Kommentare
60
Tagcloud
BILD CDU CDU/CSU Christian Wulff CSU Der Spiegel Die Linke FDP Grüne große Koalition Hartz IV Helmut Schmidt Kohl Linkspartei Merkel Philipp Rösler Rüttgers Schäuble Schröder Schwarz-Gelb Seehofer Sigmar Gabriel SPD Steinbrück Steinmeier Steuersenkungen Stoiber Wahlkampf Westerwelle zu Guttenberg
Sonntag, 27. Juni 2010, 12:46 Uhr

Der Zuckerwatte-Präsident

Geht Ihnen das auch auf den Geist? Dieses zuckersüße Lächeln? Dieses unendlich Sanftmütige? Dieser unschuldige Blick? Diese leise, wahnsinnig freundliche Stimme? Dieses Pastorale? So kann man alten Damen Kapitallebensversicherungen oder Lehman-Zertifikate verkaufen, aber wollen wir so einen Bundespräsidenten?  Genau das ist aber sein Auftrag: er soll den Wählern etwas verkaufen, was nichts mehr oder nicht mehr viel wert ist -  die schwarz-gelbe K.o.alition. Christian Wulffs Wahl zum Bundespräsidenten soll sie stabilisieren, Angela Merkel fürs erste den Kopf retten. 

Christian Wulffs Wahlkampf ist eine Beleidigung für den Geist. Einschmeicheln statt mit klaren Positionen zu werben, einlullen statt aufklären, schönreden statt kritischer Haltung, Anpassung statt Widerspruch. So anspruchslos können die Bürger nicht sein. Wenn Wulff wirklich so ist wie sein Wahlkampf, dann darf er nicht Bundespräsident werden, unabhängig davon, dass sein Gegenkandidat Joachim Gauck heißt. Nein, dreimal nein. Ein Bundespräsident soll kein parteiischer Präsident sein, aber er darf eine klare, nicht verschwiemelte Meinung haben. Bundespräsident Wulff – das wäre “Bruder Johannes” als Karikatur, Rau in schwer erträglicher Potenz.

Allein schon sein Satz: “Die Zukunft gehört den Sanftmütigen”. Das  ist nicht nur falsch, sondern auch süßlich-ekelhaft in einer Zeit, in der sich die Schere zwischen arm und reich immer weiter öffnet, in der die internationale Finanzwirtschaft, die die Welt an den Abgrund geführt hat, ungeschoren davonkommt. Die Zukunft gehört den Zornigen, Politikern, die sich noch aufregen können, die eine klare Sprache sprechen, die Probleme benennen und nicht beschönigen, die zu echter Empathie fähig sind und nicht an ihrer selbst produzierten Zuckerwatte ersticken. Das gilt auch für Präsidenten.

Im Vergleich zu Wulff ist ein glattgeschliffener Kiesel ein Stein mit Ecken und Kanten. Auf die Frage nach der Schere zwischen arm und reich fällt ihm nur ein Loblied auf den Mittelstand ein. Damit kommt man vielleicht bei den Wahlmännern und Wahlfrauen durch, aber auch fünf Jahre bei den Bürgern?

Ich will hier kein Loblied auf Joachim Gauck singen, aber er schmeichelt sich wenigstens nicht ein, er zeigt Ecken und Kanten. Er will auch keine Grundüberzeugung opfern, um sich bei der Linkspartei anzubiedern, die er auf Bundesebene für nicht regierungsfähig hält. Vielleicht fehlt ihm noch eine Portion soziale Sensibilität, vielleicht überhöht er etwas seinen Freiheitsbegriff, aber er ist wenigstens ein Typ, ein Kerl, kein Zuckerwatte-Verkäufer. Sigmar Gabriels Polemik, Gauck habe ein politisches Leben, Wulff eine politische Laufbahn, war wahrscheinlich doch nicht so falsch.

Auf jeden Fall hat Deutschland mehr verdient als einen Zuckerwatte-Präsidenten.

Sie können Ihren eigenen Kommentar weiter unten abgeben.

60 Kommentare

1) Steffen, Sonntag, 27. Juni 2010, 13:04 Uhr

hoffen wir mal, dass viele Wahlleute ihr Blog lesen. Die Wahl zum Bundespräsidenten hat mich noch nie zuvor so sehr aufgewühlt und mitgerissen.

2) CB, Sonntag, 27. Juni 2010, 13:43 Uhr

Habe den Eindruck, dass sich Christian Wulff von Tag zu Tag steigert im Verhalten als Schwiegermuttertraum. “Süßlich-ekelhaft”, hart, aber diesen Eindruck bekommt man unweigerlich. Richtig, wir brauchen einen Typen, eckig, kantig, kritikfreudig, Chef-Zäpfchen laufen schon genug herum.

3) Marqu, Sonntag, 27. Juni 2010, 13:45 Uhr

Sie sehen das falsch Herr Spreng:
Präsident Wulff wir jedenfalls nichts falsches über Bundeswehreinsätze sagen -> zurücktreten

4) Johann, Sonntag, 27. Juni 2010, 13:46 Uhr

Ja leider so wahr und wo bleibt die Demokratie-die freien Mandadare

5) Dr. No, Sonntag, 27. Juni 2010, 14:34 Uhr

Herrlich! Dem ist nichts hinzuzufügen – außer vielleicht, dass es Wulff ja im Grunde egal sein kann und auch sein wird, ob er mit seiner Tour “auch fünf Jahre bei den Bürgern durchkommt” – die Wahlmänner reichen ja, danach wird er – wie alle Amtsvorgänger – mittelfristig zu den beliebtesten Köpfen des Staates gehören.

Den Tag, an dem die Bevölkerung mit Fackeln und Mistforken das Schloss Bellevue stürmt, um ein Staatsoberhaupt davonzujagen, weil er zu dröge, aalglatt oder schnarchnasig ist, werden wir leider nie erleben…

6) markus, Sonntag, 27. Juni 2010, 14:46 Uhr

“Die Zukunft gehört den Zornigen, Politikern, die sich noch aufregen können, die eine klare Sprache sprechen, die Probleme benennen und nicht beschönigen, die zu echter Empathie fähig sind und nicht an ihrer selbst produzierten Zuckerwatte ersticken.”

