Freitag, 20. August 2010, 11:44 Uhr

Mehr Tiefgang, bitte!

Wäre Christian Wulff ein Arzt, dann sollte man ihn meiden. Denn er ist nur ein oberflächlicher Diagnostiker und ein schlechter Therapeut. Im ARD-Morgenmagazin klagte er: “Heute begleitet auch die Politiker viel Häme, viel Spott und viel Misstrauen – mehr als früher”. Richtig beobachtet, aber sein Therapievorschlag ist rührend: “Das kann nicht so bleiben”. Demokratie funktioniere nur, wenn Menschen Verantwortung übernehmen und nicht jeder Politiker als Karrierist verhöhnt würde. 

Aber auch die Diagnose ist unzureichend. Kein Wort darüber, warum das so ist. Kein Wort von Profilierungssucht, Egomanie, schlechter Regierungsführung, gebrochenen Wahlversprechen oder Klientelpolitik. Natürlich gilt das nicht für jeden Politiker, aber leider für viel zu viele. Wulff geht nicht in die Tiefe. Er muss seinen Ex-Kollegen ja nicht gleich wie Richard von Weizsäcker pauschal “Machtbessenheit” vorwerfen, aber ein bisschen mehr Tiefgang kann man von einem Bundespräsidenten schon verlangen.

Seit seiner Wahl zum Bundespräsidenten ist Wulff dreimal aufgefallen: durch seine peinliche Pressekonferenz mit dem DFB während der Fußball-WM, bei der er sich von einem Interessenverband instrumentalisieren liess, durch seinen Urlaub in der Villa des Ex-AWD-Chefs Carsten Maschmeyer und jetzt durch seinen Appell, netter zu den Politikern zu sein. Wulff muss langsam aufpassen, dass er seine ersten 100 Tage nicht verstolpert. Noch ist er durch den automatischen Popularitätsschub eines Präsidenten geschützt.

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30 Kommentare

1) Steuereintreiber, Freitag, 20. August 2010, 12:39 Uhr

Ein Bundespräsident hat auch nicht Anwalt der Politiker zu sein (auch wenn es unumgänglich ist, daß er von ihnen gewählt wurde), sondern Anwalt der Bürger. Mir scheint, Wulff hat gar nicht begriffen, welches Amt er da antritt.

2) panther, Freitag, 20. August 2010, 12:46 Uhr

Nett sein reicht eben nicht, weder in der Politik noch in der Wirtschaft. Auch und gerade für Bundespräsidenten gilt: gut gemeint ist nicht gut, und an der Oberfäche Beschwichtigungs- und Gutmenschensprüche abzulassen, ist nicht genug.Zu den von Ihnen genannten Peinlichkeiten kommt eine weitere hinzu: das Interview von Ulrich Deppendorf zu Pakistan und der Spendenbereitschaft in Deutschland hätte eine Steilvorlage für einen Bundespräsidenten sein müssen. Das Ganze kam rüber wie eine Referendarprüfung, in der der Kandidat zu erwartende und dem Prüfer genehme Antworten gibt. Die Allgemeinplätze des Herrn Wulff erinnerten an ein politisches ‘Bullshit-Bingo’ . Vorgestanzt, keine Klarheit und Wahrheit, noch nicht einmal der Ansatz dazu. Nun greifen die meisten Menschen in schwierigen Situationen auf das Verhalten zurück, mit dem sie in der Vergangenheit erfolgreich gewesen sind. Nettigkeit und sympathische Zuwendung sind angenehme Eigenschaften, die ein Bundespräsident gezielt einsetzen kann. Da sein wesentliches politisches Mittel das Wort und die klare, herausfordernde, zum Nachdenken anregende Rede ist, sollte sich Herr Wulff überlegen, ob er sie nicht einsetzen will. Zumindestens manchmal. Wenn er denn kann.

3) Frank66, Freitag, 20. August 2010, 12:47 Uhr

Von einem aufgezeichnetem Interview im Morgenmagazin können sie keinen Tiefgang erwarten. Da wollen die Leute zwischen zwei hektischen Bissen ins Brötchen und einem Schluck Kaffee kurze, knackige Fakten hören. Wulff sollte entweder ein ausführliches Live-Interview oder endlich eine Grundsatzrede halten. ich möchte nämlich auch mal gerne wissenwas er sich so für die nächsten fünf Jahre denkt.
Wahrscheinlich kommt das, wenn alle wieder aus dem Urlaub zurück sind und der parlamentarische Betrieb wieder aufgenommen wird.
Aber grundsätzlich haben sie recht, er schwamm bisher doch eher an der Oberfläche und das nicht nur in Maschmeyers Pool!

