Sonntag, 17. Oktober 2010, 13:17 Uhr

Ikarus Guttenberg

Fasziniert verfolgen Politiker, Journalisten und Millionen Wähler den Höhenflug Karl Theodor zu Guttenbergs. Wann kommt Ikarus Guttenberg der Sonne so nahe, dass er abstürzt? Ist mit dem „Spiegel“-Titel („Die fabelhaften Guttenbergs – Paarlauf ins Kanzleramt“) der Punkt erreicht, an dem das Wachs seiner Flügel zu schmelzen beginnt?

Die einen, die Millionen seiner Bewunderer und Verehrer, verfolgen den Höhenflug mit kaum erfüllbarer Hoffnung, aber auch mit Angst, die anderen (Politiker und Journalisten) voller Neid, Häme  und durchsichtiger Bewunderung – die Medienmacher aber auch mit kaufmännischer Sorge. Alle eint der Gedanke: Wann stürzt er ab? Das kann doch nicht mehr lange gutgehen. Die Guttenbergs sind für die Medien heiße Ware: Titelgeschichten und Schlagzeilen über das Glamour-Paar verkaufen sich bestens. Die Guttenbergs und die Medien leben (noch) in einer Symbiose, in einer Win-Win-Situation. Die Medien sorgen für den Wind unter den Flügeln, Guttenberg profitiert davon mit immer größeren Beliebtheitswerten.

Bisher ist alles gutgegangen. Weder das verfehlte Was-kostet-die-Welt-Foto auf dem New Yorker Times Square, noch die Kundus-Affäre konnten zu Guttenberg bremsen. Er scheint unantastbar, Kritik perlt wie an Teflon ab. Gleichzeitig aber wachsen hinter vorgehaltener Hand (manchmal schon halböffentlich) der Neid, die Eifersucht und die Häme. Denn mediale Aufmerksamkeit ist eine begrenzte Ressource: Was der eine bekommt, fehlt dem anderen.

Schlagzeilen, die zu Guttenberg macht, fehlen den anderen Politikern, den Ministern, auch der Kanzlerin. Da aber Politiker von Aufmerksamkeit leben, führt der mediale Aufstieg zu Guttenbergs auch zu einem brutalen Verdrängungswettbewerb. Für die anderen bleiben eben nur noch die kleineren Geschichten oder die Kurzmeldungen übrig. Da muss man schon so verzweifelt auf die Pauke hauen wie Horst Seehofer mit seinen „anderen Kulturkreisen“, um überhaupt noch wahrgenommen zu werden.

Aufmerksamkeit und Wichtigkeit sind der wahre Lohn der Politiker. Denn die Bezahlung ist im Vergleich zu vergleichbaren Positionen in der Wirtschaft lausig, im Vergleich zu Investmentschnöseln skandalös niedrig. Wann bekommt ein Politiker schon einmal eine „Spiegel“-Titelgschichte? Normalerweise nur, wenn er Mist baut, erfolglos ist oder in einen Skandal verwickelt. Deshalb der schier grenzenlose Neid der Politikerkaste.

Hinzu kommt, dass der Erfolg zu Guttenbergs die politischen Mitbewerber ihre eigene Unzulänglichkeit dramatisch spüren lässt: Ihnen fehlen das Charisma, der Stil, die rhetorische Begabung, die Risikobereitschaft und auch der Glamour. Auch deshalb fällt weniger medialer Glanz auf sie. Irgendwann aber wagen die gedemütigten Zwerge den Aufstand.

Zu Guttenberg kann sich zwar über die Neider hinwegsetzen, aber am Ende entscheiden die mit Aufmerksamkeitsentzug bestraften Parteifreunde und nicht die Medien darüber, ob er die herbeispekulierten Ämter tatsächlich erreicht. Aber, und das spricht für den politischen Pop-Star, wählen diese vor Neid grünen Parteifreunde am Ende denjenigen, der ihnen am ehesten den Mandatserhalt garantiert. Insofern reizt zu Guttenberg mit seinem medialen Feuerwerk hoch, könnte aber dennoch gewinnen. Wenn sich Angela Merkel über die Landtagswahlen des Jahres 2011 endgültig als Garant für Mandatsverlust erwiesen haben sollte, wird derjenige – wenn auch zähneknirschend – Kanzlerkandidat, der den Mandatsträgern den Erhalt ihrer Wichtigkeit zu garantieren scheint.

Die größere Gefahr für zu Guttenberg sind deshalb die Medien. Wenn sich sein Ruhm abnützt, wenn er keine Superverkäufe mehr garantiert, dann suchen sie sich neue „Helden“. Vielleicht wäre das aber gerade das Beste, was zu Guttenberg passieren könnte. Dass er reifen kann, sich zu dem entwickeln, was ihm heute schon voreilig zugeschrieben wird. Er steckt zurzeit noch mitten in seiner Meisterprüfung – der Bundeswehrreform. Die muss er erst einmal abschließend bestehen.

