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Sonntag, 17. Mai 2009, 19:40 Uhr

Kohl & Biedenkopf – der Anfang vom Ende

Im Bundestagswahlkampf 1976, es sah so aus, als würde die CDU/CSU mit ihrem Kanzlerkandidaten Helmut Kohl gewinnen, saß ich mit Kohls Generalsekretär Kurt Biedenkopf in der “Unionsstube” im Bonner Adenauer-Haus. Kurz vor Ende des Gesprächs entwickelte Biedenkopf eine verwegene Theorie. Seiner Meinung nach gibt es zwei Arten von Politikern: solche, die als populäre Zugpferde Wählerstimmen gewinnen können und solche, die dann, wenn eine Wahl gewonnen wird, die Macht übernehmen und regieren sollten, weil sie dafür besser geeignet und ausgebildet seien.

Obwohl er keine Namen nannte, war klar, wen er gemeint hatte: Kohl für den Wahlkampf und sich selbst fürs Regieren. Kohl traute er offenbar das Kanzleramt nicht zu. Seine Machtphantasien konnte er aber nicht in die Tat umsetzen, weil die CDU/CSU zwar grandiose 48,6 Prozent der Stimmen errang, aber dennoch eine paar Zehntelprozente zu wenig, um die Regierung zu übernehmen. Ein Jahr später trennten sich Kohl und Biedenkopf.

Biedenkopf brauchte dann noch 14 Jahre, bis er selbst einmal Macht ausüben konnte – als Ministerpräsident in Sachsen. Und dies aber auch nur, weil zuvor Lothar Späth und Heiner Geißler abgesagt hatten.

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3 Kommentare

Marc, Montag, 18. Mai 2009, 13:27 Uhr

Die zwei Arten kann ich mir gut vorstellen, bei Walter Wallmann war es in Frankfurt ähnlich. OB Wallmanns zweiter Mann war Wolfram Brück, der ihm nachfolgte, als Wallmann Umweltminister in Bonn wurde. Brück war bestimmt ein guter Verwalter, hatte aber nicht Wallmans Charisma und die CDU verlor in Frankfurt die nächste Kommunalwahl.

Michael Schäfer, Montag, 18. Mai 2009, 14:43 Uhr

es gab bisher keine Patriarchin und keinen Patriarchen, hinter der bzw. dem kein Königsmörder stand (Königsmörderinnen kenne ich keine).
Die jeweils aktuellen Umstände haben eben den Mord verhindert – oder, wie im Falle Helmut Schmidt, der Selbstmord, unterstützt durch die FDP.

Krischn, Dienstag, 19. Mai 2009, 02:35 Uhr

Gerade lief im ZDF “Die Kanzlermacher”.

Dazu zwei Zitate:
(2002, paar Minuten nach der BTW: ZDF announct den fast sicheren Wahlsieg.) Blogautor: “Erst kommt der Chef!”
Chef: “Eines ist klar: Wir haben die Wahl gewonnen!”
Ich habe seit langem selten mal wieder so gelacht.

Lese Ihr Blog sehr gern, auch wenn ich selten mit Ihnen einer Meinung bin.

P.S. Es war sicher nicht nur die Flut, Herr Spreng ;)

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