Freitag, 17. Dezember 2010, 14:11 Uhr

The Guttenberg-Show must go on

Zum Ende der dieswöchentlichen Guttenberg-Festspiele ein kleines Resümee:

1. Die zu Guttenbergs verkaufen sich gut. Und das in jeder Hinsicht: sie verkaufen sich selbst gut und sie lassen sich gut verkaufen.

Zwischen den Medien und zu Guttenberg gibt es nach wie vor eine Win-Win-Situation, eine Komplizenschaft zu beider Nutzen. Magazintitel mit zu Guttenberg und Boulevard-Titelseiten mit seiner Frau bringen Auflage. Auf jeden Fall mehr als Prinz Harry oder Rainer Brüderle. Solange das so bleibt, ist von dem Teil der Medien, der vom Einzelverkauf und Einschaltquoten abhängig ist, kaum Kritik zu erwarten. Im Gegenteil: BILD, Focus, Bunte und viele andere werden zu Guttenberg und seine Frau Stefanie allein schon aus wirtschaftlichen Gründen immer wieder verteidigen und glorifizieren. Das wird sich erst ändern, wenn das Publikum der Guttenberg-Show müde wird und nach neuen Titelhelden ruft.

Praktisch: Focus-Chefredakteur Wolfram Weimer konnte für seine Guttenberg-Hagiographie im neuesten Heft (“Mann des Jahres 2010”) seine alte Laudatio wiederverwenden, die er vor einem Jahr gehalten hatte, als zu Guttenberg den Politikaward als “Politiker des Jahres 2009” erhielt.

 2. Zu Guttenberg ist wieder einmal davongekommen.

Der Minister muss aber künftig vorsichtiger mit seinen Selbstinszenierungen sein. Zum ersten mal gab es Kritik vom Koalitionspartner FDP und sogar aus Reihen der CSU.

3. SPD-Chef Sigmar Gabriel hat sich mit seiner unterirdischen Einlassung (“Es fehlt nur Frau Katzenberger”) mal wieder selbst ins Knie geschossen und zu Guttenberg genutzt.

4. Verlierer sind die deutschen Soldaten in Afghanistan.

Von den Soldaten war in dieser Woche am wenigsten die Rede.Sie waren nur die Kulisse für das Ehepaar zu Guttenberg. In BILD hatten sie nur noch die Funktion, mit Kurzstellungnahmen Stefanie zu Guttenberg “gutt” zu finden. Bei “Kerner”, der ersten “embedded Talkshow”, kamen zwar die Soldaten mit ihren Kriegstraumatisierungen zu Wort, das wollten trotz aller Werbung aber nur eine Million Zuschauer sehen. Wahrscheinlich deshalb, weil Stefanie zu Guttenberg fehlte.

Vorerst gilt: The Guttenberg-Show must go on.

P.S. Meine Kritik ändert nichts daran, dass ich zu Guttenberg unverändert für einen respektablen Politiker halte, der mit der Bundeswehrreform gerade seine Meisterprüfung ablegt. Mich stört nur die penetrante Guttenberg-Show, die immer wieder die Sache überlagert. Guttenberg als Medienprofi hätte wissen müssen, dass die Mitreise seiner Frau ins Kriegsgebiet die Soldaten zur Staffage macht.

Sie können Ihren eigenen Kommentar weiter unten abgeben.

29 Kommentare

1) dissenter, Freitag, 17. Dezember 2010, 14:47 Uhr

Was soll denn da noch respektabel sein?

Kurz und knapp, Herr Spreng: Wer mit Ehefrau und handverlesenem Talkshow-Moderator zwecks Beförderung der eigenen Karriere durchs Kriegsgebiet tingelt, der hat sich für sein Amt charakterlich disqualifiziert. In Afghanistan wird getötet, weil dort “unsere Sicherheit” verteidigt wird, und der zuständige Minister benimmt sich, als wäre er auf dem Times Square! DAS ist unterirdisch, nicht das hilflose Gestammel Ihrer Majestät untertänigster Opposition!
Sie, der Sie an anderer Stelle gern nach Anstand in der Politik rufen, sollten sich nicht zu schade sein, das genau so zu sehen und zu benennen.