Bravo. Vollste Zustimmung.

7) TottiRobotti, Sonntag, 27. Juni 2010, 15:47 Uhr

Statt Wulff könnte man auch ein Pappschild aufstellen.

8) Jo Katterturm, Sonntag, 27. Juni 2010, 15:48 Uhr

Das wirklich schlimme ist ja, dass selbst eine Niederlage Wulffs noch ein kleiner Sieg für Merkel wäre – hätte sie doch damit ihren letzten innerparteilichen Konkurrenten, der ihr auch nur ansatzweise gefährlich werden könnte, gründlich ausgeschaltet. Dass ihr Handlungsspielraum noch enger würde, wäre egal, hat sie ihn doch nie genutzt.

Die zu erwartende Kritik würde sie, wie wohl bisher auch alle Probleme, aussitzen. Der Umstand, dass voraussichtlich viele FDP-Wahlleute nicht den vorgegebenen Kandidaten wählen werden, fällt dann auf Westerwelle zurück und wird seine Position weiter destabilisieren, ihn möglicherweise den Bundesvorsitz kosten. Das kann man nur hoffen…

9) Roland, Sonntag, 27. Juni 2010, 16:03 Uhr

Wir haben eine Trennung zwischen Kirche und Staat (noch). Popen haben in Staatsämtern nichts verloren. Joachim Gauck ist m.W. Pfarrer. Also weg damit.

10) Hans Hütt, Sonntag, 27. Juni 2010, 17:57 Uhr

Das sieht aus wie eine Wiederholung des letzten Landtagswahlkampfs in Niedersachsen und des Bundestagswahlkampfs. Dieses Mal aber geht die Kuschelkurs-Rechnung nicht auf. Die Rückfahrkarte in die Staatskanzlei zeigt, wie sicher sich der Kandidat fühlt. Und die Plädoyers Biedenkopfs, von Weizsäckers und Herzogs für die freie Stimmabgabe könnten besonnene CDU-Landespolitiker in der Bundesversammlung umstimmen.

11) Gregor Keuschnig, Sonntag, 27. Juni 2010, 19:11 Uhr

Das ist, lieber Herr Spreng, Ihr bester Artikel auf diesem Blog.

12) Benjamin, Sonntag, 27. Juni 2010, 19:37 Uhr

Ich kann Ihre Ausführungen hier unterschreiben – nur: wenn kümmert es? Offenbar nicht Frau Merkel, Herrn Westerwelle und Herrn Seehofer, die im stillen Kämmerlein im Alleingang bestimmten, wer das nächste Staatsoberhaupt der Republik sein sollte. Und so wird man noch einen der letzten MP los, die irgendwie Merkel reinreden können. Der ist auch Katholik, was in der Union ja nicht ganz unwichtig ist. Machtpolitisch noch schnell Frau von der Leyen geschwächt, was will das Merkelherz noch mehr?

Ärgerlich nur für die Koalition, dass der Bürger die Hinterzimmerpolitik nicht goutiert und sogar frech Widerstand dagegen artikuliert (“blöde Internetbewegung”, wird mancher Vorratsdatenspeicherfan in der Regierung denken) . Ebenso ist es ärgerlich für Merkel, dass Rot-Grün auch noch einen mehr als akzeptablen Kandidaten präsentiert, der direkt in die eigenen Reihen zielt und die Medien diesen hochleben lassen.

Aber was soll`s, die Wahlmänner werden am Mittwoch keinen politischen Suizid begehen und gegen Wulff stimmen, dass würde ja eventuell Neuwahlen zur Folge haben, denn wer nimmt schon eine Koalition ernst, die sich nicht nur ständig zankt und keine politischen Linien hat (außer “einfacher, gerechter, Mövenpick”), sondern nicht mal mit satter Mehrheit den eigenen Kandidaten gewählt bekommt. Also Zuckerwattewahlkampf von Herrn Wulff (wenngleich es freilich keinen Wahlkampf gibt), der auch schön säuselt, was Führung heißt, also immer von hinten die Schäfchen hüten – und dass man doch auch beim Fußball auf die Jugend setzt. Dann noch ein WM-Sommermärchen und allen Wahlleuten einimpfen, wen sie zu wählen haben.

Schade nur für die Koalition, dass die Bürger nicht so blöd sind, wie manch ein Politiker sie gerne hätte…

Taktisch kann man die Koalition verstehen, es ist aber ein (weiteres) Armutszeugnis für diese Regierung und eine große verpasste Chance, gleich wie strategisch motiviert die Aufstellung Gaucks durch Rot-Grün war.

13) marcpool, Sonntag, 27. Juni 2010, 19:55 Uhr

Die CDU-CSU-FDP bekommt ihren Präsidenten – das Volk geht diesmal leer aus . Man muss auch gönnen können. —

14) Jost Kremmler, Sonntag, 27. Juni 2010, 20:59 Uhr

Herr Spreng, Ihr Kommentar spricht mir voll aus dem Herzen.
Hoffentlich irren sich Ihre Kollegen, die beim heutigen Presseklub eingeladen waren und alle der Meinung waren, Wulff wird gewählt, wahrscheinlich sogar im ersten Wahlgang.
Hoffentlich hören die Wahlmänner und -frauen auch auf die Stimme des Volkes, das sie vertreten und das Joachim Gauck bevorzugt.

15) Stephen Kutzner, Sonntag, 27. Juni 2010, 22:03 Uhr

Wir brauchen einen zornigen Typen als Präsidenten, einen, der die Dinge beim Namen nennt, also Don Vito Corleone for president!

