Dienstag, 06. Juli 2010, 12:37 Uhr

Die Hotel- und Apotheker-Koalition

Die schwarz-gelbe Koalition hat wieder Tritt gefasst – beim Tritt ins Fettnäpfchen. Mit geradezu schlafwandlerischer Sicherheit schafft es Schwarz-Gelb immer wieder, die eigene Politik zu diskreditieren. Beim sogenannten Wachstumsbeschleunigungsgesetz war es die Mehrwertsteuersenkung für Hoteliers, bei der Gesundheitsreform ist es die Schonung der Apotheker. Im ersten Fall ging die Klientelpolitik von FDP und CSU aus, im zweiten, so die FAZ, von Kanzleramtschef Ronald Pofalla. Beide Fälle verstossen gegen das Gemeinwohlgebot der Politik.

Im Wachstumsbeschleunigungsgesetz waren wenigstens auch einige Verbesserungen für die Allgemeinheit enthalten (Kindergelderhöhung), bei der Gesundheitsreform ist die Klientelpolitik noch verwerflicher. Denn sie enthält für alle nur Belastungen – nur nicht für die Apotheken. Arbeitnehmer und Unternehmen werden massiv durch die Erhöhung der Krankenkassenbeiträge belastet. Ein Sparbeitrag der Apotheker wäre nur gerecht gewesen. 

Es geht um die sogenannte “Handling-Gebühr”, die Apotheken von den Krankenkassen für jedes ausgereichte rezeptpflichtige Arzneimittel erhalten. Sie beträgt 8,10 Euro, von denen den Apothekern ein Abschlag in Höhe von 1,75 Euro abgezogen wird. Er sollte jetzt lediglich auf den früheren Betrag von 2,10 Euro erhöht werden. Darauf wird jetzt verzichtet – Pofalla sei dank. Und dem Gesundheitssystem fehlen die schon eingeplanten 200 Millionen. Wieder ein Sieg der Lobby.

Diese Koalition will offenbar austesten, wie belastbar der Unmut der Bürger ist und wie tief sie in den Umfragen noch sinken kann. Viel Erfolg!

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43 Kommentare

1) Bob, Dienstag, 06. Juli 2010, 13:02 Uhr

Ich finde es eh erstaunlich, wie es die F.D.P. schaft mit der kognitiven Dissonanz umzugehen, einerseits für freie Marktwirtschaft (je freier desto lieber) zu sein, und andererseits die Partei von Apothekern und Rechtsanwälten zu sein. Beides Gruppen, deren Einkommen ganz und gar nicht dem freien Spiel der Marktkräfte unterliegt (“Bundesrechtsanwaltsgebührenordnung” aka BRAGO; strenge Reglementierung für den Vertrieb von Medikamenten, z.B. Mehrbesitzverbot etc.). All das erinnert doch mehr an “zünftiges” Wirtschaften im ursprünglichen Sinne als an die (nach F.D.P. lesart) erstrebenswerte freie Marktwirtschaft.

2) müller, Dienstag, 06. Juli 2010, 13:14 Uhr

Im Bezug auf Apotheken ist Ihre Ansicht leider nicht Objektiv. Bei Medikamenten im unteren Preissegment, mögen 8,10 Euro üppig bemessen sein. Von der Prozentualen Abgabe hat man sich jedoch vor Jahren getrennt. Wie sieht es denn im oberen Preissegment aus. Der Apotheker muss die kosten für ein Medikament vor strecken. z.b. mehrere 10000 Euro und bekommt das Geld erst später von der Krankenkasse wieder. Hier sind 8,10 Euro dann jedoch wenig. (Zinsen – nicht jeder hat so viel Reserven, Personalkosten, die das Rezept für die Krankenkasse vor bearbeiten, Notdienst, etc.)

Nüchtern betrachtet, ist jeglicher Abschlag ungerechtfertigt. Wenn müsste man darüber reden, ob 8,10 Euro gerechtfertigt sind oder nicht. Nicht darüber welcher Abschlag geleistet werden kann. Leider ist das Systematisch für die Politik in diesem Land. Es wird nicht das Problem an der Wurzel behoben, sondern immer versucht die Symptome zu behandeln.

Zu Apothekerlobby. Diese ist mit Nichten vorhanden. Apotheker sind e. K.’s. Sie zahlen Steuern in der ansässigen Stadt und schaffen Arbeitsplätze. Ob es eine oder 100 Apotheken in einer Stadt gibt, ändert nichts an den Kosten für das Gesundheitswesen. Wie schon angemerkt, bekommen die Apotheken nur Geld pro Rezept. Wieso sollte es mehr Rezepte geben, wenn es mehr Apotheken gibt.

Die Apothekerkammer, arbeitet teilweise sogar gegen die Apotheken. Hier wurde im Zuge der Mehrwertsteuererhöhung vom Verband freiwillig, auf von den Krankenkassen zu leistende Abschläge verzichtet. Dies erwartet man eher von einem Krankenkassenverband, anstelle einer Interessenvertretung von Apothekern.

Was passiert aber, wenn es Apotheken-Ketten gibt. Zunächst einmal wird es weniger Apotheken geben. Daraus folgt, das weniger Menschen in diesem Bereich eingestellt werden. Zweitens werden Ketten nur noch wenig Steuern vor Ort bezahlen. Und Drittens wird es dann eine Lobby geben. So wie es Sie aktuell bei den Krankenkassen gibt. Die Kosten werden so bestimmt nicht fallen.

