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Montag, 27. Dezember 2010, 12:42 Uhr

Verstörende Autogrammwünsche

Zu meinen verstörendsten Erlebnissen gehören Autogrammwünsche. Solche Ansinnen sind einem Journalisten völlig fremd. Zu meiner Zeit als Edmunds Stoibers Wahlkampfmanager kamen fast täglich Anfragen nach einem Foto mit Autogramm - mit frankierter Rückantwort.

Meine Mitarbeiter rieten mir, Autogrammkarten drucken zu lassen. In diese Falle ging ich allerdings nicht. Dies wäre mir in der CDU/CSU als beginnende Hybris ausgelegt worden. Meist hielt ich es so wie auch noch heute, wenn nach einer Talkshow gelegentlich Sammler-Anfragen kommen: ich schreibe einen freundlichen Absagebrief, in dem ich darlege, dass ich für Autogrammwünsche nicht wichtig genug bin. So kommt der Empfänger wenigstens zu meiner Unterschrift.

Noch verstörender war 2002 der CSU-Aschermittwoch in Passau: dutzende Besucher wollten meine Unterschrift auf dem “Bayernkurier”. 

Einen besonderen Fan hatte ich in meiner Stoiber-Zeit auch: eine Frau schickte mir wunderbare selbstgefertigte, edelholzumhüllte Füllfederhalter und Kugelschreiber. Ich besitze sie noch heute. Die freundliche Dame erhielt eine Einladung zum Wahlabend ins Adenauer-Haus, der aber bekanntermaßen nach Stoibers voreiligem Ausruf “Ich werde heute ein Glas Sekt öffnen” auch für sie enttäuschend endete.

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3 Kommentare

1) Torben, Montag, 27. Dezember 2010, 13:13 Uhr

Ja, das gehört zu den Merkwürdigkeiten, die Berufspolitiker erleben (bin keiner ;) ): Jeder kleine Landtagsabgeordnete erhält Autogrammanfragen – und die Sammler spekulieren wohl darauf, dass die Leute eines Tages berühmt und die Karten als “Jugendwerke” wertvoll werden. Ich habe meine Zweifel an dem Geschäftsmodell …

2) Dieter Carstensen, Montag, 27. Dezember 2010, 19:16 Uhr

Lieber Michael Spreng,

Sie waren scheinbar immer auf den falschen Parteitagen, hihihi.

Bei den Grünen, der SPD und den Linken hätte sie, als ehemaligen BILD Kolumnisten bestimmt niemand um ein Autogramm gefragt.

Bei den Grünen hätte man zu Ihnen gesagt: “Klar Alter, schon OK, daß Du von der Presse bist, nehme Dir dahinten ein paar Sonnenblumensamentüten für Deinen Garten mit, die Renate hat gleich Zeit für Dich und sagt Dir, wie das mit dem Eintopfen geht.”

Bei der SPD hätte man zu Ihnen gesagt:”Klar Alter, schon OK, daß Du von der Presse bist, nehme Dir dahinten ne Bockwurscht und Kartoffelsalat, der Gerhard hat gleich Zeit für ne Flasche Bier mit Dir.”

Bei der Linken hätte man zu Ihnen gesagt:”Klar Alter, schon OK, daß Du von der Presse bist, tu erst mal was in die Kasse, Sozialimus für Alle, dann darfst Du auch ne Tasse Kaffee aus der Thermoskanne schöpfen. Der Oskar hat gleich Zeit für Dich und erklärt Dir, warum Du unbdingt ein rotes Halstuch brauchst.”

Schade, daß Sie sich diese Parteitage entgehen lassen haben …

Spassige Grüße,

Ihr treuer Leser Dieter Carstensen

3) FH, Donnerstag, 30. Dezember 2010, 19:37 Uhr

Genau … “Klar, Alter” … so redet man dort …

Spaßige Grüße – FH

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