Der Minister sollte eine Zeit lang auf Top-Gun-Fotos in 3D (BILD) und seine Frau auf  TV-Auftritte  (RTL II) verzichten. Sich rar machen, ein bisschen weniger Selbstgefälligkeit, freiwillig ein bißchen tiefer fliegen, bevor das Wachs schmilzt. Weniger kann auch in der Politik mehr sein. Nur so kann er dem Paternoster-Schicksal der Politiker entkommen: heute hoch- , morgen heruntergeschrieben.

Zu Guttenberg muss sein Image mit kontinuierlicher, unspektakulärer Leistung unterfüttern. Er kann tatsächlich ein Großer werden. Er hat die Anlagen dazu. Noch ist er es aber nicht.

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33 Kommentare

1) Hans Hütt, Sonntag, 17. Oktober 2010, 13:32 Uhr

Lieber Herr Spreng,

Ihr Rat in Gottes Ohr. Herr zu Guttenberg betreibt ja schon vorsorglich Deeskalation. Selbst die könnte ihn von „Parteifreunden“ übel genommen werden. Mich wundert allerdings, wie wenig Aufmerksamkeit tatsächlich seinen Reden gewidmet wird. Sie abzudrucken (wie in der FAZ) ist das eine. Sie genau zu lesen und zu verstehen, das andere.

Er redet manchmal so verquast, dass man sich fragt, warum. Und dann fällt auf, dass sein Denken dem Reden manchmal vielleicht so weit vorauseilt, dass ihm selbst der Anschluss abhanden kommt. Mit kurioser Wirkung.
http://www.reden-fuer-eine-neue-welt.de/?p=5618

2) Doktor Hong, Sonntag, 17. Oktober 2010, 14:12 Uhr

Charisma, gewandtes Auftreten, das hat er alles, keine Frage.

Er hat auch nicht dieses Übersteigerte, ans Hysterische grenzende Westerwelles.

Ich denke, das wird reichen, der Mann wird noch Bundeskanzler, wenn er nicht irgendetwas Blödes verbockt. Aber dafür ist er zu intelligent.

Was mir im Zusammenhang zu Ihrer Kolumne über Seehofer noch einfällt, ist, dass ich glaube, dass Seehofer den Atem Gutenbergs in seinem Nacken spürt. In Erinnerung ist mir geblieben, wie er am Bundestagswahlabend sagte, der Parteivorsitzende führe die Koalitionsgespräche und das sei er. Dies wiederum erinnerte mich an ein amerikanisches Sprichwort: „A rich man doesn’t tell you he’s rich.“

Allerdings habe ich nicht die geringste Wahrnehmung davon, wofür Gutenberg politisch steht. Er kommt mir vor wie der Sohn aus der adligen Familie, der in die Politik zu gehen hat, weil es die Familienehre schmückt.

3) Frank Reichelt, Sonntag, 17. Oktober 2010, 14:15 Uhr

Ein treffender Kommentar!
Das Amt des Verteidigungsministers ist für Guttenberg fast noch gefährlicher als das Wohlwollen der Presse. Kundus hat er gerade so überstanden, aber es kann jeden Tag etwas neues passieren. In Afghanistan oder in der Truppe allgemein. Das nächste mal wird ein Tausch des Generalinspekteurs oder die Entlassung eines Staatssekretärs nicht mehr reichen, dann wird er selber die Verantwortung tragen müssen, selbst wenn er gar nichts dafür kann. Kießling lauert überall!

Da ist Norbert Röttgen als Umweltminister in der besseren Position. Die Gefahr eines Skandals oder einer Affäre ist dort geringer, finde ich. Die Verlängerung der Laufzeiten der Atomkraftwerke wird Merkel angelastet werden.

Nach meiner Meinung wird die nächste Kanzlerkandidatur der Union zwischen diesen beiden entschieden, Frau von der Leyen ist wohl draußen. Es sei denn die CSU sagt, mit Seehofer gehts nicht mehr und Guttenberg wird der Bayerische Ministerpräsident angetragen, da kann er schlecht nein sagen, andereseits würde sich die CSU damit die Chance entgehen lassen zum ersten mal den Bundeskanzler zu stellen, er kann es schaffen. Oder kann sich jemand eine Kampagne „Stoppt Guttenberg“ vorstellen?

4) Erika, Sonntag, 17. Oktober 2010, 14:38 Uhr

Guttenberg und die Medien
http://www.youtube.com/watch?v=aZxNejXqypM
http://www.youtube.com/watch?v=lu-DBai3Kok&feature=watch_response

5) StefanP, Sonntag, 17. Oktober 2010, 15:01 Uhr

Guter Kommentar. Die Menschen hungern nach Führung, nach Vorbildern. Das bieten die zu Guttenbergs – Stil, Klasse und, leider kam es etwas zu kurz, das Zupackende. Am meisten Achtung und Respekt erfährt eine öffentliche Person, wenn sie zielstrebig etwas anfangs nicht so Populäres angeht und durchsetzt. Die Bundeswehr in ein Freiwilligenheer umzuwandeln ist angesichts der Geschichte und der föderalen Strukturen und nachgerade heroisches Projekt. Dabei geht es nicht mal darum, dass es am Ende gut gemanaget wurde, sondern wie es mit politischer Klugheit durchgesetzt wurde. Ebenso war es der Jungstar, der als erster politisch Verantwortlicher das Wort „Krieg“ im Zusammenhang mit dem Afghanistan-Mandat aussprach. Auch von zu Guttenbergs Sprache oft sehr verschlungen-elegant wirkt: in Fragen der politischen Vorgaben (Opel, Afghanistan, Bundeswehrreform) ist der Minister angenehm klar.