16) Benjamin, Sonntag, 27. Juni 2010, 22:14 Uhr

Der Wulff im Schafspelz denkt schon an die Zeit nach seiner Wahl: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,703129,00.html

Bei solchen Äußerungen fragt man sich, warum da überhaupt noch eine Wahl stattfindet…

17) Walter, Sonntag, 27. Juni 2010, 22:31 Uhr

1a Kommentar – volle Zustimmung. Ich habe mir übrigens mein Bürgerrecht genommen, die mich vertretenden CDU-Wahlmänner (MdB, regierenden Bürgermeister) wenigstens mal anzumailen, damit sie mir erklären, was für die Wahl von Herrn Wulff sprechen könnte. Bislang (natürlich) ohne Antwort, aber vielleicht ist das eine kleine Möglichkeit, diejenigen Wahlmänner direkter über die Stimmung der von ihnen vertretenen Bürger zu informieren als 1a Blogkommentare. Noch ist Zeit…

18) kottan, Sonntag, 27. Juni 2010, 23:15 Uhr

Treffsicherer Beitrag. Da stimmt wieder mal jeder Satz.
Vor allem die Replik auf “DieZukunft gehört den Sanftmütigen” spricht mir voll aus dem Herzen.

19) Tiberius, Sonntag, 27. Juni 2010, 23:20 Uhr

Meine Zustimmung! Gewinnt Wulff, das profillose Bübchen, erhöht sich der Schaden, den unsere politische Klasse bisher angerichtet hat. Die Politikverdrossenheit wird weiter zunehmen. Gewinnt Gauck, keimt etwas Hoffnung für eine Reformfähigkeit unserer verkommenen politischen Klasse. Verspielen die Wahlmänner und Wahlfrauen diese Chance, erweisen sie der schwarz/gelben Regierung einen Bärendienst. Ob die soweit denken?

20) Ariane, Sonntag, 27. Juni 2010, 23:36 Uhr

Wunderbar auf den Punkt gebracht, vielen Dank Herr Spreng.

21) vera, Montag, 28. Juni 2010, 00:40 Uhr

das ganze ‘rumregieren ist eine beleidigung. wulff ist nur die unausweichliche logische folge. liebermann.

22) DukeBosvelt, Montag, 28. Juni 2010, 01:26 Uhr

“Die Zukunft gehört den Zornigen, Politikern, die sich noch aufregen können, die eine klare Sprache sprechen, die Probleme benennen und nicht beschönigen, die zu echter Empathie fähig sind und nicht an ihrer selbst produzierten Zuckerwatte ersticken.”

Besser hätte es Georg Schramm in seiner Rolle als Lothar Dombrowski nicht formulieren können, Respekt!

23) Frank66, Montag, 28. Juni 2010, 08:22 Uhr

Warum soviel Schaum vor dem Mund, Herr Spreng? Phantomschmerz nach der Operation? Natürlich ist Wulff kein Bürgerprasident aber das ist doch noch lange kein Grund ihn sooo fertig zu machen! Er wird unseren Staat 5 Jahre lang represäntieren und nix kaputtmachen. Die dümmlichen Brüderles und Niebels schaden unserem Gemeinwesen viel mehr als der nette Herr Wulff!

24) Horst Schmidt, Montag, 28. Juni 2010, 10:35 Uhr

@ Frank66

Nun, dass die Brüderles, die Niebels, die Westerwelles, die Lindners unser Gemeinwesen schädigen dürfen, liegt daran, dass hier Wähler ihr Handwerk verrichtet und diesen Vertretern einen klaren Auftrag erteilt haben. :-(

Wulff aber wurde und wird uns vorgesetzt. Ein Typ für die “Bunte”, “Gala” etc.. Seine Gattin arbeitet schon daran. Aber machen wir uns nichts vor. Bereits nach kurzer Zeit wird Wulff wieder der Präsident der Herzen für uns Deutsche sein.

Das sagt viel mehr über die geistige Verfasstheit dieses Landes aus.

Übrigens, gerade wird diesem Lande ein neues Schauspiel der Volksverdummung geboten. Nach der “Friedensdividende” wird uns nun von den Brüderles – und den Rest kennen – eine “Spardividende” in Aussicht gestellt.
Auf, auf ihr “Zornigen dieses Landes” nehmt euch ein Beispiel an Frankreich, hebt euren Arsch und begebt euch auf die Straße. Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende.

25) Georg Holzmeister, Montag, 28. Juni 2010, 11:10 Uhr

@Frank66
Kurz vor der Wahl sollte (und darf) man auch mal polemisch werden.
Natürlich werden sich manche, die heute Gauck unterstützen, einige Wochen oder Monate nach der Wahl – teilweise oder ganz – von ihm distanzieren
(wie es jetzt auch Obama ergeht).
Aber Joachim Gauck liefert uns wenigstens nahrhaftes Schwarzbrot und nicht – wie gerne Herr Wulff – Zuckerwatte.

26) Peleo, Montag, 28. Juni 2010, 11:40 Uhr

Wer den Wahlmännern und -frauen seine Meinung mitteilen will, kann es hier noch tun:
http://www.avaaz.org/de/wahl_freigeben

27) Leser, Montag, 28. Juni 2010, 11:49 Uhr

Vorab: welches nun der weniger schlechte Kandidat ist, da bin ich mir gar nicht sicher. Aber da ich als gemeiner Bürger darüber nicht abzustimmen habe zerbreche ich mir darüber auch gar nicht den Kopf.

Aber: Empört hat mich eine Äußerung von Herrn Wulff im Rheinischen Merkur. Interessanterweise ist er dort überhaupt nicht sanftmütig sondern behauptet schlicht und einfach alle bisherigen Bundespräsidenten seien quasi Versorgungsfälle gewesen – das Amt an sich wäre demnach ein Versorgungsposten. Falls er gewählt würde, sollte er also in der gleichen Minute wieder zurücktreten, denn eine solche Beschädigung des Amtes ist schon außergewöhnlich.

Details: Auf die Frage “Sie wären ja erstmals ein Präsident der jüngeren Generation, mit junger Familie …” antwortet er u.a. “…Das ist sicher etwas Neues, dass man nicht die Alternative hat: Pension oder Präsident, sondern dass man als Bundespräsident mitten im Leben steht.”

