Montag, 13. Dezember 2010, 16:12 Uhr

Der Minister, seine Frau, sein Talkmaster

Wenn zwei das Gleiche tun, ist es noch lange nicht das dasselbe. Als Bundespräsident Horst Köhler mit seiner Frau Eva Luise nach Afghanistan reiste, war das der Besuch eines zurückhaltenden, bescheidenen, unglamourösen Ehepaares bei den deutschen Soldaten. Der Star waren die Soldaten.

Wenn Karl Theodor zu Guttenberg mit seiner Frau ins afghanische Feldlager fliegt, dann ist das der Besuch eines extrovertierten, eher unbescheidenen, glamourösen Ehepaares vor der Kulisse der deutschen Soldaten. Das ist der Unterschied: bei den zu Guttenbergs besteht immer der Verdacht, dass Menschen und Orte medial instrumentalisiert werden. Der Star sind der Minister und seine Frau, nicht die Soldaten.

Vielleicht tut man ihm unrecht, aber der Eindruck verfestigt sicht, dass die Selbstinszenierung den guten Zweck überlagert. Darauf wäre bei Köhlers nie einer gekommen. Dazu trägt auch bei, dass Stefanie zu Guttenberg (“Ich wollte schon immer mal mitkommen”) inzwischen selbst eine Medienfigur geworden ist. Dabei ist sie – Pardon – erst einmal nur die Ehefrau des Verteidigungsministers. Sie hat kein politisches Mandat, sie hat nur eine von ihrem Mann geliehene Prominenz und Autorität.

Und wenn dann noch der” Talkmaster des Herzens”, Johannes B. Kerner, mit seiner aufwändigen TV-Technik dabei ist, dann wird der Eindruck der Medieninszenierung übermächtig. Der Minister, seine Frau, sein Talkmaster. Das globale Mediendorf ist überall, auch in Kundus.

Zu Guttenbergs Aufstieg gleicht dem des Artisten, der mit immer gewagteren Kunststücken seinen Zuschauern den Atem nimmt, gleichzeitig aber mit jedem neuen Kunststück seinen Absturz riskiert. Das ist überhaupt die interessanteste Frage: Wann ist die mediale Fallhöhe zu Guttenbergs so hoch, dass er nur noch abstürzen kann? Noch hat er sie nicht erreicht, aber der Minister kommt diesem Punkt von Mal zu Mal näher.

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59 Kommentare

1) Jan, Montag, 13. Dezember 2010, 16:30 Uhr

Es ist die Frage, ob er überhaupt so schnell fallen kann. Ein anderer wäre ja schon abgestüzt während der Kunduz-Geschichte. Guttenberg aber hängt an einer unsichtbaren Sicherheits-Leine, einer nicht wirklich wahrnehmbaren Narrative eines irgendwie anderen, besseren Politikers (dem in Wahrheit bislang nicht viel gelungen ist).

Es ist die Hoffnung auf eine Besserung des Landes durch Ästhetik und Stil, wo sonst nur Sachzwang und Bürokratie herrschen (und Merkels hängende Mundwinkel). Dass Guttenberg inhaltlich den konservativen Mainstream vertritt und keine wirklich guten Ideen fürs müde und pessimistische Land hat, fällt nicht da nicht weiter auf.

Aber wie Herr Spreng ja in einem früheren Artikel richtig festgestellt hat, eine Chance aufs Kanzleramt hat Guttenberg erst 2017. Bis dahin wird noch viel Gel durch sein Haar gestrichen sein und auch Stephanie wird ihre ersten Falten bekommen und dem gelangweilten Beobachter der bundesdeutschen Politik nicht mehr ganz so lieblich erscheinen.

2) Andreas, Montag, 13. Dezember 2010, 16:38 Uhr

Sehr geehrter Herr Spreng,

falls Sie mit dem Titel auf Peter Greenaways Film anspielen wollten, müsste er heissen “Der Minister, seine Frau und ihr Talkmaster” oder, noch besser, “Die Medien, der Minister, seine Frau und ihr Talkmaster”. Naja, war so eine Idee von mir beim Lesen.

3) nona, Montag, 13. Dezember 2010, 17:05 Uhr

Stefanie zu Guttenberg ist nicht zu einer Medienfigur “geworden”, sondern sie hat sich zu einer Medienfigur gemacht. Daran hat sie unlängst eifrig gearbeitet, und macht es nach wie vor. Betrachtet man dazu auch ältere mehr oder minder exklusive Interviews und Features, die ihr z.B. von ihrer bussi-befreundeten -ebenfalls einen adeligen Namen tragenden- “Society-Expertin” wohlwollend angedient wurden, insbesondere unter dem Gesichtspunkt, was für eine “erhabene” Rolle ihrer Meinung nach “Adel” ist, hat, und spielt, so zeichnet sich insgesamt ein Bild von einem ausgesprochen unbescheidenem Menschen ab, der anscheinend gerne “wichtig” und “relevant” und vor allem “bekannt” sein möchte. Mir tun die Soldaten in Afghanistan leid, die sich für diese egomanische Propagandaposse auf Steuerkosten als Staffage hergeben müssen.

4) adi gold, Montag, 13. Dezember 2010, 17:20 Uhr

mit verlaub, was müssen sie für ein neidischer mensch sein und und ihre art zu denken ist leider ebenfalls typisch deutsch.bloß nicht auffallen oder einen gewissen glamour ausstrahlen…
da ist natürlich die graue maus köhler mit seiner ebenfalls grauen frau viel besser,da fühlt sich der deutsche neidhammel gleich viel wohler in seinem tristen leben.

5) M.M., Montag, 13. Dezember 2010, 18:12 Uhr

Das Amt des Bundespräsidenten ist nicht zu vergleichen mit einem Verteidigungsminister. Also wenn dann Vergleiche mit Herrn Rühe und/oder Herrn Struck. – Das schlimme ist nicht das Ehepaar zu Guttenberg sondern Herr Kerner!