Und so schnell verbraucht sich mediale Aufmerksamkeit nun auch nicht. Schröder brauchte über ein Jahrzehnt und 5 Jahre im höchsten Amt, bevor sein Stern zu sinken begann. Ähnlich ergeht es mit vergleichbaren Zeiträumen Angela Merkel. Unter dem Aspekt befindet sich der adelige Politiker erst in der Startphase.

6) Benjamin, Sonntag, 17. Oktober 2010, 15:24 Uhr

Ein Kommentar, dem ich auch weitgehend zustimmen kann. Interessant ist das von ihnen beschriebene Wechselspiel zwischen zu Guttenberg und den Medien, das ich von außen ebenfalls so wahrnehme.

Nicht böse gemeint, aber für viele in der Union scheint zu Guttenberg eine Art „konservativer Messias“ zu sein, der liberale (nicht FDP-liberal, die sollten das Wort aus ihrem Namen streichen…) und wertkonservative Positionen (wie immer die man im Einelfall charakterisieren will) zu vereinen scheint. Dass er da mal unklar blieb oder vorschnell nach vorne preschte (Kundus), den Medienhype kräftig selbst sehr geschickt nutzte und am köcheln hielt, ist freilich die andere Seite. Das NY-Foto würde er sich heute sicherlich sparen. Philipp Mißfelder, unser neuer konservativer Allrounder, strahlte ja wie ein Honigkuchenpferd, als er K-T (für Insider) wieder mal loben durfte. Irgendwie wirft das aber ein bezeichnendes Licht auf die politisch Aktiven.

Der Großteil der Presse (kritischer ist oft die SZ), das sehe ich absolut wie Herr Spreng, mischt sehr fleißig mit und präsentiert uns das Paar zu Guttenberg schon als die deutschen Kennedys, die auch einen hervorragenden medialen Eindruck machen: sehr präsentabel, intelligent, gute Ausdrucksweise und noch dazu adelig – der Traum von Bunte, BILD und Gala, aber auch für viele Bürger; da kann man Mediendemokratie in voller Aktion erleben. Das finde ich sehr aufschlussreich, weil offenbar die im Hintergrund werkelnden Politiker dann eher „die Politiker“ sind, auf die man auch (ob zu Unrecht oder nicht) einprügeln kann.

Zu Guttenberg, der das mediale Geschäft auf Gegenseitigkeit (gute Schlagzeilen und Auflagen) durchschaut und nutzt, sieht aber offenbar die Gefahr, die da droht, denn all seinen „Parteifreunden“ schmeckt das ganz sicher nicht. Seehofer muss ja schon betonen, dass er zu Guttenberg entdeckt hat, um noch etwas Licht vom Scheinwerfer zu erhalten, oder aber er flüchtet sich in den Populismus. Und Merkel ist im Hintergrund ja auch noch da, wenngleich sie nun anscheinend zu Guttenberg selbst zu nutzen scheint.

Stephanie zu Guttenberg mischt medial – wie von Ihnen kurz angesprochen – auch mit und macht bei RTL II Jagd auf Sexualstraftäter. Nicht falsch verstehen, eine absolut ehrenwerte Sache (wenngleich ich bei offen in den Medien transportierten Aktionen immer meine Bedenken habe); nur, wenn man dies schon öffentlich machen will, dann dies gerade bei RTL II zu tun und dann noch in der BILD die Jugendlichen (die laut neueren Studien eher später intim werden als früher) vor den Gefahren der sexualisierten Gesellschaft zu warnen – nun ja.

Guttenberg, der medienwirksam (und m. E. ganz klar kalkulierend) bei Opel mit Rücktritt kokettierte, hat m. E. bisher nur ein größeres Verdienst: das Aufbrechen des alten Unions-Denkens zur Reform der Bundeswehr, womit er auch Seehofer hat auflaufen lassen. Wenn ihm dies gelingt, hat er sicher eine größere politische Zukunft im Bund noch vor sich. Ansonsten – nun ja, 2013 wird es vielleicht ohnehin nichts im Bund und an eine Kanzlerschaft davor glaube ich nicht und Bayern wird ihm vielleicht zu klein sein. Guttenberg muss den Hype jedenfalls nicht nur überstehen (er ist da nicht nur „Opfer“, sondern auch Akteur), er muss auch noch beweisen, dass dies nicht nur leeres Mediengerassel war.

