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Mittwoch, 28. April 2010, 13:05 Uhr

Der Grieche in uns

Die fast stündliche Verschärfung der Griechenland-Krise hat auch deutsche Ursachen und deutsche Verantwortliche. Die Schuldigen sitzen nicht allein in Athen und in den Zentralen internationaler Hedgefonds, sondern auch in Berlin und in jedem deutschen Dorf, in jeder deutschen Stadt. Die Krise wird verschärft durch die deutsche Selbstüberschätzung und die daraus resultierende populistische Haltung aller Parteien.

Wir Deutsche glauben nach wie vor, wir seien besser, fleißiger, steuerehrlicher und disziplinierter als die Griechen und könnten uns deshalb erlauben, mit chauvinstischem Hochmut auf das Mittelmeer-Volk herabzusehen und ihm seine Politik vorzuschreiben, statt Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten. Dabei steckt auch in Deutschland ein Stück Griechenland und in jedem Deutschen auch ein Grieche.

In Deutschland ist Korruption zwar nicht so weit verbreitet wie in Griechenland, aber sie ist größer als die Strafverfahren und Berichterstattung glauben machen.

In Deutschland ist die Steuerehrlichkeit zwar größer als in Griechenland, aber in fast jedem Deutschen steckt auch ein kleiner oder großer Steuerhinterzieher – die einen mogeln bei der Strecke, die sie zum Arbeitsplatz fahren, oder bei der Größe des heimischen Büros, die anderen haben Milliarden ins Ausland gebracht. Die immer neuen CDs mit den Namen der Steuersünder sind nur die Spitze des Eisbergs.

In Deutschland sind zwar Schulden und Schuldenlast geringer als in Griechenland, aber auch die Deutschen (und jahrzehntelang ihre Politiker) bürden nachfolgenden Generationen unverantwortlich hohe Schulden auf.

In jedem Deutschen steckt ein Grieche – zumindest ein kleiner. Deshalb wird es Zeit, vom hohen Ross herunterzukommen und endlich die Bürgschaften für die Kredite der KfW-Bank an die Griechen zu gewähren, bevor weitere Länder, der Euro, die Europäische Währungsunion und am Ende auch Deutschland in den Strudel gezogen werden.

Das wäre auch möglich, wenn nicht in zwölf Tagen in Nordrhein-Westfalen gewählt würde. Alle Parteien haben Angst vor dem Zorn der Wähler, dabei haben sie den Zorn durch unverantwortliche Äußerungen (“Die Griechen sollen ihre Inseln verkaufen”) und durch ihr Abwarten selbst geschürt. Die ehemalige “eiserne Kanzlerin” Angela Merkel lässt sich mangels eigenem Kompaß von BILD mit den Angst-Schlagzeilen als Stimmungsbarometer beraten. Auch die SPD macht angesichts der NRW-Wahl eine traurige Figur und die FDP wird mit sachlich falschen und politisch dummerhaften Äußerungen (“Für die Griechen ist Geld da, aber nicht für die Entlastung der Steuerzahler”) zum Chefanheizer des Volkszorns. Wer hofft, aus der Griechenland-Krise parteipoltischen Profit zu schlagen, wird am Ende selbst Opfer der von ihm geschürten Stimmung. Der Zorn frisst seine Verursacher.

Der Zustand Griechernlands ist trostlos, trostlos ist aber auch die deutsche Politik. Wenn ich als Politiker weiß, dass ich am Ende die Kredite im eigenen Interesse ohnehin gewähren muss, dann ist jede Stunde Abwartens verantwortungslos, weil jede Stunde Zögern die Krise verschärft und neuer Treibstoff für das populistische Feuer ist.

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44 Kommentare

1) HoJo, Mittwoch, 28. April 2010, 14:35 Uhr

Die Situation ist schon sehr seltsam. Auf dem Höhepunkt der Krise sichert der deutsche Staat den deutschen Banken – die ja zu dem Zeitpunkt wohl noch “pleiterer” ;-) waren als Griechenland – eine Bürgschaft von bis zu 500 Mrd. Euro zu. Mit der Folge, dass das Vertrauen zurück kehrte und sich die Banken jetzt wieder seit Monaten untereinander Geld leihen zu Niedrigstzinsen (3-Monats-Euribor-Zinssatz aktuell bei 0,646%). Wieso kann die EU bzw. können die gesamten EURO-Länder nicht für eine vergleichsweise “läppische” Summe ebenso eine Bürgschaft aussprechen, welche das Vertrauen in die griechischen (und bald portugiesischen, spanischen etc.) Anleihen dauerhaft sichern würde und damit eine Refinanzierung zu halbwegs normalen Konditionen ermöglichen?

Der Laie stellt sich auch die Frage, warum Staatsanleihen über institutionelle Anleger verramscht werden müssen, welche dann wiederum als Sicherheit von diesen Institutionellen für neues Geld bei der EZB hinterlegt werden können. Da könnte doch die EZB – zumindest in solchen Ausnahme-Krisenzeiten – direkt die Anleihen kaufen (ebenfalls mit einem gewissen Risikoaufschlag je nach Haushaltsdefizit), ohne dass irgendwelche Banken als “Zwischenhändler” völlig risikolos mit 2 Mausklicks Milliarden Euro Gewinne über Anleihegeschäfte generieren – und das anschließend wieder als Bonus an die Mitarbeiter ausschütten.