6) Gregor Keuschnig, Montag, 13. Dezember 2010, 18:27 Uhr

Zu Guttenberg hat die Bundeswehr-Reform mit bemerkenswerter Courage und Durchsetzungskraft umgesetzt. Das Medienspektakel mit seiner Frau und Kerner ist allerdings degoutant. Der Minister muss aufpassen, dass er nicht abhebt. Hochmut kommt vor dem Fall.

7) Hans Czinzoll, Montag, 13. Dezember 2010, 18:27 Uhr

@adi gold: Der Deutschtümler fühlt sich noch viel wohler, wenn er am Meckerer rummeckern kann.

8) mark, Montag, 13. Dezember 2010, 18:31 Uhr

wer zahlt eigentlich den flug der frau gattin und des herrn talkmaster?

9) Pharmaberater, Montag, 13. Dezember 2010, 18:33 Uhr

@Adi Gold: Was hat denn bitte Glamour im Kriegsgebiet zu suchen? Nichts.

Die BILD nennt die Gattin gleich “Die mutigste Frau Deutschland”. Ich kann gar nicht so viel fressen, wie ich kotzen möchte. Sorry für die Ausdrucksweise, aber es stimmt doch.

Herr Spreng: denken Sie, dass diese Reise der Anfang vom vorläufigen Ende sein könnte oder wird ihm die Öffentlichkeit auch diese Geschichte wieder durchgehen lassen? Er hat ja schließlich soooo eine mutige, tolle Frau, die ja schließlich auch die bösen Kinderschänder in Alleingang jagt.

10) Thomas B., Montag, 13. Dezember 2010, 19:06 Uhr

Ob die Reise seinen medialen Sinn hat wird auch die aufgezeichnete Talkshow zeigen. Zumindest hats dann mal Quote in der Show die eigentlich nur stagniert. Wichtiger ist aber der Inhalt. Also die Fragen und die entsprechenden Antworten. Wenn dem nicht so ist sehe ich bei Herrn Spreng schon den nächsten Beitrag. – Er hat ja was gegen Dampfplauderer. Siehe den Jauchbeitrag.

Ich finde es nicht problematisch wenn die Frau von ihm mitreist. Sie hat ja ein “eigenes” Programm und hängt ihrem Mann nicht auf der Schleppe. Weihnachten ist das Fest der Familie. Ich finde es passend da als “Familie” aufzutreten.

Für ihre sonstigen medialen Auftritte habe ich nicht viel übrig und sind mir egal.

Ob das auf dem “Rücken” der Soldaten ausgetragen wird sollte man die Soldaten fragen. Warum soll sie das nicht freuen!? Dann hats halt ein neues Pinup.

11) armerMoldavier, Montag, 13. Dezember 2010, 19:15 Uhr

Ja, ja der Neid in Deutschland.

Seien wir ehrlich. In den Tagen der Besinnlichkeit, sehnen wir uns nicht alle nach etwas Ruhe und sanften Bildern, Tönen? Wenn dann noch Anerkennung dazu kommt umso besser.

Nicht nur unsere Soldatinnen und Soldaten verteidigen unsere Freiheit am Hindukusch.

Auch der Freiherr, seine liebreizende Gemahlin und der allseits, durch Werbung, bekannte J.B.K. versüßen diesen Menschen die schweren Stunden vor Weihnachten. Noch dazu in einem fernen Land, das Christi Geburt zum 24.12. so gar nichts abgewinnen kann.

Das souveräne Auftreten der Adelsfamilie verpflichtet auch einen jeden von uns aufrecht zu stehen, die Gedanken zu ordnen und selbstlos zu sein.

Selbstlos, wie Familie zu Guttenberg und Johann Baptist Kerner es uns vorleben.

Amen.

P.S. Rechnung und Spesen bitte via??? Danke.

[Sarkasmus off]

12) speters, Montag, 13. Dezember 2010, 19:24 Uhr

> …ist leider ebenfalls typisch deutsch

Und nicht nur das! Es ist sogar typisch finnisch, typisch kanadisch, typisch bolivianisch, typisch australisch und sogar typisch isländisch! Die ganze Welt voller Neidhammel – ein Horror.

Vielleicht hängt es aber auch einfach nur von der persönlichen Zielsetzung ab, ob man lieber scheint, als zu sein? Nur so ein Gedanke.

13) C. Körner, Montag, 13. Dezember 2010, 19:31 Uhr

Mir kam bei der Nachricht von der Guttenberg/Kerner-Truppenreise sofort die Erinnerung an Rudolf Scharping hoch. Der war auch einmal als kompetent, vernünftig und zuverlässig bekannt, wobei er allerdings keinerlei Glamour-Potential hatte.
Das fand schnell und äußerst hart ein Ende, als er sich u.a. (als Verteidigungsminister mit Truppen im Feld) die Bunte-Homestory mit Gräfin Pilati im Pool leistete. Da kam ein anderer Scharping zum Vorschein, einer, der seine Eitelkeit zur Schau trägt und den Sinn für die Verhältnisse verloren hat.
Dasselbe kann man nun auch bei Guttenberg beobachten. Bei der Frage, ob er ein seriöser Politiker mit gelegentlich mangelndem Sinn für die Wirkung von Bildern ist (Victory-Zeichen am Times Square auf der Höhe der Wirtschaftskrise), hätte ich bis gestern noch gesagt, dass dem so sei. Heute neige ich dazu, meine Meinung zu ändern.
Ein seriöser Politiker mit Augenmaß würde so eine halbprivate Inszenierung auf Staatskosten mit militärischen Befehlsempfängern nicht machen. Vielleicht ist er ein Scharping 2.0, vielleicht lässt er sich von seiner zu plötzlicher Prominenz gelangten Charity-Gemahlin zu sowas drängen.
Wenn seine Beliebtheit beim Volk auch an seiner persönlichen und politischen Unabhängigkeit, seiner (vermuteteten) Kompetenz und seiner Abneigung gegen den plakativen Polit-Slogan hängt, kann es sein, dass er bald als der “schöne Freiherr” umfragetechnisch Richtung Ex-Spaßpolitiker Westerwelle einschwenkt.

