Sonntag, 02. Januar 2011, 23:45 Uhr

Die Brennnessel-Strafe

Ungewöhnliche Erziehungsmethoden herrschten im Hause des niedersächsischen CDU- Ministerpräsidenten Ernst Albrecht, der von 1976 bis 1990 in Hannover regierte. Er ist der Vater von Arbeitsministerin Ursula von der Leyen.

In den 70er Jahren machte BILD eine Umfrage bei prominenten Eltern, wie sie ihre Kinder bestrafen. Dabei enthüllte Heide Adele Albrecht, Mutter von sieben Kindern, eine besonders drastische Strafe. Sie schickte ihren Sohn Harald ohne Handschuhe in den Wald, einen Strauß Brennnesseln zu pflücken, weil er an einem Schulausflug nicht teilnehmen wollte. Er kam mit dicken roten Fingern zurück. Sie erzählte dies der BILD-Reporterin voller Naivität, offenbar deshalb, weil sie diese Art der Bestrafung nicht anstößig fand.

Der Bericht erregte natürlich Aufsehen, führte zu öffentlicher Kritik und munitionierte die damalige SPD-Opposition. Ob Urusula von der Leyen auch von diesen Erziehungsmaßnahmen  betroffen war, ist nicht bekannt.

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6 Kommentare

1) Victor, Montag, 03. Januar 2011, 09:29 Uhr

Abgesehen davon das solche Erziehungsmethoden an Abartigkeit nicht mehr zu unterbieten sind, ist mir nicht ganz klar worauf sie eigentlich abzielen.

2) bee, Montag, 03. Januar 2011, 15:00 Uhr

Die psychopathologischen Züge im Verhalten dieser religiösen Fanatikerin herauszuarbeiten ist eine Fingerübung; mit erniedrigenden Strafen bei geringstem Anlass zu arbeiten, um sich dann als personifizierte Barmherzigkeit aufzuspielen, die nur Gottes Wille ausführt, das passt perfekt zum Hartz-IV-System und zu dessen evangelikaler Unterfütterung.

http://www.heise.de/tp/r4/artikel/30/30290/1.html

3) sleeksorrow, Montag, 03. Januar 2011, 15:05 Uhr

@Victor

Das Ziel war es, den Willen des Kindes gewaltsam zu brechen, so daß aus Angst vor Schmerzen zukünftig weitere Anweisungen, egal welcher anscheinend geringen Tragweite, ohne jede Diskussion akzeptiert werden.

Denkspiel: Ersetze Mutter mit Regierung, Kind mit Bürger und 70er Jahre mit Heute.

4) dissenter, Montag, 03. Januar 2011, 18:43 Uhr

Als 1994 Roman Herzog zum Ruck-Präsidenten gewählt worden war und die Medien es als ihre patriotische Pflicht ansahen, dem Volke sein – bis dato weitgehend unbekanntes – künftiges Oberhaupt vorzustellen, war zu lesen, dass Herzog seinen Söhnen bei Gelegenheit ein paar Ohrfeigen verabreicht habe und dies als ein probates Mittel der Erziehung ansehe.

Seitdem ist mir ein Stück klarer, was von unseren sogenannten Eliten zu halten ist.

5) Naja, Dienstag, 04. Januar 2011, 13:18 Uhr

Da hilft uns mal wieder ein Blick auf die aktuelle Situation in Europa und den USA:

http://de.wikipedia.org/wiki/Z%C3%BCchtigungsrecht

Ferner noch ein Zitat aus dem Wikipediaartikel:
„In der Bundesrepublik Deutschland bestand bis längstens 1973 ein Züchtigungsrecht für Lehrkräfte an Schulen gegenüber den ihnen zur Erziehung anvertrauten Schülern“

Man sollte also die damalige Zeit (70er Jahre) berücksichtigen und keine „Denkspiele“ anstellen.

6) Weideschaf, Donnerstag, 06. Januar 2011, 11:59 Uhr

Jegliche Überlegungen in dieser Hinsicht verbieten sich, erstens weil vdL nicht rot ist sondern schwarz und weil auf bundesdeutschen Ämtern keine Brennesseln wachsen. Die sind nämlich ein guter Anzeiger für fruchtbaren Boden. Grüße

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