Sonntag, 13. Juni 2010, 13:37 Uhr

Wulffs Niederlage

Politiker neigen dazu, die Gründe für Wahlniederlagen nicht bei sich selbst, sondern bei anderen zu suchen, vornehmlich bei den Medien. So auch Christian Wulff. Er hat mir jahrelang vorgeworfen, ich sei an seiner Wahlniederlage 1998 in Niedersachsen schuld gewesen.

Und das kam so: als Chefredakteur der “Bild am Sonntag” machte ich am Wahlsonntag die Schlagzeile “Schröder heute 18.26 Uhr Kanzlerkandidat?”, weil Gerhard Schröder die Niedersachsenwahl im innerparteilichen Kampf gegen Oskar Lafontaine zum Plebiszit über seine Kanzlerkandidatur erklärt hatte. Und das war der überregional einzig interessante Aspekt dieser Wahl. Etwa zu dieser Uhrzeit wurde Schröder von Franz Müntefering tatsächlich zum SPD-Kanzlerkandidaten ausgerufen. Und Wulff glaubt bis heute, er habe wegen dieser Schlagzeile die Wahl verloren.

In meinem Kommentar zur Wahl schrieb ich: “Schade, dass bei dieser Konfrontation ein kompetenter Mann wie der niedersächsische CDU-Spitzenkandidat Christian Wulff völlig unterging. Er hat seine Zukunft mit Sicherheit noch vor sich”. Das war ja auch nicht so falsch.

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4 Kommentare

1) HarryH_III, Montag, 14. Juni 2010, 16:39 Uhr

Die beiden letzten Artikel sind gefallen mir, wie (fast) immer.
Ich verstehe auch Dein Engagement. – Aber, hallo? Du sollst doch im Bett bleiben!? Oder was hatte ich – noch gar nicht lange her – von Dir bezüglich OP und so gelesen?

2) Frank66, Dienstag, 15. Juni 2010, 09:50 Uhr

Na dann passen sie mal auf, das sie durch ihre Kommentare nicht auch noch dazu beitragen Wulffs Wahl zum Bundespräsidenten zu verhindern.
Aber je näher der Wahltermin rückt, desto geschlossener werden die Reihen im sogenannten bürgerlichen Lager werden. Er wird im ersten Wahlgang gewählt und das schwarz-gelbe Elend wird weitergehen.

3) killroy, Mittwoch, 16. Juni 2010, 20:26 Uhr

Nur weiter so, so ein farbloses Nichts wie Wulf braucht Deutschland nun wirklich nicht. Schon in Niedersachsen, mit null Inhalt an die Macht gekuschelt und das sogar zweimal, was auch nichts gutes über den niedersächsischen Wähler aussagt. Jetzt soll so einer auch Bundespräsident werden. Nicht das mir Gaugk wesentlich sympatischer währe, aber ich hoffe das bei seiner Wahl die Berliner Chaoscombo endgültig den Bach runter geht.
Noch so ein Grußonkel wie Herrn Köhler brauchen wir nicht. Wenn mehr Deutsche wüßten, welchen Schaden Köhler als Staatssekretär im Finanzamt und als Chef des IWF angerichtet hat, würden seine Umfragewerte wohl deutlich unter dehnen von Herrn Westerwelle liegen.
Ich bin dafür das Amt des Bundespräsidenten vom Volk wählen zu lassen oder gleich ganz abzuschaffen. Spart gleich 30 Millionen, nicht viel aber was.

MfG killroy

4) CB, Sonntag, 20. Juni 2010, 12:13 Uhr

@killroy
Mann, Mann, was für ein starker Tobak. Wen hätten Sie denn gern? Und eine Volkswahl, klar, dann haben wir bald Günther Jauch oder vielleicht Udo Lindenberg. Mahlzeit !

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