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Sonntag, 31. Oktober 2010, 12:12 Uhr

“Il Presidente” von Santo Domingo

Letzte Station meiner Südamerikareise mit Helmut Schmidt war die Dominikanische Republik, damals regiert von einer sich sozialdemokratisch nennenden Partei. Sie begrüßte den deutschen Kanzler mit großen Spruchbändern “Bienvenidos, Companero Helmut Schmidt”. Damals war Land touristisch noch nicht entdeckt, es gab nur ein paar Hotels. Am letzten Abend des Staatsbesuchs lud Schmidt zu einem Empfang auf das Schulschiff “Deutschland” der Bundesmarine, bei dem ich den Generalssekretär der regierenden Partei kennenlernte. Er lud mich ein, noch ein paar Tage zu bleiben, um das Land besser kennenzulernen.

Ich blieb und am nächsten Morgen holte mich ein Fahrzeug der Armee ab und brachte mich zum Flughafen. Mit dabei war für die drei Verlängerungstage ein sehr sympathischer Mensch vom Außenministerium. Er sagte mir, dass mir für die ganze Zeit der Präsidentenhubschrauber zur Verfügung stehe. Drei Tage flogen wir kreuz und quer über das Land und immer dort, wo es es mir gefiel, landete der mit dem Präsidentenwappen geschmückte Hubschrauber – und hunderte von Menschen liefen zusammen, weil sie dachten, “Il Presidente” käme. Ich lernte das Land tatsächlich kennen: vom Besuch bei austernschlürfenden Zuckerbaronen bis zu den Hütten der armen Dorfbewohner, vom einzigen touristischen Resort (“Casa de Campo”) bis zu den Merengue-Lokalen der Hauptstadt.

Zwei Wochen später erreichte mich die Nachricht, dass der Präsidentenhubschrauber mit den beiden Piloten, die mich geflogen hatten, abgestürzt ist.

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4 Kommentare

1) Thomas, Sonntag, 31. Oktober 2010, 18:56 Uhr

In der “guten alten Zeit” schien vieles anders zu sein.

Die Widersprüchlichkeit in der Steuerpolitik ist eine wichtige Ursache für die Verdrossenheit.
- die Bürger erleben den Alltag mit Finanzämern (vgl. Youtube mit Sichwörtern “Jagdfieber Finanzamt”
- andererseits die Sonntagsreden der Steuervereinfachung und Wirtschaftsförderung.

Meine Anregung: Die Politik sollte sich vom Steuerrecht fern halten und andere Schwerpunkte setzen, wo sie reale Ergebnisse erzielen könnte. Für das Steuerrecht sind die meisten Politiker ohne die notwendige Konseqenz und Ausdauer.

2) Nashwin, Freitag, 05. November 2010, 16:02 Uhr

Müsste es nicht “El Presidente” heißen?
“Il” klingt irgendwie italienisch in meinen Ohren. ;-)

3) m.spreng, Freitag, 05. November 2010, 17:56 Uhr

@Nashwin

Das stimmt, Asche auf mein Haupt. In der Dominikanischen Republik wird natürlich spanisch gesprochen und nicht italienisch.

4) bananenkiste, Freitag, 05. November 2010, 18:28 Uhr

Woher kam denn diese Zuvorkommenheit? Hielt man Sie für einen wichtigen Einflüsterer des Bundeskanzlers, hoffte man auf (in welcher Form auch immer) gute Presse für sein Land, oder war es tatsächlich nichts weiter als aufopfernde Gastfreundschaft?

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