Samstag, 08. Mai 2010, 13:52 Uhr

Zauberlehrling Merkel

Angela Merkel wird sich in den vergangenen zwei Wochen bei der Lektüre von BILD wie Goethes Zauberlehrling gefühlt haben: „Die ich rief, die Geister, werd ich nun nicht los“. Tagelang ließ sie sich von BILD im März als „Eiserne Kanzlerin“ und „Madame No“ feiern, weil sie den Eindruck erweckt hatte, Griechenland bekäme keine Kredite. Kaum musste sie – was zu erwarten war – ihren Kurs ändern, traf sie der rasende Zorn ihres Jubelchors. In einer seit dem Kampf des Springer-Verlages gegen die Ostverträge beispiellosen Kampagne machte BILD Front gegen Bundesregierung und Parlament und versuchte, die Leser gegen die Griechen in einer Form aufzuwiegeln, die an Volksverhetzung grenzte.

Beim Lesen fiel mir ein Zitat des früheren DGB-Vorsitzenden Heinz-Oskar Vetter wieder ein: „Wer sich in BILD begibt, kommt darin um“. Das galt zwar nicht zu jeder Zeit in der Geschichte von BILD, aber unter den derzeitigen „Masters of the Universe“ scheint es sich wieder zu bestätigen.

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8 Kommentare

1) Eckhard Supp, Samstag, 08. Mai 2010, 14:36 Uhr

Schlimmer noch als die Springer-Presse waren diesmal Teile der TV-Berichterstattung. Anlässlich der Demonstrationen vor einigen Tagen verstieg sich ein n-tv-Reporter zur Klage, die „südländische Körperhaltung“ drücke so viel Aggressivität aus. Warum nicht gleich von den griechischen Untermenschen reden?

2) vera, Samstag, 08. Mai 2010, 16:31 Uhr

da braucht’s eine dompteuse, keine equilibristin.

3) Uli, Samstag, 08. Mai 2010, 16:44 Uhr

Unverständlich ist für mich vor allem wie sich Merkel ohne Not selbst in die Bredouille gebracht hat. Sind ihre Berater unfähig, sie selbst beratungsresistent oder hat man wirklich gehofft das Thema bis über die NRW Wahl zu halten? Früher konnte sie ihre schlechte Politik wenigstens noch gut verkaufen, inzwischen gelingt nicht einmal mehr das. Düstere Aussichten…

4) Thomas Maier, Samstag, 08. Mai 2010, 19:33 Uhr

Und was genau hat SIe dazu bewegt, für die zu arbeiten?

5) Thom, Samstag, 08. Mai 2010, 20:18 Uhr

Die Berichterstattung ist volksverhetzerisch. Und die „Zeitung“ sollte man verbieten. Art. 18 GG spricht davon, daß man sein Recht auf freie Meinungsäußerung verwirken kann (Art. 5 Abs. 1 GG).

6) Philip, Sonntag, 09. Mai 2010, 19:03 Uhr

Schön von Ihnen auch mal ein paar kritische Worte zu Ihrem alten Arbeitgeber zu hören. 😉

Die Berichterstattung der BILD zu diesem Thema war an Widerwärtigkeit wirklich kaum noch zu überbieten

http://www.bildblog.de/18326/leitfaden-wie-hetze-ich-gegen-ein-land-auf/

7) stavros, Montag, 10. Mai 2010, 17:44 Uhr

sag ich doch schon die ganze zeit

http://stavrospapadatos.wordpress.com/2010/05/06/urlaubsfotos-2/

😉

8) karen, Dienstag, 11. Mai 2010, 23:30 Uhr

falsch kategorisiert der beitrag? das ist doch keine anekdote der woche sondern eher aktuelles?

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