Montag, 15. November 2010, 18:13 Uhr

Autosuggestion

Die Reihen schließen, christliche Werte betonen, die Konservativen streicheln,  Helmut Kohl und Konrad Adenauer beschwören, das Selbstbewußtsein stärken, den Gegner scharf attackieren. Polarisierung und Abgrenzung statt Suche nach neuen Bündnispartnern. „Die Opposition macht Mist“, die SPD ist „geschichtsvergessen“  und „die Grünen sind vor allem und ständig immer dagegen“.

Angela Merkel hat auf dem CDU-Parteitag auf ein altes Rezept in politischen Kampfzeiten gesetzt: durch Autosuggestion zur Wählersuggestion. „Wir sind wir“ übersetzte sie das bayrische „Mir san mir“ ins Hochdeutsche – nur wer von sich selbst überzeugt ist, kann auch andere überzeugen. Insofern war ihre Rede – zumindest oberflächlich und vorläufig – ein Erfolg.

Merkel hat sich eine innerparteiliche Verschnaufpause verschafft. Die Parteitagsregie klappte: kein Stellvertreter bekam mehr Stimmen als sie, keiner setzte sich von den anderen als Kronprinz ab. Die verunsicherte CDU steht hinter ihr (hinter wem auch sonst?) und das zumindest bis zum 27. März. Dann wird das Spiel im Lichte der Wahlergebnisse in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz neu eröffnet. 

Am 27. März wird sich herausstellen, ob Autosuggestion wirklich auch zur Wählersuggestion führt.

Lesen Sie dazu auch meinen Beitrag „Der lahme Gaul CDU

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20 Kommentare

1) mambo, Montag, 15. November 2010, 21:58 Uhr

Ob Frau Merkel die Fähigkeit zur „Wählersuggestion“ besitzt ,
bezweifle ich sehr;das konnte Herr Schröder allemal besser,
allerdings ist seine Mogelpackung letztlich grandios gescheitert ,
die SPD leidet heute noch darunter.
Inhaltsloses “ Politik- Marketing“ zieht nicht mehr,
die Wähler sind klüger geworden und lassen sich nicht mehr
mit „Waschmittelwerbung“ über den Tisch ziehen .

2) JG, Montag, 15. November 2010, 22:23 Uhr

Im Lichte der unterwürfigen Hofberichterstattung, welche heute insbesondere das staatsnahe „öffentlich-rechtliche“ Fernsehen ablieferte, wo man Muttis hohles Phrasendreschen richtig toll fand, Röttgen (der denn auch in „Heute-Journal“ wie „Tagesthemen“ interviewt werden mußte) als Hoffnungsträger feierte, den Abgang profilierter Köpfe als Fortschritt, Schäubles Festklammern ans Amt als Erfolg und sich an Abstimmungsergebnissen begeisterte, wirkt insbesondere Ihr Kommentar „Der lahme Gaul CDU“ um so klarsichtiger und wertvoller.

Merkels „Erfolg“ dürfte bis zum nächsten Koalitionskrach, dem nächsten Geschenk an irgendwelche Lobbyisten, der nächsten Grausamkeit gegen Nicht-Millionäre oder dem nächsten lautstarken Bürgerprotest reichen – also zirka drei Tage.

3) Doktor Hong, Montag, 15. November 2010, 22:48 Uhr

Das erinnert mich irgendwie an die 18%-Schuhsohlen.