7) Doktor Hong, Sonntag, 17. Oktober 2010, 15:43 Uhr

@ Frank Reichelt

Persönlich denke ich, dass Sie mit Ihrer Einschätzung zu früh liegen. Gutenberg ist 2013 mit Sicherheit noch nicht so weit, um Kanzlerkandidat zu werden.

Denken Sie an Kohls Bierdeckel-Botschaft: „Schröder wartet bis ’98“.

Gutenberg ist zu clever, als dass er sich in den Vordergrund drängen würde. Er wird es machen wie Merkel und lächelnd im Hintergrund abwarten, wie sich die anderen Konkurrenten gegenseitig abmurksen. Natürlich im übertragenen Sinne.

Merkel wartete bis 2005. Sie hat es geschafft, der Großsprecher aus München nicht.

8) uniquolol, Sonntag, 17. Oktober 2010, 16:49 Uhr

„…Der Minister sollte eine Zeit lang auf Top-Gun-Fotos in 3D (BILD) und seine Frau auf TV-Auftritte (RTL II) verzichten. Sich rar machen, ein bisschen weniger Selbstgefälligkeit, freiwillig ein bißchen tiefer fliegen, bevor das Wachs schmilzt…“

So ängstlich-taktisch handelt nur der schlecht beratene Polit-Karrierist, ein selbstbewusster „Macher“ vom Format eines Helmut Schmidt hat dies nicht nötig…

9) Jogi, Sonntag, 17. Oktober 2010, 18:34 Uhr

Sehr geehrter Herr Spreng,

ein guter Kommentar, der es trifft. Ich denke, dass Herr Zu Guttenberg sich noch in einer guten Position befindet. Er ist Angehöriger der CSU und somit fällt es der Bundeskanzlerin nicht leicht, diesen Konkurrenten aus dem „eigenen Lager“ zeitig bei Seite zu räumen, bzw. ihn zu demontieren.

Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer wird meines Erachtens alles unternehmen, damit der Politstar Zu Guttenberg nicht zu schnell in der bayerischen Landespolitik auftaucht. Denn dann wäre sein Ansehen als MP extrem gefährdet, denn auch in Bayern kommt der Bundesverteigungsminister besser an als jeder andere Politiker.

10) CB, Sonntag, 17. Oktober 2010, 18:52 Uhr

Nicht ängstlich-taktisch, sondern klug den Höhenflug halten und kurz vor 2017 den Steilflug fortsetzen. Er schafft das, vor allem hat er die jüngere Generation auf seiner Seite. Und er sollte regelmäßig den Sprengsatz lesen.

11) Chat Atkins, Sonntag, 17. Oktober 2010, 19:05 Uhr

Es gab da schon mal jemanden, dem all dies – samt Charisma – ‚zugeschrieben‘ wurde. Cave Röttgen!

12) Nobbi, Sonntag, 17. Oktober 2010, 19:15 Uhr

Kanzler by RTL? Nö danke!

(Die bei RTL-News tun in jeder Sendung so , als sei die Ablösung von Frau Merkel durch KT21 nach der Baden-Württemberg-Wahl schon ausgemachte Sache.)

13) mambo, Sonntag, 17. Oktober 2010, 20:02 Uhr

Guttenberg der neue CDU -Messias !?
sicher er macht einen guten Eindruck und verkauft sich gut,
aber wofür steht er inhaltlich !?

Nebenbei , unsere Politiker sind nicht unterbezahlt ,
Herr Wulff erhält für eine fünfjährige Dienstzeit als BP eine lebenslängliche Rente von 200 000 Euro + Rentner – Dienstwagen und Büro,nicht erst ab 67,sondern sofort nach Amtsende;
rechnen Sie mal die Lohnebenkosten aus ,Herr Spreng !

14) nona, Sonntag, 17. Oktober 2010, 21:01 Uhr

Ich denke, so bald werden wir uns keine Gedanken um einen „Kanzler Guttenberg“ machen müssen. Seine Frau arbeitet ja schon eifrig auf diverse Arten daran, sich als mögliche First Lady unmöglich zu machen. Insgesamt hat die Personalie zuviele Angriffsflächen aus Richtung Schicki Micki und Hochnasen-Adel (lies: eklatanter Mangel an Volksnähe) – gefördert eben durch die penetrante Medienpräsenz, die sogar weitgehend selbstgewählt ist. Gerufene Geister dieser Sorte wird man so schnell nicht loss.

15) nurmalso, Sonntag, 17. Oktober 2010, 21:35 Uhr

den freiherrn aus der csu braucht kein mensch. weder als minister noch als kanzler.
soll er zurückgehen und die millionen des opas verwalten.

16) EStz, Montag, 18. Oktober 2010, 02:09 Uhr

@ Frank Reichelt

… Es sei denn die CSU sagt, mit Seehofer gehts nicht mehr und Guttenberg wird der Bayerische Ministerpräsident angetragen, da kann er schlecht nein sagen…

Gab es da nicht diesen Deal mit Marcus Söder? Söder darf sich in München austoben, und zu Guttenberg in Berlin, oder dergleichen?

17) Frank Reichelt, Montag, 18. Oktober 2010, 09:49 Uhr

@ Doktor Hong

Welche Konkurrenten?

