Sonntag, 22. März 2009, 13:26 Uhr

Die Qual mit den Kohl-Interviews

In meinem Leben habe ich etwa 30 bis 40 Interviews mit Helmut Kohl geführt. Sie waren meist eine Qual: langschweifige Ausführungen ohne News-Wert. Es dauerte machmal eine halbe Stunde, bis er den ersten interessanten Satz sagte, der zitierfähig war. Um die Interviews einigermaßen spannend zu machen, mussten sie stundenlang nachbearbeitet werden, bis sie zur Absegnung (Autorisierung) geeignet waren.

Später, als Bundeskanzler, redete Kohl nur noch am Stück, man kam kaum dazu, eine Frage zu stellen. Wenn ich ihn unterbrach, reagierte er ungnädig:”Jetzt lassen Sie mich doch mal ausreden, Sie können ja die Fragen hinterher dazwischenschneiden”. Offenbar gab es Journalisten, mit denen er das so machen konnte.

Das beste Kohl-Interview habe ich übrigens in der Vorweihnachtszeit 1975 in Mainz geführt (Kohl war damals noch Ministerpräsident), Als ich nach Bonn zurückkam, stellte ich fest, dass das  Tonband nicht funktioniert hatte. Ich musste es aus dem Gedächtnis schreiben.

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1 Kommentare

1) s.maur, Dienstag, 02. Juni 2009, 18:39 Uhr

immer wieder beruhigend zu sehen/erleben/lesen, dass das land von menschen mit ausgeprägten persönlichkeitsstörungen regiert/gemanaged wird, die eigentlich in behandlung und nicht in regierungen/führungsetagen gehören. gottseidank weiß ich ja, dass ihre ohren zwar gelitten haben, aber nicht ganz abgekaut wurden.

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