2) Dietmar Lang, Freitag, 17. Dezember 2010, 14:57 Uhr

Ich betrachte diese Aktion als ein Ausloten seiner medialen Fallhöhe.

Ein bisschen Schelte aus den eigenen Reihen, der Koalition und den Leitartikeln der “seriösen” Medien ist zu verkraften. Das Thema (“mediale Inszenierung”, nicht der Afghanistaneinsatz) ist letztlich belanglos, hält aber die Kritik von substanziellerem fern. Brotkrumen für die Kritiker, eine kleine Sollbruchstelle auf dem Weg nach oben.

Wenn zu Guttenberg nicht zwischendurch etwas Kritik überwettert, wird der Sturm ganz oben umso stärker.

3) Alexander, Freitag, 17. Dezember 2010, 15:26 Uhr

Naja, Ihre Stellungnahme hier und in der Frankfurter Rundschau in Ehren, aber die Reformen, die zu Guttenberg vorantreibt, sind – so richtig und notwendig sie sind – erst ganz am Anfang. Fehler analysieren und Pläne vorlegen kann jeder, aber konsequent und mit langem Atem umsetzen? Über eine bestandene Meisterprüfung können wir frühestens in drei Jahren sprechen.

4) Horst Schmidt, Freitag, 17. Dezember 2010, 15:42 Uhr

Nur kurz.
Welch ein Satz:
“Verlierer sind die deutschen Soldaten in Afghanistan”

Nun Soldaten sind immer Verlierer. Egal wo sie kämpfen, wofür sie kämpfen.. Instrumentalisiert wurden sie in nahen Neuzeit schon immer.

Wie Sie allerdings auf diese Einschätzung, Bewertung kommen, hier handele es um einen “respektablen Politiker” erschließt sich mir nicht . Denn wäre er es, dann hätte er sich solch einen Auftritt und die davor erspart.

5) Doktor Hong, Freitag, 17. Dezember 2010, 15:49 Uhr

Können wir nicht einmal wieder eine Riege von Politikern haben, die neben der berufsüblichen narzisstischen Persönlichkeitsstörung auch ein Fundament an historischer, philosophischer und moralischer Bildung haben und die es schaffen, Leute mit richtiger, belastbarer Sachkenntnis in die richtigen Ministerialstellen zu holen?

Langsam geht mir die Debatte so richtig auf den Sack. Tausende Soldaten müssen am Hindukusch ihre Knochen hinhalten und hier wird über den Auftritt Stephanies und Kerner gesabbelt.

Ich frage mich, welche Prioritäten die hiesige Journaille hat. Ist das in Afghanistan nur ein Kinderspiel für die?

Personen öffentlichen Lebens sind Vorbilder, ob sie es wollen oder nicht. Wenn diese sich korrupt verhalten, korrumpieren sie die ganze Gesellschaft.

6) Hans Czinzoll, Freitag, 17. Dezember 2010, 16:08 Uhr

So gerne es mir leid tut. Das “Meisterstück” dieser Medienfigur ist eine Feder vom Hut der FDP.

7) Olaf, Freitag, 17. Dezember 2010, 16:39 Uhr

Sie suggerieren, Guttenberg hätte nicht gewusst, dass die Soldaten zur Staffage werden. Ich halte ihn intelligenter: Er wusste es und es war ihm egal.

Rein karrieretechnisch betrachtet macht Guttenberg alles richtig.

Ich habe die Show mit Kerner und Guttenberg gesehen. Und auch wenn das “nur” eine Million andere Menschen getan haben: Es gab eine Bundestagswahl, bei der ging es um 6000 Stimmen. Ich kann also gut verstehen, dass Guttenberg die Gelegenheit nicht ausgelassen hat, vor einer Million Menschen ungestört Propaganda für den Afghanistan-Einsatz, vor allem aber für sich selbst zu betreiben. Zum Glück für ihn hat ihn niemand, etwa ein Journalist, dabei gestört. Im Gegenteil war sogar mit Johannes “Herr Minister…” Kerner ein eigener Stichwortgeber mitgekommen.