Die CDU hat sich doch in den letzten Monaten personell selbst entleibt. Ich glaube nicht, dass die CDU Frau von der Leyen als Kandidatin akzeptieren würde. Außer Röttgen sehe ich nur noch Thomas de Maiziere als Kompromisskandiadaten, aber der traut es sich selber wohl nicht zu.

Warum sollte Guttenberg 2013 nicht bereit sein?

Wenn Obama mit Ende vierzig zum Führer der freien Welt gewählt wird, kann Guttenberg doch mit Anfang vierzig Bundeskanzler werden.

Mit dem relativ jungen Bundespräsidenten Wulff haben wir doch einen Präzedenzfall geschaffen. Jugend ist kein Hinderungsgrund mehr um in Deutschland hohe Staatsämter zu übernehmen, finde ich.

18) Homo politicus, Montag, 18. Oktober 2010, 11:44 Uhr

Die endgültige Entzauberung Guttenbergs (der bei der Kunduz-Untersuchung meiner Meinung nach schon keine gute Figur gemacht hat) dürfte dann einsetzen, wenn er wirklich ein höchstes Amt in der Republik bekleiden würde (sei es MP oder tatsächlich einmal Bundeskanzler – freilich dies erst nach einer saftigen Niederlage von Schwarz-Gelb, vorher würde Merkel sicher nicht weichen).

Was alles in die Person zu Guttenbergs von konservativer Seite projiziert wird, erinnert mich ein ganz klein wenig an die Erwartungen an Obama von demokratischer Seite. Guttenberg wird zu einer Heilsfigur stilisiert, und er ist sicher ein eloquenter Mann, der perfekt auf der Medienklaviatur spielt und mit seiner Frau ein schönes Bild abgibt, das andere begierig aufgreifen. Was Schein und was wirklich substanzielles Sein ist, das muss noch offen bleiben. Einen Vorgeschmack wird sein Umgang mit der Bundeswehrreform geben. Mal sehen, wie er sich später innerparteilich wird durchsetzen können. Eine Beschädigung zu Guttenbergs dürfte manchem nicht ungelegen kommen.

Ich bin aber auch skeptisch, wie zu Guttenberg sich als MP oder gar eventuell als BK machen würde. Ich gebe aber zu, dass er mir persönlich lieber wäre als manch anderer Unionspolitiker – man sollte bundespolitisch Röttgen aber nicht abschreiben. Bundespolitisch wäre er vielleicht auch geeigneter für ein eventuelle späteres schwarz-grünes Bündnis in zur Zeit weiter Ferne.

19) Jeeves, Montag, 18. Oktober 2010, 12:16 Uhr

„Wann bekommt ein Politiker schon einmal eine “Spiegel”-Titelgschichte? Normalerweise nur, wenn er Mist baut, erfolglos ist oder in einen Skandal verwickelt. Deshalb der schier grenzenlose Neid der Politikerkaste.“
Ist es so simpel? Man ist „deshalb“ eifersüchtig, ja „grenzenlos neidisch“, weil man nicht auf’m SPIEGEL vorne drauf ist? Was sind das denn für Wichte, denen sowas derart wichtig ist dass sie vor Neid platzen? Oder die glauben, es wäre wichtig.
Bei aller Verachtung für die Clique an der Macht, sooo schlicht gestrickt sind die nicht. Oder?