Das ganze System ist doch nur noch absurd…

2) sacherworte, Mittwoch, 28. April 2010, 16:42 Uhr

Hallo,

vielen Dank für Ihren Beitrag. Im Umgang mit dem heutigen Griechenland ist Sachlichkeit gefragt – auch wenn’s Anne nicht will.

http://einminutentexte.wordpress.com/2010/04/28/das-ende-des-perikleischen-zeitalters/

Grüße
PhS

3) Philip, Mittwoch, 28. April 2010, 16:50 Uhr

Zumal die Kredite für Griechenland auch nicht viel anderes wären als eine erneute Subvention für die Banken. Schließlich ist Griechenland wohl zu einem nicht geringen Teil bei deutschen Banken verschuldet.

4) Taschezuhalterin, Mittwoch, 28. April 2010, 17:42 Uhr

Mir reichts, habe letzte Woche leider schon eine Bank subventioniert: 5,99 Euro für eine simple Fremdabhebung am Volksbank-Automaten.

5) ignacio ferrer, Mittwoch, 28. April 2010, 17:50 Uhr

Leider haben Sie in ihren nicht gerade kurzen Beitrag vergessen, die Ursachen des Debakels zu erwähnen. Wäre das nicht die erste Voraussetzung für Schlussfolgerungen?
So wird festgestellt, jeder Deutsche sei halt irgendwie auch ein kleiner Grieche und daraus ein Zahlungsverpflichtungsgrund abgeleitet. Und da ohnehin bezahlt werde muss: aber dalli!
Man hätte allerdings auch darauf hinweisen können, dass die Krise ihre Fortsetzung woanders finden wird.
Zu einem nicht mehr fernen Zeitpunkt wird man eben mal den Fakten ins Auge sehen müssen und die Schulden abschreiben – denn wenn eines klar ist dann das, dass diese Verpflichtungen ohnehin nicht mehr abgetragen werden können.
Und somit erübrigen sich auch die ganz traditionellen Wehklagen, dass alles bei den Enkeln hängen bleibt.

6) Martin, Mittwoch, 28. April 2010, 19:11 Uhr

Die Griechen haben betrogen um sich den Zutritt in den Euro-Raum zu erkaufen. Erst Geld leihen um das Staatsdefizit zu drüclen und dann ab in die Euro Zone. Dafür bekäme der “kleine Mann” die Ohren strubbelig gehauen! Also, Griechenland in die Insolvenz gehen lassen und hier die Banken stützen. Ohne konkrete Zahlen zu kennen: Das kommt auf die Dauer wahrscheinlich kostengünstiger als erst den einen Staat (Griechenland), dann den nächsten (Portugal) und den übernächsten (Spanien) zu stützen. Ach ja – da ist ja noch Italien. Wie gut geht es eigentlich Frankreich? Wir sind hier dabei einen Präzedenzfall zu schaffen und wir sollten alle gut Überlegen, bevor wir Maßnahmen ergreifen (Pro und Cons gut abwägen)!
Ach ja, und wer bleibt bis ganz zum Schluß beim Euro? Richtig: Luxemburg!
Beste Grüße @all
Martin
P.S.
Das griechische Volk ist schuldlo!. Schuld hat die griechische Politikelite! Leider muss das Volk darunter leiden, aber warum soll es den Griechen besser gehen als uns? ;-)

7) Philip, Mittwoch, 28. April 2010, 19:49 Uhr

@Martin

Zu sowas gehören aber immer zwei: Derjenige, der betrügt und derjenige, der sich betrügen lässt. Es war schon zum Zeitpunkt der Euroeinführung relativ klar und auch in den Zeitungen zu lesen, dass Griechenland ein wenig mit der Buchhaltung getrickst hat, um die formalen Kriterien für den Euro zu erfüllen (übrigens bei weitem nicht als einzige). Wäre der politische Wille dagewesen, hätte man Griechenland also schon damals den Euro verwehren können, wollte nur halt keiner.

8) lut, Mittwoch, 28. April 2010, 20:02 Uhr

Die Kettenreaktion kommt sowieso, die Frage ist nur ob wir vorher noch unser Geld verschenken. Die Krise der Immobilien wurde mit Staatsgeldern aufgekauft, jetzt kommt die Krise der Staaten. Wer sich dagegen stemmt wird verlieren. Stabilität in den Euroraum kriegt man nur durch eine ehrliche Staatsinsolvenz.

9) Erika, Mittwoch, 28. April 2010, 21:02 Uhr

Merkel hat soviel zu tun. Sie muss in Hollywood Schauspieler treffen, auf der Messe mit Computern spielen, also “Rosa Lola” auftreten, in einer Uni mit Studenten diskutieren. Wie soll sie sich da noch um Regierungspolitik kümmern. Dumm ist nur, dass die SPD nicht mehr für Frau Merkel die Verantwortung übernimmt.

