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Montag, 04. Januar 2010, 08:52 Uhr

Die politischen Nacktscanner

Nacktscanner ist eigentlich ein Wort für ein Gerät, das Menschen an Flughäfen bis auf die Haut durchleuchtet, um verborgene Waffen und Sprengstoffe zu finden. Nacktscanner sind aber auch Politiker, die Menschen im Namen der Sicherheit bis auf die Haut ausziehen wollen – am Flughafen, im Internet, in ihrer Wohnung. Jeder neue Terroranschlag, jedes versuchte Attentat ist Wasser auf die Mühlen der politischen Nacktscanner.

Die Wohnung ist längst nicht mehr unverletzlich, Abhörwanzen sind erlaubt – im Namen des Kampfes gegen organisierte Kriminalität und Terrorismus. Private Computer dürfen heimlich durchsucht werden – im Namen des Kampfes gegen Al Qaida. Internetseiten sollten gesperrt werden – im Namen des Kampfes gegen Kinderpornographie. Und jetzt die Nacktscanner an Flughäfen. Über jede einzelne Maßnahme kann sicher lange diskutiert werden, in der Summe aber führen sie zu einer immer größeren Eingriffen in die persönlichen Freiheit, zu einem ungeheuren Einbruch in die Privatsphäre.

Dabei hat gerade wieder der gescheiterte Anschlag von Detroit gezeigt, dass das Versagen häufig ganz woanders liegt. Der Attentäter hätte längst aus dem Verkehr gezogen werden können, wenn die amerikanischen Geheimdienste nicht versagt hätten. Warnungen gab es offenbar genug. Und der Attentäter, der den dänischen Mohammed-Karikaturisten umbringen wollte, hätte gar nicht in Dänemark einreisen dürfen, wenn der Bericht einer dänischen Zeitung stimmt, wonach er schon einmal in Kenia einen Anschlag auf die US-Außenministerin Hillary Clinton geplant haben soll.

Jetzt sollen die Nacktscanner, die neuerdings verharmlosend Körperscanner genannt werden, von dem Versagen ablenken und eine Sicherheit vorgaukeln, die es gar nicht gibt. Attentäter finden immer einen Weg. Bis dahin aber werden die Privatsphäre und die Persönlichkeitsrechte von den politischen Nacktscannern Stück für Stück zu Grabe getragen. 

Zum Einbruch in die Persönlichkeitsrechte, zur eklatanten Verletzung des Datenschutzes gehört übrigens auch das neue Computerprogramm “Elena” der Deutschen Rentenversicherung, mit dem im Namen der bürokratischen Vereinfachung auch Streiktage und Abmahnungen der einzelnen Arbeitnehmer erfasst werden sollen. 

Eine Frage am Rande: Was macht eigentlich die Bürgerrechtspartei FDP?

Sie können Ihren eigenen Kommentar weiter unten abgeben.

39 Kommentare

1) Marqu, Montag, 04. Januar 2010, 09:17 Uhr

Nun gut, man weiß doch mitlerweile, dass ‘Bürgerrechte’ für die FDP bedeutet, dass man spekulieren darf, ohne dass einen der Staat behelligt, dass man seine Mitarbeiter wie man will bezahlen und kündigen darf, ohne dass der Staat einen behelligt und schließlich sind da noch die Rechte die Industrien und Lobbies: Das sind doch auch Bürger, oder?

2) Klaus Jarchow, Montag, 04. Januar 2010, 10:01 Uhr

Die FDP fordert doch Steuersenkungen, aber subito. Aus irgendwelchen Gründen wäre das nach Professor Liberalinskij bekanntlich zugleich der Königsweg zu mehr Bürgerrechten …

3) Volker H, Montag, 04. Januar 2010, 10:32 Uhr

Genau meine Gedanken: wie lange wollen wir die Schäubles, Bosbachs und von der Leyens dieser Welt und dieses Landes bei der Verletzung der Privatsphäre unbescholtener Bürger noch gewähren lassen? Wo sind die Verteidiger der freiheitlichen, demokratischen Grundordnung in Union und FDP? Wann stehen die Abgeordneten der regierungsparteien in Bundestag und Landtag auf und sagen NEIN zur ständigen Untergrabung unserer Grundrechte?

