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Gute „Freunde“

Journalisten geht es genauso wie Politikern: Wenn sie nichts mehr sind, schrumpft die Zahl ihrer „Freunde“ um fast 100 Prozent. Diese Erfahrung musste auch ich machen. Als ich bei im Oktober 2000 bei Springer als Chef von „Bild am Sonntag“ gefeuert wurde, meldeten sich von den dutzenden mir gut oder sehr gut bekannten Politikern genau zwei: Norbert Blüm und Reinhard Klimmt, Saar-Chef der SPD. Allen anderen wollten es sich mit Springer nicht verderben. Ich will mich darüber aber nicht beklagen, denn Journalisten leben genauso wie Politiker von geliehener Autorität – die einen leihen sie vom Wähler, die anderen von der Zeitung, für die sie arbeiten.

Bei Blüm erinnere ich mich daran, dass wir nachts bei Bruno auf der Bonner Cäcilienhöhe Pfadfinderlieder gesungen haben, bei Klimmt, dass er mir beim Skat 250 Mark abgenommen hat. Das verbindet natürlich.

Die Zahl meiner „Freunde“ stieg, als ich 2002 Edmund Stoibers Wahlkampfmanager wurde, genauso sprunghaft wieder an.