Quelle: Rheinischer Merkur Nr. 25, 24.06.2010, Interview mit Christian Wulff
http://www.merkur.de/2010_25__Stolz_auf_unsere.43054.0.html?&no_cache=1

Oder wie ordnen Sie das ein, Herr Spreng? Ist diese Schmähung gar nichts außergewöhnliches?

Gruß und Dank für Ihre Arbeit!

Ein interessierter Leser

28) Guido, Montag, 28. Juni 2010, 12:46 Uhr

>>Christian Wulffs Wahlkampf ist eine Beleidigung für den Geist. Einschmeicheln statt mit klaren Positionen zu werben, einlullen statt aufklären, schönreden statt kritischer Haltung, Anpassung statt Widerspruch. So anspruchslos können die Bürger nicht sein. <<

Warum sollte Angie's Masche nicht noch einmal funktionieren? Ich bin fest davon überzeugt, dass Wulff gewählt wird – leider.

29) dissenter, Montag, 28. Juni 2010, 13:42 Uhr

“Die Zukunft gehört den Zornigen, Politikern, die sich noch aufregen können, die eine klare Sprache sprechen, die Probleme benennen und nicht beschönigen, die zu echter Empathie fähig sind und nicht an ihrer selbst produzierten Zuckerwatte ersticken.”

Ich musste gerade an Lafontaine denken. Den haben Sie aber nicht gemeint, oder, Herr Spreng?

30) Artur, Montag, 28. Juni 2010, 14:02 Uhr

@ Peleo

Habe bei avaaz mitgemacht. Bekam auch Antworten. Von z. Zt. im Urlaub bis
“Ich lasse mich von Massen-Mails bzw. avaaz nicht beeindrucken” (sinngemäß)

31) stangal, Montag, 28. Juni 2010, 15:02 Uhr

Genauso isses, Herr Spreng, Eine flutschige Lusche als Deutschlands Repräsentant Nummer 1 – das kann wirklich niemand im Ernst wollen.

32) Hildegard, Montag, 28. Juni 2010, 15:21 Uhr

Lieber Herr Spreng,

ich bin sonst keine dezidierte Liebhaberin Ihres Blogs, aber diesen Kommentar habe ich mit Genuss, Gewinn, Bewunderung und Zustimmung gelesen. BRAVO!

HF

33) Sven, Montag, 28. Juni 2010, 15:22 Uhr

@Leser: Das war ein klassischer Wulff – was er damit sagen will, ist aus meiner Sicht folgendes: Bisher hatten das Amt des Bundespräsidenten Menschen inne, die am Ende ihrer Karriere standen. Mit Wulff kandidiert nun jemand, der auch noch andere Optionen (z.B. Bundeskanzler) hätte.

@Herr Spreng: Sie treffen in den meisten Punkten meine Meinung, Ihre Ausführungen aber auf Herrn Wulff (und Frau Merkel) zu konzentrieren, ist aus meiner Sicht zu wenig. Wulff ist doch auch nur ein Spiegelbild einer Gesellschaft, die es verlernt hat, für ihre Rechte zu kämpfen und sich dazu einer gewissen Härte und Schärfe zu bedienen. Und das haben unsere Politiker noch mehr verlernt. Ich denke, dass Wulff unbequemer wird als man im Moment glauben mag. Ein Motto von ihm ist: Greife nie in ein Wespennest, doch wenn Du greifst, dann greife fest. Ich bin gespannt, wann er davon als Bundespräsident Gebrauch machen wird und Merkel “ärgert”.

34) Otto, Montag, 28. Juni 2010, 15:27 Uhr

Schwarz-Geld hat in der Bundesversammlung angeblich 24 Stimmen Mehrheit. Das heißt doch: Wenn nur 12 von den 1244 Wahlleuten (1 Prozent) gegen Wulff stimmen , muss er in den zweiten Wahlgang. Dann zieht die Linke vermutlich ihre Kandidatin zurück. Und dann ist Wulff vermutlich chancenlos. Denn Ostdeutsche, selbst Alt-Kommunisten, wählen eher den ostdeutschen Pfarrer und Stasi-Aufklärer als einen westdeutschen CDU-Apparatschik. Die Stimmen aus dem Osten entscheiden die Wahl!

Wir dürfen uns auf eine Überraschung gefasst machen!

Übrigens: Merkel schadet das keineswegs. So oder so ist sie den letzten CDU-Mann los, der ihr noch gefährlich werden kann. Wulff ist jetzt schon politisch erledigt. Und mit Gauck kann die Mutti sich natürlich anfreunden.

35) HarryH_III, Montag, 28. Juni 2010, 15:46 Uhr

Mein Attribut, das mir dazu einfällt, ist: Unverbindlich – Gegenüber dem Amt und gegenüber den Gesprächspartnern (Volk, Mitarbeiter, internationale Kollegen…).

36) albertus 28, Montag, 28. Juni 2010, 16:07 Uhr

Lieber Herr Spreng,dass darf doch nicht wahr sein.Nun hat es auch Sie gepackt!!!!!!!!!!!!!!
Ich schätze Sie sehr,aber dass Sie so über einen exellenten und allgemein anerkannten,erolgreichen und beliebten Politiker herfallen, nur weil es dem Zeitgeist geschuldet ist, bertrifft an Maßlosigkeit nun alles.
Plötzlich wird einem mit salbungsvollen Worten durch die Welt ziehendem Ex-Pastor und Ex-Behördenleiter die Aura eines neuen Messias verliehen,der der Welt die Freiheit verkündet.Hat denn noch niemand von den Gutmenschen,den Biedenkopfs,den Sprengs,den Ex-Präsidenten und wie die alten Knacker alle heißen mögen bemerkt,dass J.Gauck ein eitler Mann von gestern ist,der seine Auftritte zusehens geniest..Und alle fallen auf diese perfide Masche dieser unsäglichen Trittins und Gabriels herein.
Ich bin mir ganz sicher,dass Ch.Wulff im ersten Wahlgang gewinnt und wir haben einen jungen Präsidenten
mit einer schönen jungen Frau,denen die Medien in gewohnter Manier zu Füssen liegen werden und J.Gauck wird dann ab sofort alt aussehen mit seinen 70 Jahren(bin ich auch) und ins Nirgendwo verschwinden,denn .Niemand braucht ihn dann mehr.
Und J.Gauck wird es nicht fassen können.

