Sonntag, 16. Januar 2011, 12:23 Uhr

Lehrstück über Glaubwürdigkeit

Die Auseinandersetzung zwischen den Ministern Westerwelle und zu Guttenberg über einen Termin für den Beginn des Afghanistan-Abzuges ist ein spannendes Lehrstück. Ein Lehrstück über die Bedeutung der Glaubwürdigkeit in der Politik, über Popularität und Populismus. Und eine weniger eindrucksvolle Studie über Arroganz des Beliebten gegenüber einem Unbeliebten.

Eigentlich hat Guido Westerwelle ein Siegerthema. Die Deutschen wollen, dafür sprechen alle Umfragen, dass die deutschen Soldaten so schnell wie möglich wieder aus dem unpopulären Krieg in Afghanistan nach Hause kommen. Er vertritt also die vermeintlich populäre Position, wenn er fordert, der Abzug müsse Ende 2011 beginnen. Und er hat durchgesetzt, dass der Termin im Beschluss zur Verlängerung des Afghanistan-Mandates steht.

Verteidigungsminster zu Guttenberg dagegen vertritt die vermeintlich unpopuläre Position. Er will sich nicht auf einen Abzugstermin festlegen. Terminankündigungen sind ihm “wurscht”, wie er burschikos sagt. Er warnt vor einem “leichtfertigen Abzug”. Er will Soldaten erst dann abziehen, wenn es die Lage erlaube und wenn dadurch nicht die anderen deutschen Soldaten gefährdet würden.

Eigentlich müsste Westerwelles Position zu einem Popularitätsschub für den angeschlagenen Außenminister führen. Das hat er sich wahrscheinlich auch so gedacht. Aber nichts passiert. Im Gegenteil: der Verteidigungsminster, der nicht zum westerwellschen Populismus bereit ist, bleibt Deutschlands beliebtester Minster, Westerwelle der Unbeliebteste. Und da kommt die Glaubwürdigkeit ins Spiel, eine Eigenschaft, die in der Politik immer seltener wird und die man bei keinem Berater kaufen kann.

Westerwelle wird gar nichts mehr geglaubt, weder Steuersenkungen noch Termine für einen Afghanistan-Abzug, zu Guttenberg dagegen fast alles, auch das Unpopuläre. Außerdem glaubt sowieso keiner, dass Westerwelle Ende 2011 noch im Amt ist.

Die 76 Prozent der Wähler, die zu Guttenberg gut finden und wollen, dass er weiter eine wichtige Rolle in der Politik spielt, glauben zu Guttenberg auch das Unpopuläre. Wenn der sich nicht auf einen Abzugstermin festlegen will, so die Wähler, dann wird er schon gewichtige Gründe haben. Sie vertrauen ihm einfach. So wie sie auch seine vermeintlich unpopuläre Haltung in der Opel-Frage mit einem Beliebtszuwachs honoriert haben. Der steht für seine Meinung ein – das ist die wichtiger als Umfragen zu folgen. Der hat wenigstens eine Meinung – im Gegensatz zu Westerwelle, dem bei jeder Äußerung taktisches Kalkül unterstellt wird.

Man kann Karl Theodor zu Guttenberg nicht mit Helmut Schmidt und Helmut Kohl vergleichen, aber es ist dasselbe Prinzip: vor unpopulären Meinungen nicht zurückschrecken, es zahlt sich langfristig aus.

Schade nur, dass zu Guttenberg – wie auch mit seinen Medieninszenierungen – wieder übertreibt. Es reicht ihm nicht, glaubwürdiger und beliebter zu sein, er macht sich auch noch über Westerwelle lustig mit der Bemerkung: “Einen elanvollen, ehrgeizigen Vizekanzler sollte man nie bremsen”. Das ist billig. Diese Arroganz steht zu Guttenberg nicht gutt.

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38 Kommentare

1) rldml, Sonntag, 16. Januar 2011, 12:58 Uhr

Ich kann mich noch gut an meine Arbeitskollegen erinnern, die während der letzten Sommerfeier noch damit geprahlt haben, die FDP gewählt zu haben. Weil mehr netto vom brutto und so.

Die sind in letzter Zeit bei politischen Diskussionen auffallend ruhig.

Westerwelle wird uns hoffentlich noch lange erhalten bleiben, scheint seine Unbeliebtheit doch so offensichtlich auch die Umfragewerte “seiner” Partei mit in den Keller zu ziehen…

LG Ronny

2) tom, Sonntag, 16. Januar 2011, 13:06 Uhr

Und das letzte Wort “gutt” mag nicht so ganz zu diesem Blog passen.