Zweiter Punkt: Der Bundestag ist sicherlich eines der meist terrorgefährdetsten Gebäude in Deutschland. Hier sollten meiner Ansicht nach die ersten “Körper”scanner eingesetzt werden. Hier könnten sich die Abgeordneten von Arbeitsweise und der Erhöhung der Sicherheit leibhaftig überzeugen. Immer nach dem Motto: Eat your own dog food.

4) ralf schwartz, Montag, 04. Januar 2010, 10:57 Uhr

Ein Frohes Neues Jahr wünsche ich. Da sprengsatz-Trackbacks immer noch nicht gelingen, copy&paste ich mal meinen Text, der so nah am obigen ist, daß er einfach in Gänze hierhin gehört:

“Maximale Sicherheit im Kontinuum von Freiheit und Ewigkeit

Nun also soll es der Nacktscanner richten, denken sich die Mulle gleichen Namens. Beängstigend, welche geraden Pfade die Dummheit ins Verderben laufen kann, wenn ihre Schwester Angst ihr im Stiernacken sitzt.

Die Politik malt den Terroristen an die Wand und meint doch nur den Teufel ‘Volkes Meinung’, den sie mit Beelzebub austreiben will.
Sie selbst hat sich ganz nett eingerichtet mit Freiem Parken allüberall, Diplomatenstatus, goldenen Füllern zum Ende des Budgets, und üppigen Pensionen in kürzester Zeit, die nur noch von ihren selbstverordneten Diäten übertroffen werden. Und natürlich den Essen mit Geschäftsfreunden im BKA (BundesKanzlerAmt).

Das Peter-Prinzip in der Politik spottet jeder Beschreibung. Inkompetenz wird zum Größten Gemeinsamen Nenner. Profilneurosen werden mit überproportionaler Medienpräsenz medikamentiert. Visionslosigkeit vom Volke gerne alimentiert, denn jetzt fühlt es sich verstanden.

Da nimmt es kein Wunder, daß man Sicherheit braucht. Sicherheit vor sich selbst und vor allem. Sicherheit im Denken und Handeln. Sicherheit im Schlaf und im Wandeln.

Die scheinbar billigste Sicherheit ist die Ignoranz, die Intoleranz, die resultierende Arroganz.
Die scheinbar einfachst mögliche Sicherheit ist die Bewahrung des Status Quo. Nicht mehr sich selbst fragen zu müssen ‘Quo vadis denn nun?’. Nicht mehr ein Ziel, eine Vision haben zu müssen, selbst denken zu müssen.

Lösungen werden nicht mehr gebraucht, wenn man Probleme einfach verbietet. Jede Aktion wird zum Terror, Reaktion zur einzigen Politik.

Das Land hat die Politik als Klotze am Bein. Das Volk kommt der eigenen Ewigkeit umso näher, je mehr es sich von der eigenen Freiheit entfernt.

Das Verrinnen der Zeit aber wird wohl eine immer explosivere Befreiung von der Unfreiheit der Politik provozieren, denn das Erwachen wird schmerzhaft, die Erkenntnis des Verpaßten schrecklich, die verlorene Zeit unwiederbringlich, die Wut überirdisch, die Rache götterspeisensüß.

Die Tage der Politik, die unsere Freiheit zu Grabe trug, sie mit euphemistischen Reden uns garnierte und schmackhaft machte, sind gezählt. Das merken wir und merken sie an ihrer eigenen Nervosität. Die Zeiten der Politik, die Zeiten der Demokratie, die sich nur noch D-e-m-a-g-o-g-i-e buchstabiert, sind vorbei.

