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Sonntag, 21. Februar 2010, 18:27 Uhr

Wer abends saufen kann…

Das Amt eines Ministerpräsidenten ist ein brutaler Fulltime-Job, wenn man ihn wie Edmund Stoiber betreibt: um 5.59 Uhr klingelt der Wecker, 6.00 Uhr Nachrichten im Bett, dann aufstehen, abends um 22 bis 23 Uhr mit zwei Taschen voller Akten nach Hause, die noch gelesen werden müssen. Ministerpräsident ist aber ein ruhiger Job, wenn man ihn so betreibt wie Gerhard Schröder in seiner Zeit in Niedersachsen. Maximal vier bis sechs Stunden Amtsgeschäfte am Tag, dann der eine oder andere Parteitermin und gesellige Veranstaltungen.

Übertroffen wurde diese Einstellung zur Arbeit nur von Björn Engholm, als er schleswig-holsteinischer Ministerpräsident war. Ich erinnere mich an ein Interview mit Ihm, dem ein langer Abend beim Griechen folgte. Meine Kollegen und ich waren dennoch morgens um 9 Uhr im Büro, um das Interview in Form zu bringen – nach dem alten Motto: “Wer abends saufen kann, kann auch morgens aufstehen”. Als wir das Interview um 12 Uhr in die Kieler Staatskanzlei zur Autorisierung schickten, war einer immer noch nicht im Büro eingetroffen: Björn Engholm.

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10 Kommentare

1) Kai, Sonntag, 21. Februar 2010, 20:02 Uhr

Hmm, ja. Und woraus schließen Sie jetzt messerscharf, dass er zuhaus im Bett lag, wie sie ja implizit andeuten?

2) J.K., Sonntag, 21. Februar 2010, 20:39 Uhr

Was Gerd als Kanzler auch noch so faul?

3) Norbert, Sonntag, 21. Februar 2010, 22:51 Uhr

Hatte Engholm vielleicht woanders einen Termin, oder war abgesprochen, dass er das Interview am nächsten Morgen autorisieren würde?

Im Übrigen sind Autorisierungen eine Unsitte. Journalisten sollten sagen: “Machen wir nicht, es herrscht Pressefreiheit.” Anders als in den USA gibt es die Möglichkeit einer Gegendarstellung, was schon Eingriff in die Pressefreiheit genug ist. Politiker haben zudem laufend die Möglichkeit, “Dinge klarzustellen”.

4) m.spreng, Montag, 22. Februar 2010, 07:58 Uhr

@Kai @Norbert

Er hatte keinen anderen Termin.

5) Mehrheitsmeiner, Montag, 22. Februar 2010, 11:51 Uhr

Schröder – brachte mit 4 Stunden pro Tag die Hartz Gesetze auf den Weg.
Stoiber – hat nach einem 24 Stunden Tag den Job als Superminister hingeworfen.

Ist das nun eine Frage der Effizienz oder der qualifizierten Mitarbeiter?

6) bananenkiste, Montag, 22. Februar 2010, 18:52 Uhr

Da sollte Schröder mal Leuten wie Seehofer oder Platzeck erzählen, wie man eine funktionierende Work-Life-Balance herstellt…

7) JG, Dienstag, 23. Februar 2010, 09:38 Uhr

@ Norbert:

Die schriftliche Fassung eines Interviews autorisieren zu lassen, ist keine Unsitte, sondern auch für Journalisten sehr hilfreich.

Nicht jeder spricht “wie gedruckt” bzw. druckreif. Auch entwickeln sich Gespräche nicht immer mustergültig: Eine Frage schön aus der anderen, die Themen werden brav in sinnfälliger Reihenfolge abgearbeitet, dem Interviewten fällt nicht noch plötzlich etwas ein oder er erzählt etwas, das eigentlich weiter vorn gepaßt hätte. Manchmal kommt auch der Fragensteller später noch einmal auf ein bereits behandeltes Thema zurück. Was Sie dann als Interview zu lesen bekommen, ist daher häufig so bearbeitet, daß Sie den Eindruck eines lebendigen Gesprächs haben. Würde man 1:1 wiedergeben, was jemand gesagt hat, würde den Lesern dies oft als reichlich wirr erscheinen – obwohl die meisten Menschen (Politiker vielleicht einmal ausgenommen) genau so reden: eben nicht druckreif.

Es ist auch im Sinne des Journalisten, wenn die schriftliche Form eines Gesprächs vom Interviewten zuvor abgesegnet wird: Der Journalist hat dadurch mehr Spielraum bei der Bearbeitung. Der Interviewte kann dann ja immer noch entscheiden, ob er das alles so gesagt haben will. Und er kann hinterher schwerlich behaupten, er sei im Gespräch ausgetrickst worden oder habe unüberlegt geredet – er hatte ja Bedenkzeit.

Zudem werden anständige Journalisten sich weder ihre Fragen zensieren noch interessante Antworten völlig streichen oder gar gegen Belanglosigkeiten austauschen lassen. Herr Spreng hat an dieser Stelle ein schönes Beispiel dafür gegeben, mit einem Boris-Becker-Interview, welches der Sportler im Nachhinein so verändert sehen wollte, daß Herr Spreng auf eine Veröffentlichung ganz verzichtete.

8) Gisela Teuchert-Benker, Dienstag, 23. Februar 2010, 14:49 Uhr

Ich verstehe diesen Sprengsatz nicht.
Was soll er bezwecken?

9) KR, Dienstag, 23. Februar 2010, 21:09 Uhr

Wusste Herr Spreng wohl schon am Sonntag Abend, dass Frau Kässmann betrunken durch Hannover düst? ;)

10) Christian Soeder, Mittwoch, 24. Februar 2010, 15:50 Uhr

Stoiber kann offensichtlich nicht delegieren. Tja. Das ist ein Problem.

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