Sonntag, 16. Mai 2010, 10:59 Uhr

Free Transportation

Was das schönste an seinem Amt sei, wurde einst der englische Premierminister Winston Churchill gefragt. Er antwortete: “Free transportation”. Schon immer waren Dienstwagen mit Fahrer für Politiker nicht nur angenehm, sondern auch ein Statussymbol. Kürzlich berichtete “Spiegel-Online”, wie der bisherige Präsident des europäischen Parlaments, Hans-Gert Pöttering (CDU), nach seinem Ausscheiden aus dem Amt weiter in den Genuss eines Dienstwagens gekommen ist: heimlich wurden die Richtlinien für “personenbezogene Dienstwagen” geändert. Jetzt steht Pöttering noch für zweieinhalb Jahre ein Dienstwagen zu, obwohl er nur noch einfacher Abgeordneter ist.

Ein ganz besonderer Trick fiel dem früheren Bundestags- und Bundestagsvizepräsidenten Kai-Uwe von Hassel (CDU) ein, um 1976 nach seinem Ausscheiden aus dem Bundestagspräsidium weiter im Dienstwagen gefahren zu werden. Von Hassel hatte in der terrorgefährdeten Zeit auch zwei Leibwächter, die er ebenfalls verlieren sollte. Listig schrieb er deshalb an den Bundesinnenminister, ob dieser denn künftig seine Sicherheit auch ohne Leibwächter garantieren könne. Dies konnte der Innenminister natürlich nicht und deshalb behielt von Hassel seine Leibwächter, die natürlich einen Dienst-Mercedes hatten – und von Hassel wieder einen Dienstwagen mit Chauffeur. Denn die beiden Leibwächter mussten in ihrem Wagen vorne sitzen und der CDU-Politiker thronte wie eh und je auf der Rückbank.

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2 Kommentare

1) Frank66, Dienstag, 18. Mai 2010, 20:49 Uhr

Sagte nicht Außenminister Klaus Kinkel nach der Abwahl 1998 “Wo isch mei Audo?”

2) joe norden, Freitag, 25. Juni 2010, 11:38 Uhr

was ist eigentlich aus dem Fahrer geworden, der sich den Dienstwagen von…..war es Ulla Schmidt?..hatte klauen lassen??

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