4) Chat Atkins, Dienstag, 16. November 2010, 01:16 Uhr

Wer sonst nichts hat, schminkt sich die alte Kriegsbemalung ins Gesicht. Indianer einer längst vergangenen Bürgerlichkeit. Die ticken inzwischen ganz anders …

5) Naja, Dienstag, 16. November 2010, 11:05 Uhr

Werter Herr Sprenge,

ohje, jetzt hat Frau Merkel es Ihnen auch wieder nicht Recht gemacht.
Meine Vermutung: Hätte Sie sich auf neue Bündnisse eingelassen, hätten Sie wiederauf Ihren Kommentar über die sechste Partei verwiesen.
So hat Sie klare(?) Fronten geschaffen, bzw. m.E. gesagt, was dei CDU noch(?) von anderen Parteien unterscheidet.
DAS nennen Sie also Polarieiserung? Was hätten sie damals wohl zu „Freiheit statt Sozialismus“ wohl geschrieben?
Das eine Partei geschlossen aufzutreten hat haben wir doch wieder an der „Kampfabstimmung“ um den NRW Parteivorsitz der CDU gesehen, es gab mal 2 Kanidaten zur Wahl…

Den Aussagen, dass die SPD “geschichtsvergessen” ist (z.B. Rente mit 67, Hartz 4) und “die Grünen sind vor allem und ständig immer dagegen” (Castor, S21) kann ich zustimmen.
Dazu auch sehr schön: Minister Trittin 2001 zu Castor-Transporten:
http://www.youtube.com/watch?v=ZbKDwj-fMk4

6) StefanP, Dienstag, 16. November 2010, 11:21 Uhr

Interessieren Parteitage den Wähler tatsächlich? Wohl kaum. Und Selbstmediationen tragen i.d.R. nicht weit, Begeisterung hält nicht lange, wenn die Wirklichkeit nicht begeisternd ist. In diesem Sinne ist der aktuelle CDU-Parteitag mit der uninteressanteste der letzten Jahre. Merkel backt sich ihren Kanzlerwahlverein, so titelte gestern Spiegel Online – und trifft den Punkt. Doch wozu? Es bleibt (und das aus guten Gründen) noch mindestens 2 Jahre unklar, ob die CDU-Regentin sich ein zweites Mal zur Wiederwahl stellen wird. Bis heute gab es dazu nicht mal eine bestätigende Aussage.

So bleibt der Verdacht, Merkel wolle einfach nach ihrem Gusto dauerhaft die Union formen für die Ära, die nach ihr kommt. Das könnte ihr sogar gelingen.

7) Jeeves, Dienstag, 16. November 2010, 11:51 Uhr

„die Wähler sind klüger geworden und lassen sich nicht mehr
mit “Waschmittelwerbung” über den Tisch ziehen .“
Glaub ich nicht, wenn ich mir so die Wahlergenbnisse ansehe: Es sind immer noch die gleichen Typen an der Macht wie in den Fifties. Und sie reden immer noch so.

8) Maren P., Dienstag, 16. November 2010, 13:55 Uhr

Gestern habe ich einige Zeit CDU-Parteitag auf Phoenix gesehen. Als ich das einem Journalisten erzählte, fragte der nur: „Na, und? Was Besonderes?“ „Nö,“ erwiderte ich, „alles wie immer.“
Merkels seltsame Art, zu reden, dieses gleichzeitige Heben beider Unterarme, ihr komisches Winken. Das wurde im Wahlergebnis belohnt mit genau 0,1% mehr als der Generalsekretär Gröhe. Ein geradezu sozialistisches Wahlergebnis – hoffentlich ist es nicht erst hinter der Bühne beim Auszählen zustande gekommen.
Die Sehnsucht nach Wahlergebnissen wie in alten Zeiten führt offensichtlich auch dazu, es mit alten Themen und alten Antworten zu versuchen. Das kann nicht dauerhaft gutgehen. Ich frage mich nur, wieviel Schaden die schwarz-gelbe Koalition noch bis 2013 anrichten kann. Da könnte doch noch so einiges zusammen kommen …
Übrigens bin ich der festen Überzeugung, dass niemand auf die SPD oder die Grünen einschlagen muss. Die erledigen sich erfahrungsgemäß von selbst.