20) Wolfgang, Montag, 18. Oktober 2010, 14:43 Uhr

Warum fallen wir immer wieder auf den Schein herein? Auf vermeintlich gewandtes Auftreten, auf vermeintlich gutes Aussehen? Es tut mir leid – ich sehe in Herrn zu Guttenberg nur einen relativ jungen Mann, der versucht, kompetent, erwachsen und klug zu wirken. Der mit großer Eloquenz meistens ziemlich wenig sagt. Der Plattitüden wie große Weißheiten verkauft. Der auf mich unsicher und verkrampft wirkt, vor allem dann, wenn er meint, volksnah und leutselig sein zu müssen. Er spielt auf der Klaviatur der Medien. Was soll daran so wunderbar sein? Ich will Politiker, die uns keinen Schein verkaufen, sondern die wahrhaftig sind, ehrlich, die offen sind, die integrieren können, die ein klares Wort nicht scheuen, auch wenn es ihnen schaden könnte. Die nicht Macht oder Erfolg anstreben, sondern die der Sache, der Versöhnung, dem Frieden dienen wollen. Die nicht, wenn es gerade in den Umfragen passt, gesellschaftliche Gruppen gegeneinander aufhetzen. Warum nehmen wir es als selbstverständlich hin, dass die Politiker und die Medien offenbar ausschließlich taktisch denken? Dass sie wie kleinen Kinder im Sandkasten vor allem ihre Eitelkeiten und ihren Egoismus pflegen? Weil wir alle so sind? Ich weiß nicht. Sicher steckt das in allen von uns. Aber nur solange, bis wir es sehen, was wir uns selber und anderen damit antun und dass es uns nirgendwohin bringen wird. Sicher, vielleicht werden wir Minister, Kanzler, oder auch nur reich und berühmt. Was wir dabei nicht werden ist frei, authentisch und glücklich. Im Gegenteil. Warum das ganze Spiel? ist es wirklich erstrebenswert mächtig, reich oder berühnt zu werden? Macht es Spass, Krieg gegen die Presse und die anderen Parteien zu führen? Glauben wir den Abziehbildchen der Reichen, Schönen und Mächtigen? Wie frei ist ein Baron zu Guttenberg, wenn er was werden will? Wie ehrlich wird er sein? Wie viel Kalkül wird in seinem Handeln stecken? Was ist ihm wirklich wichtig? Die Sache? Seine Integrität? Auch wenn er dann seinen Job verliert? Auch wenn er dann nicht mehr der Liebling der Medien ist? Was kommt an erster Stelle? Das Land? Die Menschen? Oder nur die Suche nach Liebe und Anerkennung? Nach Macht über andere, um die eigenen Komplexe zu kaschieren? Weil man meint, wenn ich erst hoch genug gestiegen bin, werde ich all das finden, was mir jetzt fehlt? Wann ich es jetzt nicht habe, wie kann ich es als Minister oder Kanzler haben? Kann Herr zu Guttenberg ein ganz Großer werden? Oh ja, vielleicht wird er Kanzler, vielleicht bekommt er wunderbar Preise und wird für sein Lebenswerk ausgezeichnet, von Leuten, die genau so unfrei sind wie er. Die Bettler – um unsere Anerkennung – sind. Wenn man dann ein ganz Großer ist, dann soll es so sein. Ich sehe nur einen normalen Politiker in Herrn zu Guttenberg. Eine Seifenblase. Auch Obama hat sich als Seifenblase herausgestellt. Es werden Hoffnungen geweckt, um an die Macht zu kommen. Jedes Mittel ist recht, keine Lüge ist zu dreist. Und dann werden die Menschen enttäuscht. Immer wieder. Es kann gar nicht anders sein. Die Politik wird keinen Wanderl der Welt zum Guten herbeiführen. Weil die Beweggründe die Falschen sind. Wer was ändern will, wird scheitern. Er wird immer Menschen ausgrenzen (die die anderen Meinung sind), Gewalt gegen die sog. „Gegner“ anwenden, wird lügen, wenn es ins Kalkül passt. Der Wandel der Welt wird von innen stattfinden. In jedem Einzelnen. Und er ist schon im Gange, auch wenn in den Nachrichten noch nichts davon kommt, denn er taugt nicht für Schlagzeilen. Die wirklich ganz Großen wirken noch leise, im Hintergrund. Sie haben Freiheit gefunden, und führen nun die Menschen zu Versöhnung, echter Freiheit und Liebe. Sie gründen keine neuen Glaubenssysteme. Denn dafür wird man am Ende wieder in den Krieg ziehen. Einige Namen? Bitte sehr: Byron Katie, Eckhart Tolle, Samarpan, Gangaji, Jeff Foster, Florian Schlosser, Isaac Shapiro, Burt Harding und viel anderen mehr.

21) maternus, Montag, 18. Oktober 2010, 15:42 Uhr

Herr zu Guttenberg glänzt durch „rhetorische Begabung“? Das wäre mir aufgefallen.

22) vera, Montag, 18. Oktober 2010, 18:57 Uhr

teflon, genau.

23) Helmut Mederle, Montag, 18. Oktober 2010, 19:48 Uhr

Danke für die facettenreiche, vielschichtige Analyse zum öffentlich wirksamen Mechanismus des „Polit-Betriebes“. Aus einem anderen, sagen wir mal: ernsthaft politisch-bürgerlich interessiererten Blickwinkel, gefragt: Wenn man den „richtigen Background“ hat und „medienmäßig alles richtig“ macht, dann reicht das aus, um Kanzler der Bundesrepublik Deutschland zu werden…?
Angenommen, das würde „funktionieren“: Was machen dann „die Medien“ mit so einem / r..?

24) Doktor Hong, Montag, 18. Oktober 2010, 20:31 Uhr

@ Frank Reichelt

Ich vermute, dass Angela Merkel als amtierende Kanzlerin nicht freiwillig das Feld als Kanzlerkandidatin räumen wird. Sollte die schwarz-gelbe Koalition abgewählt werden, so wäre Gutenberg spätestens 2017 Kanzlerkandidat, und mit 46 wäre er dann im perfekten Alter dafür, eher auf der jüngeren Seite (Kohl war bei Amtsantritt 52, bisher jüngster Bundeskanzler, Schröder 54), und wäre noch jung genug, um eine Wahl zu verlieren.

Aber – wie so oft wird man überrascht. Eigentlich hatte ich gedacht, dass Christian Wulff Merkel beerben würde. Nun ist er Staatsoberhaupt statt Regierungschef – naja.