3) Frank Reichelt, Sonntag, 16. Januar 2011, 13:24 Uhr

Guttenberg steht in den Augen der Öffentlichkeit ausserhalb des normalen Politikbetriebes. Er hat es verstanden, den Leuten zu suggerieren er könne ja jederzeit aussteigen und sich als Gutsverwalter in heimischen Gefilden betätigen.
Das verleiht ihm eine hohe Glaubwürdigkeit, die er gnadenlos ausnutzt. Westerwelle als Berufspolitiker sieht dagegen ganz klein und provinziell aus. Bei ihm unterstellt man immer Kalkül und Taktieren.
Wann die Bundeswehr aus Afghanistan abzieht bestimmen aber weder Guttenberg noch Westerwelle, sondern die Taliban!

4) Klaus, Sonntag, 16. Januar 2011, 13:51 Uhr

Man sollte mal all die “spannend” in den Blogg-Artikeln zählen… Hier wieder schon im ersten Satz. Gibt’s denn wirklich keine anderen Adjektive mehr? Ist’s (bewundernswerte) Faulheit …oder (doch nur) Mode?

5) Thomas, Sonntag, 16. Januar 2011, 15:12 Uhr

Ich habe folgende Theorie:

Westerwelle hat die Aufgabe gehabt, den Rückzug 2011 zu fordern, damit die SPD im Bundestag zustimmen kann. Das ist elegante Aufgabenverteilung!

6) Gregor Keuschnig, Sonntag, 16. Januar 2011, 16:24 Uhr

Hübsches Wortspiel mit dem “gutt” im letzten Satz.

7) Colonel Trautmann, Sonntag, 16. Januar 2011, 17:41 Uhr

Guttenbergs Popularität hat doch kaum etwas mit seinen politischen Positionen oder gar Leistungen zu tun, sondern beruht lediglich auf seiner (zugegebener Maßen grandiosen) PR-Strategie, die aus maximaler Medienpräsenz (bevorzugt im Boulevardbereich) und dem Ausschlachten seiner adeligen Herkunft bzw. Aura besteht. Mehr braucht´s offenbar nicht um bei bestimmten Bevölkerungskreisen für Begeisterung und verklärte Blicke zu sorgen. Um diesen Personenkult als politische Glaubwürdigkeit zu deuten benötigt man schon eine äußerst verzerrte Wahrnehmung.
Und wenn hier ernsthaft behauptet wird Guttenberg verweigere sich dem billigen Populismus, muss man schon fragen ob der Verfasser beispielsweise seine Äußerungen zu den notwendigen Einsparungen im Rahmen der Bundeswehrreform bei der unsäglichen Kerner-Show mitbekommen hat.

8) armerMoldavier, Sonntag, 16. Januar 2011, 18:33 Uhr

Westerwelle und Guttenberg haben eines gemeinsam: Sie sind extremst eitel.

Was sich darüberhinaus an Substanz bei den beiden verbirgt ist, zumindest mir, verborgen geblieben.

Einen Minister der Deutschland nach vorne bringt wünsche ich mir. Keinen Selbstdarsteller.

9) anonym, Sonntag, 16. Januar 2011, 18:47 Uhr

> Diese Arroganz steht zu Guttenberg nicht gutt.

Im Gegenteil: Sie überrascht mich keineswegs. Genauso schätze ich den Herrn Guttenberg ein und genauso gibt er sich. Natürlich macht er solche Bemerkungen nicht alle Nase lang, aber nichtsdestotrotz die Arroganz nicht überraschend.

Das schöne ist: Wenn die Beiden sich streiten, kann es eigentlich nur Gewinner geben 🙂

10) Xpomul, Sonntag, 16. Januar 2011, 19:16 Uhr

Sie sagen es ja selbst in ihrem Artikel Herr Spreng, “Westerwelle wird gar nichts mehr geglaubt”.
Ich möchte ergänzen: ihm und der FDP wird gar nichts mehr geglaubt.
Daher ist ein Personenwechsel an deren Spitze auch erfolglos.

Zu Herrn zu Guttenberg:
Bald kommt der Tag wo man ihm seine überzogenen Übertreibungen nicht nur neidet sondern ihn nicht mehr mag.
Von seiner Eitelkeit und Arroganz ganz zu schweigen. Dies ist nur noch peinlich.
Es ist an der Zeit das diese Schauspieler die Bühne verlassen und abtreten, am besten vollständig und zur Gänze.