9) kamikaze, Dienstag, 16. November 2010, 16:08 Uhr

@JG: Man muss Frau Merkel nicht mögen, man mag ihre Politik für falsch halten und die CDU für sich als unwählbar ansehen. Aber Frau Merkel hat einen Namen und deshalb sollte man sie nicht permanent und impertinent „Mutti“ nennen. Auch Herrn Gabriel und Herrn Steinmeier, Frau Kühnast und Herrn Trittin nenne ich so, wie sie wirklich heißen, wie auch die Herren Westerwelle und Gysi.

10) marcpool, Dienstag, 16. November 2010, 17:27 Uhr

Das war also der Betriebsausflug Karlsruhe ? Wir sind die Konservativen – Wir brauchen mehr Christliche Diskussionen – wir brauchen keine Wehrpflicht – wir sind gegen PID ( 51 % dagegen das knappste sich vostellende Mehrheitsergebnis ) – wir brauchen ein freiwilliges soziales Jahr “ lasst uns den Schatz der Alten heben “ – so C. Schröder – Ja das sind doch wunderbare Antworten auf das was die Gesellschaft bewegt ! Die Grünen sind gegen alles – mit denen werden wir nicht regieren – eine Option der zukünftigen Macht , zumal der jetzige Partner ziemlich KO ist , weg geworfen – klug ist das nicht.
Ansonsten Tschuess Juergen , tschuess Roland ! Abendbuffet – Freibier ! 90 % für die Mutti – alles gut alles schön . Zuwenig für den Betrachter . Zuwenig für den Zuhörer . Ganz im Stile Merkel – nur nicht konkret werden, – das Trauma 2005 könnte als Monster an der Wand wieder erscheinen ! Huii Buhhhh !

11) Orlando, Dienstag, 16. November 2010, 19:38 Uhr

Ich weiß nicht – geht es nur mir so? Ich finde das ganze Politikspiel einfach nur noch albern. Wie kleine Kinder im Sandkasten führen sich die Damen und Herren (aller Parteien) auf. Es geht um Eitelkeiten, Macht, Egos, darum, Dinge zu suggerieren, eine taktisch schlaue Rede zu halten. Wieso geht es zur Abwechslung nicht mal um Ehrlichkeit? Um die Sorgen der Menschen? Um Ideen, was der Welt, was den Menschen jenseits der eigenen engstirnigen Interessen helfen könnte? Nein, es geht nur im Wählerstimmen, darum, wer am besten Lügen kann ohne rot zu werden. Und vor allem geht es immer ums Geld. Man sollte sich mal eine Nachrichtensendung anschauen. Es geht bei jeder zweiten Nachricht ums Geld. Das ist der Gott, dass ist der Fetisch unserer Zeit. Menschen tun fast alles für Geld. Und ohne Geld, ihne Gegenleistung tun sie fast nie etwas. Ich bin doch nicht blöd! Was hab ich denn davon. Diese Geisteshaltung beherrscht auch die Politik. Der Horizont reicht gerade mal bis zu den eigenen Interessen und den nächsten Wahlen. Diese eitlen, ehrgeizigen Leute werden uns nicht weiterbirngen. Es ist zum Lachen! Wer kann auf diese Typen hoffen? Und jeder Kolumnist und Journalist sollte mal kurz über die Wichtigkeit seiner Themen nachdenken. Ist das wiklich relevant, ob Frau Merkel die konservative Seele streichelt oder die Grüner dies oder jenes sagen? Ich will keine Kanzlerin, die taktiert. Wenn Frau Merkel konservative Themen ein Anliegen sind – OK, dann soll sie das sagen und mit aller Kraft dafür eintreten (nicht, dass ich eine solche Politik wollte). Wenn es ihr aber kein Anliegen ist und sie es nur als taktischen Gründen sagt, dann ist einfach eine Heuchlerin, eine Lügnerin. Und die, die da umschmeichelt werden sollen, wissen es, und auch ihr Beifall ist heuchlerisch. Sie werden, sobald jemand anderes da ist, einem anderen zu jubeln. Zum Beispiel der Seifen- und Sprechblase Guttenberg. Macht das Spiel Spaß? Meinem Eindruch nach nicht. Keiner dieser Typen ist wirklich bei sich. Sie hecheln etwas hinterher – Macht, Erfolg, Anerkennung, aber sie kommen nie an. Und wer im Krieg und Heucheln lebt, verletzt seine eigene Integrität. Er wird es sich schön malen – das Spiel ist halt so. Die anderen machen es auch nicht anders. Der Zweck heiligt die Mittel. Aber gut fühlt man sich nicht dabei. Man kleistert nur einen schalen Zuckerguss drüber. Und dann kann man kraftvoll und glaubwürdig für christliche und konservative Werte eintreten? Und am Sonntag gemeinsam zum Gottesdienst gehen. Ja, wir sind sehr christlich. Bravo Frau Merkel! Sie sind unsere Frau! (Solange wir keinen anderen finden – dann werden wir immer schon gegen sie gewesen sein). Politikverdrossenheit? Nein, warum denn. Sie sollen ihr Spiel nur spielen. Aber ohne mich. Und trotzdem werde ich weiter wählen gehen. Aber ohne Illusion.