37) miwalla, Montag, 28. Juni 2010, 16:59 Uhr

Hallo Herr Spreng,

wußte gar nicht, dass Sie sich so ereifern können, wo Sie doch der politischen Kaste so nahe stehen.
Bleiben Sie doch einfach realistisch. Was sollen den die CDU-Politiker tun. Lieber Gauck wählen und damit politischen Selbstmord begehen oder Wulff wählen und damit nur dem natürlichen Selbsterhaltungstrieb folgen. Sorry ich glaube in diesem Fall darf man die Politiker ausnahmsweise nicht überfordern, denn bei dieser Wahl geht es doch nicht um Inhalte.
Für mich ist das vergiftete Angebot der SPD viel schlimmer zu bewerten. Denn sie beweist wieder einmal, dass sie nur noch taktisch handelt und nicht mehr politisch-inhaltlich. Herr Gauck ist an keiner Stelle inhaltlich der Sozialdemokratie zuzuordnen, und er eint auch nicht das deutsche Volk. Seine Vita besteht nicht aus dem was er gerne vorgibt. Stellen Sie dochmal die Frage, wo der Widerstandskämpfer Gauck vor Herbst 89 war. Wo hat er sich den mit den herrschenden damals angelegt.
Nein Herr Gauck ist ein Wendehals. Wenn er ehrlich gewesen wäre, hätte er das Angebot von SPD und Grüne aus inhaltlichen Gründen abgelehnt.
Die Wahl zwischen Wulff und Gauck ist in Wirklichkeit keine.

38) Eduard, Montag, 28. Juni 2010, 21:54 Uhr

Was für ein schwachsinniger Kommentar, Herr Spreng. Ich habe den Blog mal gemocht, weil er GEGEN den Strich gebürstet hat. Aber Sie scheinen ja voll auf den Main-/Gauck-Stream eingeschwenkt zu sein. Wenn ich mir den Medienterror der letzten vier Wochen anschaue, dann bedarf es von den Wahlmännern und -frauen wohl deutlich mehr Anstand, Mut und Courage, FÜR Wulff zu sein als gegen ihn. Merkt eigentlich niemand, daß auf Herrn Gauck – den ich echt sympathisch finde – ähnlich viele Wünsche und Hoffnungen projiziert werden wie vor ein paar Monaten auf Barrack H. Obama? Und wo steht Obama jetzt? Er hat fast alle enttäuscht, die mal für ihn waren.
Gauck hat nur EIN Thema, ein wichtiges, die Freiheit – aber das ist derzeit bei weitem nicht DAS Thema. Welcher Bürger, welche Bürgerin hat derzeit Angst um seine persönliche Freiheit – von ein paar fehlgeleiteten “Piraten” mal abgesehen? Die Menschen haben Angst, fast panische Angst, vor ihrem wirtschaftlichen Absturz – und da hat Gauck bis auf Platitüden NICHTS zu bieten. Anders als Wulff ist er der RICHTIGE Kandidat zur FALSCHEN Zeit!
Und wo sind die kritischen Medien? Der Spiegel hat ihn schon heiliggesprochen – zwei Pro-Gauck-Titel in drei Wochen; der früher einmal unabhängige denkende Michael Spreng tut es dem Spiegel gleich, o tempora o mores…. Wo sind die kritischen Nachfragen, die einen Heitmann zerstört haben? Wo die Hinweise auf ein sehr nachsichtiges Umgehen mit fiesen Stasi-Spitzeln? Das erfährt nur ein Leser, der wirklich danach SUCHT, aber kein Leser des “Sprengsatzes” – der sich zunehmend zu einem “Ladykracher” entwickelt.
Herr Spreng, Sie können es doch besser – warum nur bleiben Sie seit Wochen Lichtjahre unter Ihrem Niveau? Das kann doch nicht an der OP liegen…

Traurig grüßt
Eduard

39) mac4ever, Montag, 28. Juni 2010, 22:47 Uhr

Sie haben ja so recht, Herr Spreng.

Und doch wird auch diesmal wieder der Geßlerhut auf der Stange gewählt werden.

Mit so einer lupenreinen Westsozialisation ohne Wendekarrierebruch und vollem Pensionsanspruch könnte ich auch schön von Sanftmut schwafeln.

Die Realität sieht anders aus. Meine engste Umgebung ist von der Metro-Entlassungswelle (4 ostdeutsche Niederlassungen werden komplett geschlossen) betroffen. Mit 56 keine Chance auf Wiederanstellung. Und ich selbst habe noch 5 Jahre bis zu meiner üppigen 500€-Rente, und aktuell mit einem 50%-Einbruch bei meinen Einnahmen als Freiberufler zu kämpfen.

Was das mit Wulf zu tun hat? Genausoviel wie Politik im Allgemeinen mit der Lebenswirklichkeit der Bürger: 0,00 %.

40) m.spreng, Montag, 28. Juni 2010, 23:52 Uhr

@Eduard

Ich bin auf gar nichts eingeschwenkt. Meine Meinung zu Wulff und Gauck hat sich seit meinem Beitrag vom 3. Juni (“Der nette Herr Wulff”), der Tag an dem Wulff präsentiert wurde, nicht geändert.

41) Doktor Hong, Dienstag, 29. Juni 2010, 00:09 Uhr

Kann mir mal jemand erklären, welche profunden Folgen für die Zukunft unseres Landes die Wahl von Wulff oder Gauck haben soll?

Die Privatisierung öffentlicher Leistungen, die vor allem die arbeitende Mittelschicht trifft, interessiert keinen, aber über Wulff und Gauck wird wochenlang debattiert.