10) Lisa S., Mittwoch, 28. April 2010, 21:22 Uhr

Ich finde, Ihr Artikel hat schon einen wahren Kern.
Auf der anderen Seite muss man aber auch sehen, dass die griechische Regierung hat jahrelang ihre Angaben an die Brüsseler Kommission gefälscht hat, um kein Defizitsünderverfahren angehängt zu bekommen. Von daher gehe ich davon aus, dass die Politiker dort sehr wohl wussten, wie es um ihr Land steht. Und trotzdem haben die Griechen immer noch ein sehr komfortables Sozialsystem (Bild lässt grüßen) und ca 50% (?) der AN arbeiten beim Staat.

Ich finde, prinzipiell sollte man Griechenland schon unterstützen, aber es sollte dort auch Reformen geben, die den Sozialstaat kürzen. Das wäre nur fair.

11) Thomas, Mittwoch, 28. April 2010, 21:29 Uhr

wenn Du mit “Hilfe zur Selbsthilfe” neue Schulden meinst, also genau das, was den Griechen jetzt vor die Füße fällt, ist das schon sehr merkwürdig. Und dann möchtest Du auch den Spekulanten, die momentan den Spekulanten, die griechische Anleihen mit 18% !!! Rendite kaufen, helfen, indem wir Griechenland retten? Ich weiß nicht.
Vielleicht sind die Dinge doch nicht so einfach. Man könnte zum Beispiel darüber schreiben, dass ein Exportweltmeister nicht nur Waren exportieren kann, sondern auch Kapital transferieren muss. Woher soll sonst der, der mehr importiert als exportiert – was ja zwangsläufig so sein muss wenn wir mehr exportieren als importieren- das Geld haben?
Nunja, ich persönlich wäre ja für einen Haircut in Höhe des Spreads zum Swap-Satz. Aber das wäre noch schwerer zu erklären.
Also auf deutsch: Bleib bei dem, was Du verstehst und schreibe nicht irgendwelchen Blödsinn.

Aber irgendwo hast Du auch recht. Auch wir bewegen uns auf GR Verhältnisse zu. Man schaue sich nur die Verschuldungskurve an.
Am geilsten finde ich aber die, die GR wegen der Verletzung der Maastricht Kriterien verurteilen. Es wird leider immer wieder vergessen, dass selbst Deutschland seit Jahren die Maastricht Kriterien nicht mehr erfüllt. Dort heißt es “Der öffentliche Schuldenstand darf nicht mehr als 60 % des Bruttoinlandsprodukts ausmachen ” (siehe Wiki). Aber bei anderen Ländern auf der 3% Neuverschuldungsgrenze rumhaken bis es nicht mehr geht.

12) Robert, Mittwoch, 28. April 2010, 22:21 Uhr

Die deutsche Politik wird allein schon aus eigenem Interesse für Griechenland einspringen (müssen): Entweder um den Euro zu retten oder wenn die Banken ihre Verluste abschreiben. Das wird nämlich öffentlich kaum artikuliert, wie tief unsere deutschen Banken dort in Griechenland mit Geld verstrickt sind. Es geht also letztlich darum, wessen Bailout man bezahlt.

@Martin: Luxemburg war doch das einzige Land, welches sich regulär für den Euro qualifiziert hat. Auch wir Deutschen haben geschummelt.

13) M.M., Mittwoch, 28. April 2010, 23:26 Uhr

Der globale Finanzmarkt kennt auch! die NRW Wahl. Nicht nur die BILD. Die Politik hechelt wie immer hinterher. Was ist mit der Finanzaufsicht. Sie untersteht dem Finanzminister. Was ist mit den Derivaten, die der Finanzminister zum Handel zulässt? Alles ausser Rand und Band. Deutschland gefährdet sein eigenes Rating, wenn es Bürgschaften gibt. Ich traue Frau Merkel nicht mehr! Sorry!

14) Roger Gerhold, Mittwoch, 28. April 2010, 23:28 Uhr

Das Gebilde heißt immer noch Europäische Union.
Und von einer Union verlange ich, dass sie sich verhält wie eine Familie.
Eine europäische Familie, die voneinander profitiert und sich gegenseitig hilft.
Ausgerechnet wir sollten uns vor Augen führen, wer uns unsere Produkte
eigentlich abnimmt. Ohne unsere europäischen Nachbarn könnten wir
tolle Müllhalden aus frisch produzierten Waren errichten.
Alleine könnten wir das, was unsere Fabriken täglich verlässt, ja sicherlich
nicht verbrauchen.
Wenn wir in der Lage waren, innerhalb einer Woche 480 Milliarden für unsere
Banken bereitzustellen, sollte jetzt auch ein Bruchteil dessen für Europa, den Euro
und letzten Endes auch für Griechenland möglich sein.
Und keine Sorge, unsere Regentin wird uns in den nächsten 10 Tagen immer wieder erklären, wie toll Sie das Schiff Europa wieder auf Kurs gebracht haben.

15) Tim, Mittwoch, 28. April 2010, 23:32 Uhr

Für die Pointe des vorletzten Absatzes hätte ich mir ein wenig Argumentation gewünscht. Wieso frisst der Zorn seinen Verursacher?