14) Dazwischenquatscher, Montag, 13. Dezember 2010, 19:37 Uhr

Konservativer Mainstream? Selbstverständlich hat Guttenberg eine konservative Grundhaltung, sonst wäre er in der falschen Partei. Aber die von ihm erst mainstreamfähig gemachte De-facto-Abschaffung der Wehrpflicht kontrastiert aufs Schönste mit der bis vor kurzem geltenden Haltung der gesamten Union inklusive seines Parteivorsitzenden. Auch seine Haltung, Opel eher insolvent gehen zu lassen, als einem maroden Unternehmen Milliarden hinterher zu schmeißen, war in der Union nicht mehrheitsfähig – da hat er sich allerdings nicht durchgesetzt. Das sagt aber mehr über die sozialdemokratische CDU/CSU als über Guttenberg.
Ich finde, wir sollten uns im Interesse der parlamentarischen Demokratie darüber freuen, dass es wenigstens einen Politiker gibt, der “ankommt”. Das soll es ja auch schon früher gegeben haben, auch wenn der Vergleich mit Kennedy, Brandt oder Obama sicher ein bisschen übertrieben ist.
Ob solche Inszenierungen wie jetzt in Afghanistan ihm am Ende wirklich nützen, bleibt allerdings abzuwarten. Aber Herr Spreng, mit Verlaub, Sie waren doch auch der Meinung, dass ihm das Foto vom Times Square auf die Füße fallen würde. Ist es aber nicht.

15) Peer, Montag, 13. Dezember 2010, 19:43 Uhr

Adi,
der Glamour sei ihm ja gegönnt – aber in Afghanistan sollte man sich vielleicht auf die Arbeit der Soldaten konzentrieren. Da ist nichts glamoröses, das ist eben Krieg. Und den sollte man nicht instrumentalisieren. Was hat ein Talkmaster da verloren?

16) Martin, Montag, 13. Dezember 2010, 20:33 Uhr

drei Sachen, die mir auffallen:
@Thomas B.,[…]Weihnachten ist das Fest der Familie. Ich finde es passend da als “Familie” aufzutreten[…] Ich war nie ein Soldat und werde es dank schriftlichen Beleg über einen Zivlen Charakter nie sein: Aber ist es nicht ein wenig Unverschämt, wenn da ein Herr Verteidigungsminister mit seine Frau im Kriegseinsatz ein auf “Heile, glückliche Familie in der eroberten Afganischen Gebieten machen will (mit Absicht überspitzt)? Ich persönlich finde es Unverschämt, dass die Soldaten den Herrn Von und Zu samt Gemahlin beschützen sollen und müssen, Soldaten, die Ihre Eltern, Kinder und Frauen Weihnachten, ein christliches Fest der Liebe und Familie zu Hause sitzen haben und ebenfalls vielleicht bei Ihren Familien sein würden, während Ihnen da jemand heile Familie vorspielt? Als dank dafür nur ein angezogenes Pinup?
Müsste da der Herr Verteidigungsminister von dem Land, welches sich im Krieg befindet, aus moralischen Gründen, was aber auch schwierig ist, weil der Krieg an sich unmoralisch ist, in der Vorbildfunktion nicht wenigstens ein wenig auf seiner Frau verzichten?

könnte man nicht einfach einen Talkmaster einfach in irgendeinen Tanklaster setzen? Ein oberster Befehlshaber müßte dann einfach ein Schießbefehl mit Salven voller rosa Herzchen ausgeben…

und zu Herrn Verteidigungsminister und seiner Medieninzensierung fällt mir ein http://www.youtube.com/watch?v=AZjCB-cOdpw

.warum er so schnell nicht abstürzen wird? Ein Einäugiger ist unter Blinden König.

17) Oma Schmitz, Montag, 13. Dezember 2010, 21:14 Uhr

Problematisch wird es eigentlich nur durch Kerner. Hoffentlich hat jemand den Taliban Bescheid gesagt, damit es für ihn nicht so langweilig wird…

18) Benjamin, Montag, 13. Dezember 2010, 21:14 Uhr

Ich danke Ihnen Herr Spreng für diesen klaren Kommentar, denn Sie sind zu Guttenberg ansonsten ja durchaus wohlgesinnt. Es spielt auch keine Rolle, welche Ziele Guttenberg noch verfolgte: Der Eindruck einer Inszenierung ist so oder so gegeben – was anderes soll es denn bitte sein, wenn man mit Entourage samt Kerner dorthin reist? Die BILD hat den nächsten Hofpanegyrikus schon verfasst (“Sie ist die mutigste Baronin Deutschlands! .. Woher nimmt sie diesen Mut?”). Ich möchte lieber nicht schreiben, was ich bei diesen Aussagen dachte…

Man kann zu Guttenberg als Person sympathisch und als Politiker kompetent finden. Aber mit solchen Aktionen verblassen seine ansonsten ja nicht schlechten politischen Vorhaben bzgl. der Bundeswehr etwas und sichtbar wird ein Mann, der nicht ganz ohne Profilierung auszukommen scheint.

Lesenswert die SZ dazu: http://sueddeutsche.de/politik/guttenberg-in-afghanistan-ego-feldzug-am-hindukusch-1.1035771

19) C. Körner, Montag, 13. Dezember 2010, 21:34 Uhr

Zitat von dazwischenquatscher:
Aber Herr Spreng, mit Verlaub, Sie waren doch auch der Meinung, dass ihm das Foto vom Times Square auf die Füße fallen würde. Ist es aber nicht.
————————–

Wenn sich Guttenberg noch einige Inszenierungen dieser Art erlaubt, wird das garantiert wieder aus dem Regal geholt. Auch Westerwelle haben seine 18er-Sohlen noch lange angehangen, vor allem, als sie mit Guidomobil und noch ein paar anderen Schoten ins Bild “substanzloser Selbstmarketing-Spaßpolitiker” passten.