Die Kritik, das Politik für Apotheken gemacht wird, ist somit objektiv nicht gerechtfertigt. Man könnte höchsten sagen, das e. K.’s gestärkt werden sollen.

3) Uli, Dienstag, 06. Juli 2010, 13:15 Uhr

Man sollte nicht vergessen das halb Deutschland momentan mit dem tollen Wetter, der Fußball WM oder Interviews der neuen “First Lady” Frau Wulff beschäftigt ist. Die meisten Wähler bekommen vermutlich gar nicht mit was sich momentan in Berlin so tut.

4) Erklärer, Dienstag, 06. Juli 2010, 13:35 Uhr

Das Schlimmste ist, dass diese “Reform” wieder nicht den Ausweg aus der sich immer weiter drehenden Kostenspirale aufzeigt. Was ist wenn in 2 Jahren wieder mehr Geld für das System gebraucht wird? Es ist jetzt schon absehbar, dass die nächste Beitragserhöhung folgt.

Bei dem, was sich die “bürgerliche Koalition” überlegt hat, kann man sich Frau Schmidt nur zurück wünschen. Sie ist wenigstens nicht nach der Pfeife der Apotheker- und Ärztelobby getanzt.

5) uwe, Dienstag, 06. Juli 2010, 13:50 Uhr

Auch Herr Spreng hat nicht bis zum Ende gelesen. In dem gleichen Gesetz steht nämlich, dass auf der Großhandelsstufe Einsparungen in Höhe von 400 MIO. vorgenommen werden – das sind Beträge, die bisher als “Funktionsrabatte” an die Apotheken gegangen sind.
Diese werden mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ab nächstem Jahr den Apothekern nicht mehr zu Gute kommen so dass sich ein “Sparbeitrag” in der genannten Höhe ergibt. Um es nochmal zu verdeutlichen – das sind pro Apotheke im Durchschnitt 20.000 EUR.

Hätte auch Herr Spreng rausfinden können – passt aber wieder nicht ins Weltbild, also lassen wir es lieber – wie die ganzen “Journalisten” die sich bei “Qualitätsmedien” rumtreiben…

6) Frank66, Dienstag, 06. Juli 2010, 14:08 Uhr

Sie müssen bedenken, dass die FDP elf Jahre in der Opposition war. In dieser Zeit brauchte sie sich nicht um das Gemeinwohl zu kümmern, sondern konnte ungehemmt ihre Klientel bedienen. Diese Klientel fordert nun ihre Rendite, wohl auch für die finanzielle Unterstützung (Spenden) in der Oppositionszeit. Logischerweise bedeutet das aber auch, dass die FDP nun in den Umfragen genau bei den 4-6% angelangt ist die ihre Stammwähler hergeben. Welcher am Gemeinwohl interessierte, an sozialer Ausgewogenheit interessierte Bürger sollte FDP wählen, wenn nicht aus Protest. Steuerberater, Rechtsanwälte, Apotheker und Zahnärzte machen eben nicht mehr als 5% der Bevölkerung aus, Pech für die Liberalen!

7) Gregor Keuschnig, Dienstag, 06. Juli 2010, 14:13 Uhr

Hies es nicht “Wachstumsbeschleunigungsgesetz”?

8) Philip, Dienstag, 06. Juli 2010, 14:45 Uhr

Eines der Grundprobleme scheint mir doch zu sein, dass es unser System fast gar nicht erlaubt, sich in ihm hochzuarbeiten ohne dabei korrumpiert zu werden.
Wer einmal ein Pöstchen ergattert hat, hat doch direkt so viele “Freunde” aus Unternehmerverbänden, High Society, etc., dass es ihm praktisch unmöglich sein sollte, noch objektiv zu urteilen.
Alleine schon der Umstand, was 50€ mehr, oder weniger im Monat für einen Geringverdiener ausmachen können, kann von diesen Leuten doch schon gar nicht mehr nachvollzogen werden.
Dafür lassen sie sich dann aber bereitwillig von der Wirtschaft am Nasenring durch die Manege führen (Hoteliers, Apotheker, Plattenfirmen, Zeitungsverleger, um nur ein paar aktuelle Beispiele zu nennen), wenn es darum geht, ihre obszönen Margen, oder überholten Geschäftsmodelle zu retten.

btw Herr Spreng, ich fände es gut, wenn sie auf Ihrer Seite Social Bookmarks (Facebook, Twitter, etc.) integrieren könnten, dass würde das Verlinken Ihrer Artikel enorm erleichtern.

9) m.spreng, Dienstag, 06. Juli 2010, 15:07 Uhr

@gregor Keuschnig

Ja und danke. Schon geändert.

10) m.spreng, Dienstag, 06. Juli 2010, 15:13 Uhr

@uwe

Das war mir bekannt, aber ich bin der Ansicht, dass in jedem Glied der Gesundheitskette gespart werden muss, d.h. beim Großhandel und den Apotheken. Außerdem steht gar nicht fest, ob die Kürzungen im Großhandelsbereich an die Apotheken weitergegeben werden oder weitergegeben werden können.

