Stoibers Kamm
Edmund Stoiber, wie ich ihn als sein Wahlkampfmanager 2002 erlebte, war immer ein Mann großer Beherrschung. Oft fragte ich mich, wie er mit den täglichen Frustrationen der Politik fertig wird, was sein Blitzableiter ist. Eines Tages kam ich darauf. Ich hatte schon mehrmals beobachtet, dass in seinem rechten Daumen eine tiefe Rille war. Eine Narbe von einer Verletztung, dachte ich.
Die Wahrheit entdeckte ich, als ich Stoiber immer häufiger dabei beobachtete, dass er mit der Hand in der rechten Hosentasche spielte. In der Tasche hatte er einen kleinen Kamm, mit dem sich manchmal so blitzschnell durchs Haar fuhr, das es selbst die Kameras nicht mitbekamen, und mit dem er ständig spielte, um seine Nervosität zu verbergen und die Anspannung abzuleiten.