4) Jan, Freitag, 20. August 2010, 13:20 Uhr

Ich glaube nicht, dass unsere Politiker schlechter (korrupter, fauler, machbesessener, unwissender) sind als noch vor 20 oder 30 Jahren. Ich glaube auch nicht, dass unsere Politiker gegenüber denen im Ausland viel schlechter abschneiden. Ich stimme (ausnahmsweise) mit Wulff überein, dass das Problem vor allem auf der Wahrnehmungsseite zu verorten ist und nicht primär bei den Akteuren.

Dafür ist vor allem die permanente Beobachtung des politischen Geschehens durch die Medien verantwortlich. Das Bild der Akteure ist auch deshalb so schlecht, weil halt jede Handlung und jede Aussage Anlass für öffentliche Debatten sein kann. Zur Veranschaulichung: Die Feuerwehr etwa hat ja nur deshalb einen so guten Ruf, weil nur über sie berichtet wird, wenn sie ein Feuer gelöscht hat oder eine Katze gerettet. Würde jede Personalentscheidung, jede Anschaffung und jedes Feuerwehrfest so detailliert in den Medien ausgebreitet, wie politische Prozesse in Berlin, wäre die Wahrnehmung auch eine andere.

Aufgabe der Medien sollte es hin und wieder sein, eine Art Innenperspektive über die Arbeit eines Politikers zu bieten, also auch seine Handlungsspielräume und Handlungszwänge darszustellen und die Konditionen, die politisches Handeln beinflussen.

Wulff wird sich aber sehr schwer tun, die Beziehung zwischen Politik und Bevölkerung zu verbessern. Dafür wäre Gauck halt genau der Richtige gewesen.

5) Hensch, Freitag, 20. August 2010, 13:54 Uhr

Nicht von mir, aber treffender Kommentar einer Kollegin nach der Lektüre des Beitrages zu Herrn Wulff: Man tut, was man kann.

6) Stephan M., Freitag, 20. August 2010, 14:00 Uhr

Hallo Herr Spreng,

gut beobachtet. Und unser BP liefert doch die Gründe für Spott, Häme und Misstrauen gleich mit. Ein Bundespräsident, der seinen Urlaub in einer Privatvilla verbringt, hat m.E. normalerweise arge Erklärungsnöte, warum er sich seinen Urlaub nicht selber zahlen kann. Oder sind die Sicherheitsvorkehrungen bei Herrn Maschmeyer seit dem letzten Jahr eines Präsidenten angemessen?
Geld genug sollte er eigentlich haben – gut, es wird vielleicht nicht ganz für spätrömische Dekadenz reichen, aber immerhin braucht sich unser BP keine Gedanken um Rente bzw. Renteneintrittsalter mehr zu machen.
Nun, wahrscheinlich übe ich mich auch nur deswegen in Spott und Häme, weil ich seit Jahren als Angestellter über meine Verhältnisse lebe und meine Urlaube selber bezahle – vielleicht sollte ich zu Politikern wirklich netter sein. Das nächste Mal, wenn mir einer über den Weg läuft, werde ich ihn ankuscheln – versprochen!

7) Dierk, Freitag, 20. August 2010, 14:09 Uhr

Ach was, er kann ja zurücktreten, wenn’s ihm zu viel wird. Ist doch inzwischen Usus, selbst geschaffenen Problemen und eigener Dumpfsinnigkeit durch Gnadenschuss des Amtes zu entkommen. Klar, die teilweise sauteuren Probleme – wie eine überflüssige, hässliche, mies geplante Prestige-Philharmonie, Herr von Beust! – bleiben. Und das schlechte Image einzelner wie der Gruppe verstärkt sich.

Wann wollte Herr Wullff seine wohlunverdiente Rente antreten, schneller als Köhler?

8) esal, Freitag, 20. August 2010, 14:40 Uhr

“Heute begleitet auch die Politiker viel Häme, viel Spott und viel Misstrauen – mehr als früher”.

Und wie der Fall von OB Sauerland zeigt, ist das leider auch überaus gerechtfertigt.