Vielleicht behalten Sie recht und Angela Merkel entdeckt 2013 die Liebe zur Theoretischen Chemie zurück. 🙂

Ansonsten würde ich wie Sie Röttgen noch im Blick behalten. Röttgen wirkt sympathisch, und ist bürgerlicher als Gutenberg.

25) EStz, Montag, 18. Oktober 2010, 22:10 Uhr

@ Helmut Mederle
… Wenn man den “richtigen Background” hat und “medienmäßig alles richtig” macht, dann reicht das aus, um Kanzler der Bundesrepublik Deutschland zu werden…? Angenommen, das würde “funktionieren”: Was machen dann “die Medien” mit so einem / r..? …

Große Klasse. Das ist eine dieser schlichten, direkten „Kinder“-Fragen, auf die niemand von denen, die kompetent antworten würden, eine ehrliche, direkte Antwort geben werden, weil sie sich selbst damit entlarven würden.

Bin selbst Journalist (Bereich Technik, nicht Politik). Ich kenne zwar nicht den Betrieb und nicht viele Akteure, verstehe aber ein klein wenig den Mechanismus. Wie Herr Spreng schon schreibt:
So jemand ist nicht nur für eine Geschichte gut (auf dem Weg nach oben), sondern für zwei (wenn er wieder runterkommt). Und wenn er nicht freiwillig runter kommt, holt man ihn halt runter, mein Gott. Wenn man’s nicht selbst tut, macht’s halt ein anderer, also egal. Und nun drauf…

Hab genug Leute aus dem Bereich getroffen, die für eine „gute“ (=gut verkaufbare) Geschichte jeden Anstand sausen lassen. Einer nannte sich selbst voller Stolz einen „Witwenschüttler“. Sind gottseidank nicht alle so.

Ich denke, dass es „medienmäßig“ ein dicker Fehler von zu Guttenberg war, sich auf den Spiegel-Titel zu klemmen. Da kann er nur verlieren. Zum einen ist die „Situation“ noch nicht da, dass sich die Kanzlerfrage stellt, bis dahin fließt noch viel Wasser den Neckar, die Isar oder die Spree herab. Und zweitens motiviert man so immer die eigenen Gegner (wenn das nicht eh eine ausgeklügelte Nummer des Spiegel ist, um ihn als potentiellen Merkel-Nachfolger unmöglich zu machen, weil man doch eigentlich lieber einen „grünen“ Kanzler will).

Ich für meinen Teil habe bei zu Guttenberg (wenn man Aussehen und Charme mal beiseite schiebt) auch noch nicht so viel Beeindruckendes entdecken können. So ein bisschen der Beckenbauer-Effekt. Wichtiger ist mehr, das und wie er etwas sagt, nicht, was.

Aber wenn er die nächsten sechs Monate ohne Klatsche übersteht, ziehe ich meinen Hut.

26) Frank Reichelt, Dienstag, 19. Oktober 2010, 07:55 Uhr

Vieles hängt eben vom Ausgang der Landtagswahl in Baden-Württemberg ab.
Ulkigerweise hat sich Frau Merkel mit der Verknüpfung ihres politischen Schicksals und dieser Wahl in die Hände des Polit-Greises Heiner Geißler begeben.
Wenn er die Stuttgart 21-Befürworter auflaufen läßt und ihnen die Schuld für gescheiterte Verhandlungen gibt, müßte die CDU die Wahl haushoch verlieren.
Und dann?
Auf die Diskussion bin ich jetzt schon gespannt!

27) M.M., Dienstag, 19. Oktober 2010, 09:52 Uhr

Mich stört der Begriff „Schnösel“(bedeutet: jung, dumm, frech und arrogant) in Ihrem Kommentar. Und damit wird eine ganze Berufgruppe falsch beschrieben. Und das im Verhältnis zum so redlichen Politiker mit seinem im Verhältnis niedrigen Gehalt.

Ein junger dummer frecher arroganter Investmentschnösel wäre keine 3 Tage bei einer Investmentbank.
Bei Investmentbanken ist das Ziel eines Mitarbeiters möglichst viel Gewinn am Tagesende für die Bank! erwirtschaftet zu haben. Sollte der Ertrag für die Bank zu gering sein muss er seinen Schreibtisch wieder räumen. Er/Sie bewegt sich im Rahmen der vom Finanzminister gemachten Vorgaben. Konkret handelt er Finanzprodukte die alle von der Bafin und damit vom Finanzminister für den Handel auf deutschem Boden geenehmigt wurden.

28) B(a)erliner, Dienstag, 19. Oktober 2010, 12:38 Uhr

Na wenn sich schon ein Broder als Monarchist outet, weiß man eigentlich schon, in welchem geistigen Zustand sich dieses Land befindet.
Es gab schon einmal solch eine Anwandlung, als man Prinz Luis Ferdinand ernsthaft als Bundespräsident ins Gespräch brachte. Muß so in der Nach-Lübke-Zeit gewesen sein. Übrigens, wenn ich mich recht erinnere war auch damals BILD eine treibende Kraft.