Solch eine Politik ist in keinster Weise optimal. Mir fiele da nur noch suboptimal ein und so ist es auch schlußendlich.

11) Oliver, Sonntag, 16. Januar 2011, 19:26 Uhr

Herrn Westerwelles Vorschlag ist einfach nicht sinnvoll. Krieg führt man enweder ganz oder gar nicht. Nur ein Politiker, der alles als Machtfrage sieht, würde über einen “Beginn eines Abzuges” sprechen. Hätte er zugegeben, dass der Krieg nicht zu gewinnen ist, und einen raschen Abzug gefordert, hätte er Erfolg haben können.

12) Christian, Sonntag, 16. Januar 2011, 19:48 Uhr

Erklären Sie mir doch mal, wie um Himmels willen ausgrechnet der Lügner und Lavierer von Kundus als glaubwürdig gelten kann? Dass es Leute gibt, die sich von der medialen Jubelberichterstattung um seine Person beeindrucken lassen, von seinem Äußeren, von dem Umstand, dass er über ein gutes Ausdrucksvermögen verfügt, dass er ein paar altbekannte Selbstverständlichkeiten über Afghanisatn und die Wehrpflicht endlich ausgesprochen hat, das glaube ich ja. Nicht jeder interessiert sich für Politik, ist schon klar.

Aber 76%? Ist da nur die Umfragtechnik unseriös? Oder sind die Deutschen wirklich so blöd, sich unabhängig von tatsächlicher politischer Leistung diesen durchschaubaren Selbstdarsteller aufschwatzen zu lassen?

13) orlando, Sonntag, 16. Januar 2011, 20:40 Uhr

Keine Frage, Herr Guttenberg wird vielleicht noch Kanzler werden. Nicht das er besondere Qualifikationen hätte, die ihn von den anderen Windhunden und Autoverkäufern abheben würde, aber er wird von den Mainstream-Medien auf geradezu groteske Weise hochgeschrieben. Was dabei entsteht ist nicht als eine hohle Projektion, ein Bild in den Köpfen der Menschen, das mit der Realität nicht viel zu tun hat. Insofern sind die Parallelen zu Obama nicht zu übersehen. Da wird von den Menschen etwas hineinprojeziert, was nicht da ist. Man möchte so gern glauben, dass da einer ist, der anders ist. Der integer ist, der unabhängig ist, der für Veränderung zum Besseren steht.

Dabei ist unter der Haube nur die alte CSU-Soße. Neoliberalismus, Law and Order und Männchenmachen bei den Amerikanern. Ist ist die derzeit letzte Hoffnung der Union. Wer hat denn auch nur annähernd das Format für eine Kanzlerkandidatur? Mappus? Seehofer? Söder? Pofalla? Röttgen? Am Ende gar Zenzursula? Tja, unter den Blinden ist der Einäugige König. Und mehr als leere Worthülse, ein äußeres Erscheinungsbild, das bestimmten Erwartungen entspricht und (mäßige) schauspielerischen Qualitäten braucht man in unserer Mediendemokratie offenbar nicht mehr. Da interessiert nur noch, ob man mit der Frau Gemahlin in die richtige Kamera posiert hat. Und ob man von einem deutschen “Königspaar” träumen kann.

Warum fallen wir immer wieder auf diese Posse herein? Warum wird allgemein in Pominente so viel hinein projeziert? Warum sind Menschen ernsthaft der Meinung, Günter Jauch oder Beckenbauer könnte Kanzler werden? Warum denken die Menschen, Erfolg in Showgeschäft macht glücklich. Und warum wird (meist nur äußerlich) schönen Menschen nachgeeifert? Wir alle sind so mit den Äußerlichkeitenn identifiziert, mit dem Schein, mit dem leeren Tun, mit dem Verkaufen einer Illusion, dass kein Raum mehr für Tiefe, für Wahrhaftigkeit, für “Sein” bleibt. In jedem Geschäft lächen uns wild fremde Verkäufer an, als seinen sie unsere besten Bekannten. Jeder Politiker verspricht uns im Wahlkampf das blaue vo´m Himmel. Eine die Werbung schafft es, uns Dinge zu verkaufen, die wir nicht brauchen. Wir alle verlieren uns in Nebensächlichkeiten. Viele glauben ernsthaft, dass es wichtig ist, was für ein Autp man fährt. Dabei verschuldet man sich lieber, als ehrlich zu sein. Die Nachbarn müssen ein bestimmtes Bild von uns bekommen. Wir versuchen mit Gewalt jung zu erscheinen, aber auch seriös, gebildet, intelligent, liebenswert, glücklich, alles nur um andere Menschen zu beeindruchen und durch deren Anerkennung unser Selbstwertgefühl zu steigern.