Politiker, die einen klaren Standpunkt vertreten und nicht bei kleinsten Widerständen einknicken, verdienen parteiübergreifend meinen Respekt. Leider scheint die Mehrheit im Berliner Politikbetrieb aber aus Duckmäusern und Opportunisten zu bestehen. Da ist es dann auch nur ein kurzer Weg zum Karrieristen. Inhaltlicher Streit – wo es dann auch mal lauter hergeht – ist mit unserer Konsensdemokratie offenbar nicht mehr kompatibel. Auch Politker wollen geliebt werden. Daher werden Wohltaten und Geschenke im Übermaß verteilt und bei kritischen Themen oder Streit weggetaucht. OB Sauerland lässt grüßen.

Herr Wulff sollte sich rasch relevanten gesellschaftspolitischen Themen annehmen, sonst wird seine Gedankenleere und Armut an Visionen noch das zu Ende gehende Sommerloch überdauern. Einen jammernden, sich nur um die eigene Achse drehenden Bundespräsidenten brauchen wir allerdings wirklich nicht. Themen für Appelle und Diskussionsanstöße gibt es schließlich genug: Abbau der Staatsverschuldung, Regulierung des Finanzsystems, Umstellung auf regenerative Energieeversorgung, etc.

9) Martin, Freitag, 20. August 2010, 15:23 Uhr

Bundespräsident Wulff und Tiefgang verhält sich wie Hund und Katze.

Als Niedersachse habe ich, anders als andere niedersächsische Ministerpräsidenten weder in positiver noch in negativer Form mitbekommen, das er der Ministerpräsident sei.

@esal:
[…]Politiker, die einen klaren Standpunkt vertreten und nicht bei kleinsten Widerständen einknicken, verdienen parteiübergreifend meinen Respekt.[…]
Von welchen Politikern sprechen Sie? Jedenfalls nicht von aktiven deutschen Politikern.

10) Maren P., Freitag, 20. August 2010, 16:02 Uhr

… oder wie es unser Oberbürgermeister so treffend formuliert hat:”Ich kann nur mit den Gäulen pflügen, die ich im Stall habe.”
Es wird ja immer behauptet, ein Mensch wüchse mit seinem Amt. Das mag sein, aber bei den meisten stellt man doch schnell fest, dass die neue Größe daraus resultiert, dass einer die Bodenhaftung verloren hat. Deshalb wird aus einem Dünnbrettbohrer eben auch kein Philosoph mehr.
Die Politik in Berlin allerdings kann froh sein, dass es den Bundespräsidenten Wulff und seine Frau Bettina gibt. So konzentrieren sich Aufmerksamkeit und Häme dort, wo es inhaltlich und persönlich am wenigsten schmerzt.

11) esal, Freitag, 20. August 2010, 16:21 Uhr

@martin
Meiner Auffassung nach gibt es eine Reihe aktiver Politiker mit Format. Lassen wir die jeweilige politische Agenda einmal beiseite. Da schlage ich gerne einen Bogen von Wertkonservativen wie Herrn Bosbach bis zu den grünen Erneuerern um Frau Künast. Bei der FDP fällt mir tatsächlich niemand ein und auch bei der SPD wird es sehr schwer. Der vielgescholtene Oscar Lafontaine ist m.E. ein ausgezeichneter Politiker. Da weiß jeder wo die Reise hingeht (wenn man denn da hin will).

12) Sanníe, Freitag, 20. August 2010, 16:36 Uhr

Die Kommentare gefallen mir nicht, vielmehr zeigen sie die Notwendigkeit, dieses Thema anzusprechen. Und warum sollte der Bundespräsident nicht ein freundliches Wort für Politiker haben? Gibt es da irgendeine Regel nach der jeder die grundsätzlich verachten muß?

Man muß doch heute wirklich einigermaßen beknackt sein, einen Job zu ergreifen, in dem man in gar keinem Fall Anerkennung von denen bekommt, die einen gewählt haben. Ja sogar für eine Senkung der Diäten wird in den nach unten offenen Kommentarspalten der örtlichen Zeitungen ein Kübel Haß ausgeschüttet. Und alle scheinen es normal zu finden. Ich nicht.

13) Doktor Hong, Freitag, 20. August 2010, 16:41 Uhr

Lieber Herr Spreng, Sie sprechen mir aus der Seele.

Karrieristen, Korrupte und Machtbesessene hat es immer gegeben und wird es immer geben. So ist das halt.

Meinetwegen soll ein Karrierist auch Karriere machen, SOLANGE ER SEINE ARBEIT TUT. Ist das so schwer zu verstehen?

Es ist ja nicht nur Profilierungssucht, sondern auch der (erfolgreiche) Versuch, verschiedene Bevölkerungsgruppen gegeneinander aufzuhetzen, um dann schließlich eine Klientel zu bedienen.