Guttenberg muss dringend umsteuern. Wenn er sich jetzt auf die Sachpolitik, sprich: die Bundeswehrreform konzentriert, werden diese ganzen Sachen als Sperenzchen auf dem Weg zur politischen Reife betrachtet werden. Aber wenn er nicht aufpasst, dann wird sein Bild ganz schnell von den Begriffen “Schönling” und “öffentlichkeitsgeil” bestimmt.

20) marcpool, Montag, 13. Dezember 2010, 21:58 Uhr

Aber aber ! Es ist doch eine Herzenssache! –

Ein Besuch zu Weihnachten – richtig. Frau dabei – naja – wäre akzeptabel wenn sie nicht schon (drittklassig) medial vertrteten wäre . Dazu Kerner – und schon ist die Absicht erkennbar. Das fängt an zu riechen …. und dann ist die kleine Stufe eine Stolperfalle.
Fühlt sich nicht wirklich gut an .

21) miwalla, Montag, 13. Dezember 2010, 22:26 Uhr

Hallo,

warum diese Aufregung um diesen Karl-Theodor. Gönnt ihm doch dieses Reise, beim der Schein wichtiger ist als das Sein.
Unsere politische Kaste befindet sich in ihrem Endkampf, wie anno dazumal die SED-Oberen. Wer erinnert sich nicht noch, dass man Honecker auch noch seine Feierlichkeiten zum 40. Jahrestag der DDR gönnte, bevor er nur 7 Tage später von den eigenen Leuten gestürzt wurde.
Das Spiel ist aus, weil die Herren Politiker keinen Ausweg mehr aus all den verfahrenen Problemen finden.
Da beschimpft Herr Müntefering (“Anne Will”) den dummen Protestler als Staatsverweigerer, weil er nicht in die Parteien eintreten will, dabei ist er doch einer derer, warum sie es nicht tun. Da sagt das Verfassungsgericht bis 31.12. müssen neue Hartz4-Gesetze her. Pusstekuchen. Es droht der Verfassungsbruch und kein anständiger Politiker steht auf und sagt “mit mir nicht”. Da steht Europa am währungspolitischen Abgrund, und kein Politiker hat eine langfristige Lösung parat. Da werden Staatsgeheimnisse auf Wikileaks veröffentlicht, und kein Politiker hat eine Idee wie das verhindert werden könnte. Da verliert Deutschland gemeinsam mit der NATO den Afgahnistan-Krieg, und Karl-Theodor geht mit Frau und Pudel in Pose für die Öffentlichkeit. (Hitler begab sich auch nochmal einige Tage vor dem “Endsieg” inszeniert in die Öffentlichkeit, um tapfere, dem Tod geweihte Kindersoldaten einen Orden anzuheften). Da führt Amerika mit sich selber einen aussichtslosen Kampf um die Vormachtstellung auf dieser Welt (Nahost, Asien, Südamerika, Wirtschaft, Dollar/Euro, Demokratie usw.) und unsere Regierungspolitiker dackeln treudoof hinterher.
Nein, nein kein Neid um diese Bilder. Geben wir ihnen diese Zeit des Abschieds.
Hoffen wir nur das das Ende genauso friedlich stattfindet wie anno dazumal 1989.
Glückauf an Alle

22) Maren P., Montag, 13. Dezember 2010, 22:43 Uhr

Guttenbergs Weihnachtsoffensive mit warmen Worten aus der Heimat. Das tapfere Frauchen an seiner Seite mit Durchhalte-Parolen und der persönliche Talkshow-Moderator mit “Sendungs”bewusstsein.
So stelle ich mir das politische Berlin der Jahre 1910 – 1914 vor. Es heißt ja immer, Geschichte wiederholte sich nicht. Was, wenn doch?

23) Roger Gerhold, Dienstag, 14. Dezember 2010, 00:47 Uhr

Passt doch alles wunderbar.
Der Gockel vom Dienst.
Die Rächerin vom Dienst.
Der Schwätzer vom Dienst.
Und der UvD steht stramm, weil…
Ja, warum eigentlich?
Warum lassen wir uns diesen Zauber wieder und wieder bieten?
Weil die Herrschaften zu wissen glauben, dass wir alle zu blöd sind,
ihre Taschenspielertricks zu durchschauen?
Zieht man die Beliebtheitsskala zu Rate, sind es die meisten auch.
Denk ich an Deutschland…..

24) T.D., Dienstag, 14. Dezember 2010, 10:25 Uhr

Das “Traurige” an dieser Aktion ist, dass wieder einmal klar wird, dass Politik in Deutschland auch zur medialen Inszenierung verkommen ist. Es spricht nun keiner mehr über die Legitimation, die ein Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan hat, sondern nur noch über den Auftritt der Guttenbergs. Damit hat er schon erreicht, dass thematisch anspruchsvolle und wichtige Fragen gar nicht mehr diskutiert werden und hinter der Inszenierung sämtlicher Inhalt zurück tritt.
Ich hoffe sehr, dass wir nicht auf amerikanische Verhältnisse zusteuern, und wir Politiker nur noch im Doppelpack mit Frau oder am besten als Gesamtpaket mit Familie bekommen. Die Röttgens arbeiten auch schon an ihrer Version eines “Power-Couples”. Ahlhaus in Hamburg hat es in der Bunten versucht mit einer Homestory. Und sogar der “Pofallaraff” hat sich von seiner Frau getrennt um eine zwanzig Jahre jüngere, gutaussehende Frau als Ersatz zu präsentieren. Ganz zu vergessen vom Bundespräsident Wulff, der auch nur noch als Paket auftaucht.