16) Mirage, Mittwoch, 28. April 2010, 23:39 Uhr

@Michael Spreng

Sie postulieren ein Interesse Deutschlands, den griechischen Gläubigern – wohl überwiegend Banken – aus der Klemme zu helfen. Aus meiner Sicht sprechen gute Argumente für die Gegenposition:
-Damit würde riskantes Anlageverhalten belohnt.
-Damit würde verantwortungsloses Verschuldungsverhalten belohnt
-Damit steigen entsprechende Anreize für andere Länder/Akteure zu genau diesem Verhalten
-Es ist völlig unklar, ob es Griechenland gelingt, das politische Ruder herumzureißen
-Mithin ist völlig unklar, ob Deutschland sein Geld jemals wiedersieht
-Darüber hinaus ist es gut möglich, dass sich die deutsche Kreditaufnahme dadurch verteuert

Man muss kein Populist sein, um dies äußerst skeptisch zu sehen.

17) Ans, Donnerstag, 29. April 2010, 00:01 Uhr

Zur Hälfte gebe ich dem Artikel Recht, zur anderen nicht.

Ja, in jedem Deutschen steckt ein Grieche – in jedem Europäer, jedem Amerikaner etc.
Doch daraus abzuleiten wir müssten den gleichen Fehler wie mit den Banken (ihr Verzocken mit Milliarden belohnen) auch mit Griechenland machen halte ich für falsch. Letztlich profitieren wieder die Banken davon, bei ihnen hat Griechenland doch die Schulden. Und auch die Spanier, Portugiesen, Italiener und letztlich auch die Deutschen.

“Zu retten was zu retten ist” hieße leider nun mal: Stabilitätskriterien stärken statt in die Bedeutungslosigkeit aufzuweichen. Zur Not auch ohne Griechenland, trotz eigener Überheblichkeit und eben aus Sympathie für die griechische Bevölkerung, die schon jetzt gegen den Sparkurs demonstriert, der umso strenger ausfallen muss, je mehr der Euro leidet.

18) 303, Donnerstag, 29. April 2010, 00:13 Uhr

Von hohen Rössern reden und dann über den Umweg zweier Absätze “Grieche” mit “Steuerhinterzieher” gleichsetzen. Zwar ist Deutschland in allen Belangen tatsächlich ein bisschen besser und ehrlicher, wie sie ja nicht zu erwähnen vergessen, aber welche Rolle sollte das denn noch spielen, wenn wir – wie sie ja korrekt erkannt haben – alle im selben Boot sitzen? Welche, wenn nicht die Pflege chauvinistischen Hochmuts, Herr Spreng?

In uns allen steckt wohl ein Bild-Redakteur- zumindest ein kleiner.

19) marcpool, Donnerstag, 29. April 2010, 00:28 Uhr

Haben denn Lissabon Vertrag und EU Vertrag überhaupt keine verpflichtende Bindung ? Was ist denn das Papier wert worauf die Worte gefasst wurden ? Keiner hat die Schulden des anderen zu leisten. Jeder wird sanktioniert der die 3 % Marke reisst. Waren wir nicht auch unter diesen Ländern, in guten Eichel zeiten ? Mussten wir Strafe zahlen ? Wer vormacht – muss sich dann auch nicht wundern wenn es andere noch besser koennen. Nun haben wir den Salat. Wenn denn aber feststeht wir müssen helfen, weil sonst alles noch schlimmer wird, Commerzbank, HRE – West LB alle die üblichen Verdächtigen hängen ja mit drin.
Da wäre es bestimmt besser gewesen nicht nur als Madame NO aufzutreten, sondern schnell zu reagieren.
Aber man vergisst – das liegt ihr nicht – Frau Merkel.

Zitat IMK Chef Horn : ” Ihre ( Merkels ) Zaghaftigkeit gegenüber den Finanzmärkten und ihre Feigheit vor dem Boulevard hat eine frühzeitige und klare Reaktion der EU Staaten verhindert und damit die Spekulation angeheizt .

Nun wird es noch teurer .

20) Hinz, Donnerstag, 29. April 2010, 00:28 Uhr

Die “Griechenland-Krise” ist doch ein Ablenkungsmanöver. Die Amis – die wahren Pleitiers – haben das mit Hilfe von Goldman angezettelt, um von ihren eigenen Problemen abzulenken.

21) Ariane, Donnerstag, 29. April 2010, 00:29 Uhr

Vielen Dank für Ihren Beitrag. Mittlerweile finde ich die Situation schon mehr als trostlos und man darf nicht vergessen, dass man ohne dieses Gehampel über Wochen wahrscheinlich deutlich günstiger und ohne die jetzt scheinbar einsetzende Massenpanik davongekommen wäre.

@Martin und andere Insolvenz-Rechenkünstler
Mal scharf nachdenken: was passiert denn, wenn die EU schön nacheinander Griechenland, Portugal und Spanien (etc) in den Bankrott rasseln lässt?
Sämtliche Banken wären dann in einer schlimmeren Lage als zu besten Krisenzeiten. Und wo liegen eigentlich die Kreditausfallversicherungen (CDS), von denen immer geredet wird? Man munkelt bei der alten Bekannten AIG. Unwahrscheinlich, dass die dann den CDS-Forderungen nachkommen könnte.
Wie zum Teufel soll sowas dann billiger ausgehen? Und was machen eigentlich die Banken, wenn zuviele Staaten pleite sind? Auf Aliens hoffen?
Es wäre deutlich besser, jetzt Griechenland zu helfen und dann endlich, endlich mal ranzugehen und die Regeln der Finanzmärkte völlig neu aufzustellen, sonst haben wir alle sechs Monate so eine Krise wie jetzt.