12) Sabine Zielke-Esser, Mittwoch, 17. November 2010, 08:37 Uhr

Kompliment für diese Aufführung. Da merkt man doch, dass unsere Bundeskanzlerin jahrzehntelange Erfahrung mit inszenierten Parteitagen hat. Nicht wieder Leipzig – das roch nach Aufbruch, das war Glatteis, da hat es einen Herrn Merz und einen Herrn Kirchhoff aus der Kurve gehauen.

Diesmal wurden die Energien auf die pränatale Integration (oder so ähnlich) gelenkt. Da konnten sich alle unbeschwert erschöpfen, die Bundestagsabgeordneten sind an das Ergebnis eh nicht gebunden. Genauso gut hätten sie über die Frage “Gibt es ein Leben nach dem Tod?” diskutieren können. Damit sind sie der näher liegenden Frage aus dem Weg gegangen “Gibt es eine CDU nach Merkel?”

13) Mehrheitsmeiner, Mittwoch, 17. November 2010, 10:29 Uhr

Die CDU kehrt nach dem Parteitag wie besoffen nach Hause zurück und versucht dem Volke beizubringen, dass jetzt alles anders (besser? konservativer?) wird.
Die Ernüchterung wird spätestens dann einkehren, wenn Baden-Württemberg für Schwarz Pur verloren geht. Nun, es gibt ja immer noch die Option Schwarz-Grün. Oder Grün-Schwarz. 😉

PID – perverse irrationale Diskussion – Ausschaben ja, Reagenzglas nein. Das ist krank.
PID – es ist egal, was die CDU hier entscheidet, der Antrag wird im Bundestag sowas von zerlegt.

14) EStz, Mittwoch, 17. November 2010, 12:15 Uhr

@ Orlando
„Ich bin doch nicht blöd! Was hab ich denn davon. Diese Geisteshaltung beherrscht auch die Politik. “

Ja genau darum gehts. Warum sollte ein Politiker Entscheidungen treffen, die seiner persönlichen Karriere oder seinem Wohlstand entgegenstehen?
Warum sollte ein Wähler eine Politiker wählen, der ihn zur Kasse bitten will, wenn der andere verspricht, es nicht zu tun? Selbst wenn man tief im Innern weiß, dass das Quatsch ist – man wählt den Lügner in der Hoffnung, dass es ausnahmsweise stimmt, oder man lässt es ganz bleiben.
Die aktuelle Politiker-Riege quer durch alle Parteien haben wir Deutschen uns schon verdient..