25) Dierke, Dienstag, 14. Dezember 2010, 10:40 Uhr

Hat man eigentliuch vergessen, was für einen Rummel G. Schröder immer um seine Person und seine Ehefrauen veranstaltete. ?? Das Ehepaar Guttenberg macht heutzutage eine bessere Figur als die Mitglieder aller Parteien zusammen. Sicherlich hätte Guttenberg den Kerner zu Hause lassen können. Mein Eindruck ist, daß sich da einmal wieder die “deutschen” Neidhammel zu Wort melden. Muß eigentlich immer alles und jedes kommentiert und schlecht gemacht werden ! Bisweilen kann durch Nicht-Beachtung auch Wirkung erzielen, wenn einem das eine oder andere nicht gefällt.

26) Vicky Liecks, Dienstag, 14. Dezember 2010, 11:14 Uhr

Nun ist sogar noch ein Testband einer Weihnachtssendung mit Kerner und den Guttenbergs aus Kundus aufgetaucht: http://www.czyslansky.net/?p=3860

27) Christian, Dienstag, 14. Dezember 2010, 11:15 Uhr

Ken und Barbie in Afghanistan

28) Kalchas, Dienstag, 14. Dezember 2010, 11:17 Uhr

Blitzbesuch bei der Truppe mit fescher Gattin und Talkmaster im Gepäck. Fehlt bloß, dass Stefanie auch noch anfängt zu singen.
Dieser Propagandaminister wird mir immer suspekter. Man mag von Fidel Castro halten was man will, aber dass er ein alter schlauer Fuchs ist, der mehr weltpolitische Erfahrung hat, als sämtliche amtierenden Politiker zusammen, lässt sich kaum bestreiten.

Laufen wir sehenden Auges ins Verderben?

http://www.globalresearch.ca/index.php?context=va&aid=21955

29) Jeeves, Dienstag, 14. Dezember 2010, 12:20 Uhr

Das ist aber sehr rücksichtsvoll beschrieben: “dann wird der Eindruck der Medieninszenierung übermächtig.”.
Es IST eine Medieninszenierung.

30) Klaus, Dienstag, 14. Dezember 2010, 12:28 Uhr

Bei der nächsten Aktion werden die Guttenbergs dann noch’n niedliches Hündchen dabei haben (Kinder haben sie ja wohl nicht?).
Denn: Kinder und Tiere gehen immer!

31) nurmalso, Dienstag, 14. Dezember 2010, 12:33 Uhr

wenn die frau gattin dann wenigstens öffentlichkeitswirksam verbände wechseln würde oder persönlich anapckt, um den nächsten zinksarg ins flugzeug zu verstauen …
aber so.

weiss man denn, ob es in afghanistan jetzt eine filiale von innocence in danger geben wird?

32) Maren P., Dienstag, 14. Dezember 2010, 13:06 Uhr

@ T.D.
>>Es spricht nun keiner mehr über die Legitimation, die ein Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan hat, sondern nur noch über den Auftritt der Guttenbergs. Damit hat er schon erreicht, dass thematisch anspruchsvolle und wichtige Fragen gar nicht mehr diskutiert werden und hinter der Inszenierung sämtlicher Inhalt zurück tritt.<<

Das ist das eigentliche Problem. Wenn am Donnerstag über die Mandatsverlängerung im Bundestag debattiert wird, erreicht Phoenix gerade mal wieder die Mindestquote …

33) E. Moell, Dienstag, 14. Dezember 2010, 14:40 Uhr

Aua aua aua, es tut zuweilen körperlich weh, manche Kommentare hier lesen zu müssen.

Wer sich einmal die Mühe gemacht hat, mit Soldaten oder Bundespolizisten zu sprechen, die in Afghanistan (oder Bosnien oder dem Kosovo) stationiert waren, der wird ein Urteil immer wieder hören: “Ihr wisst gar nicht, was wir hier leisten. Ihr nehmt uns nur war, wenn wieder ein Kamerad stirbt. Uns fehlt Eure Anerkennung. Wir sind hier, weil uns der Bundestag geschickt hat.”

Ich sehe die Fahrt mit Frau und Kerner als Versuch, den über die Feiertage im eiskalten Afghanistan stationierten Soldatinnen und Soldaten die erhoffte Öffentlichkeit zu verschaffen – und wenn dazu auch eine Talkshow mit einem Dampfplauderer gehört, sei’s drum.

Ist das eigentlich erblich oder anerzogen, daß man bei jedem x-beliebigen Sachverhalt immer die negativste Variante für wahr hält? Wenn Ihr Kritikaster das sagen hättet, würden wir sicher noch immer auf die Erfindung von Feuer und Rad warten…

34) Thomas, Dienstag, 14. Dezember 2010, 15:14 Uhr

So what? Bei den Soldaten kam der Besuch offenbar gut an. Und die Gattin des Ministers bezahlt – laut Bundesregierung – ihre Reisekosten selbst… Dafür m.M. nach ein “Unglücklich, aber kaum der Aufregung wert!” Sie hätte aber auch einige Familien der Soldaten in Deutschland besuchen können!

Guttenberg hätte erkennen müssen, dass der Besuch mit Frau und Gefolge nach hinten losgeht. Das war blauäugig. Seine Reaktion auf die Kritik (“Ich mache, was ich für richtig halte”) klingt kindisch und überheblich und lässt erkennen, dass er seinen Fehler jetzt offenbar erkannt hat und sich ärgert… Alle Berater schon im Urlaub? Dafür von mir ein “Besser nachdenken, Achtung Höhenflug!”

Dass der Minister Talkmaster Johannes B. Kerner mitgenommen hat – das gibt am meisten zu denken… Kerner steht für Küche, Boulevard und Fußball. Wahrscheinlich sagt er noch zu jedem Soldaten “Schön, dass Sie da sind!” Ach.. das tut weh. Dieses Interview hätte Guttenberg zu Hause führen können… dafür mein “Das geht gar nicht!”

Auch wenn am Ende alles Inzenierung war: Jede Sendeminute und jede Zeile über diesen Einsatz ist notwendig. (… vielleicht bis auf Kerner!) Es ist Aufgabe der Medien (und eine Chance), Aktionen wie diese jetzt als Aufhänger für eine weiter- und tiefergehende Berichterstattung über den Einsatz der Soldaten und diesen Konflikt zu nutzen… dafür nach meiner Meinung ein “Dringend notwendig!”