Klar, es ist öffentlichkeitswirksam, aber das ist die Fußball-WM auch. Wenn nun die deutsche Mannschaft Weltmeister wird, kriegen wir dann das gravierende Problem der Arbeitslosigkeit in den Griff?

Kriegen wir es in den Griff, wenn Gauck statt Wulff gewählt wird? Wenn ja, wie? Investiert alle Welt und auch die deutschen Firmen in Deutschland, Arbeitsplätze schaffend, aus Ehrfurcht vor Gauck/Wulff? Fangen die Chinesen aus Verehrung für Wullf oder Gauck plötzlich an, ihren Rohstoffbedarf zu senken und lösen somit den Druck auf die Rohstoffpreise?

Es ist richtig, dass wir auf ein möglichst hohes Bildungsniveau setzen sollten. Kann Gauck das im Alleingang erreichen? Kann Wulff die Zauberhand ausstrecken und aus bildungsschwächeren Menschen Genies machen?

Falls ja, dann entschuldige ich mich vorab für mein verschrobenes Weltbild, das da besagt, dass es nichts umsonst gibt – nicht einmal Steuersenkungen für Hoteliers – zahlbar in massivem Vertrauensverlust.

42) Alvar Hanso, Dienstag, 29. Juni 2010, 01:17 Uhr

@Eduard
“Gauck hat nur EIN Thema, ein wichtiges, die Freiheit – aber das ist derzeit bei weitem nicht DAS Thema. Welcher Bürger, welche Bürgerin hat derzeit Angst um seine persönliche Freiheit – von ein paar fehlgeleiteten “Piraten” mal abgesehen? Die Menschen haben Angst, fast panische Angst, vor ihrem wirtschaftlichen Absturz”

Wenn sie ihren wirtschaftlichen Absturz erstmal hinter sich haben und bereits VOR der nächstbesten Demonstration gegen die herrschende Klasse von der Polizei prophylaktisch eingesammelt werden, denken sie vermutlich anders über die “fehlgeleiteten Piraten”.
Nichtsdestotrotz nützt die rechtliche Freiheit natürlich nicht allzuviel ohne eine gewisse ökonomische Freiheit, welche Gauck ja als Recht mehr oder weniger verneint und wodurch die Nominierung seitens der vermeintlich linken SPD und GRÜNEn natürlich vollends zur Farce verkommt.

@Albertus 28
“Ich bin mir ganz sicher,dass Ch.Wulff im ersten Wahlgang gewinnt und wir haben einen jungen Präsidenten
mit einer schönen jungen Frau,denen die Medien in gewohnter Manier zu Füssen liegen”

Nicht zu vergessen: Wulffs Gattin soll ja mit Veronica Ferres so gut befreundet sein, das bringt dann nochmal extra Glamourpunkte.
Ich seh schon die Wulff-Ferres-Maschmeyer-Specials der Yellow-Press am Kiosk wie sie mir entgegen grinsen.
Aber davon abgesehen, was gäbe es für eine schönere Combo als personelles Aushängeschild für den deutschen Günstlings-Kapitalismus.
Ich würde Wulff auf jeden Fall wählen.
Er ist der personifizierte Sargnagel der deutschen Parteienoligarchie.

43) M.M., Dienstag, 29. Juni 2010, 08:28 Uhr

Filmisch dokumentiert ist die skurrile Blumenübergabe von Mr Zuckerwatte an Lena M. Landrut am Flughafen am Tage des Rücktritts von H. Köhler. Als Ministerpräsident hätte ich mich danach aus dem Staub gemacht und wäre nicht um die Sängerin und ihren Tross herumgeschwänzelt!

44) mehrheitsmeiner, Dienstag, 29. Juni 2010, 09:39 Uhr

@doktor hong
Ich gebe Ihnen in allen Punkten recht, aber Sie sind leider einfach ZU objektiv.
Es geht m.E. ausschließlich darum, Wulff zu Fall zu bringen und die Koalition zu sprengen.
Deswegen hätte auch Frau Ferres an Stelle von Gauck antreten können. Die Familienzusammenführung Wulff/Maschmeyer wäre dann wenigstens Eine physikalische Konstante gewesen.

45) M.M., Dienstag, 29. Juni 2010, 13:55 Uhr

Zum römisch katholischen Herrn Wulff passt der Ausspruch von
Aurelius Ambrosius, Bischof von Mailand (gestorben 397):
Gott trägt geduldiger einen Ungläubigen als einen lauen Christen.

46) Jokus, Dienstag, 29. Juni 2010, 15:44 Uhr

Gratulation. “Ein Sprengsatz” von allerbester Klasse. Den Wahlmännern aller Parteien bitte zur Pflichtlektüre. Mit einem Zusatz: Wieso soll es eigentlich, wie die Auguren so laut flüstern, wirklich der Regierung Merkel so sehr schaden? Falls der nette Wulff nicht gewählt werden sollte? Wenn, dann hat sich die gegenwärtige Regierung durch die Auswahl ihres Kandidaten und die sehr viel bessere Gegen-Auswahl – schon jetzt genug geschadet..!
Die sonst doch so gescheite Bundeskanzlerin hätte jedenfalls klug gehandelt, wenn sie auf Gauck umgeschwenkt wäre…Ein Kandidat, wie sie einen besseren gar nicht kriegen kann!
Dass sie solchen Schwenk nicht zu tun wagt, schwächt sie ganz besonders…

47) badabing, Dienstag, 29. Juni 2010, 23:26 Uhr

Also, ich gebe Ihnen bei ihren Tiraden gegen Wulff schon recht. Allein, einen Pastor als Staatsoberhaupt möchte ich mir nun gar nicht vorstellen müssen. Wulff ist dann schon das kleinere Übel.

48) JG, Mittwoch, 30. Juni 2010, 00:08 Uhr

Wow, Sie waren ja richtig in Fahrt, Herr Spreng!