Wenn die tonangebenden Medienunternehmen es wollen, dann wird Guttenberg Kanzler. Und es sieht sehr danach aus, dass sie es wollen. Vielleicht 2013 schon.

8) Frank Reichelt, Freitag, 17. Dezember 2010, 16:49 Uhr

Ich stimme ihrem Resümee in allen Punkten zu.
Die Boulevardpresse wird die zu Guttenbergs auch in Zukunft feiern, fragt sich nur, ob ihm das langfristig politisch nützt.
Der große Verlierer ist jedoch Herr Kerner. Er hat sich journalistisch selbst entleibt und sich zum Guttenbergschen Hofberichterstatter degradiert.
Ich weiß jetzt schon, wer zu Guttenbergs Regierungssprecher wird, sollte er tatsächlich Kanzler werden!

9) HarryHIII, Freitag, 17. Dezember 2010, 17:28 Uhr

Ja, so ist das halt, wenn man, wie die Guttenbergs, in einem Paralleluniversum lebt: dann ist man eben halt kein Volksvertreter, sondern ein Medienprofi.

Nach dem Motto, wie gestalte ich mir mein Großgrundbesitzer- und Adels-Milieu selbst – sozusagen aus der Not heraus geboren, gerade wenn die entsprechenden Zeiten eigentlich obsolet sind oder es zumindest sein sollten.

10) HarryHIII, Freitag, 17. Dezember 2010, 17:35 Uhr

Wenn man Bundesminister ist, sollte man dann nicht nur Meister sein, sondern vielmehr ein gestandener Betriebsleiter?

Ich erwarte von einem Bundesminister nicht, dass er sich noch während seiner Amtsausführung von Prüfung zu Prüfung hangelt. Ich erwarte von einem Bundesminister, dass er sich seiner Verantwortung in vollem Umfang bewusst ist – und dass er alle seine Meisterprüfungen bereits hinter sich hat.

11) StefanP, Freitag, 17. Dezember 2010, 17:54 Uhr

Es geht um die Zukunft des Euro, die Klärung der Führungsfrage in der FDP steht möglicherweise an, bei der Neuregelung von Hartz-IV wird der Vermittlungsausschuss angerufen – aber hier folgt der x-te Beitrag über den vom Boulevard geliebten Minister zu Guttenberg. Kopfschüttel…

12) Don Corleone, Freitag, 17. Dezember 2010, 18:00 Uhr

“Unter den Blinden ist der Einäugige König”, sagt ein altes Sprichwort; aber es wird zu Guttenberg nicht gerecht. Denn dieser Mann lebt nicht nur von der graugesichtigen, miesepetrigen und generell zum Gähnen langweiligen Mittelmäßigkeit unserer politischen Kaste, von der er sich erfrischend unterscheidet. Anders als diese Schlaftabletten, deren Arbeitskraft auf dem freien Markt unvermittelbar wäre und die Politik nicht als Anliegen oder gar Mission, sondern als Broterwerb betrachten, hat zu Guttenberg Qualitäten, die der Bürger seit langem schmerzlich vermisst …