11) OttoKrüja, Dienstag, 06. Juli 2010, 16:46 Uhr

@Philip

» […] ich fände es gut, wenn sie auf Ihrer Seite Social Bookmarks (Facebook, Twitter, etc.) integrieren könnten […]«

Bloß nicht! Es sollte doch nicht allzu schwer sein, einen Link zu kopieren. Das ganze Netz ist schon voll genug mit solchen schrottigen Buttons.

12) Marcel, Dienstag, 06. Juli 2010, 16:53 Uhr

@ Ulli: Mit Verlaub, dieses transusige BlaBla von wegen der armen, fleissigen Apotheker glauben sie doch selbst nicht. Merkt die Politik eigentlich was fuer einen Schaden sie mit solchen Aktionen anrichtet? Es wird mir Angst und Bang um dieses Land…. Zumal, und das vergessen Sie bitte nicht, das dicke Ende mit dem Euro und den naechsten crashenden Banken kommt doch erst noch!

13) uwe, Dienstag, 06. Juli 2010, 17:29 Uhr

@m.spreng

Der Glaube, dass der Grosshandel die Spannenkürzung allein trägt, ist absurd – vielleicht bleiben “nur” 300 Mio – aber das ist auch kein Trost.
Sicher wird das Ganze aber wieder auf dem Rucken der Mitarbeiter ausgetragen – in einer durchschnittlichen Apotheken entsprechen nämlich die zu erwartenden Kürzungen ungefähr den Kosten eines Vollzeitarbeitsplatzes – jetzt raten Sie mal, was passieren wird.

14) Eric, Dienstag, 06. Juli 2010, 18:49 Uhr

Es ist zum Haareausraufen: Kaum hat man ein sogenanntes Sparpaket per Eilverfahren beschlossen, das vor allem sozial Schwache trifft, wird nun binnen weniger Tage die Gesundheit mittels Beitragserhöhung angeblich reformiert.
Neu ist dabei eigentlich gar nichts. Es herrscht in dieser Koalition das alte Prinzip: Hand in die Geldtasche der Wähler, wobei hier mal wieder der Normal-und Geringverdiener bluten muss.
Sonst bekommt die Regierung den faulen und bequemen Hintern nicht hoch, wenn es darum geht, Konstruktives zu leisten. Aber im Abzocken sind dann alle wieder ganz eifrig und diszipliniert.
Im Zuge der Fußball-Euphorie wird der Wähler ohnehin andere Sorgen haben als Politik, denkt sich wohl die Versager-Koaltion. Gute Geelgenheit also, den Bürger mal wieder zu schröpfen.
Ich muss feststellen, dass unsere Volksvetreter eher Volksverräter sind. Klingt hart, trifft aber den Kern.
Hatte seiner Zeit Mutti nicht vor Millionen von Zuschauern behauptet, sie wolle eine Kanzlerin für alle Bürger sein, also auch für Benachteiligte und Schwache?
Das Gegenteil ist der Fall. Merkel ist ganz die Alte: irgendwie durchwurschteln, Hauptsache Macht irgendwie erhalten, selbst wenn man sich so zum Spielball von gewissen Interessensgruppen machen lässt.
Was für ein Glück für unsere Politiker, dass der Deutsche an sich so harmoniesüchtig und angepasst ist, sonst wäre auf den Straßen längst der Teufel los.
Doch kann man dafür die Hand ins Feuer legen, dass dies so bleibt?

Eric

15) Irreversibel, Dienstag, 06. Juli 2010, 19:07 Uhr

@uwe:
Vielleicht wird es nicht mehr in jedem 300-Seelen-Kaff und jeder Straße einer Großstadt mindestens eine Apotheke geben. Da kann ich keinen Nachteil erkennen.

16) Marc, Dienstag, 06. Juli 2010, 19:08 Uhr

@müller: Das mag ja alles sein, aber das ist mir als Kunde reichlich egal. Wenn Herr Spreng seinem Kunden seine Tarife sagt und sie mit Kosten für Auto, Büro und seinen Krediten für seine Investments begründet, dann fassen die ihm an die Stirn.

Wenn einige Apotheken (oder Herr Spreng) solche Lasten haben und die nicht mehr packen, dann stimmt was nicht an derem Geschäftsmodell und dann macht man den Laden halt dicht. Gibt in Großstädten sowieso an jeder Ecke eine Apotheke.

Im übrigen: Für so eine Gesundheitsreform brauche ich keine Politiker, was die da abgeliefert haben ist eigenbtlich Arbeitsverweigerung. Beitragserhöhung bekommt die Verwaltung auch alleine hin.

17) Nobbi, Dienstag, 06. Juli 2010, 19:20 Uhr

Der Rösler hat jetzt alle Schleusen nach oben geöffnet. Das war sein Auftrag. Es gibt keinen Mechanismus mehr, der die Kosten begrenzt. Den Arbeitgebern sind weitere Kostensteigerungen egal. Die Krankenkassen bleiben schwach, der medizinisch-industrielle Komplex erhöht demnächst ungebremst seine Preise. Wer kann dem noch etwas entgegen setzen. Wettbewerb gab es nie. Jetzt gibt es nicht einmal mehr Regulierung.