35) adapter, Dienstag, 14. Dezember 2010, 15:51 Uhr

“…Wann ist die mediale Fallhöhe zu Guttenbergs so hoch, dass er nur noch abstürzen kann?…”
bei guttenbergs gibts keine fallhöhe – nur einen preis…den andere zahlen dürfen, über die man aufsteigt.

im ernst – er wird von der gesamten (sich absichtlich bedeckt haltenden ) aristokratie in deutschland auf den “thron” gehoben werden…unumstößlich…unabwendbar.

wenn verschwörungstheorien zur gängigen praxis werden – sollten sich die “gutmenschen” warm anziehen – wenn in einer demokratie gewisse “elemente” eine “seichte” abkehr von der “parlamentarischen demokratie” vorbereiten….um sich aus den “klauen” der bösen EU zu befreien…sollte man sich ernsthaft gedanken machen.

was es mit der rolle deutschlands als ständiger “arschkarten-nehmer” (politisch korrekt als “zahlmeister”) innerhalb der EU auf sich hat….wurde sehr deutlich, denn wie betonte verheugen (EU-kommissar 1999-2010) bei frau illner im ZDF noch so eindringlich::
“dieses ganze projekt europäische einheit ist wegen deutschland notwendig geworden. es geht immer dabei, deutschland einzubinden, damit es nicht zur gefahr wird für andere…….Wenn irgend jemand glaubt,dass das 65 jahre nach kriegsende keine rolle mehr spielt,sind sie vollkommen schief gewickelt…..ich kann ihnen nach 10 jahren brüssel sagen,das spielt jeden tag noch, jeden tag noch eine rolle……”

wir sollen kleingehalten werden….wer weiß, wieviele in der politik dieser strategie folgen, wieviele “getreuen” es in “den medien” gibt, die diesem ziel dienen….der wird verstehen, in welche richtung wir marschieren gelassen werden…

und der wird auch wissen, wann der zeitpunkt reif ist, stehenzubleiben….und sich nicht mehr für dumm verkaufen zu lassen !

36) easysilence, Dienstag, 14. Dezember 2010, 15:54 Uhr

Kerner der “Talkmeister der Herzen”????? Mist, sollte ich schon wieder nen Trend verpasst haben?

37) easysilence, Dienstag, 14. Dezember 2010, 16:02 Uhr

Oh, ich sehe gerade da steht “des Herzens”. Wäre andernfalls auch wirklich etwas beunruhigt gewesen.

38) Peter Christian Nowak, Dienstag, 14. Dezember 2010, 16:16 Uhr

Die Splitterwestchen gegen “Eventualitäten” standen dem blaublütigen Pärchen aber gut…

39) Bob (der Echte), Dienstag, 14. Dezember 2010, 16:44 Uhr

Die Reise hat doch ihren Zweck vollauf erfüllt. Oder wird in den “Qualitäts”-Medien etwa über den zeitgleich veröffentlichten “Fortschritts”-Bericht zum Afghanistaneinsatz diskutiert? Eher kaum. Ist auch besser so, wenn man sich mal den Inhalt des Berichts anschaut. Und über die Planungen zu Guttenbergs, EADS mit weiteren Milliarden für das total missglückte A400M-Projekt zu belohnen fand man auch nur kurz im Spiegel etwas.
Man muss schon Hochachtung vor dieser Reise haben. Aber aus anderen, als den offensichtlichen, Gründen.

40) Hans Hütt, Dienstag, 14. Dezember 2010, 16:50 Uhr

Wie ist der Ausflug mit Hofstaat auf den Hindukusch zu lesen? Was passiert da? Wenn wir Politik als Werben um Zustimmung unter gegenläufigen Bedingungen begreifen, dann können wir die Inszenierung als eine komplexe Operation verstehen, die durch Bilderstrecken, puren Unsinn und melodramatische soundbytes jede Idee von Kritik tilgen, unterpflügen, gegenstandslos macht. Die klassische Idee des Ambivalenzmanagements hält widerstreitenden Gedanken und Gefühlen stand. Die Vernichtung der Ambivalenz aber, ihr Ausradieren erzeugt einen Reinraum, der Kritik in Bakterien, Viren und Schmutzpartikel verwandelt. Zu Guttenbergs genuine Leistung seit Kabinettseintritt im Frühjahr 2009 ist die Verpflanzung des Lotuseffekts in die politische Performanz.

Dieses Rehlein umweht ein aasiger Abglanz – die Bambivalenz des Politischen.
http://www.reden-fuer-eine-neue-welt.de/?p=6307

41) Joschua, Dienstag, 14. Dezember 2010, 21:14 Uhr

lol “medial instrumentalisiert”, “Selbstinszenierung”. Daß ich nit lache!

Als ob der arme Gutti ganz allein dafür gesorgt hätt, daß alle zuhause alles stehn und liegen lassen, um ihm auf Afghanistan zu folgen. Von den Medien her kommt ihm Aufmerksamkeit zu, und wer würde sich nicht geschmeichelt fühlen und bei dem Zirkus einfach mitspielen, wo man noch zum großen Sternchen in der Manege gemacht wird. Der Beitrag von Gutti zu dem ganzen Zirkus halte ich für gering.
Sein Verhalten ist dagegen doch einfach nur menschlich. Komisch ist nur wie das von anderen Seite aufgeblasen wird, denn in der Tat ist der Besuch nicht groß anders wie der vom Köhler von vor einigen Monaten.

42) Atalay, Dienstag, 14. Dezember 2010, 21:56 Uhr

Ja Ja, unser RTL II Minister nebst Gattin plut JB Kerner.

Freut mich, dass Sie, Herr Spreng, den Blender mittlerweile auch als das beschreiben, was er ist.