(1) Er kommt ohne das übliche, nichtssagende Geschwurbel und die sich nach allen Seiten absichernden Schachtelsätze aus, die niemand versteht.
(2) Er beherrscht (nicht nur) die deutsche Sprache so klar, souverän und elegant, dass jedermann ihn auf Anhieb versteht. Vor allem hat er gelernt, was kein Rhetorik-Schnellsiederkurs, sondern nur eine solide, altmodische Kinderstube lehren kann: nur das zu sagen, wofür man auch morgen und übermorgen noch einstehen kann.
(3) Er lässt sich nicht verbiegen oder einschüchtern; er hat keine Angst vor Untergriffen und Schlammschlachten, die in der Szene tagtäglich stattfinden. Dreck wie Gabriels primitive Sprechblasen perlt an ihm einfach ab — und stärkt seine Position, auch ohne dass er den rundlichen Niedersachsen auch nur zu erwähnen braucht.
(4) Er ist integer; er braucht die Politik nicht, um zu überleben; auch nicht lukrative Lobbyisten-Jobs in der Zeit danach. Wir wissen, dass er den Bettel sofort hinschmeißen wird, sobald die üblichen Dolche, traditionell aus den eigenen Reihen, hinter seinem Rücken gezückt werden.
(5) Er hat eindeutige Kanzler-Qualitäten, weiß aber, dass er sich noch ein wenig gedulden muss.
(6) Außer ihm ist niemand in Sicht, der (oder die) der peinlich angepassten Beliebigkeit von CSU & CDU ein Ende setzen, liberal-konservativer Haltung eine gültige Identität verleihen und die davongelaufene Jugend wieder zu überzeugen vermag.

Und so weiter. Dass er seine Frau nach Afghanistan mitgenommen hat, sei ein billiges Spiel für die Kulisse gewesen? Ich seh’ das anders. Sie hat nicht die Soldaten “zur Staffage gemacht”, wie Sie schreiben, sondern sich mit Soldatinnen zu intensiven Gesprächen zusammengesetzt, von Frau zu Frau. Was ist daran so verwerflich, Herr Spreng?

13) Erster Karl, Freitag, 17. Dezember 2010, 19:22 Uhr

Ich frage mich ernsthaft, ob für den Baron der Krieg vielleicht tatsächlich nicht viel mehr als eine
Spielshow ist und er ihr Moderator.
Und als medialen Höhepunkt zeichnet Kerner mitten im Kampfgebiet noch eine Talk Show auf, um
unseren tapferen Soldaten das Verständnis für ihren schweren dem Vaterland dienenden Dienst zu
bekunden
Sieht man die Fotos vom Baron und seiner Freifrau in Afghanistan , dann kann ich diesen Besuch keinesfalls großartig finden .Mir fehlt der Glaube darin eine Sympathiebekundung an unsere Soldaten erkennen zu können. Ich sehe immer nur ein Promi Paar, dass sich vor afghanischer Kulisse, umringt von soldatischen Statisten, medienwirksam in Szene setzt.
Und wenn ich noch die Zustimmung für eine solche Show von Mitbürgern höre, vergeht mir der
Gedanke an ein friedliches Weinachtfest in dieser Bundesrepublik

14) Howie Munson, Freitag, 17. Dezember 2010, 19:29 Uhr

**** Zwischen den Medien und zu Guttenberg gibt es nach wie vor eine Win-Win-Situation, eine Komplizenschaft zu beider Nutzen. (…) Solange das so bleibt, ist von dem Teil der Medien, der vom Einzelverkauf und Einschaltquoten abhängig ist, kaum Kritik zu erwarten. *****
Bei Kerner war es aber eher Loss-Loss…

http://www.dwdl.de/story/29415/kerner_geht_mit_seiner_guttenbergshow_unter/
******Damit gehörte die Guttenberg-Show zu den schwächsten Ausgaben von “Kerner” überhaupt.******

15) Erika, Freitag, 17. Dezember 2010, 20:54 Uhr

“der mit der Bundeswehrreform gerade seine Meisterprüfung ablegt”

Wenn man eine solche Reform macht, wäre es da nicht sinnvoll zunächst einmal zu diskuttieren, was die Bundeswehr in Zukunft leisten soll und wenn man das weiß, wieviel und welche Bediensteten man dafür braucht? Zur Zeit kommt es mir so vor, als werde die Soldatenzahl ziemlich willkürlich auf 185.000 herabgesetzt.