Die Umfragen interessieren diese Leute übrigens nicht. Die wissen, dass sie die nächsten Wahlen verlieren werden. Bis dahin müssen Fakten zum Vorteil ihrer Klientel geschaffen werden. Selbst wenn eine neue Regierung alles rückgängig macht, werden die Preise in den nächsten drei Jahren derartig steigen, dass sich das Projekt Schwarz/Gelb für die Rücksichtslosen in diesem Lande extrem gelohnt haben wird.

Politik nach dem Prinzip: “Jetzt bin ich mal dran, jetzt darf ich ordentlich zulangen.”

18) Martin, Dienstag, 06. Juli 2010, 19:23 Uhr

Deutschland und seine Monopole bzw. Kartelle

Anstatt, dass mal für echten Wettbewerb gesorgt wird, bei dem die Preise sicherlich sinken würden, hält man leider die Hand über sie. Auch von der CDU und der FDP! Leider.

Branchen, bei denen auch im Jahre 2010 keine Marktwirtschaft herrscht, sind u. a. Apotheken, Taxis, Bahnfernverkehr, Energiekonzerne, Wasserversorger, Müllabfuhr, etc. Aber man ja Angst vor deren Lobbyvereinen. Nur wir Bürger, die in der Folge überhöhte Preise und Gebühren bezahlen müssen, zählen nicht.

19) mambo, Dienstag, 06. Juli 2010, 19:45 Uhr

Ein Beispiel aus eigenen Ansicht:
Ich benötige regelmäßig ein recht teures Medikament.Bei allen Apotheken hier war der Preis gleich hoch.
in der Internetapotheke war das Medikament 30 Euro billiger.
Als ich den niedergelassenen Apotheker darauf ansprach, warf er mich raus mit
Bemerkung ,ich solle nie wieder kommen.
Ist das freie Marktwirtschaft ,Wettbewerb oder was ?
in Frankreich übrigens ist das Medikament u 50& billiger als hier zu Lande!

20) Ludger, Dienstag, 06. Juli 2010, 19:51 Uhr

Mich würde mal das Einsparpotenzial bei Medikamenten interessieren.
Die Summe der 500 wichtigsten Medikamente in Deutschland:
Verkaufsmenge in Deutschland x (Verkaufspreis in Deutschland – niedrigster Verkaufspreis für das 100% identische Medikament in Europa)

Mein Tip: Milliarden pro Jahr

Wer kennt genauere Zahlen?

21) kurtiklaas, Dienstag, 06. Juli 2010, 20:43 Uhr

@müller und ein paar andere:
Ich kann jeden Tag sehen, wie furchtbar schlecht die Apotheken dran sind.
Wir haben ein kleines Einzelhandelsgeschäft in einer Fussgängerzone eines Hamburger Vororts.
In dieser Fussgängerzone, die aus zwei kurzen Strassen besteht gibt es nicht weniger als fünf (!) Apotheken, die sich allesamt in bester Lage befinden.
In jeder Apotheke arbeiten zwischen 10 und 20 Mitarbeiter.

Wahrscheinlich nagen die Apotheker und ihre Mitarbeiter alle ganz schrecklich am Hungertuch – nur irgendwie machen die das schon seit Jahrzehnten. So richtig schlecht scheint das Geschäft auch nicht zu laufen.
Da wird nämlich dauernd umgebaut, erweitert, Personal eingestellt usw.

Ich missgönne den Apothekern nicht das es ihnen gutgeht, aber ich bitte doch darum, nicht zusätzlich auch noch zu jammern!!!

22) Kurt, Dienstag, 06. Juli 2010, 22:22 Uhr

Sehr schlimm ist ja auch, daß Apothekern die Ihren Kunden die Rezeptgebühr erlassen hatten ganz schnell zurückgepfiffen und mit Sanktionen bedroht wurden.
Allerdings zeigt das auch, daß die Apotheken noch Spielraum haben.
Des weiteren ist nicht zu verstehen warum deutsche Versandapotheken dermaßen gemaßregelt werden und damit viel Geld und Arbeitsplätze ins benachbarte Ausland gehen.

23) Lukas, Dienstag, 06. Juli 2010, 22:59 Uhr

Sowas bekommt doch gar keiner mit. Handlingsgebühr, was ist das denn, nie gehört. Wir anderen dürfen zahlen, zahlen, zahlen, das ist bisher noch bei jeder sogenannten “Gesundheitsreform” herausgekommen. Ist doch kein Wunder, wenn der Begriff “Reform” nur noch mit “noch mehr Abzocke” gleichgesetzt wird.

Der eigentliche Skandal ist doch die Selbstverständlichkeit, mit der es uns von Grinse-Rösler als Erfolg verkauft wird, dass die Arbeitgeberbeiträge eingefroren wurden. Das heißt nichts anderes, als dass die letzte Hemmschwelle für unlimitierte Beitragserhöhungen gefallen ist. Wir dürfen weiterhin zahlen, zahlen, zahlen.

24) M.M., Mittwoch, 07. Juli 2010, 02:42 Uhr

Frau Merkel imitiert die Führung im “Kohl-Stil”. Leider passt das nicht mehr in die heutige Zeit der Offenbarungen. Alles wird offenbart, yeah!

