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Sonntag, 26. April 2009, 23:00 Uhr

Der Mann für die Talkshows

Besonders schwierig war im Bundestagswahlkampf 2002 die Zusammenarbeit mit dem damaligen CSU-Generalsekretär Thomas Goppel. Ihn interessierte nur sein eigenes Bild in den Medien, konkrete Arbeit scheute er eher. Ihm ging es nur darum, den Eindruck zu erwecken, er bestimme den Wahlkampf mit. Er war  illoyal, auch Edmud Stoiber gegenüber: jedes Geheimnis blieb nur so lange geheim, bis es Goppel erfuhr. So gelang es Stoiber zwar, meine Berufung zum Wahlkampfmanager bis zur Pressekonferenz unter der Decke zu halten, weil er Goppel zu dessen Ärger nicht vorab informierte. Die Berufung von Lothar Späth zum Kandidaten für ein Superministerium aus Wirtschaft und Arbeit blieb drei Monate das Geheimnis von Stoiber und mir, als Stoiber aber Goppel einweihte, stand es am nächsten Tag in der “Süddeutschen Zeitung”. Auch als in “Focus” und in “BILD” Meldungen über mein Honorar erschienen, gab es dafür nur drei mögliche Quellen: Stoiber, Spreng und Goppel.

Stoiber zog dann die Konsequenzen und berief Goppel aus der operativen Wahlkampfführung ab, die aus Laurenz Meyer, Goppel und mir bestand, und ersetzte ihn durch den vertrauenswürdigen Michael Höhenberger. Er begründete dies mit dem wunderbaren Satz “Thomas, ich brauche dich für die Talkshows”, was Goppel nur zu gerne glauben wollte.

Goppels merkwürdige Marotten konnte ich bei einem Besuch in der CSU-Zentrale erleben. Als ich das Haus verlassen wollte, stand Goppels Büroleiter in der Aufzugstür, um den Lift zu blockieren. Ich stieg ein und bedankte mich, der Büroleiter aber blieb weiter in der Tür stehen. Es war in der Nymphenburger Straße üblich, wenn der Generalsekretär das Haus verlassen wollte, den Aufzug so lange zu blockieren, bis Goppel endlich kam. Das konnte bis zu 10 Minuten dauern. In meinem Fall ging es dann schneller: ich durfte ausnahmsweise schon vor Goppel mit dem Aufzug fahren.

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