An der Aussetzung der Wehrpflicht wäre er wohl auf Dauer nicht vorbeigekommen, da die derzeitige Praxis kaum mehr mit dem Gleichbehandlungsgrundsatz zu vereinbaren ist. Nichtsdestotrotz finde ich es verdienstvoll, dass Herr zu Guttenberg sich diesbezüglich in seiner Partei durchsetzen konnte.

16) irreversibel, Freitag, 17. Dezember 2010, 21:31 Uhr

” Tausende Soldaten müssen am Hindukusch ihre Knochen hinhalten und hier wird über den Auftritt Stephanies und Kerner gesabbelt.”

Habe ich irgendwas verpasst? Soweit mir bekannt ist “muss” kein deutscher Soldat diese Arbeit machen (um mal von pathetischen Phrasen wie “Knochen hinhalten” wegzukommen), sondern er/sie hat sich freiwillig für diesen Beruf entschieden und wird dafür im Ernstfall mit Zulagen belohnt. Das ist auch richtig so aber dann besteht einfach kein Anlass diese Leute zum Opfer zu stilisieren. Wenn sich erwachsene & über die Risiken informierte Menschen aus freien Stücken für diesen Job entscheiden muss ich sie nicht noch bedauern. Jeder Deutsche, der dort ist, ist es freiwillig – im Gegensatz zu den vielen unbeteiligten Opfern unter der Zivilbevölkerung. Wenn schon jemand Mitleid verdient dann sind es diese Leute.

17) Jan, Freitag, 17. Dezember 2010, 23:37 Uhr

Volle Zustimmung für den Teil vor dem PS. Absolut treffende Analyse.

Aber dem PS kann ich so gar nicht zustimmen. Herr Guttenberg ist vieles, aber respektabel sicherlich nicht mehr.

Der Kurztrip mit Frau und Hofberichterstatter hat ihn m.E. nur endgültig als den rücksichtslosen, egozentrischen Selbstdarsteller enttarnt, der er offenkundig ist.
Ich glaube, Guttenberg ist sich sehr genau darüber im Klaren, wie gute Quoten er den Medien mit seinen Shows liefert… und ich glaube, er liefert die Shows ganz bewusst. Die Soldaten waren nur ein Instrument seiner Selbstdarstellung.

Menschen, die stellvertretend für unser Land ihren Ar*** hinhalten und permanent mit der Gefahr leben müssen, in die Luft zu fliegen, hätten etwas besseres verdient als von einem widerlichen Populisten instrumentalisiert zu werden.

18) Nofate, Samstag, 18. Dezember 2010, 03:25 Uhr

Die Reform der Bundeswehr soll eine “Meisterprüfung” sein? Die Abschaffung derselben wäre in meinen Augen eine, die man so nennen könnte. Das würde diesem Land am meisten nutzen.
Stattdessen wird die Wehrpflicht abgeschafft und damit die Bundeswehr durch die Umgestaltung in eine Berufsarmee dem Einfluss des Volkes gänzlich entzogen. Eine solche BW, die nach dem Willen der Innenminister auch im Inneren eingesetzt werden soll, ist ein willfähriges Machtinstrument, wenn das Volk den Aufstand probt.
Nebenbei werden die Kosten für Rüstung und Militär steigen und der durchschnittliche IQ der Soldaten sinken…

Nein, Herr Guttenberg ist, abseits seiner zweifellos großen sprachlichen Kompetenzen, ebensowenig für Deutschland nützlich wie seine Frau mit ihrer dümmlichen Selbstinszenierung in Tatort Internet. Viel heiße Luft und Demagogie und den Schaden haben andere.

19) Gregor Keuschnig, Samstag, 18. Dezember 2010, 09:22 Uhr

StefanP hat recht. Man sollte sich wichtigeren Themen zuwenden. Die Guttenberg-Beschimpfung in den Kommentaren hier ist genauso langweilig wie die Hymnen in der BILD. Und intellektuell fast durchgängig auf dem gleichen Niveau.