Mittlerweile leben wir in einer absurden Welt, in der Banken und Versicherungen als systemrelevanter angesehen werden als ganze Euro-Länder.
Wahrscheinlich hat die Bild aber schon Reporter nach Portugal geschickt um zu gucken, ob die denn auch so faul und korrupt sind.

22) Herbert Exner, Donnerstag, 29. April 2010, 01:09 Uhr

Herr Spreng macht sich die Sache leicht indem er von Griechenland ablenkt und in deutscher masochistischer Art die eigenen Landsleute verunglimpft “Jeder Deutscher ein kleiner Grieche”. Was sagt das eigentlich zur aktuellen Situation? Vor 2 Stunden ging die Plasberg Sendung über die Griechen zu Ende, ausnahmsweise mal annähernd fair. Die Fakten sind doch nicht zu leugnen und Spreng-Freund Schröder hat uns das doch eingebrockt als Griechenland in die Euro/EU-Zone aufgenommen wurde wohl wissend daß der finanzielle Status gelogen war. Seit heute wissen wir auch, daß Portugal und auch Spanien in vergleichbarer Situation sind. Bei den zu erwartenden Kreditausfällen und nicht ausgeführten Reformen zahlen effektiv die “kleinen Griechen” sprich deutsche Steuerzahler und Spargroschenbesitzer durch Inflationierung und höhere Abgaben. Spreng’s rotgrüne Freunde, denen er offenbar alles zutraut werden uns wie Münchhausen am Schopf überm Sumpf baumeln lassen.

23) Rob Vegas, Donnerstag, 29. April 2010, 01:36 Uhr

Im ersten Teil folge ich noch sehr gern, doch ist die Schlussfolgerung holprig. Nur weil in jedem von uns ein kleiner Grieche steckt muss man jetzt schnell Kredite gewähren? Wir haben natürlich sowieso keine andere Wahl.

Ich glaube nicht einmal, dass das Volk viel gegen die Griechen hat, aber dank der großen deutschen Tageszeitung wird der Grieche mittlerweile zum faulen Bestecher geschrieben.

Ob Merkel sich davon beeinflussen lässt? Ich habe nie eine “Zeitung” gelesen, welche mehr Propaganda für die CDU macht als die besagte Zeitung. Kanzler der Einheit – Vom Spendenskandal keine Spur, aber dafür eine Geburtstagseinladung für den Chefredakteur?

In jedem von uns steckt ein kleiner Sprengsatz. Die Schlussfolgerung im Artikel von Ihnen würde ich aber nur ungern darauf anwenden.

24) Wolf, Donnerstag, 29. April 2010, 08:10 Uhr

Wir müssen zahlen, nicht wegen ‘des Griechen in uns’, sondern, weil wir, bzw die selbstüberheblichen Euro- Macher es zugelassen haben, sehenden Auges die Griechen in die Euro- Zone aufzunehmen. Der desaströse griechische Staatshaushalt wurde bereits vor der Euro- Einführung diskutiert, mit dem Ergebnis, dass Griechenland ganz Europa in den Strudel reissen würde.

Der weitaus größere Fehler war, eine gemeinsame Währung einzuführen, ohne vorher eine Basis zu schaffen, gemeinsame Regeln einer Steuer- und Wirtschaftspolitik. Was nutzt ein vergoldeter Sattel auf einem toten Pferd? Diese Erkenntnis schein unsere Politiker jetzt einzuholen.

Die 135 Millarden Euro, dürfen getrost als Geschenk an Griechenland gesehen werden. Verantwortlich an dem Desaster sind aber nicht die Griechen, sondern jene Politiker, die jahrelang bewusst vor den permanenten “Griechischen Verhältnissen” die Augen verschlossen.
Für uns Steuerzahler ist es die gerechte Strafe, sich nicht für Europapolitik und die Wahl kompetenter Politiker interessiert zu haben. Folgerichtig werden unsere Enkel noch die Kosten des ‘Kredits’ erarbeiten müssen oder versuchen, sich davor zu drücken.
Ob das Interesse an Eurpa geweckt und sich in künftig erhöhter Wahlbeteiligung niederschlägt? Ich wage es zu bezweifeln.

25) Rhein Sieg, Donnerstag, 29. April 2010, 08:11 Uhr

Sehe ich ganz ähnlich. Der Zwangs-Optimismus den unsere Politiker da versuchen zu verbreiten, werden ihnen längst nicht alle abnehmen. Wenn ich die gigantische Summe sehe, die Griechenland allein die nächsten 2 Jahre angeblich benötigt und bereits die Rede davon ist, das Land müsse mindestens (?) 3 Jahre gestützt werden … Da brauchen Spanien, Portugal & Co. gar nicht mehr kommen. Griechenland alleine, wird uns finanziell alle überfordern.