43) Recht Unbedeutend, Mittwoch, 15. Dezember 2010, 01:32 Uhr

Großartige Beiträge, ein Lesegenuß. Vielen Dank an die Herren (den Namen nach zumindest nur Herren). Vielleicht muß “der Moderator” viele niveaulose Dinge aussortieren, aber es bleiben gute Beiträge übrig.
Guttenberg erreicht eigentlich die notwendige Flughöhe gar nicht, und trotzdem sind sich alle Beobachter einig, daß er für unsere Zukunft eine Rolle spielen wird. Ich würde gerne den Gedanken wieder und wieder betonen, daß dies auch daran liegt, daß er ein Wissen um die Fundamente seines Rückhaltes hat, die den demokratischen Seilschaftskletterern, Quotenkämpfern und Wühlern fehlt. Dieses Muster zeichnet sich für mich immer wieder ab, nachdem ich darauf aufmerksam gemacht wurde. Das einzige was mich tröstet, ist, daß ich immerhin den Eindruck habe, daß Guttenberg im Verhältnis zu seiner Umgebung ein gewisses Potenzial hat. Wenn schon unumgänglich, dann bitte nicht zu schmerzhaft – wir sind durchaus Leid gewohnt, nur die aktuellen Überdosen hauen ja ein Pferd um. Und gerade sein Privatleben sollte er lieber für sich behalten, bis die Aristokratie amtlich ist.

44) Wolfgang Schäfer, Mittwoch, 15. Dezember 2010, 08:17 Uhr

Ich meine, daß die Kritik an dem Besuch von Herrn und Frau Guttenberg in Afghanistan mehr über die Kritiker aussagt als daß sie kritikwürdiges Verhalten aufgreift. Was ich meine, bringt recht gut der Artikel auf dem Blog “Zettels Raum” zum Ausdruck: http://zettelsraum.blogspot.com/

45) Rhein Sieg, Mittwoch, 15. Dezember 2010, 11:38 Uhr

Im Forum von Zettels Raum heißt es als Zusammenfassung “Ein Verteidigungsminister tut das Selbstverständliche. Die Linke empört sich.”

Das bringt die Sichtweise des Autors allerdings auch gut auf den Punkt. Also etwas Beißreflexe von rechts sind da schon im Spiel, oder ? Ist bei dem Verfasser allerdings nicht das erste Mal, dass ich diesen Eindruck hatte. Ich will nicht leugnen, dass z.B. Claudia Roth sich bei Vorwürfen der Selbstinszenierung besser mal stark zurückhalten sollte, aber das ist mir jetzt zwischenzeitlich doch etwas zu schön gefärbt. Er sagt ja selbst dass der von und zu Kriegsminister ein glänzender Selbstdarsteller ist. Dass er sich dann gerade auch in Afghanistan wieder unbedingt inszenieren muss und das mit Kerner im Schlepptau, empfinde ich jedenfalls nicht als “selbstverständlich”. Ich bin ohnehin ehrlich erstaunt, dass das in den Medien überhaupt Wellen schlägt, wo der Mann doch ohne Ende überall in den Himmel gelobt wird und wie selbstverständlich zum (über)nächsten Kanzler ausgerufen wird. Deswegen ist mein Fazit hier: Kritik an dem Herrn von und zu, darf in Zukunft gerne mal etwas öfter geäußert werden. Wobei mir lieber als die Aufregung über seine Selbstinszenierung in Afghanistan, dann doch lieber Reaktionen zu solchen Äußerungen wären:

http://carta.info/35804/guttenbergs-charmanter-imperialismus/

46) vera, Mittwoch, 15. Dezember 2010, 12:35 Uhr

nur zu. diese trapeznummer schau ich mir gerne genüsslich an.

47) nurmalso, Mittwoch, 15. Dezember 2010, 12:39 Uhr

die haus- und hofpostille der guttenbergs, also die zeitung mit den grossen buchstaben, fährt ja schon die gegenoffensive. “75% der leser finden den besuch gut”. ja sehr schön. 75 prozent der blöd-leser befinden sich nicht am hindukusch und beklatschen kt und die “mutige” stephanie. sie soll sich ja sogar nach dem befinden einer handvoll soldatinnen erkundigt haben …

es ist ganz einfach: eine mediale inszenierung wird man als das bezeichnen, was sie ist. nämlich eine mediale inszenierung. und wenn die eben nicht ankommt, kann der guttenberg clan mosern wie er will, da hilft auch der letzte rettungsanker “aber die soldaten sind doch mandatswegen da” nicht viel weiter. ich habe ihnen kein mandat erteilt und würde ihnen auch keines erteilen.

48) ohswe, Mittwoch, 15. Dezember 2010, 12:41 Uhr

Was zu beachten ist:
1. Der schlüpfrige Kommentar des Herrn Gabriel vom Montag (… Katzenberger …) sagt mehr aus über die Verfaßtheit des Geistes des Herrn Siegmar G. als über den kommentierten Sachverhalt.
2. Was soll denn Herr Gabriel mangels Ehefrau auch anders machen, als meckern ?
3. Die zu Guttenbergs haben ´ne ganze Menge dafür getan, dass den Bundesbürgern nochmals klar wird, dass einige von uns Ihr Leben in Asien riskieren.
4. … und Gabriel ? Er wird in diesen Tage die von Schröder, Fischer und Steinmeier begonnene Militär- Politik unter Hinweis auf baldigen Ausstieg für die SP’D beenden.

Guttenberg macht seine Sache gut – jedenfalls besser als denkbare personelle Alternativen. Kommunikation wollen doch alle – verbal und nonverbal … und er macht das … professionell. Siehe Schlagzeile der Bild von heute.