Im Zweifel noch in diesem Jahr wird sie fallen, die Herrschaft der Ahnungslosen. Denn wir sind es satt, allüberall unsere Freiheit, unsere Triebe (im besten Sinne des Wortes), unsere Natur, unsere Zukunft zu opfern für etwas Unmenschliches, Widernatürliches, Konter-Evolutionäres wie die Maximale Sicherheit. Eine Sicherheit, die immer öfter als an den Haaren herbeigezogene Ultima Ratio einer offensichtlichen Bankrotterklärung der Politik vor den wahren Problemen der Menschen, des Staates, der Gesellschaft herhalten muß.

In diesem Sinne: Get well soon – und Frohes Neues Jahr!”

ralf schwartz, mediaclinique

5) stabil, Montag, 04. Januar 2010, 11:07 Uhr

Das Thema war heute auch Gegenstand der Vorlesung bei Prof. Pfitzmann. Interessierten in dem Bereich Datenschutz dürfte der Name bekannt sein.
Dabei kam auch das Szenario zur Sprache, dass ein potentieller Attentäter das Explosivmittel auch schlucken oder sonst wie in sich bringen und per Fernbedienung (u.a. Bluetooth) zünden könnte. In diesem Fall wären Körperscanner absolut zwecklos. Und wer sein Leben eh als Attentäter beenden will, dem sind eventuelle Gesundheitsrisiken durch verschlucken von Explosivmitteln egal.
Was wäre die nächste Stufe? Röntgen? Ultraschall? Magen-, Darmsonde? Blutprobe? Pheromonanalyse?

Quintessenz? Körperscanner sind zwecklos. Sie schaffen nicht den geringsten Zugewinn an Sicherheit. Aber sie machen sich im Wahlkampf gut, weil bei Uninformierten der Eindruck erzeugt wird, die Regierung tue etwas für die Sicherheit.

6) Daniel, Montag, 04. Januar 2010, 11:12 Uhr

Der Beitrag trifft den Nagel auf den Kopf: Unsere Bürger- und Menschenrechte werden durch diesen Antiterrorwahn systematisch untergraben, was letztendlich unseren freien Staat bedroht.
Man sollte sich nicht nur fragen, warum die FDP, die zumindest im Wahlkampf so tut, als würde sich ihre Liberalismus (auch) auf Bürgerrechte beziehen, nichts dagegen unternimmt. *Eigentlich* sollte keine Partei, die sich zu unserer Verfassung bekennt, diese Kastration der Grundrechte unterstützen – oder gar selbst fordern und vorantreiben.

Am Rande:
In http://www.sprengsatz.de/?p=2306 (“Spielerei am BKA-Computer”) klang ihre Einstellungen zu “dem Einbruch in die Persönlichkeitsrechte” und “eklatanten Verletzungen des Datenschutzes” (in Form von Rasterfahndung) noch deutlich positiver (“erfolgreicher Kampf gegen Terrorismus” durch “Rasterfahndung und den intensiven Computereinsatz”). Woher der plötzliche Wandel?

7) Duke Bosvelt, Montag, 04. Januar 2010, 11:59 Uhr

>> Eine Frage am Rande: Was macht eigentlich die Bürgerrechtspartei FDP? <<

Bürgerrechte sind bei der FDP zur Verhandlungsmasse verkommen.

Wie nannte Markus Feldenkirchen (Spiegel) in einer Presseclubrunde die drei politischen Ziele Guido Westerwelles und damit der FDP: “Steuern senken, Steuern runter und weniger Steuern.”

PS: Die FDP hat schon beim Fall Brender weggeguckt. Außer zu Steuerthemen hat man von dort keine politischen Beiträge zu erwarten.

8) Duke Bosvelt, Montag, 04. Januar 2010, 12:07 Uhr

Wunderbarer Kommentar von Heribert Prantl in der Süddeutschen dazu:
http://www.sueddeutsche.de/,tt2m1/politik/811/499093/text/

9) http://robjoker.wordpress.com, Montag, 04. Januar 2010, 12:12 Uhr

Für Bürgerrechte sollten man – gerade im digitalen Zeitalter – die Piratenpartei wählen.