26) Wilfried Haselberger, Donnerstag, 29. April 2010, 10:28 Uhr

Ich unterschreibe jeden Satz und habe langsam Angst vor unserer politischen Führung.Entweder begreifen diese es nicht oder es ist purer Populismus.Beides ist gleich schlimm

27) M.M., Donnerstag, 29. April 2010, 11:24 Uhr

@Herrn FM Schäuble
Was passiert mit dem Mitarbeiter einer regionalen Sparkasse, wenn er einem überschuldeten Kunden einen Kredit gewährt und der Mitarbeiter weiss, dass der Kunde den Kredit höchstwahrscheinlich nicht zurückzahlen kann?

28) m.spreng, Donnerstag, 29. April 2010, 12:38 Uhr

@Tim

Der Zorn frisst seine Verursacher – damit will ich sagen, dass die populistische Haltung der staatstragenden Parteien nur auf das Konto Wahlenthaltung oder auf das Konto radikaler Parteien einzahlt. Wenn es heute eine Partei mit einem charismatischen Kopf rechts der CDU gäbe, dann bekäme sie auf Anhieb über 10 Prozent.

29) Janissary, Donnerstag, 29. April 2010, 12:53 Uhr

Zunächst müssen wir uns bei Herrn Kohl und Herr Waigel bedanken die der französichen Erpressung für das OK der deutschen Einheit Folge geleistet und uns den Euro eingebrockt haben ohne ein anständiges Fundament zu legen.
So ist es wenn man unbedingt in die Geschichtsbücher eingehen will anstatt dem Eid verpflichtend für das Wohl des Volkes zu sorgen.
Ausserdem ist überhaupt nicht klar was passieren wird wenn die Portugiesen und/oder Spanier um Kredite anklopfen werden. Genau, was dann?
Noch mehr deutsches Geld auf die/in die iberische Halbinsel als derzeit nach Hellas? Und wieviel?
Und wie soll denn das finanziert werden?
Oder darf nichts in Frage gestellt werden?
Wenn mir die EU bzw Europa bisher eines gelehrt hat dann das: Euro ist wenn der dumme Deutsche zahlt.
Europa ist wenn das dumme Deutschland die Hauptlast trägt.

30) Robert, Donnerstag, 29. April 2010, 12:58 Uhr

Das kommt davon, wenn man Behinderte mit ins Ruderboot auf Grosse Fahrt nimmt. Wenn die dann über Bord fallen, ist es manchnal besser, man hilft ein bisschen mit mit dem Ruder….wenn man sie nämlich zurück ins Boot holt, kann es sein, dass sie das Ganze zum kentern bringen.

Deshalb: die Griechen haben sich über jahrzehnte diese Probleme geschaffen, sollen sie sie selbst lösen.

31) Mehrheitsmeiner, Donnerstag, 29. April 2010, 13:08 Uhr

Es ändert sich erst dann etwas, wenn der Karren im Dreck liegt.

Finanzsektor 2008 sehenden Auges in die Krise – Rettung durch Politik – Steuerzahler
Griechenland seit 2002 sehend Auges in die Krise – Rettung duch EU – Steuerzahler
Rest von PIGS werden folgen – Rettung durch EU – Steuerzahler
Irgendwann Deutschland sehend Auges in die Krise – Wer dann? Chinesische Steuerzahler?
Die werden uns was husten. Russen? Nastaorvje – oder so …

Ich hoffe nur, dass dann der Rest der EU uns helfen kann. Deshalb nicht so hoch die Nase.

32) armer Moldavier, Donnerstag, 29. April 2010, 16:39 Uhr

Geschätzter Spreng.

Gehen Ihnen die Themen aus?

Ob Kohl oder sein “Mädchen”, Spendenkonto: ****, Rheinische Kies-und Sandbank.

Fröhliches WE an alle, die noch lachen können.

33) Andreas, Donnerstag, 29. April 2010, 19:11 Uhr

@ M.M.:
Ich kann Sie beruhigen, Deutschlands Rating wird wider aller objektiven
Gründe sicher nicht gesenkt. Doch warum?

Wir sollten uns mal die Ratingagenturen etwas genauer ansehen. Das sind
schließlich keine objektiven Messinstrumente, sondern da werden Schätzungen
von Menschen gemacht; Menschen, die ihrerseits Interessen haben.
Wenn eine Ratingagentur das Rating einer Institution herabsetzt, erhöht sich
damit der Zinssatz, den diese Institution für Kredite zahlen muss. Natürlich
bedeutet ein erhöhter Zinssatz einen prächtigen Gewinn für die Anleger.
Nur ist die Stellschraube “Rating” aber normalerweise so empfindlich, dass
man durch Herabsetzen des Ratings schnell eine Institution in die Knie
zwingen kann, danach ist dann auch kein Geld mehr aus ihr herauszuholen,
der Einsatz wäre verloren. So verhindert das Ratingsystem via Rückkopplung
seine eigene Ausnutzung.