Ein albernes Spiel, bei dem wir nie das bekommen können, was wir suchen. Denn ein andere Mensch kann uns das nicht geben, was wir uns nur selber geben können. Ist es das wert, zum Heuchler zu werden, immer auf den Knien vor anderen zu betteln (schau her, mein Haus, mein Auto, meine Kinder – sag dass ich toll bin, sonst fühl ich mich schlecht) und sich doch immer ungenügend zu fühlen, denn es gibt immer noch einen der reicher, jünger, schöner oder intelligenter ist (oder so erscheint).

Insofern haben wir genau die Politiker, die wir verdienen. Wir glauben ihnen ihr Spiel, weil wir es glauben wollen. Dabei wissen wir, dass alles Lug und Trug ist. Wir schimpfen darauf, dass sie ihre Macht missbrauchen, und dabei missbrauchen wir alle in unserem kleinen Bereich unsere Macht. Und wenn es nur der Türsteher in der Disko ist, der sich fühlt wie der König persönlich. Wir alles sind korrupt, manipulieren im Kleinen, lassen uns manipulieren, kaufen und verlocken, rächen uns an anderen, nicht getan haben, was wir wollten, fühlen uns den anderen überlegen, sind eitel, arrogant und selbstverliebt. Und in alle diesen Disziplinen sind unsere Politiker besonders gut. Also schauen wir voll Neid aus sie, weil sie die Profis im Spiel der Egoismus sind, und wir nur die Laien. Dabei sehen wir gar nicht, wie billig wir uns manipulieren lassen. Ein Journalist fühlt sich geehrt und meint, es wertet ihn in seinem Menschsein auf, wenn ihn ein Politiker hofiert. Wir glauben nur zu gern alle die Lügen. Wir wir das wollen von den Politiker. Sie sollen uns Sicherheit geben, mehr Geld in der Tasche und die Unwägbarkeiten des Lebens unter Kontolle haben. Das kann Politik nicht leisten, und schon gar nicht die aktuellen Politiker (keiner Partei). Wenn wir anfangen, unsere Illusionen und Träume zu durchschauen, und selbst erkennen in unserem Egoismus, und anfangen, auf eigenen Beinen zu stehen, nicht die Verantwortung an Polititer abzugeben. Wenn wir nicht wollen, nicht betten, sondern frei sind, dann fallen wir auch nicht auf die billigen Taschenspielertrickts der Politiker und Medien rein. Bis dahin aber werden uns die Guttenbergs noch täuschen können. So wie früher die Westerwelles. Und dann kommt die Enttäuschung, wir stoßen sie vom Sockel, holen uns andere Köpfe, die uns versprechen, dass sie es können, und das gleiche Spiel wiederholt sich.

14) W.B., Sonntag, 16. Januar 2011, 21:24 Uhr

>Das ist billig. Diese Arroganz steht zu Guttenberg nicht gutt.

Der schneidige Freiherr soll mal ruhig zeigen, wie er wirklich ist … es besteht kein Grund, ihn am zur-Schau-stellen seiner Arroganz zu hindern.

15) Thor, Sonntag, 16. Januar 2011, 23:53 Uhr

Stimme dem Kommentar durchaus zu. Nur der Namenswitz am Ende – der ist auch billig. Und überflüssig.

16) suki11, Montag, 17. Januar 2011, 09:20 Uhr

Ein weiteres Thema, wo uns Westerwelle vordergründig die populärere Position auf seiner Seite hat, ist Forderung nach dem Abzug der US-Atombomben aus Deutschland.

Trotzdem nimmt das dem keiner so richtig ab. Ich auch nicht.
Vermutlich auch, weil die meisten Leute so im Hinterkopf eh vermuten, dass es nicht besonders viel bringt, wenn die paar Atombomben nicht mehr in Büchel liegen, sondern ein paar hundert Kilometer weiter in Belgien oder Holland. Außer, dass wir im Zweifel weniger Mitspracherecht in diesen Dingen haben bzw. weniger informiert werden.

