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Wer abends saufen kann…

Das Amt eines Ministerpräsidenten ist ein brutaler Fulltime-Job, wenn man ihn wie Edmund Stoiber betreibt: um 5.59 Uhr klingelt der Wecker, 6.00 Uhr Nachrichten im Bett, dann aufstehen, abends um 22 bis 23 Uhr mit zwei Taschen voller Akten nach Hause, die noch gelesen werden müssen. Ministerpräsident ist aber ein ruhiger Job, wenn man ihn so betreibt wie Gerhard Schröder in seiner Zeit in Niedersachsen. Maximal vier bis sechs Stunden Amtsgeschäfte am Tag, dann der eine oder andere Parteitermin und gesellige Veranstaltungen.

Übertroffen wurde diese Einstellung zur Arbeit nur von Björn Engholm, als er schleswig-holsteinischer Ministerpräsident war. Ich erinnere mich an ein Interview mit Ihm, dem ein langer Abend beim Griechen folgte. Meine Kollegen und ich waren dennoch morgens um 9 Uhr im Büro, um das Interview in Form zu bringen – nach dem alten Motto: „Wer abends saufen kann, kann auch morgens aufstehen“. Als wir das Interview um 12 Uhr in die Kieler Staatskanzlei zur Autorisierung schickten, war einer immer noch nicht im Büro eingetroffen: Björn Engholm.