10) Dierk, Montag, 04. Januar 2010, 12:28 Uhr

Es ist ja nicht nur dieser Ausziehapparat, es ist das Weltbild, das dahinter steckt. Wieder einmal wird was von Sicherheit gemurmelt – gut, dieses Argument verfängt kaum noch – und darauf hingewiesen, dass ‘wer nichts zu verbergen hat …’. Und so mach Pseudo- oder Anarcho-Liberale wird uns sagen, dass wir ja nicht fliegen müssen, wenn wir uns nicht den Sicherheitsauflagen unterwerfen wollen. Klar, min Jong, das wäre dann auch ein Weg, die freie Entfaltung der Persönlichkeit, in der Form der Reisefreiheit, abzuschaffen.

Wer braucht schon Stasi, Gestapo, Mauern und eingezogene Pässe samt horrender Rauskaufforderungen um die gutmeinende Regierung vor dem bösen Bürger zu schützen – stattdessen schaffen wir einfach Menschen- und Bürgerechte ab. Wem’s nicht passt, der kann ja gehen. Solange er nicht fliegen will.

11) Jan, Montag, 04. Januar 2010, 13:25 Uhr

Zumindest auf Basisebene macht die FDP derzeit bundesweit Mobil gegen Nacktscanner und schreibt Anträge. Aus Einzelmeinungen auf eine ganze Partei zu schließen ist zwar einfach, manchmal aber nicht hinreichend.

12) Frank, Montag, 04. Januar 2010, 13:27 Uhr

BILDUNG statt NACKTSCANNER!!! … Lieber neue Computer für unsere Schulen und Kinder!

13) vera, Montag, 04. Januar 2010, 13:44 Uhr

sehr schön, mehr davon, könnte sein, daß sich möglicherweise eventuell vielleicht in einem winkelchen doch noch widerstand regt…

“Was macht eigentlich die Bürgerrechtspartei FDP?”
still ruht der see. die vöglein schlafen.

14) m.spreng, Montag, 04. Januar 2010, 13:59 Uhr

@daniel

In meiner Herold-Anekdote habe ich geschrieben, dass die Spielerei am BKA-Computer sicher nicht legal war. Und bei der Rasterfahndung ging es damals um den Versuch, das Leben von Schleyer zu retten. Außerdem waren damals Politik und Medien in einer Ausnahmesituation. Mit der Rasterfahnung war es so, wie ich auch heute geschrieben habe: über jede einzelne Maßnahme kann man diskutieren, am Ende macht es aber die Summe aller Eingriffe.

15) Marc, Montag, 04. Januar 2010, 15:09 Uhr

“Was macht eigentlich die Bürgerrechtspartei FDP?”
Tja, die regiert. Und das relativiert vieles. Siehe auch die Affäre in Hessen. (http://www.fr-online.de/wolski oder auch http://www.fr-online.de/steuerfahnder ) Da wird der CDU beigesprungen, als ob man wüsste, dass man selber Leichen im Keller hat, wegen derer man möglicherweise die CDU braucht.

16) Maschinist, Montag, 04. Januar 2010, 16:18 Uhr

Die FDP fabuliert in der Opposition von Bürgerrechten, um Verhandlungsmasse für Steuersenkungen zu generieren. Daher ist es so still um Frau L-S in dieser Frage, sie versucht es erst gar nicht mehr Position zu beziehen.
So zeigt die FDP täglich aufs Neue wie wichtig die Piratenpartei in diesen Tagen ist und wie wichtig sie noch sein wird (ACTA, INDECT etc.).

17) Louis, Montag, 04. Januar 2010, 16:47 Uhr

Alle geben sich hier besonders liberal und recht wenig schutzbedürftig. Verzichten gerne auf einen Körperscanner, äh: Nacktscanner am Flughafen. Ob’s aber in Wirklichkeit auch so wäre? Ob die meisten Bürger ebenso denken?
Spätestens wenn ein terroristischer Anschlag nach Detroiter zu einer Katastrophe führt, wird der Druck auf Politik und Flughafenbetreiber, diese Geräte einzuführen, immens groß. Vor die Wahl gestellt zwischen einem Flug mit und ohne Körperscannung würde ich schon heute den zusätzlichen Kontrollaufwand und die Einschränkung meiner Intimssphäre in Kauf nehmen. Und sicherlich die meisten Mitflieger auch.