Ackermann und Co. tun nur ihre Arbeit, sie tun nur, wofür sie bezahlt werden. Das ist gerecht und auch völlig in Ordnung so.

Aber es kann nicht sein, dass Vertreter des Volkes zu Vertretern der Partikularinteressen werden, indem sie sich die Interessen einer kleinen Klientel zu eigen machen. Es ist völlig egal, ob es aufgrund von Korruption oder mangelndem Urteilsvermögen geschieht.

Es ist die Aufgabe von Volksvertretern, die Interessen der Allgemeinheit zu wahren. Und wenn wie im Fall der Finanzkrise die Interessen einer Gruppe von Bankern massiv gegen die Interessen der meisten Menschen laufen, dann haben diese Leute das zu unterbinden. So einfach ist das.

Es ist doch eine Schweinerei, erst die gesetzliche Rente zu demontieren, die Leute in fondsgebundene Lebensversicherungen zu treiben, um jetzt mit Blick auf die Werte des angesparten Fondsvermögens zu sagen: “Tja, Pech gehabt.”, während man selbst auf Kosten des Steuerzahlers eine üppige Pension einstreicht.

Und sich (wie im Fall Köhler) hinzustellen und zu schimpfen, die Banker und Manager mögen sich doch bitte moralischer verhalten, ist doch einfach nur lächerlich, und eine Bankrotterklärung noch dazu. Da haben ganz einfach Handschellen zu klicken, fertig, aus. Die Botschaft hat zu lauten: “Wenn Du die Anleger betrügst, dann gehst Du in den Bau”. Die Botschaft eines solchen jämmerlichen Appells ist schlicht: “Wir können eh nichts machen, wenn ihr die Anleger betrügt, also tut das bitte nicht.” Nun gibt es das Rechtsstaatprinzip des “Nulla poena sine lege”, “Keine Strafe ohne Gesetz”. Und was ist gesetzesmäßig seit der Finanzkrise passiert? Eben.

Was würde man einem Polizeipräsidenten erzählen, der die Verbrecher bittet, doch nicht so kriminell zu sein, weil seine Polizisten damit beschäftigt seien, im Internet zu surfen? (Man verstehe mich bitte nicht falsch, ich bin mit Polizisten befreundet und weiß, wie schwierig und frustrierend trotz großen persönlichen Einsatzes ihre Arbeit ist, auch, weil sie unter Personalmangel leiden (“schlanker Staat”)).

Nur als Beispiel. Um einen politisch interessierten Freund zu zitieren (der sich selbst als urkonservativ bezeichnet und langjähriges CDU-Mitglied ist): “Unsere Politiker tun ihre Arbeit nicht.” Genauso nehme ich das auch wahr.

14) hjg, Freitag, 20. August 2010, 17:22 Uhr

Kommt man eigentlich aus Maschmeyers Pool sauber wieder raus?

15) vera, Freitag, 20. August 2010, 17:35 Uhr

Tiefgang. Wulff. Ah ja –

16) T.D., Freitag, 20. August 2010, 19:07 Uhr

Sehr treffend beschrieben! Die Pressekonferenz mit dem DFB war wirklich an Peinlichkeit nicht zu überbieten. Da hat Wulff auch noch versucht, sich die Popularität der Nationalelf abzugreifen.
Wir brauchen keinen Grüssonkel als Präsidenten oder etwa einen Showpolitiker. Wir brauchen jemand, der auch intellektuelle Debatten führen kann, und uns allen zeigt, was die Leitlinien unseres
Handels sein sollten.

17) dissenter, Freitag, 20. August 2010, 21:18 Uhr

Ein Bundespräsident, der bei seinem guten Freund Maschmeyer logiert, welcher wiederum seinen Namen unter den offenen Brief gesetzt hat, mit dem die Chefs der großen Stromversorger und ein paar gute Freunde wie der unvermeidliche Clement ein paar guten Freunden wie der Frau Kanzlerin dankenswerterweise klargemacht haben, wer in Energiedingen eigentlich das Sagen hat in diesem Land, beklagt sich über “Häme, Spott und Misstrauen”.

Es behaupte keiner, Wulff fische in seichten Gewässern! Im Gegenteil, der Mann hat die Dinge auf den Punkt gebracht, in Wahrheit und in Klarheit: Häme, Spott und Misstrauen wird diesen Leuten entgegengebracht, die das Wohlergehen ihrer skrupellosen Peer-Group nicht von dem Gemeinwohl unterscheiden können, auf das sie ihren Amtseid abgelegt haben. Häme, Spott und Misstrauen sind das, was sie dafür verdienen. Sich selbst braucht er beim nächsten Mal gar nicht davon auszunehmen.