29) dissenter, Dienstag, 19. Oktober 2010, 12:56 Uhr

@maternus:

Er kennt (und benutzt) den Plural von „Triptychon“. Und so überwältigende Bilder wie „nackte Finger der Schuldzuweisung“. (http://www.stern.de/politik/deutschland/guttenberg-mania-in-hamburg-und-alle-so-yeah-1615194.html)

Sind Sie jetzt überzeugt? 😉

30) John Dean,, Dienstag, 19. Oktober 2010, 15:17 Uhr

Betrachtet man den (bzw. die) Politiker Guttenberg als Marke, so ist die Beteiligung von Frau Guttenberg an einer TV-Show, welche mit Lockvögel-Methoden teils sehr fragwürdig arbeitet, ein Problem, und noch mehr ihre unreflektierten Statements gegenüber Kritik.

Herr Guttenberg würde gut daran tun, wenn sich seine Frau, die sich nicht für schwierige Politikerämter eignet, nicht in öffentliche Meinungschlachten hinein werfen würde. Gute Absichten sind nicht immer mit guten Erfolgen verbunden. Und auch gute Absichten können ggf. mit den falschen Methoden verfolgt werden.

Unabhängig davon ist das gewählte (bzw. ihm zugeschobene) Amt des Herrn Guttenberg immer noch für böse Überrachungen gut. Nach wie vor ist es eine Last, dass sich die FDP mit Brüderle als Wirtschaftsminister durchgesetzt hat. Das bewundernswerte Talent von Herrn Guttenberg, sich im Amt bislang gut und teils sogar sehr gut zu behaupten, ist keinen Freifahrschein in eine gelungene Zukunft als Verteidigungsminister.

Aber wer weiß, vielleicht war das schwierige Amt des Verteidigungsministers am Ende genau die Station, die für die Reifung des Politikers Guttenberg notwendig war. Und vielleicht sind die teils problematischen öffentlichen Auftritte seiner Frau ebenfalls Teil eines sinnvollen Reifungsprozesses.

Auf lange Sicht hin könnte es vielleicht, wenn er alle Hürden umschifft hat, aber ein Problem sein, dass Herr Guttenberg gar nicht so konservativ ist, wie ihn sich viele der CSU-Wähler wünschen würden, und überdies zu sehr ein Pragmatiker in der Sache. Wie hätte sich ein Herr Guttenberg in der Sarrazin-Debatte geschlagen? Die große Stärke des Herrn Guttenberg ist sein diplomatisches Geschick – insofern wäre er vermutlich ein vorzüglicher Außenminister. Aber dort, wo Zuspitzung und Polemik gefragt ist, z.B. als CSU-Parteivorsitzender, dort sehe ich nicht die politische Zukunft des Herrn Guttenberg.

Vielleicht ist das auch das beste für ihn: Eine lange Karriere als fähiger Fachminister

31) maternus, Dienstag, 19. Oktober 2010, 16:43 Uhr

@ dissenter:

In wie vielen Lexika hat er wohl nachschlagen müssen, bis er das wußte?

Im Grunde erleben wir derzeit nur eine Neuinszenierung von „des Kaisers neuen Kleidern“ unter zusätzlicher Verwendung des Geßlerhutes. Die politische Klasse ist inzwischen so dermaßen unfähig, normales, verständliches Deutsch zu äußern, daß das Publikum schon in Verzückung gerät, wenn dann doch einer auftritt und mehr oder weniger unfallfrei zu formulieren weiß. Bei näherem Hinsehen aber knödelt der zu Guttenberg auch nur unablässig eine Kette von Belanglosigkeiten hervor. Aber die Frisur sitzt.

Allerdings sollte er schleunigst seine Frau wieder einfangen. Von dieser loose cannon geht für ihn nicht unbeträchtliche Gefahr aus. Diese Frau ist offensichtlich nicht in der Lage, die Konsequenzen ihres wenig durchdachten Aktionismus zu überblicken. Nicht auszudenken, sollte der abgängige Caritasheimleiter unter Kinderschänderverdacht sich tatsächlich umgebracht haben…

32) Christian, Sonntag, 31. Oktober 2010, 12:11 Uhr

Das Beste, was zu K.T. von und zu Guttenberg tun sollte, ist sich nicht für die Medien zu verstellen. Ich habe den Eindruck, dass er genau das aber auch gar nicht tut und nichts an ihm verkrampft inszeniert ist. Wenn die Medien aufbauschen, ist das deren Sache und irgendwie ist das auch normal.

Er strahlt die Authentizität und Originalität eines engagierten Machers mit Visionen aus – durchaus rare Charaktereigenschaften in der heutigen glatt gebügelten Politik. Deswegen fürchten ihn seine Gegner auch so sehr, denn zu Guttenberg ist durchaus so etwas wie ein bayerischer Obama, der auf jeden Fall das Zeug zum Kanzler hat:

http://www.minatymedia.de/2010/10/31/gestatten-karl-theodor-zu-guttenberg-bayerischer-freiherr-und-kabinetts-ueberflieger/

33) Andek, Donnerstag, 13. Oktober 2011, 02:01 Uhr

Ziemlich gut prognostiziert!

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