Der Begriff Körperscanner ist im übrigen in meinen Augen nüchtern und sachlich – der Begriff Nacktscanner hingegen ist emotional aufgeladen, mit gewollt abwertender Bedeutung, daher ungeeignet, aber für die Gegner des Verfahrens natürlich zweckdienlicher. Alles hängt halt vom Standpunkt des Betrachters ab.

Natürlich verspricht auch diese Kontrollmaßnahme keine absolute Sicherheit, natürlich ist eine Eskalationsstufe nach oben bereits jetzt denkbar (s.o.: Sprengung verschluckter Sprengmasse mittels Fernzündung). Aber darf das dazu führen, die jetzt schon wahrscheinlichere Gefahr zu ignorieren?

Daß die Sicherheitsdienste der Attentäter von Detroit und Dänemark schon vorher hätten habhaft werden können, ist für mich kein Sicherheitsargument. Denn dieses Kontrollnetz wird immer löcheriger und grobmaschiger sein als eine Kontrolle an den besonders neuralgischen Punkten (Flughäfen), der Fehlerfaktor Mensch wird bleiben. Das zu späte Aufsuchen der rechtzeitig als verdächtig gemeldeten Wohnung in Köln-Erftstadt, in der Hanns Martin Schleyer gefangen gehalten wurde, ist doch nur ein treffliches Beispiel.

Wollte man mit viel größerer Wahrscheinlichkeit (potentieller) Täter im Vorfeld mit rechtsstaatlichen Mitteln ausfindig machen und – ja, und was wäre überhaupt erlaubt?, so wären Maßnahmen vonnöten, die in weit höherem Maße die freiheitlichen Rechte der Bürger einschränkten, als das jetzt bereits der Fall ist (und mit Körperscannern künftig der Fall sein wird).

Letztlich ist alles eine Frage der Güterabwägung. Das Körperscannen ist für mich jedenfalls das mit Abstand kleinere Übel.

18) Stefan, Montag, 04. Januar 2010, 16:48 Uhr

“Was macht eigentlich die Bürgerrechtspartei FDP?”

Eine “Frage am Rande” ist das wahrlich nicht. Ganz im Gegenteil: ob sich bei den Bürgerrechten in den nächsten Jahren etwas tut oder nicht, hängt meiner Einschätzung nach zentral davon ab, ob die FDP weiterhin ihr politisches Kapital sammelt, um eine irgendwie geartete (katastrophale) Steuersenkung durchzusetzen, oder ob sie den Schwenk auf eine breiter gefächerte Politik schafft. Der CDU traue ich im Bereich der Bürgerrechte wenig bis gar nichts zu.

Schade.

19) kienerii, Montag, 04. Januar 2010, 17:33 Uhr

Danke! Der Beitrag trifft den Nagel auf den Kopf.

20) marcpool, Montag, 04. Januar 2010, 17:50 Uhr

Die Vöglein sangen es ja schon vom Gabentisch herunter … nach dem Detroit Vorfall, entsteht wieder hektischer Aktionismus. Jeder Eingriff in die Privatspäre wird schonungslos über Bord geworfen, zudem kosten neue Geräte , Vorschriften etc.den Menschen viel Geld und viel Zeit. Wo bleibt eigentlich die Frau Leutheusser ? Kein Statement von der Justiz , von der FDP ? Zu viel Unsinniges , zu viel Aktionismus, zu viel Rederei . Gesetze die Heute griefen, muessen eigentlich nur korrekt ausgeführt werden. Dann wäre diese Panne auch nicht geschehen. Jedoch Pannen stets mit neuen, aufgeblasenen Aktionen und Worten zu befrachten, werden irgendwann zum Stillstand führen. Dann fliegt eben keiner mehr – sind wir dann sicher ?

