Kommentare
5
Tagcloud
BILD Bild am Sonntag CDU CDU/CSU Christian Wulff CSU Der Spiegel Die Linke FDP Grüne große Koalition Hartz IV Kohl Linkspartei Merkel Philipp Rösler Rüttgers Schäuble Schröder Schwarz-Gelb Seehofer Sigmar Gabriel SPD Steinbrück Steinmeier Steuersenkungen Stoiber Wahlkampf Westerwelle zu Guttenberg
Sonntag, 14. Februar 2010, 23:27 Uhr

Askese mit Joschka Fischer

Joschka Fischer war, so lange ihm das Essen und Trinken Spaß machte, ein echter Genussmensch. Und daran ließ er auch andere teilhaben. Ich erinnere mich an einen feucht-fröhlichen Abend bei Bruno auf der Bonner Cäcilienhöhe, bei Parteitagen war er gelegentlich erst am nächsten Mittag wieder verhandlungsfähig. Als er sich aber zur Askese entschloss, erwartete er Askese auch von den Journalisten. So bewirtete der grüne Außenminister drei “Spiegel”-Redakteure, die ihn im Urlaub in der Toskana besuchten, mit einem (!) Apfel. Er schnitt ihn in dünne Scheiben, gab einige mikroskopisch kleine Spuren von Peccorino-Käse dazu und glaubte, so ein guter Gastgeber zu sein.

Die “Spiegel”-Kollegen aber hatten noch Glück. Für die zwei Reporter von “Bild am Sonntag”, die ihn in demselben Urlaub zum Interview besuchten, gab es bei 35 Grad im Schatten nur ein Glas Wasser – und das auch nur auf Anforderung.

Sie können Ihren eigenen Kommentar weiter unten abgeben.

5 Kommentare

1) FH, Montag, 15. Februar 2010, 14:32 Uhr

Ich könnte mir vorstellen, dass er sich einfach einen Riesenspaß daraus gemacht hat.

2) unholy, Dienstag, 16. Februar 2010, 21:49 Uhr

stand doch schon vor laaanger Zeit im SPIEGEL

3) Louis, Mittwoch, 17. Februar 2010, 14:49 Uhr

Eine herrliche Anekdote, Her Spreng!

Mag sein, daß Joschka Fischer sich aus dieser Art von Minimalst-Bewirtung wirklich einen Spaß machte – aber Unhöflichkeit bleibt Unhöflichkeit. Missonarischer Gestus macht’s nur noch schlimmer. Sein Gebaren ist letztlich nur Ausdruck einer außerordentlichen Ich-Fixiertheit, die für Fischer all die Jahre so kennzeichnend gewesen ist.

Apropos “grüne Askese”, mit denen man gerne andere Menschen beglückt. Dazu paßt auch die heutige Meldung aus Landshut: Bei ihrem politischen Aschermittwochstreffen wird dort Milch statt Bier ausgeschenkt. Mir als Laktophobem graust’s – und ich erinnere mich zugleich an einen Besuch beim CSU-Aschermittwochstreffen in Passau, wo sich im Winter 2001 ein Student und “Grünen”-Anhänger über Stoibers Rede herzhaft lustig machte … Zugleich prostete er mir norddeutschem “Preißn” mit aufrechtem Stolz und überschäumdendem Bierkrug zu: “So eine Veranstaltung ist einmalig – so etwas bringen halt nur wir Bayern zustande.” Solch grünen Lebensfrohsinn lob ich mir!

4) Jost Kremmler, Donnerstag, 18. Februar 2010, 19:45 Uhr

Ich finde diese Anekdote auch sehr zum Schmunzeln. Aber ich denke mir, dass die Askese dem Genussmenschen Joschka auch nicht immer leicht fiel. Und wenn er den Journalisten beim Schmausen hätte zuschauen müssen, wäre es für ihn noch härter gewesen.

5) sukram71, Sonntag, 21. Februar 2010, 17:01 Uhr

Stimmt, hab ich auch schon vor seeehr langer Zeit irgendwo gelesen. Vermutlich im Spiegel.

Die Bild-Reporter hätten von mir gar nix bekommen. :)

Wie ist Ihre Meinung?

Kommentar schreiben


Ihr Kommentar *


* Pflichtfelder


apparent media - iPhone Apps aus Berlin