49) Maren P., Mittwoch, 15. Dezember 2010, 13:42 Uhr

Mich stört bei den, wohl tatsächlich überwiegend männlichen Kommentaren, die teilweise völlig überhöhte Bedeutung der Bundeswehrsoldaten in Afghanistan und dann – entsprechend – die zahlreichen Besuche des Verteidigungsministers.
Die Mitglieder der Bundeswehr gehen in Afghanistan ihrer, im Ausland gut, bezahlten Berufstätigkeit nach. Ich respektiere, dass eine Mehrheit des Deutschen Bundestags sie dorthin geschickt hat. Genauso wie ich erwarte, dass der Dienstherr eine den Anforderungen entsprechende Ausrüstung bereitstellt und im Krankheitsfall eine umfassende Fürsorge sicherstellt.
Es wird doch wohl ERNSTHAFT niemand behaupten wollen, die Bundeswehr verteidigte unser Leben hier am Hindukusch? Wenn ich als Soldatin also meine Arbeit mache, dort, wohin ich entsandt werde, kann es mir doch völlig schnurz sein, ob der Verteidigungsminister mal vorbeikommt, ein MdB oder der Wehrbeauftragte?
Müssen wir uns nicht vielmehr fragen, ob der Verteidigungsminister seinen eigentlichen Aufgaben gewachsen ist oder nicht doch eher ein Problemflüchter, der bei der Truppe unterkriecht? Weil er hier groß angekündigte Sparziele trotz Truppenreduzierung nicht erreicht? Weil er keine substantiellen eigenen Beiträge zur strategischen Ausrichtung der Bundeswehr leistet und dem Bundestag vorlegen kann?
Sorry, aber diese Defizite lassen sich doch nicht durch die Begleitung durch sein Frauchen oder einen schwächelnden Talker verbergen. *kicher* Hier in Schleswig-Holstein heißt das Motto: Mehr Sein als Schein. Gut.

50) stefanolix, Mittwoch, 15. Dezember 2010, 13:51 Uhr

Die F.A.Z. hat es gestern so treffend als »Truppentheater« bezeichnet. Dabei sollte man es dann auch belassen 😉

Leider musste man aber auch feststellen, dass die Diskussionskultur immer mehr zu wünschen übrig lässt. Der Kommentar des Pop-Beauftragten Gabriel war (nicht zum ersten Mal) von unterirdischem Niveau …

51) Klaus, Mittwoch, 15. Dezember 2010, 14:06 Uhr

Die rechte Blödzeitung als Messgerät? Das ist mir zu blöd.

52) Peter Christian Nowak, Mittwoch, 15. Dezember 2010, 20:04 Uhr

@moell

Sie. Herr Moell, werden der Leserschaft sicherlich umfassende Aufklärung über Sinn und Zweck des Afghanistaneinsatzes geben können. Schiessen Sie los…wir hören.

53) irreversibel, Mittwoch, 15. Dezember 2010, 23:28 Uhr

@Maren P.:
Full Ack

54) ferenc_i, Donnerstag, 16. Dezember 2010, 12:29 Uhr

Leiber Herr Spreng,

danke für den Kommentar. Bezüglich der Fallhöhe bleibt nur festzustellen, das seine Hochwohlgelaubt (oder wie das auch immer bei den Aristocats heißt) und sin Fru noch lange nicht ohne Fallnetz unterwegs sind, wie andernorts dokumentiert wird (falls Links nicht okay sind hier, bitte ändern… 🙂 ):

http://www.bildblog.de/26282/wir-sind-meinungsfreiheit/

So schnell wird der Georg Schramm Imitator im Ministerrang nicht abtreten oder abgetreten werden.

55) 1ng0, Donnerstag, 16. Dezember 2010, 15:56 Uhr

guttenbergs geheimwaffe

der austausch mit dem taliban
ist fruchtlos meist und schwierig
man bietet menschenrechte an
und er? bleibt harakirig

doch gutti, unser kriegsminister
kann nicht nur volles fürsthaar gelen
nein. nein – ein rechter fuchs, das ist er –
er kann auch kontrahenten quälen

ich warn dich, warlord, lass es sein:
zerbreche schnell den terrorstab
sonst hol ich j.b. kerner rein
der schleimt und grinst dich in dein grab

56) Dongowski, Freitag, 17. Dezember 2010, 10:59 Uhr

@1ng0: Sehr, sehr hübsch!

57) mambo, Samstag, 18. Dezember 2010, 19:47 Uhr

Alls wird gut !
Inzwischen ist auch unsere Kanzlerin in Kunduz eingetroffen,
nachdem sie zuvor wieder den Euro etwas gerettet hat ,
leider ohne Talkmaster. (ich dachte an Thomas Gottschalk ,schade,
“Wetten ,daß” in Kunduz,das hätte Quote gebracht !).
Doch dafür trug sie einen schwarzen Hosenanzug ,sehr elegant und praktisch ,
denn einen Toten gab es auch gleich zu beklagen,
aber Krieg ist nun einmal Krieg,
und auch Trauerfeiern erhöhen die Publicity .

Angela hat die Kampfmoral der Truppe dennoch ganz erheblich gestärkt.
So bleibt zu hoffen ,
daß unsere tapferen Soldaten den Afghanen endlich das Böse austreiben,
und aus ihnen überzeugte Musterdemokraten und Marktwirtschaftler machen.
Spätestens in 10 Jahren wird Afganistan EU-Mitglied und Euroland.
Dazu gibt es keine Alternative !

Deshalb ,nieder mit den vaterlandslosen links/grünen Nestbeschmutzern
und ein vierfaches Hurra auf unsere Kanzlerin !!!

58) Oma Schmitz, Sonntag, 19. Dezember 2010, 12:49 Uhr

Die FDP will bei diesen PR-werthaltigen Reisen nicht länger abseits stehen. Aus gut unterrichteten Quellen hört man, dass auh Herr Brüderle schon nach Kundus unterwegs sei, um den Afghanen zu zeigen, wie man auch ohne Alkohol einen Aufschwung im Promillebereich erzeugen kann.
Als nächster reist dann noch Herr Rösler an, um den Taliban sein Konzept einer Kopf-ab-Pauschale – upss, gibt’s ja da schon…

59) Fassmann, Dienstag, 21. Dezember 2010, 02:09 Uhr

Wie besser als durch diese drei ungelernten Clowns ließe sich spätrömische Dekadenz sonst darstellen?

Irgendwie hat die BRD fertig, finanziell, sozial, moralisch usw.

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