Kommentare
6
Tagcloud
BILD CDU CDU/CSU Christian Wulff CSU Der Spiegel Die Linke FDP Grüne große Koalition Hartz IV Helmut Schmidt Kohl Linkspartei Merkel Philipp Rösler Rüttgers Schäuble Schröder Schwarz-Gelb Seehofer Sigmar Gabriel SPD Steinbrück Steinmeier Steuersenkungen Stoiber Wahlkampf Westerwelle zu Guttenberg
Sonntag, 25. April 2010, 23:49 Uhr

Ausbilder Schmidt

Früher war alles besser… Ich weiß, dass dies nicht stimmt. Aber manches war doch besser – zumindest die Ausbildung von Spitzenpolitikern unter Bundeskanzler Helmut Schmidt. Im Gegensatz zu späteren Kanzlern hatte er die Souvernität, starke Leute neben sich nicht nur zu dulden, sondern sie zu fördern. 

Schmidts Ziel war es, wie er mir einmal erklärte, diejenigen Politiker, die er für fähig hielt, später einmal seine Nachfolge anzutreten, bestmöglich auszubilden. Sie mussten mehrere Stationen durchlaufen, um sich zu bewähren. Unter anderem deshalb gab es bei Schmidt auch zur Halbzeit von Legislaturperioden Kabinettsumbildungen, die heute leider nicht mehr üblich sind und die offenbar als Zeichen von Schwäche angesehen werden. Helmut Schmidts Favoriten waren Hans Matthöfer und Hans Apel. Deshalb machte Schmidt den parlamentarischen Staatssekretär im Enwicklungshilfeministerium, Hans Matthöfer, erst zum Forschungsminister, um ihn nach vier Jahren mit dem anspruchsvolleren Amt des Finanzministers zu beauftragen. 

Genauso verfuhr Schmidt mit Hans Apel. Der parlamentarische Staatssekretär im Auswärtigen Amt wurde 1974 erst vier Jahre Finanzminister und erhielt dann bei  Kabinettsumbildung 1978 als Bewährungsprobe das schwierige Verteidigungsministerium. Einen ähnlichen Weg hatte Schmidt für Manfred Lahnstein geplant. So sollten am Tag X zwei oder drei Politiker befähigt sein, sein Amt zu übernehmen. Dass es dazu nicht mehr kam, ist bekannt.

Sie können Ihren eigenen Kommentar weiter unten abgeben.

6 Kommentare

1) dissenter, Montag, 26. April 2010, 08:48 Uhr

Übertragen auf heutige Verhältnisse heißt das wohl, dass Ihre Majestät die Kanzlerin Frau von der Leyen – zunächst im schwierigen Familien-, jetzt im anspruchsvollen Arbeitsministerium – als Kronprinzessin auserkoren hat. Falls sie nicht selbst plant, ewig zu herrschen.

2) Marc, Montag, 26. April 2010, 15:12 Uhr

War das mit Hans Apels Berufung nicht so, dass Verteidigungsminister George Leber wegen einer MAD-Abhöraffaire zurücktreten musste/wollte, und die SPD gerade niemanden hatte? Denn ich erinnere mich, dass Apels Berufung stark diskutiert wurde, da er nicht gedient hatte. Es gab einen Haizinger(?) Cartoon in dem Schmidt Apel einem viel zu großen Helm auf den Kopf drückt und “Passt!” sagt.

3) HoJo, Dienstag, 27. April 2010, 14:31 Uhr

Früher mussten die Bundeskanzler ja auch noch – vor Amtsantritt – Führungserfahrung in einem öffentlichen Amt vorweisen können (als Bundesminister, Ministerpräsident oder Landesminister, aber wohl zumindest doch als Oberbürgermeister). Heute qualifiziert man sich offensichtlich schon durch ein abgeschlossenes Physikstudium, um eine der größten Volkwirtschaften der Welt “führen” zu können… (oder was auch immer das Angela darunter verstehen mag…)

4) Knut, Mittwoch, 28. April 2010, 13:27 Uhr

Angela war unter Kohl acht Jahre lang Bundesministerin in verschiedenen Ministerien, bevor sie Kanzlerin wurde.

5) Marc, Mittwoch, 28. April 2010, 18:01 Uhr

@KNut: Dann definieren wir eben – nur für die Union natürlich (weil es sonst bei Helmut Schmidt nicht passt ;-) – doch einfach die Latte “nur Ministerpräsidenten sind bundeskanzleitauglich”. :-D

6) nachgebloggt, Samstag, 22. September 2012, 10:01 Uhr

Ich finde Ausbilder Schmidt nach wie vor seit Jahren genial, denn Bundeswehrwitze gehen eigentlich immer, am besten kommts wenn man selbst bei dem Verein war.

http://nachgebloggt.de/2011/03/10/interview-ausbilder-schmidt-zum-spas-habe-ich-ein-paar-kameraden-in-meiner-stube-rundgemacht/

Wie ist Ihre Meinung?

Kommentar schreiben


Ihr Kommentar *


* Pflichtfelder


apparent media - iPhone Apps aus Berlin