18) mambo, Freitag, 20. August 2010, 21:26 Uhr

Ich sage nur : lieber Gauck ,warum bist du nicht BP geworden ,
und hast uns diesen weich gespülten nicht Wulf erspart.

19) Thomas B., Samstag, 21. August 2010, 07:35 Uhr

Wieso soll Wulf nicht auch Anwalt der Politiker sein? Er ist Anwalt der Bürger und in meinen Augen sind die Politiker auch Bürger dieses Staates.
An der PK mit dem DFB habe ich nichts auszusetzen. Diese war eine schöne Veranstaltung und hat den Stellenwert des Fußballs hier in Deutschland verdeutlicht. Wenn er nicht dagewesen wäre hätte man bestimmt daran auch etwas zu meckern gehabt.
So eine Präsidentschaft ist ein Marathon und kein Sprint. Ich möchte gar nicht, dass er innerhalb von 100 Tagen sein Amt neu erfindet. Daran wird er dann nämlich die restliche Amtszeit gemessen. Das muss dann nicht unbedingt ein Vorteil sein.
Und wer jetzt wieder nach Gauck ruft. Ich glaube nicht, dass Herr Gauck viel zu sagen hat. Er ist als BP-Kandidat (hehe Schelm wer an den Golf von Mexico denkt) ein Produkt der Marketingabteilungen von Grünen und SPD. Besonders viel Substanz konnte ich da nicht erkennen. Ohne das wäre er ein ganz normaler Rentner. Ein Mann der in seinem Leben in einer historischen Stunde dabei war und jetzt in seinem persönlichen Altersheim Schloss B. wohnt. Wer will das? Dann doch lieber Wulf.

Gruß

20) Oldman, Samstag, 21. August 2010, 11:23 Uhr

Noch singen die Kinder nicht:”Wullff Du hast das Amt gestohlen, gib es wieder her, gib es wieder her”!

Wo Roman Herzog eine Ruck-Rede hielt, hält Wuff eine Schmoll-Rede.

Erbärmlich.

21) Benjamin, Samstag, 21. August 2010, 15:15 Uhr

Um es mal zuzuspitzen: ein kleiner Fischkutter kann nicht den Tiefgang eines Supertankers aufweisen. Von Wulff sollte man hier nicht viel erwarten (auch das Morgenmagazin dafür auch nicht der Platz ist), wenngleich er sich ja schon in Gesprächskreisen wie zu Zeiten des Preußenkönigs Friedrich II. sieht, wo er dann beraten werden soll. Na dann…

22) karel, Samstag, 21. August 2010, 18:20 Uhr

Mehr Tiefgang, bitte?

Auch eine sehr warme Empfehlung an unsere Mainstream-Medien.

karel

23) Doktor Hong, Samstag, 21. August 2010, 20:15 Uhr

Nur ein simpler Gedanke.

Jogi Löw ist mit seiner Mannschaft an den Spaniern im Halbfinale gescheitert, das große Ziel konnte nicht erreicht werden.

Sind er und die Spieler mit Häme, Spott und Misstrauen übergossen worden, obwohl sie ein wichtiges Spiel verloren haben?

Und warum wohl ist das nicht geschehen?

Darüber könnte der Ordensverleiher mal nachdenken, was denn der Unterschied sein könnte. Und bevor man andere Regeln für die Sportberichterstattung unterstellt, erinnere man sich an die Mannschaft und die Trainer in den Jahren 1998-2002, wo sich auch das mediale Ausland nicht des Spotts enthielt. Der Vergleich mag an vielen Ecken und Enden hinken, aber ein klein wenig scheint mir dran zu sein.

24) Martin1, Sonntag, 22. August 2010, 01:33 Uhr

War doch klar, dass Merkel jemanden haben wollte, der ihr nicht gefährlich werden kann Da ist doch Schwiegermutters Liebling mit seinem weichen Rückgrat genau der Richtige gewesen. Für Merkels Machterhalt. Wir als das Volk müssen nun unter solchen Machtspielchen leiden. Überhaupt komme ich mir mittlerweile vor, als würden wir in einer Art DDR 2.0 leben.