Aber Sie wie ich und alle, die es wollen, wissen natürlich: Wulff wird durchgewunken, höchstwahrscheinlich im ersten Wahlgang. Und viele von denen, die jetzt noch zweifeln oder gar zetern, werden ihn bald hochschreiben. Bis sie ihn wieder runterschreiben.

(Mir gefällt jetzt schon der Hinweis auf Wulffs relative Jugend. Als würde er dank dieser nicht spätestens mit sechzig Politrentner. Bis dahin kann er “sanftmütig” darüber schwafeln, daß die Erhöhung des Renteneintrittsalters auf 67, 68, 75, 82 unerläßlich wäre. Die letzten deutschen Staatsoberhäupter, die noch jünger waren, waren übrigens Adolf Hitler und Wilhelm II.)

49) Alvar Hanso, Mittwoch, 30. Juni 2010, 02:40 Uhr

@Doktor Hong
“Es ist richtig, dass wir auf ein möglichst hohes Bildungsniveau setzen sollten. Kann Gauck das im Alleingang erreichen? Kann Wulff die Zauberhand ausstrecken und aus bildungsschwächeren Menschen Genies machen?”
Ja, doch, Wulff kann das offenbar.
Deswegen hat er wohl auch bei sich in Niedersachsen die Lernmittelfreiheit abgeschafft, das Hochschulwesen zusammengekürzt und G8 eingeführt.
Es spielt keine Rolle wie grottig das Bildungswesen ist, denn Wulff kann ja zaubern!
Ein Abrakadabra von Christian dem Sanftmütigen und schon sind die Kinderchen PISA-fest gebildet.
Nur bei den Blinden scheiterte seine Magie, die komplette Streichung des Blindengeldes konnte er dementsprechend auch nicht mehr durchsetzen.
Aber dafür hat er jede Menge hochqualifizierte Arbeitsplätze in nachhaltigen sozialen und ökologischen Branchen geschaffen – z.B. bei der subventionierten Massentierhaltung und den zugehörigen Großschlachtanlagen, jene “Exportweltmeister” die so toll wettbewerbsfähig sind, das die selbst in Afrika noch jeden Kleinbauern vom Markt drängen.
Und einfühlsam ist er ja auch, ich bin mir sicher das Wulff – und vorallem seine Frau – beim medial eskortierten streicheln halbverhungerter, namibischer Kinder richtig aufblühen werden.
Und wie er zukünftig dann dem unwissenden kleinen Michel erst die große Welt erklären will, diese ganzen total komplizierten Sachen die man ja nur den Spezialexperten der elitären Kreise anvertrauen darf und warum es unnötig ist, selbst nachzudenken wenn man eine allwissende Parteien in der Regierung hat die immer Recht behalten.
Und dann kann er auch erklären warum Vattenfalls Gammelreaktoren so eine dufte Zukunftsinvestition sind oder warum es sich lohnt fürs Alter privat vorzusorgen.
Spannende Zeiten.

50) F. Buiza, Mittwoch, 30. Juni 2010, 11:13 Uhr

Es ist schon Typisch Deutsch!!!! da bekommt das Volk einen Vorgesetzt und Deutschland nimmt es hin.

Der Wulf wird ein Gelb Schwarzer Bundespresident das ist wieder mal eine Ohrfeige nicht nur fürs Amt !
Raffen die Deutschen den nicht mit was für eine Arroganz und Selbstverstendlichkeit sie Marioneten der Politik sind???
Schande fürs Land und Demokratie!!

51) Tommy, Mittwoch, 30. Juni 2010, 16:46 Uhr

Fest steht, dass wenn Wulf die Wahl gewinnt, was ich nicht hoffe, dass er der teuerste Bundespräsident der Bundesrepublik wird … der ist zu jung und braucht nach 5 Jahren nie wieder arbeiten … wenn er 90 wird!? Ist doch geil, oder? Wieviel Bundespräsidenten im Ruhestand leistet sich Deutschland zur Zeit und wieviel Geld wird dafür ausgegeben? Soetwas sollte bei der Wahl auch berücksichtigt werden !!!

52) Alvar Hanso, Mittwoch, 30. Juni 2010, 20:10 Uhr

Hätte das echt nicht für möglich gehalten, aber sowohl SPD (v.a. Poß und Thierse) als auch Grüne (Höhn) schaffen es tatsächlich in Interviews NOCH negativer aufzufallen als die Kollegen von Schwarz-Geld.
Wenn es Rot-Grün machtpolitisch genutzt hätte, hätte man wahrscheinlich auch Friedrich Merz als BP-Kandidat zur Wahl gestellt.

53) Hanns Binder, Donnerstag, 01. Juli 2010, 10:41 Uhr

Die Wahl ist gelaufen, ganz anders als vorhergesagt. Aber hochpolitisch: Die Bundesversammlung hat vieles gezeigt:
- 1. Wahlgang: vermutlich ein Ergebnis der Überzeugungen
- Fraktionssitzungen (Inhalte nur zu vermuten)
- 2. Wahlgang: ein Denkzettel für Merkels Fehler seit Schwarz-Gelb und das Nominierungs-Chaos
- Fraktionssitzungen (lt Meldungen mit einem kämpferischen Appell von Koch)
- 3. Wahlgang: die Signale waren gesetzt, jetzt konnte man das eigene Lager weitgehend
schließen.
Was wir alle nicht wissen, wieviel davon von Machern in der ersten Reihe geplant und umgesetzt wurde.
Sehr entlarvend waren die statements danach, vor allem von den Strippenziehern Gabriel, Trittin und Künast.
Respekt kann ich nur der konsequenten (ablehnenden) Haltung gegenüber den Kandidaten, der Aufstellung einer eigenen Kandidatin und im 3. Wahlgang der Eanthaltung durch die Linken zollen.
Ich hoffe die Begleitumstände dieser Wahl befördern die Diskussion um die Wahl des Bundespäsidenten durch die Bürger, aber bitte mit Wahlpflicht, damit nicht eine Minderheit ihren Kandidaten durchsetzt. Das wäre schon deshalb wünschenswert, damit uns in 5 Jahren eine Schlacht mit Zitaten aus 2010 erspart bleibt.