25) Dierk, Mittwoch, 07. Juli 2010, 08:36 Uhr

… und bis heute hält sich hartnäckig das Mem, CDU und F.D.P. verstünden mit Geld umzugehen. Da hatten die damals im Wahlkampf leider unterschlagen – davon verstehen die ja tatsächlich etwas -, dass es das Geld anderer Leute ist, das mit vollen Händen ausgegeben wird. Dann wird auf eine simple Beitragserhöhung noch das Etikett ‘Reform’ drauf geklebt.

Lieber Herr Rösler, dem Zahler ist es sch…egal, ob er EINEN hohen Beitrag zahlen muss oder viele kleine plus Sonderzahlung, Extragebühren, Abschreckungsmali – € 500 sind € 500, unabhängig davon, wie sie sich zusammensetzen. Da helfen auch blumige Worte nicht; fairerweise muss ich schreiben, dass sie ja sogar Newspeak aufgegeben haben, ein Zusatzbeitrag heißt nicht auf einmal ‘Sonderleistungsbonus’.

26) Maritta Strasser, Mittwoch, 07. Juli 2010, 10:04 Uhr

Ich kann in dem ganzen Ansatz einer Kopfpauschale eigentlich nur dann einen Sinn erkennen, wenn man entweder das Ziel einer Umverteilung von unten nach oben verfolgt oder das Ziel einer Stärkung der privaten Krankenversicherungen (oder beides). Siehe http://sprachfaehig.wordpress.com/2010/07/07/kopfpauschale-und-pkv/
Was meinen Sie?

27) Frank66, Mittwoch, 07. Juli 2010, 11:15 Uhr

@kurtiklaas
In meinem Viertel ist es genauso. In der größten Einkaufsstraße gibt es 3 Apotheken auf engstem Raum, die dritte hat erst vor kurzem eröffnet. Ich habe noch nie gesehen, dass ein Apotheke mal zugemacht hätte. Die anderen Geschäfte drumherum machen pleite, eröffnen neu, machen wieder pleite. Nur die Apotheken überstehen jede Krise, es werden sogar immer mehr. Seltsam!

28) EStz, Mittwoch, 07. Juli 2010, 11:43 Uhr

>>In dem gleichen Gesetz steht nämlich, dass auf der Großhandelsstufe Einsparungen in Höhe von 400 MIO. vorgenommen werden – das sind Beträge, die bisher als “Funktionsrabatte” an die Apotheken gegangen sind….<>Hätte auch Herr Spreng rausfinden können…<<<
@ uwe: Hat er sicherlich, passt aber wieder nicht ins Weltbild, also lassen wir es lieber 🙂

29) EStz, Mittwoch, 07. Juli 2010, 12:31 Uhr

>>Wir anderen dürfen zahlen, zahlen, zahlen, das ist bisher noch bei jeder sogenannten “Gesundheitsreform” herausgekommen. Ist doch kein Wunder, wenn der Begriff “Reform” nur noch mit “noch mehr Abzocke” gleichgesetzt wird.< die Behandlungsdauer steigt > die Kosten steigen
* Die eff. Lebensarbeitszeit wird kürzer > die Einnahmen sinken > die individuelle Belastung steigt
* Die eff. Arbeitslosigkeit steigt > die Einnahmen sinken > die individuelle Belastung steigt
* Die (Apparate-)Medizin macht Fortschritte > die Behandlungsvielfalt steigt > die Kosten steigen
* Lohnkosten zu hoch > Umlage auf Beschäftige > die individuelle Belastung steigt

Da sind noch nicht einmal kapitalistische Tendenzen zur Profitmaximierung berücksichtigt. Ich sehe keinen vernünftigen Weg, die Kosten auch nur ansatzweise langfristig und effektiv zu dämpfen. Jede Maßnahme, jede Einsparung wird nur einen kurzen Aufschub geben, bevor die oben genannten Entwicklungen alles wieder zunichte machen. Nichts ist sicher: die Rente nicht, die medizinische Versorgung nicht. Wer etwas anderes behauptet, lügt!.

Und das geht so lange weiter, bis das System kollabiert. Das lässt sich nicht verhindern, sondern nur aufschieben.

Will man die Kosten im Gesundheitssystem für die Allgemeinheit dämpfen, gibt es nur einen Weg: Leistungsbeschränkung. Grundversorgung wird vorgegeben, Extras gegen Aufpreis bzw. individuelle Zusatzversicherung (oder, wie es ein Kabarettist sagte: Jahrelang haben wir schöne Zähne gehabt. Das ist vorbei. Jetzt kriegen die Chinesen schöne Zähne). Wer gesund bleibt, hat Glück, wer krank wird, hat Pech. Wer raucht, zahlt selbst, wer Skiunfall hat, zahlt selbst, wer besoffen vom Hocker fällt, zahlt selbst. Und wer die Krebsbehandlung etc. nicht zahlen kann, kriegt keine und stirbt eben.

Einer muss zahlen, und wenn es nicht die Allgemeinheit ist, dann das Individuum.