21) RA JM, Montag, 04. Januar 2010, 18:13 Uhr

Bürgerrechtspartei FDP? Schließen Regierungs- und Bürgerrechtspartei sich nicht begrifflich aus? Und was stört die denn schon ihr Geschwätz von gestern?

22) Hans, Montag, 04. Januar 2010, 20:09 Uhr

So schlimm auch die Einschnitte in die Bürgerrechte sind, die Diskussion über die Körperscanner war von Anfang an übertrieben.

1. Konnte man bei der Darstellung der ersten Körperscanner schon nicht wirklich von Nacktheit reden.

2. Hat die Industrie auf die Bedenken reagiert und nun Geräte entwickelt, bei welchen die Analyse der Bilder vom PC durchgeführt wird und dem Operator nur noch die Position verdächtiger Werte am Körper angezeigt wird:
http://www.spiegel.de/fotostrecke/fotostrecke-50292-2.html

Von daher kann man bei dieser Diskusion IMHO genauso von blindem Aktionismus reden, wie leider bei viel zu vielen Aktionen unserer Regierung.

23) Paul Mehr, Montag, 04. Januar 2010, 23:20 Uhr

Nacktscanner sind doch eine klasse Sache. Wie wärs sie noch zu verbinden mit den Techniken des Web2.0, des Mitmachwebs? Die Passagiere überprüfen sich gegenseitig per Nackscanner, bei Interesse anschließendes kennenlernen nicht ausgeschlossen. Und die Gebühren für die teuren Scanner lassen sich über die Gebühren für die Partnervermittlung und über den Verkauf der Bilder wieder einspielen. Bin gespannt wann hier die ersten Datenlecks bekannt werden…

24) Andreas, Dienstag, 05. Januar 2010, 12:24 Uhr

“Was macht eigentlich die Bürgerrechtspartei FDP?”

Die ist kürzlich um ein Drittel geschrumpft und besteht jetzt nur noch ganz waidmännisch aus Hirsch und Baum. Aber sie kann immerhin recht kontinuierlich Erfolge vorweisen, also ist die Hoffnung (für Deutschland, nicht für die Regierungspartei FDP) noch nicht gänzlich verloren.

25) nur mal so, Dienstag, 05. Januar 2010, 13:25 Uhr

gibt es denn nur in der fdp leute, die sich für bürgerrechte einsetzen ?
was ist der grund dafür, dass auch bei anderen parteien, anderen politikern die gehirne noch nicht aktiviert werden ?

26) Cato, Dienstag, 05. Januar 2010, 15:05 Uhr

Von den Herrschenden( Fürsten, Grafen, Könige, Kaiser, Führer, Politikaster, Oligarchen, Demagogen, Erleuchtete, Päpste, Demokratisten, Besserwisser, Psychopathen, Armleuchter,
Bluffer, …….) wurde schon immer der gläserne Mensch gewollt, denn da war Angst vor dem
unkontrollierbaren Subjekt Mensch!
Jetzt haben wir ihn, nach 1000den von Jahren, SIE HABEN ES ERREICHT!!!!!

27) Marqu, Dienstag, 05. Januar 2010, 18:22 Uhr

AAAAABER liebe Freunde, ich lass mich 1000 mal durchleuchten und von irgendwelchen BundespolizeiBeamten nakt begutachten, wenn ich dadurch meinen oder anderer Leute Tot verhindere.

28) armer Moldavier, Dienstag, 05. Januar 2010, 18:56 Uhr

Bürgerrechtspartei FDP???

Spreng, ymmd. *herzhaft gelacht*

29) Björn, Dienstag, 05. Januar 2010, 20:11 Uhr

Danke, danke für diesen sehr guten Kommentar, den ich Ihnen gar nicht zugetraut hatte. In Zukunft werde ich versuchen, mit meinen Vorurteilen über Menschen weniger (vor-)schnell zu sein!