Trotzdem fordert Westerwelle regelmäßig den Abzug der Atombomben aus Deutschland.
Zweifel an der Glaubwürdigkeit sind da ebenfalls angebracht.
Das ist zwar vordergründig populär, aber aus Sicht eines Außenpolitikers und rein sachlich gesehen eigentlich nicht vernünftig.

17) suki11, Montag, 17. Januar 2011, 09:27 Uhr

@ Christian

Ich bin nun wirklich kein CSU- bzw. Guttenberg-Fan, aber bei der Kundus-Sache, halten es die Leute dem zu Guttenberg (zu Recht) zu Gute, dass er bei dem fatalen Bombenangriff noch gar nicht und bei der Laviererei in dieser Sache erst ein paar Tage bzw. Wochen im Amt war. Und da muss man dann halt einfach etwas auf dem Teppich bleiben.

18) M.M., Montag, 17. Januar 2011, 10:34 Uhr

Zunehmend ist es so, dass die deutschen Familien in ihrer näheren Umgebung selber deutsche Soldaten kennen, die schon im Kriegseinsatz auch zum Beispiel im Kosovo waren. Und von Geschichten an der Front dadurch selber hören und erfahren. Im Gegensatz dazu ist Westerwelle eine Zumutung in dieser “Afghanistan-Abzugsfrage”!

19) Dierke, Montag, 17. Januar 2011, 10:54 Uhr

Der Dritte “im Bunde”, der nun Afghanistan seine Aufwartung macht, ist Gabriel ! Vielleicht hat er ja ein Mittel im Gepäck, das die Taliban überzeugt?! Schlecht sind diese Neidkampagnen gegen zu Guttenberg. Er macht seine Sache gut. Die Opposition hat weit und breit niemanden, der ihm das Wasser reichen könnte. Gönnen wir ihm also die “Eitelkeit” der Beste zu sein !!

20) Sprachsynthese, Montag, 17. Januar 2011, 10:56 Uhr

Den Kommentatoren, die das Wortspiel am Ende nicht als den Seitenhieb erkennen, der es ist, muss man zumindest einen guten Geschmack bei der Auswahl ihrer Zeitungslektüre bescheinigen.

21) Maren P., Montag, 17. Januar 2011, 11:50 Uhr

Ihre Analyse, Herr Spreng, trifft exakt die Stimmungslage von 75% der Bevölkerung, die lieber anhimmeln und es nicht so genau wissen wollen. Die restlichen 25% interessieren sich für Politik und finden sich daher auch in Ihrem Blog wieder. 😉

Colonel Trautmann hat es doch ganz richtig festgestellt: Wirklich kompetente Minister können sehr viel sachlich Richtiges sagen und bedürfen dazu der Yellow Press nicht!
Bisher hat weder die Abschaffung der Wehrpflicht zu Einsparungen geführt, noch wurde dem Bundestag eine klare Exit-Strategie zu Afghanistan vorgelegt! Stattdessen darf nun auch Gabriel nach Kunduz reisen. Das ist mir dann doch ein allzu durchsichtiges Manöver!

Meinetwegen können Sie Ihre kleinen Wortspielchen gern beibehalten! Auch wenn manche hier das offenbar sofort als Majestätsbeleidigung geißeln. *grins*

22) Christoph, Montag, 17. Januar 2011, 12:51 Uhr

“Einen elanvollen, ehrgeizigen Vizekanzler sollte man nie bremsen”. Das ist billig. Diese Arroganz steht zu Guttenberg nicht gutt.

Ich glaube, er kommt sogar damit noch gut an. Wer Westerwelle in letzter Zeit in Polit-Talks gesehen hat, wünscht sich doch insgeheim, dass ihm mal jemand als das darstellt was er ist: Ein pathetischer Schwätzer mit NULL Substanz.

Ich habe ihn sogar gewählt, damit er nach einem Kurzauftritt auf der Regierungsbank endlich verchwindet. Damit bin ich nicht allein und der Plan scheint aufzugehen.

23) hans, Montag, 17. Januar 2011, 13:01 Uhr

“…. 76 Prozent der Wähler, die zu Guttenberg gut finden …..”

wo haben sie bitte diese zahl her???
2009 waren ca. 62,2 mio wahlberechtigt.. 70,8% wahlbeteiligung entpricht ca. 44,03 mio menschen.

wenn diese 76% “gutti” gut finden, gehören die dann zu den 62,2 mio wahlberechtigten ??
oder zu den 2 830 238 CSU-wählern 2009 ?????