@Naja
Köstlich…

15) Orlando, Mittwoch, 17. November 2010, 16:48 Uhr

„Ja genau darum gehts. Warum sollte ein Politiker Entscheidungen treffen, die seiner persönlichen Karriere oder seinem Wohlstand entgegenstehen?“

Vielleicht, weil er erkennt, dass die Entscheidungen falsch sind? Oder weil er sein Ego und seinen Ehrgeiz nicht über das Gemeinwohl stellt? Und weil er erkennt, dass der Egoismus auf lange Sicht ihm und anderen schadet? Und dass mehr Geld ihn genau sowenig glücklich machen wird wie mehr Macht? Wer aus der engen Sicht seines Egos agiert, ist leicht manipulierbar. Man muss nur im Verlust eines Beseitzstandes bedroht werden, und schon ist man in eine andere Richtung gelenkt. So haben die Politiker auch mit uns leichtes Spiel und können gesellschaftliche Gruppen gegeneinander aufhetzen. Man kann aber nur ohne Ego agieren, wenn man persönlich nichts will. Wenn man Karriere machen will, Ansehen und Geld haben will, wenn man meint, es sei was Besonderes, mit den Mächtigen am Tisch zu sitzen, dann ist offenbar etwas anderes als das Gemeinwohl am Wichtigesten. Also ist der Ehrgeiz die Wurzel des Übels, und der kommt meist aus einem Minderwertigkeitskomplex. Wenn einem nichts fehlt. man Zufrieden ist mit dem was man hat, dann ist Politik nur ein Spiel. Man kann ohne Angst vor persönlichen Nachteilen die Wahrheit sagen. Man wird nicht lügen, um andere zu manipulieren. Man wird nicht eitel sich selber in der Fokus rücken Er wird nicht nach immer mehr gieren, egal worvon, einfach nur mehr!Und wird gerade deswegen kraftvoll und glaubwürdig sein. Es wird uns doch immer suggeriert, in der Politik seinen die Besten der Besten, die Elite unseres Landes? Ich sehe leider das Gegenteil.

Es wäre ja schon ein Anfang, wenn man eine solche Haltung in Ansätzen erkennen könnte. Aber das wird wohl so schnell nicht passieren. Weil die ganze Gesellschaft an Gier und Egoismus krankt. Also, da stimm ich zu, haben wir genau die Politiker, die wir verdienen. Und genau dewegen finden wir es normal, dass eitle und kleinkarrierte Machtspiele gespielt werden. Dass Frau Merkel Posten nicht mit den besten Köpfen besetzt, sondern mit irgendeinem Idioten, der dringend entsorgt werden muss. „Ja, die Frau ist schlau. Die raucht sie alle in der Pfeife!“ Das soll klug sein? Das soll dem Amtseid genügen? Aber sicher wird sie viele Preise für Ihr Lebenwerk und Standing Ovations bekommen, wenn sie mal Altkanzlerin ist.

16) Peter Christian Nowak, Mittwoch, 17. November 2010, 17:05 Uhr

@Sabine Zielke-Esser

Schöner Kommentar! Habe mir ein schallendes Lachen nicht verkneifen können. Ihr Kommentar beschreibt so schön den lächerlichen Zustand der CDU, die sich öffentlich karikiert. Hab´ selbst einmal bei Phönix kurz reingeschaut. Was sich mir bot, erinnerte mich eher an ein Motivationsevent für Staubsaugervertreter im Direktvertrieb. Hier ging es aber eher um die Frage, „wie verkaufe ich die Wähler?“ Da schreckt man vor nichts zurück. Auch nicht vor geheuchelter Frömmigkeit, wie bei der PID-Diskussion ab und an mal vorgetragen. Hauptsache, man kriegt die guten alten Traditionswähler wieder dazu, bei der CDU die Kreuzchen zu machen. Da zieht man schon mal alle Register; auch die emotionalen, die für religiöse Gefühle zuständig sind.