30) G. Rauber, Mittwoch, 06. Januar 2010, 09:44 Uhr

Beim Lesen der Überschrift hatte ich gehofft, der “politische Nacktscanner sei ein Gerät, das die Politiker vor Betreten des Bundestags auf ihre Absichten und Motivationen hin durchleuchtet sowie auf ihre Gesetzes- und Verfassungstreue! Doch nicht?! Gibt es noch nicht?! Schade!

31) DbNu, Mittwoch, 06. Januar 2010, 09:59 Uhr

Hätten sie wirklich aus dem Verkehr gezogen werden können ?
Es gibt doch sicher zehntausende potentielle islamische Terroristen die man nicht alle aus dem Verkehr ziehen kann.

32) Volker, Mittwoch, 06. Januar 2010, 10:01 Uhr

Absolute Sicherheit wird es NIE geben!

Wir scannen und filzen alles und jeden, der einen Flieger besteigen will und dann stürzen die Dinger ab, weil die Fluggesellschaften bei der Wartung schlampen. Wir brauchen doch gar keinen Anschlag auf die Berliner Verkehrsbetriebe – die haben sich doch schon selber lahm gelegt…
Die Nackt-Scanner sind nur wieder ein gigantisches Geldabkassierprojekt, mit dem “Sicherheit” vorgegaukelt werden soll.

Bei Telepolis gab es hierneulich einen iInteressanten Artikel dazu: “Zum Glück verstehen Terroristen nichts von Physik – Ein Interview mit dem Science Buster Werner Gruber über Sprengstoff, Ananas und Politik”
> http://www.heise.de/tp/r4/artikel/31/31767/1.html

sein Fazit:
“Wenn man das ganze Geld, das in Sicherheitstechnik investiert wird, wenn man diese gewaltigen Summen in Schulen und gute Ausbildungen in den entsprechenden Ländern investieren würde – allein die Kosten für die vielen Scanner auf allen Flughäfen weltweit und deren Betrieb – das wäre viel sinnvoller. Einzelne Verrückte wird es immer geben, aber wenn man den Menschen in einer Gesellschaft insgesamt eine positive Zukunftsaussicht gibt, dann trocknet das die Unterstützung für den Terror aus.”

Mehr gibt es dazu nicht zu sagen…

33) Peter Christian Nowak, Mittwoch, 06. Januar 2010, 15:41 Uhr

Offensichtlich ist Barack Obama in gewissen Kreisen der amerikanischen Hochfinanz bzw. der Gigareichen so beliebt, daß man ihn durch einen gewollten, vorhersehbaren Terroranschlag in Mißkredit bringen wollte. Nun, es hat leider nicht geklappt. Zum Glück!
Hier sieht man, wie skrupellos die wirklich Mächtigen vorgehen. Kaum einer kennt ihre Namen, verbergen sich in Institutionen wie den der Geheimdienste. Aber sie verfolgen alle ein gemeinsames Ziel: Die kapitalistische Diktatur und damit die weltweite Vorherrschaft über alle Kontinente hinweg. Jedes Mittel, das hierbei zum Ziel führ,t ist für solche Kreaturen recht

34) Melanie Gatzke, Mittwoch, 06. Januar 2010, 23:54 Uhr

@Peter Christian Nowak,
Zitat:
Aber sie verfolgen alle ein gemeinsames Ziel: Die kapitalistische Diktatur und damit die weltweite Vorherrschaft über alle Kontinente hinweg. Jedes Mittel, das hierbei zum Ziel führ,t ist für solche Kreaturen recht—
——————————-
richtig, das wird auch kommen.
Das Volk ist Schach matt! Leider erkennen das viel zuwenige. man braucht lange Zeit , bis man es kapiert hat.
Doch die Fakten sind so deutlich, man kann es gar nicht mehr übersehen.
Die Macht der Mächtigen wurde gezielt ausgebaut, gesichert, sie ist kaum zu beschneiden.
Das Volk wird sich wohl oder über dem fügen müssen , was kommt. Die Soveränität des Landes ist dahin– durch EU- Die Wahl ist vorbei, er hat das gewählt, er hat es bekommen.
Was wollen sie da noch machen.? blockieren-boykottieren- aufstehen— alles sinnlos. Helfen würde nur eine Totalverweigerung in allem- ist aber nicht organisierbar. Also – Schach matt für den Bürger.