24) marcpool, Montag, 17. Januar 2011, 13:07 Uhr

Sie haben Recht, dem Westerwelle glaubt keiner mehr irgend was ! Auch seiner Partei eben nicht mehr. Und nachdem auch weiterhin die Stoerfeuer in den eigenen Reihen unablaessig auf den armen Herrn Aussenminister abregnen, sind solche ” Ankuendigungsforderungen ” Wir beginnen abzuziehen ” auch nicht glaubwuerdig genug. Zumal Herr Freiherr zu Guttenberg, das Heft selbst in der Hand haelt, und damit Westerwelle nur auflaufen lassen kann, wenn es ihm und evtl. auch Angela Merkel passt.
Im Grunde genommen moechte man sagen unser Aussenminister ist eigentlich ein armes ” schw…. ”
Aber das wuerde man sich nicht erlauben , und er selbst ist ja auch noch davon ueberzeugt das er ” supergutt ” ist .

25) Benjamin, Montag, 17. Januar 2011, 13:51 Uhr

Der Guttenberg-Hype wird auch noch eine ganze Weile andauern – und zwar so lange, bis er einen derart heftigen Bock schießt und sich selbst entzaubert (bei aller politischen Eloquenz weiß ich immer noch nicht, wie viel nur reine Fassade ist). Allerdings glaube ich nicht daran, dass Guttenberg in absehbarer Zeit straucheln wird. Stolperstein könnte dann die Bundeswehrreform werden. Bis dahin geht das Showluafen weiter.

Westerwelle als AM ist ohnehin überflüssig. Das Kanzleramt bestimmt die wichtigsten Linien, in Afghanistan stiehlt ihm Guttenberg die Show. Vor allem aber: Westerwelle hat kein schlüssiges außenpolitisches Konzept, das er verkaufen kann. In seiner Zwitterstellung als Innen- und Außenpolitiker wird er wahrscheinlich auch scheitern – und wenn das geschehen sollte, mit den absehbaren FDP-Niederlagen, dann durchaus zu Recht, gerade aufgrund seines Verhaltens in den vergangenen Monaten.

Westerwelle ist in der Öffentlichkeit schlicht verbrannt, Guttenberg hingegen ist der strahlende Stern – ob auch er verglüht, bleibt abzuwarten.

ps: @Kommentatoren: auf den “gutt” Anspielung von Herrn Spreng muss man nun wirklich nicht herumreiten – wird schon alles gutti 🙂

26) Erika, Montag, 17. Januar 2011, 17:56 Uhr

Wie war denn das bei Opel?

Die Regierung wollte Opel helfen. Guttenberg sagte in etwa, wenn ihr dies tut – trete ich als Wirtschaftsminister zurück. Die Regierung hat geholfen – Guttenberg ist geblieben.
Mit den Krediten konnte Opel die Zeit der Insovlenz von Generalmotors überbrücken. Am 8.9.2009 trat Angela Merkel vor die Presse und sagte in etwa, Dank ihrem Verhandlungsgeschick wäre Opel in Zukunft unabhängig. Einige Monate später, wollte Generalmotors – Opel nicht mehr freigeben. Danach wurden alle Finanzierungsmittel von Generalmotors getilgt.
Wo war jetzt die herausragende Leistung von Guttenberg?
Wäre Opel insovent geworden, hätte die Regierung nicht für Opel gebürgt (Wunschvorstellung von zu Guttenberg) als Generalmotors insolvent war?
Wenn man mit Rücktritt droht und dann nicht zurücktritt, wieso wird man dann glaubwürdiger?

Das ist genauso, wie wenn man sagt, man habe ganz viel Erfahrung in der Wirtschaft und dann hat man das Vermögen von Papa ein bisschen verwaltet. Für mich ist so jemand nicht glaubwürdig.

27) Peter Christian Nowak, Montag, 17. Januar 2011, 20:08 Uhr

(…)Verteidigungsminster zu Guttenberg dagegen vertritt die vermeintlich unpopuläre Position. Er will sich nicht auf einen Abzugstermin festlegen. Terminankündigungen sind ihm “wurscht”, wie er burschikos sagt. Er warnt vor einem “leichtfertigen Abzug”. Er will Soldaten erst dann abziehen, wenn es die Lage erlaube und wenn dadurch nicht die anderen deutschen Soldaten gefährdet würden.(…)