Entlarvend: die statements danach.

Diese Wahl und ihre Begleiterscheinungen und Befrachtungen sollten den Weg ebnen für eine Direktwahl des Bundespräsidenten in der Zukunft. Schon deshalb, um in 5 Jahren die “Zitatenschlacht” aus 2010 sich zu ersparen.

54) nurmalso, Donnerstag, 01. Juli 2010, 17:02 Uhr

das volk hat bisher noch jeden präsidenten “überlebt”. so wird es auch bei diesem sein.
ob der nun zuckerwatte lutscht oder morgens mit reißzwecken gurgelt, kann den bürgern so ziemlich egal sein.

55) Alexej Danckwardt, Donnerstag, 01. Juli 2010, 22:58 Uhr

Sind Sie eigentlich Christ?

“Selig sind die Sanftmütigen,
denn sie werden das Erdreich besitzen.”

Kommt Ihnen das nicht bekannt vor? Bergpredigt? Klingelt´s immer noch nicht?

Wenn Wulff das sagt, dann schreiben Sie: “Das ist nicht nur falsch, sondern auch süßlich-ekelhaft”.

Merkwürdig.

Ich sage: Jesus hat Recht und Wulff hat Recht, wenn er sich an diesen Spruch erinnern. Die Sanftmütigen werden das Erdreich besitzen und die Zukunft.

56) sacherworte, Freitag, 02. Juli 2010, 00:20 Uhr

Willkommen in der Entertainment-Demokratie

Auch wenn es vielleicht noch nicht jeder mitbekommen hat: Die Medien haben die Macht im Lande übernommen. Und ihr erstes Opfer heißt SPD. Noch einmal Gesine Schwan aufstellen? Niemals – die ist durch. Ein neuer Kandidat? Muss aber unbedingt das Potenzial haben, die Regierungskoalition ganz empfindlich zu irritieren – und nebenbei auch noch die Linken in eine Zwickmühle laufen zu lassen. Kompliment! Da war Gauck absolut der richtige Mann. Entertainment-Faktor 10. Und alle haben sie mitgespielt: Bild am Sonntag, FAZ, Spiegel …

Allmählich dämmert’s jetzt sogar der SPD selbst. Wen wollen die denn in der Zukunft noch als Kandidaten aufstellen? Diese Rollmops-Truppe – mit ihrem Harzer Roller an der Spitze – hat doch einfach keinen Entertainment-Faktor. Wie sagte Gabriel über sich selbst: Der Gauck hat ein Leben, während ich nur eine politische Laufbahn habe. Und mit dieser Leidenschaft für einen überparteilichen Kandidaten zu streiten, das muss doch auf ihn selbst zurückfallen. Da werden wir – d.h. die Medien – demnächst sicher auf Kandidaten wie Günther Jauch oder Harald Schmidt ausweichen müssen. Und das Thema SPD – ist dann durch.

MfG
PhS – http://www.einminutentexte.de

57) Alexej Danckwardt, Freitag, 02. Juli 2010, 14:04 Uhr

@ Jeff Kelly,

also zunächst ist es merkwürdig, wie schnell intelligente und respektable Menschen in Unsachlichkeiten abgleiten, wenn ihnen was nicht in ihr politisches Kalkül passt. Nun, von mir werden Sie keine Begriffe wie “albern” hören.

Zur Sache: Natürlich wollen die Wähler der Linken auf mittlere Sicht, dass sie ihre Positionen durchsetzen kann. Aber setzt man seine Positionen durch, indem man für das genaue Gegenteil dieser Positionen stimmt? Zwei prinzipielle Standpunkte in der Tagespolitik haben sowohl die Linken, als auch ihre Wähler: 1) kein weiterer Abbruch des Sozialstaats, nach Möglichkeit auch eine Umkehr der bisherigen Fehlentwicklungen in diesem Bereich; 2) raus aus Afghanistan. Das sind zwei Positionen, die weder für die Linke, noch für ihre Wähler zur Disposition stehen. Kompromisse kann man in anderen Bereichen eingehen, wenn man aber diese Grundsätze auch noch Kompromissen opfert, dann trete auch ich sofort aus der Linken aus. Wer braucht die dann noch, wenn die genau dasselbe machen, wie die Grünen? Dann kann man auch gleich die konformistischen Grünen wählen.

Und Gauck zu wählen, der in diesen zwei prinzipiellen Fragen eine andere Meinung hat, das wäre untragbar.

58) mambo, Montag, 05. Juli 2010, 10:05 Uhr

Danke für Ihren ausgezeichneten Artikel !
Dazu kommt jedoch noch :
Das Amt des Bundespräsidenten ist überflüssig und viel zu teuer .
Herr Wulff erhält nach Ende seiner Dienstzeit sein Gehalt von 200000 Euro
plus Büro plus Dienstwagen lebenslänglich weiter.
Hier leben wir wirklich über unsere Verhältnisse ,Sparen wäre angesagt .
Auch beim Sparen sollte gelten :
Die Treppe muß von oben nach unten gefegt werden,
und nicht umgekehrt.

59) M.M., Donnerstag, 08. Juli 2010, 20:28 Uhr

Die Lena M. Landrut Abholshow am Hannoveraner Flughafen wird am Samstag vom jetzt NEUEN
Bundespräsidenten noch getoppt werden: Er reist extra zum Spiel um Platz 3 nach Südafrika um sich mit unseren Fussballhelden zu umgarnen. “Bring them home” Yeahhhh!!

60) M.M., Samstag, 10. Juli 2010, 14:28 Uhr

Interessant auch der Kommentar in der Weltwoche unter der Überschrift:
Dr. Wulff hilft bei Angstneurosen

http://www.weltwoche.ch/onlineexklusiv/details/article/dr-wulff-hilft-bei-angstneurosen.html

Wie ist Ihre Meinung?

Kommentar schreiben


Ihr Kommentar *


* Pflichtfelder


apparent media - iPhone Apps aus Berlin