25) Recht Unbedeutend, Sonntag, 22. August 2010, 03:48 Uhr

Es ist verrückt, daß sich hier in einem “Blog” eine kritische, wahrheitstreue Ansicht Bahn bricht, und eine gewisse Resonanz erzeugt, während ihre Gegenwelt dominant weiter in die falsche Richtung strebt. Ich finde es sehr tröstlich, Ihre Worte hier zu lesen. Vielleicht müßte Wulff mal einer sagen, daß er in einer privat in einer völlig falschen Welt lebt. Köhler war ja sozusagen entwurzelt, und sicher recht einsam auf seine letzten Tage im Amt – die “gesundheitlichen Gründe” für sein Ausscheiden respektiere ich inzwischen. Aber Wulff lebt in einer Scheinwelt aus einer lächelnden Frau, die mit ihm 20 Marvins und Eileens großziehen will, und mit reichen Freunden, und immer scheint die Sonne und alle lächeln, und im Fernsehen gibts ein Glas Wasser und ein kurzes Briefing vorher. Der gerät, so scheint es mir, völlig aus der Spur und kommt mit diesem Leben, das er führt, zunehmend schlechter klar, er ist ja nicht als Trottel MP geworden, ganz umsonst gibt es dieses Amt nicht. Aber er verliert den Kontakt zur Realität, ähnlich Frau Merkel mit ihren SMS. Helmut Kohl wäre mit dem Panzer drübergefahren, hätten sie ihm ein Handy angedreht!

26) marcpool, Sonntag, 22. August 2010, 11:38 Uhr

Wulff “sein Profil ist die Profillosigkeit” – von allem immer nur ein bischen. Aber er passt ja damit genau in die Markel Matrix –
Kommentar Dr. Hong ” “Unsere Politiker tun ihre Arbeit nicht.” – Treffender kann es nicht sein .

27) Roger Gerhold, Sonntag, 22. August 2010, 12:12 Uhr

Als Herr Wulff Lena auf dem Flugplatz empfangen hat und die Grüße der Kanzlerin überbrachte, war doch eigentlich klar. So ist er, so bleibt er.
Ein dauergrinsender Spießer, der niemals tief gehen wird.
Aber muss er das eigentlich?
Er passt sich doch nur der Laienspielschar in Berlin an.
Mutti, unser Vizekannsnicht, der Gockel vom Dienst, das Ministerinchen mit dem Kohl-Poster an der Wand, der Gesundheitslehrling…
Und es dauert noch Jahre bis sich an diesem Zustand eventuell etwas ändert.

28) Simon, Sonntag, 22. August 2010, 12:40 Uhr

Nun gut, wir wissen doch wofür es steht, das Auto-Kennzeichen OS der Geburtsstadt des neuen Bundespräsidenten.

Ohne Symptome.

Wir sollten auch keine erwarten.

29) Martin, Montag, 23. August 2010, 08:45 Uhr

@esal: mit der Auswahl haben Sie womöglich recht. Erinnert aber irgendwie wie ein Tropfen auf den heißen Stein, daher sah ich diese nicht. “Gerade mit Herrn Lafontaine ist m.E. ein ausgezeichneter Politiker. Da weiß jeder wo die Reise hingeht (wenn man denn da hin will)”-> Er selbst kennt sicher auch sehr genau sein sein Platz.
@T.D.:[…]Wir brauchen jemand, der auch intellektuelle Debatten führen kann, und uns allen zeigt, was die Leitlinien unseres Handels sein sollten.[…]
ich selber habe Schwirigkeiten damit, wenn jemand “mir zeigen wolle, was den nun die Leitlinien meines Handelns sein sollte”. Möglicherweise wäre jemand interessant, der Visionen hat. Der für seine Visionen einsteht. Vielleicht jemand wie Mr. Obama.

30) John Dean, Montag, 23. August 2010, 16:45 Uhr

Vielleicht ist es so, dass Wulff gerade wegen seiner mangelnden Eignung für Tiefgang zum Kandidaten von Schwarzgelb wurde. Seine Aufgabe ist die eines “Gute-Laune-Bärs” für die Regierungskoalition.

Bislang wird er – im Rahmen seiner Möglichkeiten – dieser Aufgabe gerecht. Er ruft damit Enttäuschungen hervor, auch deshalb, weil der Bundespräsident von vielen Deutschen auch als kritische Instanz verstanden wird, oder jedenfalls als einer, welcher der Gesellschaft etwas zu denken gibt.

Ich denke, es ist nicht fern und man wird Herrn Wulff einen besseren “Grüßaugust” nennen. Schade.

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