Kann ihm auch wurscht sein. Afghanistan ist geostrategisch wichtig: Afghanistan steckt voller wichtiger seltener Erden, wie beispielsweise das für die Herstellung von Solarzellen wichtige Silizium.
Es kann ihm auch schon deswegen wurscht sein, weil er dann zum Zeitpunkt X nicht mehr Verteidigungsminister ist; schließlich hat man sich den Abzugstermin noch offen gehalten. Und der lässt sich dehnen wie ein Gummiband auf meiner Editing-Software!
Personalprobleme wird er kaum bekommen. Siehe: http://www.welt.de/debatte/kommentare/article12186329/Die-Unterschicht-uebernimmt-die-Landesverteidigung.html

28) J.M.Backhaus, Dienstag, 18. Januar 2011, 10:06 Uhr

Für beide Auffassungen, der Herren Guttenberg und Westerwelle, gibt es einen Prüfstein, und mit diesem wird klar, wie hohl das bisherige Konzept in Afganistan eigentlich ist.
Der Prüfstein hat einen Namen, Karsai. Wer auf diesen Stein baut oder seine Planungen an ihm ausrtichtet, dürfte auf Sand gebaut haben, Ben Ali lässt grüßen.

Wenn man das Band nach Kabul nicht über Gebühr strapazieren möchte, sollte man Westerwelles entschlossenes und forciertes Abziehen vorziehen, wäre meine Empfehlung. Herr Guttenberg ist noch sehr jung und ihm bleiben noch viele Gelegenheiten um seine Macht- und Kompetenzfantasien auszuleben.

29) StefanP, Dienstag, 18. Januar 2011, 12:12 Uhr

Der Wähler hat Respekt davor, wenn Politiker unpopuläre Wege gehen, so man ihm dies erklärt. Auf dem Höhepunkt der Nachrüstungsdebatte wurde zwar der Kanzler Helmut Schmidt von seiner eigenen Partei desavouiert und abserviert, auf dem anschließenden Parteitag nahezu geschnitten. Dennoch statteten die Bürger seinen Nachfolger Hemut Kohl mit einem Traumergebnis nahe der absoluten Mehrheit aus.

Das Schielen nach Mehrheiten bringt auf die Dauer keine Mehrheiten. Zwar ist der Afganistan-Einsatz sehr unpopulär, aber der Michel bergreift, dass ein einseitiger, noch dazu überstürzter Absturz wie ihn der Linkspartei vorschwebt, die Glaubwürdigkeit der Bundesrepublik und das Renommee erheblich beschädigen würde. Die meisten wissen, dass das Werte an sich sind. Zudem gefährdet die langfristige Ankündigung eines Abzugstermins den Erfolg der Mission und dauerhaft Menschenleben.

Die Entscheidung über den Abzug fällt in Washington, nicht in Berlin. Der Transatlantiker zu Guttenberg weiß das und bleibt damit konsistent in seiner politischen Botschaft. Westerwelle weiß es auch, möchte das aber nicht so offen verkünden. Der Bürger durchschaut das platte Spiel und verteilt dementsprechend seine Sympathien.

30) Don Corleone, Dienstag, 18. Januar 2011, 16:28 Uhr

Sie wissen haargenau, was Sie da sagen, Herr Spreng: Glaubwürdigkeit kann man nicht kaufen. Und es stimmt; zweifellos haben Sie in jüngeren Jahren Ihres Berufslebens derlei versucht — und erfahren müssen, dass Worte, Slogans und Sprechblasen keine Persönlichkeit ersetzen können.
Aber gehen Sie mit Guttenberg nicht ein wenig zu streng um?
“Es reicht ihm nicht, glaubwürdiger und beliebter zu sein, er macht sich auch noch über Westerwelle lustig mit der Bemerkung: “Einen elanvollen, ehrgeizigen Vizekanzler sollte man nie bremsen”. Das ist billig”, sagen Sie.

Doch dieser Spruch (an dem außer dem verkorksten Adjektiv “elanvoll” nixxx zu bekritteln ist) enthält eine elegante Ironie, die keineswegs billig ist — zumal wenn sie aus dem Munde eines Koalitionspartners kommt. Herbert Wehners “Der Herr duscht gern lauwarm” über seinen Parteigenossen Willy Brandt war dagegen nicht nur billig, sondern ein gezielter Dolchstoß aus dem Mief des berüchtigten Moskauer Kommunistenhotels Lux, und zwar von hinten.