30) EStz, Mittwoch, 07. Juli 2010, 12:42 Uhr

>>wie die ganzen “Journalisten” die sich bei “Qualitätsmedien” rumtreiben…<<

PS (@ Uwe):

Ich kenne keinen guten Journalisten, der sich selbst "Qualitätsjournalist" oder sein Medium "Qualitätsmedium" nennt. Diese Begriffe werden in erster Linie von Verlagskaufleuten und -Managern benutzt, die mit der für eine Tageszeitung nötigen Personalstärke gleich mehrer Print- und Online-Objekte versorgen (wollen, aber nicht richtig können). Wo es kneift, helfen dann Volontäre, billigste Freie oder das Abschreiben aus dem Internet. Wenn der Leser die nachlassende Qualität mit Abwanderung bestraft, wird in der Regel mit den von Ihnen angebrachten Begriffen Artenschutz durch die Regierung etc verlangt.

Ich kann Ihnen da also weitgehend zustimmen. Die "Qualität" in der Bezeichnung taucht meist da auf, wo sie im Produkt verschwunden ist.

31) DSB, Mittwoch, 07. Juli 2010, 14:09 Uhr

Ich finde es ja eher erstaunlich, wie selbst gute Journalisten momentan immer pars pro toto ein Detail herausgreifen, um damit ein gesamtes Gesetzespaket zu denunzieren (mal ganz davon zu schweigen, dass schon die Bewertung des Details oft nicht stimmig ist). Aber wahrscheinlich ist es einfacher, sich über Einzelheiten zu empören, als sich einmal wirklich mit der Sache (und vor allem: den zur Auswahl stehenden Alternativen) zu befassen.

32) uwe, Mittwoch, 07. Juli 2010, 15:12 Uhr

@m.spreng

nochmal zu der Frage, ob die Apotheker belastet werden:
“Obwohl der Kassenabschlag mit der gestern vorgestellten Gesundheitsreform nicht erhöht wird, fordert Bundesgesundheitsminister Dr. Philipp Rösler (FDP) auch von den Apotheken einen Sparbeitrag: „11 Milliarden Euro, da muss man schon die Frage beantworten, wer das bezahlen kann, und die Apotheken werden ebenso wie andere Leistungserbringer ihren Beitrag leisten. Das taucht in der Liste unter dem Bereich Großhandelsmarge auf. Also wir lassen da im Prinzip niemanden aus“, sagte Rölser in einem Deutschlandfunk-Interview.”

Der ganze Artikel hier http://www.apotheke-adhoc.de/Nachrichten/Politik/11122.html

@kurtiklass
der Beitrag ist nur armselig, da gibt es nichts weiter zu sagen.

@Lukas
Die Tasache, dass Sie von der Handlingsgebühr nichts wissen, ändert nichts daran, dass es sie gibt. Wenn Sie offensichtlich keinen Einblick in Fakten haben sollten Sie Argumentation anpassen.

Schade Herr Spreng, Ihre Artikel fand ich fast immer lesenswert, die Diskussionen sind aber ziemlich abschreckend – schade für Ihr Blog.

33) m.spreng, Mittwoch, 07. Juli 2010, 16:13 Uhr

@uwe

Der höhere Abschlag auf die Handling-Gebühr war im Gesundheitssparpaket von den Koalitions-Experten vorgesehen, wurde aber kurz vor der endgültigen Verabschiedung wieder herausoperiert. So viel zum Thema Sparbeitrag der Apotheken und Klientelpolitik. Diejenigen Politiker, die das geplant hatten, waren offenbar alle so uneinsichtig wie ich.

34) Lukas, Mittwoch, 07. Juli 2010, 17:18 Uhr

@uwe
Meine Argumentation beruht nicht darauf, dass ich die Handlingsgebühr nicht kenne, sondern darauf, dass es sich um ein, wie ich meine, recht unbedeutendes Detail handelt.

Ceterum censeo sollte das Apothekenpreiskartell aufgelöst und der Vertrieb von Medikamenten über andere Wege, zB das Internet, freigegeben werden. Das würde die Preise schlagartig senken und den vielbeschworenen Wettbewerb stärken. Es ist doch ein Unding, dass sich alle dem Markt stellen müssen, nur die Apotheken nicht.

@EStz
Ich sehe nicht, warum im Gesundheitssystem immer alles teurer werden muss. In vielen Bereichen führt der technische und wissenschaftliche Fortschritt dazu, dass die Preise fallen. Nur im Gesundheitswesen nicht? Die Preise werden doch künstlich hochgehalten.

Es bleibt dabei, dass es immer der einfachste Weg ist, sich beim Beitragszahler zu bedienen.

35) HarryH_III, Mittwoch, 07. Juli 2010, 17:24 Uhr

Wem soll hier eigentlich ein X für ein U vorgemacht werden?

Gesetzliche Krankenkassen:
– Leistungen (inkl. Untersuchungsmethoden) werden gekürzt bzw. sind schon seit Jahren ganz weggefallen bzw. sind vom Patienten zu finanzieren (Man denke nur an Augenarzt, Optiker, Zahnarzt)
– Medikamente, die früher noch von den Kassen erstattet wurden, müssen schon seit langer Zeit vom Patienten selbst bezahlt werden
– Krankenkassenbeiträge sind so enorm hoch wie noch nie (es gab mal einen Aufschrei als es so um die zehn oder elf Prozent ging; heute reden wir über fünfzehn Prozent plus (nicht gedeckelte) Zusatzbeiträge)
– Ärzte verdienen so wenig wie noch nie
Trotzdem: Die gesetzlichen Krankenkassen machen sprunghaft zunehmend Minus – und zwar im Milliarden-Euro-Bereich!?