35) David Möller, Donnerstag, 07. Januar 2010, 12:50 Uhr

Wer die Diskussion über mehr Sicherheit an Flughäfen in den letzten Tagen aufmerksam verfolgt hat, wird festgestellt haben, dass die Diskussion durch einen ganz anderen Aspekt jenseits der neuen technischen Geräte zur Aufdeckung von Waffen und Sprengstoffen bei Passagieren an bedenklicher Schärfe hinzugewonnen hat (hierbei beziehe ich mich unter anderem auf Kommentare in der Welt und der taz). Jeder, der bereits das Vernügen eines Abflugs vom Flughafen in Tel Aviv hatte, wird bestätigen können, dass hier ein gänzlich anderes Sicherheitskonzept verfolgt wird, bei dem nicht mehr die Suche nach der Bombe, sondern vielmehr nach dem Täter im Vordergrund steht. Statt auf technische Geräte zur Durchleuchtung des Körpers (die in Tel Aviv sicherlich ebenfalls Verwendung finden) setzen die Israelis auf umfassende, manchmal sogar in Hinterzimmern stattfindende Befragungen der Passagiere (ich spreche aus Erfahrung). Hier wird nicht verdächtig, wer unbekannte Flüssigkeiten mit sich führt, sondern wer erkennbar nervös ist, wer unkonzentrierte Antworten gibt, oder sich bei seinem Aufenthalt vielleicht nicht nur auf israelischem Staatsgebiet aufgehalten hat. Obgleich die technischen Geräte zur Suche nach der Bombe bedenklich sind, ist es die Suche nach dem Täter umso mehr. Indem sich die Befragungen auf messbare Persönlichkeitseigenschaften wie ethnische Herkunft oder religiöse und weltanschauliche Einstellungen beziehen, verletzen sie den Gleichheitsgrundsatz und gefährden mithin alle Bemühungen zur gesellschaftlichen Integration in einer Zeit, die aufgrund der Globalisierung von uns allen eigentlich mehr Toleranz erfordert. Hoffen wir alle, dass sich die Diskussion mit dem Einsatz der Nacktscanner beruhigt, damit in ein paar Jahren nicht kategorisch kopftuchtragende Passagiere für eine “intensivere” Befragung in Hinterzimmer geführt werden.

36) Zuri, Donnerstag, 07. Januar 2010, 14:55 Uhr

Eine Grundaussage ist falsch: Die Terroristen sind Kinder reicher, hoch gebildeter Eltern.

Bei Islamisten ist es genauso wie bei der RAF oder den Narodniki.

Mit Sozialprogrammen bekommt man denen nicht bei.

http://www.weltwoche.ch/ausgaben/2010-01/artikel-2010-01-der-dschihad-ruft-sich-in-erinnerung.html

37) Daniel, Freitag, 08. Januar 2010, 02:03 Uhr

@Zuri: Nur weil “die Terroristen” reiche Eltern haben, werden sie nicht durch soziale Mißstände radikalisiert?

38) Raul, Dienstag, 12. Januar 2010, 00:02 Uhr

Abzocke !
Hier soll wohl die Wirtschaft angekurbelt werden .
Sollten die Nacktscanner aufgestellt werden , werden die Kämpfer für Gerechtigkeit einfach ihre Strategie ändern .
Mich wundert schon lange warum die nicht die Flugzeuge vom Boden aus abschießen .Bestenfalls noch kurz vor der Landung . Der Schaden wäre viel höher .
Wo ein Wille ist ist auch ein Weg !

39) Hermann, Samstag, 16. Januar 2010, 21:51 Uhr

Es gibt eine Online-Petition gegen den Einsatz der Körperscanner.
Die Petition hat bisher über 8.000 Mitzeichner gefunden und kann über die Seiten des Deutschen Bundestages erreicht werden.

Ende Mitzeichnungsfrist 23.02.2010

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