20) marcpool, Samstag, 18. Dezember 2010, 10:00 Uhr

“Guttenberg als Medienprofi hätte wissen müssen, dass die Mitreise seiner Frau ins Kriegsgebiet ……”

Das wusste er ja auch ! Er hat das genau so gewollt.

Und die Presse schenkt dem ” Hern Minister ” zu viel Aufmerksamkeit in Wort und Bilder. Leider auch Sie Herr Spreng. Der zweite Kommentar zu diesem Thema – überflüssig. – Ich finde der Minister hat gegen seine Fürsorgepflicht verstossen, wenn er Privatpersonen ins ” sogenannte Kriegsgebiet ” mitnimmt, und so tut als sei es das kommende Touristenziel. Dem Thema Afghanistan tut dies nicht gut. Und der seriösen Debatte hierzu auch nicht.
Vielleicht war der mediale Besuch auch ein Punkt im ” Fortschrittsbericht” unseres verehrten Aussenminister – obwohl dort eher nur von mehr oder weniger ” Gescheitertem” die Rede ist.

21) armerMoldavier, Samstag, 18. Dezember 2010, 10:24 Uhr

Scheint wichtig vor Weihnachten in Kundus zu sein.

Merkel mit Guttenberg im Schlepptau ist auch dort.
http://www.n-tv.de/politik/Merkel-spricht-von-Krieg-article2180206.html

Ich vermisse Kerner.

Fröhliche Weihnachten

22) reinhard, Samstag, 18. Dezember 2010, 12:01 Uhr

Zu Thema Gabriel: Leserbrief zweier Soldaten (Stützpunkt Masar-i-Sharif) in der heutigen SZ: “Was glaubt Herr Gabriel eigentlich, wer wir sind? Notgeile abgehalfterte Männer und Frauen, die am Rande der Gesellschaft stehen und so etwas nötig haben (…) Frauen sabbernderweise anzustarren. ” Man sieht also: Gabriel hat es mit seiner Bemerkung über Katzenberger in der Tat wieder einmal geschafft, die Debatte in die vollkommen falsche Richtung zu lenken. Zum Glück für die SPD ist Steinmeier wieder da!

23) Benjamin, Samstag, 18. Dezember 2010, 14:12 Uhr

Guter Kommentar, Herr Spreng. Nur: Ich fand Gabriels Aussage auch nicht passend – die Zuspitzung drückt aber durchaus etwas aus, was man bei Guttenberg beobachten kann: Royal-Glamor als Selbstinszenierung in sehr gekonnter Weise (die Win-Win Situation haben Sie gut beschrieben), darüber täuschen auch die Einspieler der Soldaten nicht hinweg. Und damit man mich richtig versteht: ich kritisiere das nicht als Affront gegenüber den Soldaten, die unser Parlament dorthin geschickt hat und die in einer mehr als schwierigen Situation ihren Kopf riskieren müssen und teilweise kaum noch aus den befestigten Camps kommen. Und ich denke auch, dass Guttenberg das Wohl der ihm unterstellten Soldaten nicht einfach egal ist und dass er sich durchaus Gedanken um neue Konzepte macht.

Dennoch: Die Guttenberg-Show, mit einem meist sympathischen und eloquenten Mann und einer etwas zu sehr in den Vordergrund geschobenen schönen und klugen Ehefrau (deren Kinder-Hilfsprojekt bisweilen aber dubios erscheint), ist für mich einfach “too much”. Was seine Reformpläne der Bundeswehr betrifft, die ich gut finde, heißt es abwarten. Oder wie der Spiegel schreibt: mal sehen, welche Regeln für den Herrn Baron gelten, siehe http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,735397,00.html

24) C, Clocke, Samstag, 18. Dezember 2010, 15:46 Uhr

“Meisterprüfung” Bundeswehrreform ?

In jedem normalen Unternehmen gibt es ab und an Zeiten, in denen es sich neu organisieren muss, um am Markt weiter zu bestehen. Da spricht keiner von Reform, das ist eine Reorganisation oder Umstrukturierung.