Typisch ist letzten Endes aber auch hier wieder insgesamt in der Diskussion:
Die Privaten Krankenversicherer werden immer wieder aus den Überlegungen um eine nachhaltige und echte Gesundheitsreform herausgelassen.

Naja,Private Krankenversicherer haben bekanntermaßen – fast undenkbar, aber es ist so – eine noch übermächtigere Lobby in Berlin als die Pharmunternehmen. Private Krankenversicherungen sprechen dem System der gesetzlichen Krankenversicherungen Hohn. Und sind komplett kontraproduktiv.

Zum Schluss: Sollten die Überlegungen zu (einkommensabhängig) steigenden Versicherungsbeiträgen in den gesetzlichen Krankenversicherungen und zu (nicht gedeckelten) Zusatzbeiträgen Tatsache werden, so wird dies auch die letzten Freiwillig Gesetzlich Krankenversicherten in die Fänge der Privaten Krankenversicherer treiben. Und dann? Ja, das Minus in den Gesetzlichen Krankenversicherungen wird noch größer. – Von den Verantwortlichen: Gewollte Destruktion? Oder Kurzsichtigkeit?

36) Thomas Eckel, Donnerstag, 08. Juli 2010, 19:10 Uhr

Warum hat Spanien gegen Deutschland gewonnen? Ich glaube an ein Zugeständnis an Spanien, damit dort die Wirtschaftsreformen besser klappen!

37) Alvar Hanso, Freitag, 09. Juli 2010, 00:56 Uhr

@HarryH-III
“Gewollte Destruktion? Oder Kurzsichtigkeit?”

Schauen wir doch was unser Philipp Rösler dazu sagt:

http://www.fvdz-nds.de/files/09.08.10_rede_minister_roesler_lv__2009.pdf
“…Und das erklärt übrigens auch, warum wir in diesem Zusammenhang auch über ein geändertes Steuersystem reden müssen. Zum einen über eine radikale Vereinfachung.
Und das zweite Ziel ist es, die Menschen finanziell zu entlasten. Nicht damit sie mehr Geld haben um Konsum zu betreiben – das ist dann eher ein typisches Wahlversprechen und daran können sie auch die Unterschiede in den nächsten paar Monaten erkennen – sondern um die finanziellen Möglichkeiten zu haben, um die notwendigen Reformen im Gesundheitswesen und in der Arbeitslosenversicherung bezahlen zu können.
Man muss auch den Mut haben zu unangenehmen Botschaften. Und die unangenehme Botschaft heißt eben: Wenn es das Umlageverfahren zwischen reich und arm, alt und jung, nicht mehr gibt, sondern nur noch gesund und krank, dass die Menschen von sich aus dann mehr Geld in das Gesundheitssystem geben müssen und auch selber ansparen müssen, für Prämienstabilität im höheren Alter in Form von Kapitaldeckung oder Teilkapitaldeckung auch im Gesundheitswesen.
Sie werden nur dann eine Bereitschaft für solch ein System erreichen, und bekommen, wenn sie gleichsam als Mutter aller Reformen, diese Steuerreform haben, die den Menschen das Geld gibt, damit sie finanziell Vorsorge betreiben können.
…”

38) HarryH_III, Freitag, 09. Juli 2010, 17:09 Uhr

@Alvar Hanso

Komisch, genau an dem Punkt, wo es um Klarheit gehen sollte, neigen Politiker zum Schwafeln. Was ist Kapitaldeckung bzw. Teilkapitaldeckung?

Arbeitgeber sollen entlastet werden: das steht schon mal fest. Finanzieren sollen es die Bürger: auch das steht fest. Soll es nun kein Steuersystem mehr sein – im Gegensatz zu jetzt? Sollen nun alle in die Privatversicherung? Manche bekommen ihre Medikamente ersetzt, manche nicht? Werden Krankenkassen einfach in Private Krankenversicherer umbenannt? Wird der Präventionsgedanke weiter verfolgt? usw. usf. Wird es da nicht so einige Aufschreie unter Tausenden von Krankenkassen-Angestellten geben? Werden Ärzte da nicht noch mehr quieken als sie es so schon tun, wenn ihnen die “Patienten” nicht mehr so locker vor die Füsse gespült werden (weil sie sich ja auf Kosten anderer austoben? – vgl.Präventionsgedanke) usw. usf.

Sollen die Menschen nur das Gefühl haben, dass sie etwas von ihrem Geld, das sie hineingeben, wiederbekommen (O-Ton Rösler) oder sollen sie wirklich etwas an Gegenleistung erhalten?

Herr Rösler ist ja, gemäß seiner Aussage, davon überzeugt, dass er doppelt schwanger (Zwillinge) war, und er weiß jetzt auch, dass das geht. Ich vermute, dass das für seinen Redekontext und für die Realität heißen soll: Wir behalten das aktuelle Steuersystem so wie es zurzeit das “System” der Gesetzlichen Krankenkassen darstellt bei und lassen die Bürger private Vorsorgeinvestitionen tätigen. – Das würde unserem Reformgebahren entsprechen: Systeme aus anderen Ländern – hier USA u.a – übernehmen und gleichzeitig das eigene ineffektive System beibehalten, auf das es schön teuer und ineffizient werde. Eine Bemerkung sei mir an dieser Stelle erlaubt: Ein Herr Rösler muss so etwas ja nicht bezahlen, deswegen kann er ja auch mit Ideen doppeltschwanger gehen.

