie bloggen, hat sich die Zahl ihrer “Freunde” wieder erhöht – und sie schauen gerade auf eine ziemlich imposante Zahl von Weihnachtskarten.

Gruss,

Rx2

5) J.K., Montag, 21. Dezember 2009, 17:22 Uhr

Und wie siehts im Moment aus? Wieviel Freunde ist ein eigenes Blog wert?

6) suki11, Montag, 22. Februar 2010, 17:15 Uhr

Jemanden zu lesen, der offenbar freiwillig und ohne massiven körperlichen Zwang Edmund Stoibers Wahlkampfmanager wurde, empfinde ich als Kulturschock. :)
Aber es ist trotzdem alles nett zu lesen.

7) Daniel, Montag, 23. Mai 2011, 16:26 Uhr

Den letzten Satz verstehe ich nicht ganz:
Sie wurden im Wahlkampf mager?
Oder:
Der Wahlkampf war mager?
;-)

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