Das gleiche macht zur Zeit die Bundeswehr durch, nur mit einem kleinen Unterschied. Wenn die Umorganisation nicht klappt, gibt es keine Insolvenz. Das heißt, wie bei so vielen Dingen im politischen Raum kann jede beliebige Lösung zum Erfolg hochstilisiert werden. In so fern ist die Guttenbergsche Bundeswehrreform schon heute qua Definition ein Erfolg. Also nichts mit Meisterprüfung.

25) Doktor Hong, Samstag, 18. Dezember 2010, 18:40 Uhr

@ irreversibel

Ob der Bundeswehreinsatz in Afghanistan richtig und sinnvoll ist, ist eine andere Frage, die ich hier nicht erörtern möchte. Zumindest habe ich meine Zweifel, dass die gesteckten politischen Ziele auf diese Weise erreicht werden können.

Nun, natürlich ist es richtig, dass in Afghanistan nur Freiwillige dienen. Sie haben sich bewusst entschieden – heißt das, dass sie dadurch ein Recht auf faire Behandlung verwirkt haben?

Genauso können Sie argumentieren, dass ein Raumpfleger oder ein Mensch, der bei der Stadtreinigung arbeitet, sich ja frei entschieden habe und es deswegen in Ordnung sei, rücksichtslos alles zu verdrecken.

Sie können argumentieren, dass der französische Gendarm, der 1998 während der WM von deutschen Hooligans zum Schwerbehinderten geprügelt worden ist, sich ja frei entschieden hatte, Gendarm zu werden und sein Schicksal deswegen in Ordnung sei.

Es wird argumentiert, dass Hartz-IV Empfänger sich frei dazu entscheiden, oder zumindest etwas falsch gemacht hätten und somit selber schuld seien, und darauf gründet sich auch die Verachtung der anderen Gesellschaftsschichten für Hartz-IV-Empfänger.

Die Bundeswehr-Angehörigen, die in Afghanistan dienen, sind dort freiwillig. Also ist es in Ordnung, dass ein ehrgeiziger Verteidigungsminister sich auf deren Kosten politisch zu profilieren versucht?

Ich kann mich dieser Argumentationsweise nicht anschließen, tut mir leid.

26) M.M., Sonntag, 19. Dezember 2010, 07:46 Uhr

Was haben sie gegen seine Frau? – Ich finde für die Soldatinnen und Soldaten ist eher Herr Kerner das Problem.

27) Todd, Sonntag, 19. Dezember 2010, 10:02 Uhr

http://www.bild.de/BILD/politik/2010/12/13/stephanie-zu-guttenberg-in-afghanistan/deutschlands-mutigste-frau.html

Die Bild feiert Frau Guttenberg. Sie ist die mutigste Baronin Deutschlands!

Ich würde es eher umgekehrt sehen. Sie ist nicht mutig. Sie kann sicher sein, dass ihr in Afghanistan nichts passieren wird (im Gegensatz zu den Soldaten im Einsatz).Ihr Besuch trivialisiert viel mehr die Brisanz der Afghanistan-Mission unter dem Motto: “Wenn die Freifrau sich mit dem Hubschrauber über Afhganistan fliegen lässt, dann wird es wohl nicht so gefährlich sein”.

28) Jürgen Huber, Montag, 20. Dezember 2010, 14:34 Uhr

Spreng — ein überheblicher Dummschwätzer der alles weiss und dem keiner ( Guttenberg ) etwas recht machen kann.
Ein gescheiterter Wahlkampfmanager und Profilneurotiker den keiner mehr ernst nimmt — deshalb schlägt
er verbal um sich wie ein angeschlagener Boxer.

J.huber

29) JohannRoth, Samstag, 01. Januar 2011, 10:16 Uhr

Gewinner sind die Soldaten, die Afghanen, die Medien und zuletzt vielleciht auch noch zu Guttenberg.
Verlierer die Taliban.
Also eine win, win, win,win, looser Situation.
MfG

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