39) EStz, Samstag, 10. Juli 2010, 03:55 Uhr

>>Ich sehe nicht, warum im Gesundheitssystem immer alles teurer werden muss.
>>In vielen Bereichen führt der technische und wissenschaftliche Fortschritt dazu,
>>dass die Preise fallen. Nur im Gesundheitswesen nicht? Die Preise werden doch
>>künstlich hochgehalten.

Nun ja, “immer alles” sind große Worte. Wenn Sie auf eine spezifische Behandlungsmethode oder ein bestimmtes Medikament schauen, haben Sie sicherlich Recht mit ihren Zweifeln, zumal es nie nur einen einzelnen Grund für einen Zustand oder eine Entwicklung gibt.

Doch letztendlich wird alles durch den Egoismus bestimmt. Jeder will eine möglichst gute Behandlung, möglichst noch vom Chefarzt. Und der wird seine Behandlung nach seinem Profit, nach seiner Bequemlichkeit und wohl auch am Wohl oder den Wünschen des Patienten ausrichten. Wenn der Patient sich besser bzw. sicherer fühlt, wenn man ihn in einen großen Apparat steckt, und der Arzt mehr daran verdient, als wenn er nur Händchen hält – dann wird der Apparat eingeschaltet, und die Krankenkasse muss zahlen. (Auch da spielen viele andere Gründe noch eine Rolle: Wenn sich die Maschine irrt, kann man nix machen. Wenn der Arzt selbst eine falsche Diagnose stellt… etc.)

Ich sehe eigentlich niemanden, der das System komplett umgekrempelt haben will. Aber viele, die wollen, dass sie verschont oder begünstigt werden ohne Gegenleistung. Die Menschen arbeiten (und zahlen) weniger, und leben länger. Also ist in einem Solidarsystem für jeden weniger da. Dann werden eben Leistungen gekürzt und Beiträge erhöht, was denn sonst?

Treten Sie nicht nur einen, sondern zwei Schritte zurück, dann erkennen Sie die Richtung. Der Fluß mag sich schlängeln, wie er will. Letztendlich mündet er ins Meer….

40) Norbert, Sonntag, 11. Juli 2010, 02:19 Uhr

Ich halte ja weiterhin die Arzneimittelpreise für verdächtig, ein großes Einsparpotenzial zu haben. Meine Kasse zahlt, meine 10 Euronen nicht berücksichtigt, alle 28 Tage € 1.597,93 für ein Medikament, das in Frankreich € 904,47 kostet.

Was mich an Apotheken so wurmt ist, dass sich Apotheker als unglaublich kundenfreundlich darstellen. Dabei nehmen sie das Rezept, bestellen das Medikament, kassieren die 10 Euro – und das war’s. Macht ja nix, dass mein Name auf dem Rezept steht, und mich noch niemand namentlich angesprochen hat. Aber wenn Apotheker kundenorientiert arbeiten würden, würden sie sich ernsthafte Gedanken machen, was ich vielleicht gut brauchen könnte. Tupfer vielleicht? Pflaster? Eine Probepackung eines Entspannungsbads? Oder auch nur eine Packung Taschentücher? Von fünf Apotheken, die ich mittlerweile kenne, bemühte sich nur eine, den Kunden zu halten, der jeden Monat 1.600 Euro Umsatz garantiert. Aber die ist leider 30 km entfernt.

@Müller:
> Der Apotheker muss die kosten für ein Medikament vor strecken. z.b. mehrere 10000 Euro und
> bekommt das Geld erst später von der Krankenkasse wieder. Hier sind 8,10 Euro dann jedoch wenig.

Mag ja sein, aber das ist für Kaufleute völlig normal. In meinen 11 Jahren als Selbständiger musste ich auch mit Tausenden von Mark oder Euro in Vorschuss gehen um die vielleicht nach einem halben Jahr zurück zu bekommen. Oder glauben Sie, der Staat, große Autohersteller oder Verlage zahlen ihre Rechnungen sofort?

41) AVG, Samstag, 17. Juli 2010, 13:25 Uhr

Bevor sich Frau Merkel und Co an den Arbeitslosen und deren Familien vergreifen, sollten endlich die Zocker, welche die Krise(n) verursacht haben, zur Kasse gebeten werden !
Unsere Meinung dazu hier:
http://www.youtube.com/watch?v=qCYRxHz-OY0

42) GratisVerischerungsVergleich, Samstag, 04. September 2010, 13:05 Uhr

Wer sich für die richtigen Konditionen für sein Geld informieren möchte, ist mir http://privat-krankenversicherung.blognewz.de gut beraten. Schauts euch mal an, einfacher und übersichtlicher kann man es garnicht haben!
Für so eine wichtige Entscheidung, sollte sich jeder die 5 Zeit nehmen finde ich.

Grüße,

Volker – S.m.M

43) Stefan Zoll, Donnerstag, 14. Oktober 2010, 01:02 Uhr

Sehr informativer Blog

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