17) Frank Reichelt, Mittwoch, 17. November 2010, 21:03 Uhr

Nirgendwo ist die Diskrepanz zwischen Selbst – und Fremdwahrnehmung so groß wie bei einem Parteitag.
Das gehört aber auch dazu, wenn man das ganze Jahr von allen Seiten nur zu hören bekommt wie dilettantisch man ist, möchte man sich auch mal so richtig wohlfühlen.
Das sollte auch Herr Spreng als alter Fahrensmann nicht soo ernst nehmen. Was Parteitagsbeschlüsse wert sind wissen wir doch spätestens seit Leipzig, das wurde oben schon mal angesprochen. Die Reden auf diesem Parteitag waren fast so spannend wie die momentanen Schlichtungsgespräche zu Stuttgart 21. Ich bewundere die PHOENIX-Journalisten, die sich das alles bei ihrer Übertragung anhören müssen. Beim Parteitag der Grünen (oder heißt es immer noch Bundesdelegiertenkonferenz) wiederholt sich das ganze Schauspiel demnächst.
Da die Grünen ja bekanntlich in der bürgerlichen Mitte angekommen sind, sind deren BDKs auch nicht mehr das was sie mal waren. Einzige Hoffnung: Ströbele!

18) karel, Donnerstag, 18. November 2010, 00:42 Uhr

@P.C.Nowak
Nun, der Zustand der SPD ist noch viel lächerlicher.
Seit 2005 will Fr.Merkel eine Politik der soliden Finanzen.
Schon vergessen?
Mit dem Slogan „Merkel-Steuer“ wurde sie beinahe verhindert.
Die Maastrich-Neuverschuldungskritieren wurden endlich wieder eingehalten.
Danach jedoch konterkariert von der desaströsen Fiskal-Politik ihrer Vorgänger.
Finanzkrise 2009: ein Folge-Produkt der rot-grünen politischen Einfältigkeit.
Und heute?
Wer verweigert sich heute Steuergeschenken?
im Gegensatz zu politisch Verantwortungslosen?
Solidität war noch nie medial geschätzt.
Finanzkrise? Noch haben wir unsere „Spargroschen“
Wirtschaftskrise? Heute eher ein Problem der Anderen.
Ob unser „Souverän“ das je begreift?.
Wie auch?
Pisa sei „Dank“. Den Medien ebenso.

19) nurmalso, Donnerstag, 18. November 2010, 00:55 Uhr

ich weiss nicht, ich weiss nicht …

dieses auf gedeih und verderb an die gelbe gefahr (also diese westerwelle-spasscombo) ketten – wenn der kanzlerette dies mal nicht auf die füsse fällt. das eindreschen auf die grünen war so dermaßen platt. für wen taugen denn die grünen heute noch als bürgerschreck?
ansonsten hat sie ihren kanzerlinnenwahlverein ja schön diszipliniert. und die wichtigen fragen der gesellschaft, die da verhandelt wurden. prämenstruadingsbums … jaja, das erwartet der wähler. oje, langeweile pur … dazu ein wenig dem konservativen götzen gehuldigt, als ob davor die konservativen nicht massenhaft in dieser partei gegangen wurden. nein, die cdu ist wieder der elefant, der noch 3 tage aufrecht steht, nachdem man ihn erschossen hat. nur merkt man das dann nicht mehr so, wenn man erstmal diesen status erreicht hat.

20) Franz Josef Neffe, Freitag, 19. November 2010, 10:12 Uhr

Naja, Autosuggestion ist seit É.Coués (1857-1926) enormen praktischen Erfolgen doch etwas grundlegend anderes – auch wenn viele heute noch immer den Stand des 19.Jahrhunderts reproduizieren und damit besonders originell zu sein meinen.
Zehntausende Hilfesuchende aus aller Welt kamen jedes Jahr wegen Autosugeestion zu Coué, weil aus seinen unentgeltlichen öffentlichen Sitzungen keine Misserfolge berichtet wurden sondern die erstaunlichsten Erfolge. Daraus sollten Politiker – und Journalisten – klugerweise lernen. Guten Erfolg!
Franz Josef Neffe

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