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Seehofers Angst vor dem 5. Dezember 2011

Am 5. Dezember 2011 wird Karl Theodor zu Guttenberg 40 Jahre alt. Dann hat er das Alter erreicht, das die bayerische Verfassung vorschreibt, um Ministerpräsident werden zu können. Es dauert also noch 14 Monate, bis zu Guttenberg tatsächlich eine Alternative zum erfolglos amtierenden Ministerpräsidenten Horst Seehofer ist.

Im September 2013 kommt es in kurzem Abstand zu zwei für die CSU und zu Guttenberg schicksalhaften Wahlen: Bundestagswahl und bayerische Landtagswahl. Aus heutiger Sicht sind die Chancen von Angela Merkel sehr gering, wieder Kanzlerin zu werden (allein schon wegen der FDP) und die von Horst Seehofer fast aussichtslos, die CSU über der 40-Prozent-Marke zu halten. Und auch in Bayern wird die FDP nie mehr so viele Stimmen bekommen wie bei der letzten Wahl.

Das sind die entscheidenden Daten für die weitere Karriere zu Guttenbergs. Er wird sich im Laufe der nächsten beiden Jahre fragen müssen, ob er den Weg auf die Berliner Oppositionsbänke gehen will oder ob er doch das Amt des bayerischen Ministerpräsidenten anstrebt. Seine Vorliebe für die Bundespolitik hin oder her. Auch für seine bundespolitischen Ambitionen wäre es klüger, sich in Bayern als Regierungschef für eine mögliche Kanzlerkandidatur 2017 warmzulaufen als in der Opposition im Bund in Vergessenheit zu geraten.

Deshalb wird es im Jahr 2012 in Bayern zur entscheidenden Weichenstellung kommen. Die Stimmung in der CSU ist klar: lieber mit zu Guttenberg neue Höhen erklimmen als mit Seehofer tiefer ins Tal absteigen. Die Agenda der CSU-Funktionäre und der Landtagsfraktion für 2012 lautet: Wechsel im Amt des Ministerpräsidenten. Das Amt des CSU-Chefs folgt dann automatisch. Seehofer ist ab dem 5. Dezember 2011 nur noch so lange Ministerpräsident, bis zu Guttenberg dem Druck nachgibt und Ja sagt. Bis dahin muss zu Guttenberg so tun, als wäre er nicht interessiert.