Wenn nun aber eine kleine Institution durch eine große geschützt wird, ist
der obige Rückkopplungsprozess unterbrochen; das Rating von Griechenland
könnte beliebig gesenkt werden (was zu hohen Zinsen und hohem Profit bei
den Investoren führt), ohne ein Ausfallrisiko heraufzubeschwören.
Das geht aber nur, solange die wirtschaftsstarken, schützenden Staaten
(wie Frankreich, Deutschland, UK) nicht gefährdet sind. Folglich darf
deren Rating nicht gesenkt werden, denn dann wäre der Einsatz verloren.

Klar, diese verschwörungstheoretische Überlegung macht nur dann Sinn,
wenn es mindestens einen Ratingagenturmitarbeiter in leitender Position
gibt, der zugleich griechische Staatsanleihen besitzt. Einen Beweis hierfür
bleibe ich leider schuldig, sorry.

34) Holodomor, Donnerstag, 29. April 2010, 20:00 Uhr

Herr Spreng, es wird langsam langweilig: Egal worum es geht: Immer ist Frau Merkel schuld und die Deutschen an sich….
Schröder fährt im Phaeton derweil als Lobbyist für Putin herum.

35) ChrisophVictor, Freitag, 30. April 2010, 10:48 Uhr

Herr Spreng,

warum wird uns von den deutschen “Qualitätsmedien” immer das gleiche erzählt?
Deutschland ist böse, Deutschland ist schuld, Deutschland muss zahlen, Deutschland muss…
Deutsche sind schlecht, Migranten viel besser… Blablabla…
Wundern Sie sich eigentlich noch, dass sich immer mehr Menschen von der Politik, den Medien und ihren Vertretern abwenden, oder nichts mehr davon glauben?

36) Ali, Freitag, 30. April 2010, 14:14 Uhr

@Taschezuhalterin: Klingt nach der Postbank. Mein Tipp: entweder die Bank wechseln oder an Automaten Geld abheben, deren Banken an der Cash Group beteiligt sind. ;)

37) DukeBosvelt, Freitag, 30. April 2010, 15:24 Uhr

Mal davon abgesehen, dass Deutschland durch die gemeinsame Währung und der fehlenden Abwertungsmöglichkeiten wirtschaftlich schwächerer Nachbarstaaten erhebliche Exportvorteile geniesst und eine Lohnzurückhaltungspolitik zu Ungunsten der EU-Mitgliedsstaaten und seiner eigenen Bevölkerung betreibt, was für sich genommen schon wirtschaftspolitischer Wahnsinn in einer gemeinsamen Währungsunion ist…

… würde ich mir doch wünschen, wenn dieser Griechenland-Aufschrei bei einem Finanzvolumen über möglicherweise 25 Milliarden Euro Bürgschaft (über 3 Jahre) in ein rationales Verhältnis zu dem 500 Milliarden schweren, deutschen Bankenrettungsschirm gesetzt werden würde. Während wir den Griechen das härteste Sparprogramm ihrer Staatsgeschichte abverlangen, sind die Banken mit einem Bürgschaftsvolumen des Faktors 20 (!) zur Griechenlandhilfe nahezu ungeschoren durch die von ihnen selbst verursachte Krise gekommen – übrigens die gleichen Banken, die mit billigem EZB-Geld auf die hohen Renditen griechischer Staatsanleihen gewettet haben und wahrscheinlich erneut von unserer Regierung herausgekauft werden.

Natürlich muss man sich kritisch mit der griechischen Steuermentalität + Korruption auseinander setzen und einen radikalen Schnitt machen, aber die z.T. grassierenden Ressentiments auch in diesem Blog wären in Bezug auf die international agierenden / zockenden Geschäftsbanken und die regulierungsunwillige Bundesregierung besser aufgehoben!

38) Oliver, Freitag, 30. April 2010, 16:01 Uhr

Bevor wir riesige Beträge ausgeben, muss klar sein, wie die Außenhandelsdefizite unter Kontrolle gebracht werden können. Und wir müssen entscheiden, was der Euro wert ist. Und zwar ganz wörtlich.

39) Doktor Hong, Freitag, 30. April 2010, 19:28 Uhr

Faszinierend, wie die Meinungsmache anschlägt. Bravo.

Kapieren wir endlich was? Die Mittelschicht darf zahlen, und die Oberschicht kassiert?

Am Außenhandel mit Griechenland hat Deutschland verdient:

2009: 4,8 Milliarden
2008: 5,97 Milliarden
2007: 5,83 Milliarden

In der Summe: 16,6 Milliarden Euro. Ja, was sind wir dumme Deutsche.

Wo ist das Geld hängengeblieben? Vermutlich bei den Unternehmen, die Exporte nach Griechenland machen.

Und wer zahlt jetzt für Griechenlands Krise? Die arbeitende Mittelschicht, wie für so vieles, z.B. auch die Bankenkrise.

Dieses Land hat doch genau die Regierung, die die Bevölkerung verdient.

Vielleicht sollte man sich 65 Jahre nach Kriegsende mal vergegenwärtigen, dass “Ein Volk, ein Reich, ein Führer” und das ganze Geschwafel vom einheitlichen Volkswillen tatsächlich eine Fiktion waren, und dass es damals wie heute in Deutschland verschiedene Bevölkerungsgruppen mit verschiedenen, teilweise diametral auseinander laufenden Interessen gibt.

