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Flut oder Familie

Im Wahlkampf 2002 wurde viel gerätselt, warum CDU/CSU-Kanzlerkandidat Edmund Stoiber ausgerechnet während der Flutkatastrophe im Osten nach Juist in Urlaub fuhr. Als er ihn dann abbrach, war der Schaden für seine Kampagne schon angerichtet.

Der Hintergrund für die Fehlentscheidung war ein familiärer und menschlich durchaus sympathischer. Das Ehepaar Stoiber machte seit Jahren mit zwei befreundeten Ehepaaren zweimal im Jahr Urlaub – einmal in der Toskana, einmal in Marbella. 2002 sollte es Juist statt Marbella sein. Ein Kanzlerkandidat muss im Land Urlaub zu machen. Ein Mitglied dieses Freundeskreises hatte einen runden Geburtstag und Stoiber hatte seiner Frau versprechen müssen, wenigstens zur Geburtstagsfeier auf Juist zu sein. Deshalb kam es zum dem politisch folgenreichen Urlaubswochenende auf Juist, während Gerhard Schröder als Krisenmanager mit Parka und Gummistiefeln im Osten eine gute Figur machte.