Als mir das damals meine amerikanischen Freunde an den Kopf geworfen haben (zu Clinton-Zeiten), habe ich das noch heftig diskutiert. Zu Bush-Zeiten habe ich mir die Häme verkniffen, weil das traurig genug war. Aber Jahre später muss ich anerkennen, dass jene Sentenz nicht ganz unberechtigt ist.

@DukeBosvelt:

Ihre Kommentare finde ich vernünftig; ich habe dem wenig hinzuzufügen.

40) Hermann, Freitag, 30. April 2010, 23:27 Uhr

Ich finde auch, das immer wir Deutschen zur Rechenschaft gezogen.
Di Griechen haben getrickst, gelogen und uns veräppelt und die Deutschen und Ihre Politiker haber angeblich alles mitverursacht.
Mich hat in den letzten Monaten gewundert, das die Griechischen Anleien immer mehrfach überzeichnet waren.
War klar: die Banken leihen sich das Geld für 1 % bei der Europäischen Bank und leihen es für 7 bis 10 an Griechenland weiter. Gewinn: 6 bis 9 %. Klasse.
Wenn die Griechen pleite gehen, dann zahlt der Staat oder der Steuerzahler.
Risiko Bank: 0% bei maximalem Gewinn von 6 bis 9 % .
Zum Schluss landen immer alle Risiken bei den Landesbanken oder beim Steuerzahler.

Es bleibt aber auch dabei, das die Griechen kein Harz 4, viele Geschenke und Vergünstigungen gemacht haben. Dass konnte nicht gutgehen.
Ich kann nicht verstehen, das die Griechen derzeit noch Demonstrieren gehen. Lernen die dann gar nichts?

41) Linus, Samstag, 01. Mai 2010, 04:11 Uhr

@ Hermann

Von wegen “Lernen die denn gar nichts?”. Ich möchte mal sehen, was hier los ist, wenn in Deutschland die Staatsausgaben radikal zusammengekürzt werden. Wie schnell sind dann alle auf den Barrikaden? Die Gewerkschaften, die Lobbyisten und vor allem diejenigen, die jetzt ach so vernünftig mit dem Finger zeigen. Letztendlich (5 Drachmen ins Phrasenschwein) ist sich doch jeder selbst der Nächste. Rational mag das ja verwundern, emotional kann ich da nichts ehrenrühriges erkennen.

Und was heißt hier überhaupt: “Die Griechen haben…”? Ich würde mich auch dagegen verwahren, blindlings mit allen in einen Topf geworfen zu werden. Nicht der “Grieche an sich” hats verbockt, weil er halt von Natur aus faul und korrupt ist. Das waren dann schon Politiker und ihre Spezis. Und diejenigen, die dabei zugesehen haben. Und die dürften in Griechenland nicht mehr oder weniger dubios sein, als das, was uns hier, besonders zu Wahlkrampfzeiten, begegnet. Nur vielleicht ein bißchen weniger offensichtlich inkompetent.

42) Rhein Sieg, Samstag, 01. Mai 2010, 06:38 Uhr

@Hermann: Ganz ehrlich, WIR sollten uns an den Griechen ein Beispiel nehmen und demonstrieren. Und zwar ständig und ganz massiv. Ich bin davon überzeugt, dass es Teile unserer Polit- und Finanzelite sehr freut, wenn jetzt auf den Griechen eingeprügelt wird. Dann beschäftigt man sich nämlich nicht mit ihnen. Die gleichen Leute, die uns ständig etwas von Selbstverantwortung erzählen, sobald irgendwelche Kritik an ihrem Gebaren aufkommt, das ganz schnell vergessen haben, wenn’s eben gerade mal nicht Geld regnet. Sondern sie selbst finanziell ihrer eigenen Selbstverantwortung nachkommen sollten. Dann wird immer sofort nach dem Staat geschrien. Dem gleichen Staat der seit Jahren durch vollkommen falsche politische Entscheidungen immer mehr an Handlungsspielraum verliert, etwa durch die Ausweitung von Zeitarbeit oder Dumpinglöhnen . Wovon absurder weise ebenfalls wieder jene Menschen profitieren, die beständig am Staat sägen. Die Finanzkrise hat all diese binnenpolitischen Probleme, die ohnehin irgendwann zum Crash geführt hätten, vor allem beschleunigt. Wenn das Ganze uns irgendwas gezeigt haben sollte, dann dass es so wie bisher auf gar keinen Fall weitergehen DARF. Aber bereits jetzt ist vollkommen offensichtlich, dass unsere Regierung gar nicht daran denkt, irgendetwas zu ändern. Und sei es nur, wirksam daran zu arbeiten, dass uns die nächste Finanzkrise erspart bleibt.

43) M.M., Sonntag, 02. Mai 2010, 01:17 Uhr

@DukeBosvelt

“…regulierungsunwillige Bundesregierung…”

Guter Beitrag aber Bitte im Plural: REGULIERUNGSUNWILLIGE BUNDESREGIERUNGEN

44) Hektor, Montag, 03. Mai 2010, 07:11 Uhr

Die übliche linksfaschistische Leier:
Wir Deutschen sind schuld am Übel der Welt.
Kanns nimmer hören.

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