Guttenberg führt eine entscheidend feinere Klinge, und sie dient dem überlebenswichtigen Zusammenhalt der Regierungskoalition, die in vorgezogenen Wahlen nur scheitern kann. Guido Westerwelle versteht diese Sprache nämlich. Jeder Lehrling irrt bisweilen. Aber der eigenwillige Guido ist, wider Erwarten, lernfähig.
Lassen Sie sich überraschen!

31) Maren P., Mittwoch, 19. Januar 2011, 00:31 Uhr

@ Stefan P.
Ich zitiere: >>Die Entscheidung über den Abzug fällt in Washington, nicht in Berlin. Der Transatlantiker zu Guttenberg weiß das und bleibt damit konsistent in seiner politischen Botschaft.<<

Das Stichwort war 'Glaubwürdigkeit'. Wenn jemand wie zu Guttenberg bis zur Taille im Enddarm der Amerikaner zappelt, macht ihn das als deutschen Verteidigungsminister GLAUBWÜRDIGER als den Außenminister, der zumindest bemüht ist, deutsche Interessen zu wahren? Die ja nicht so sehr andere als die der Kanadier, Spanier, Italiener oder Niederländer sind, die aus Afghanistan abziehen oder bereits abgezogen sind. Damit deklassieren Sie Transatlantiker als willfährige 'Poodle', die eigene Strategen im Verteidigungsministerium nicht mehr benötigen. Ja, so kann er vielleicht doch seine Sparvorgaben erreichen …

32) Doktor Hong, Mittwoch, 19. Januar 2011, 07:55 Uhr

Aus dieser Kolumne lerne ich nur, dass Glaubwürdigkeit offenbar ein fiktives mediales Konstrukt ist.

Sie kann mit echter persönlicher Glaubwürdigkeit koinzidieren, muss es offenbar aber nicht. Sicher ist, dass Gutenberg sehr gut mit den Medien umgehen kann.

Es erinnert mich sehr an eine BBC-Dokumentation über den Kennedy-Wahlkampf, die ich kürzlich gesehen habe. Glamour wurde damals zum Trumpf, und es scheint, dass diese Strategie wohl auch in Deutschland äußerst erfolgreich ist.

Helmut Schmidt hat desöfteren den Politikerberuf mit dem des Schauspielerberufs verglichen. Während ich mir bei Schmidt sicher bin, dass er den Vergleich als Analogie gemeint hat, habe ich bei Gutenberg den Eindruck, dass er den Vergleich eher als Äquivalenz begreift.

Sprich, während Schmidt ein Politiker war, der sich der Wichtigkeit von PR bewusst war, wirkt Gutenberg wie ein Schauspieler, der eine Politikerrolle ausfüllt. Aber immerhin, das macht er doch ganz gut.

Und schließlich soll man einen elanvollen, ehrgeizigen Darsteller eines Verteidigungsministers nicht bremsen, vor allem, nachdem er seine erste Rolle als Wirtschaftsminister mit “Erfahrungen aus der freien Wirtschaft” oskarverdächtig ausgefüllt hat.

33) Doktor Hong, Mittwoch, 19. Januar 2011, 08:34 Uhr

@ Peter Christian Nowak

Ich entschuldige mich vorab, dass ich Sie korrigiere. Mit seltenen Erden bezeichnet man die Elementgruppe der Lanthanoiden, beginnend mit Lanthan, Ordnungszahl 57, endend mit Ytterbium, Nr. 70 (benannt nach der Stadt Ytterby in Schweden, nach dem auch die seltenen Erden Terbium und Erbium benannt sind).

Silizium ist das Element Nr. 14 direkt unter dem Kohlenstoff und kommt sehr häufig vor, z.B. in Ihrem Fensterglas. Silizium ist das zweithäufigste Element, das in der Erdkruste vorkommt. Sand ist im großen und ganzen Siliziumdioxid, das in Tetraederstruktur kristallisiert. Man braucht also nicht nach Afghanistan zu gehen, um an Silizium zu kommen, ein gewöhnlicher Sandkasten tut es auch.

Sie haben allerdings recht, dass seltene Erden eine enorme industrielle Bedeutung haben. Nehmen Sie z.B. den Nd-YAG-Laser, oder die Herstellung von starken Dauermagneten. China ist der weltgrößte Exporteur von seltenen Erden und hat inzwischen den Export beschränkt, da man dort im Gegensatz zu unseren eigenen Führungs”eliten” langfristig und strategisch denkt.

Dies hat in den USA zu so großer Besorgnis geführt, dass sogar Journalisten darüber berichtet haben – man höre und staune. Sollte es tatsächlich so sein, dass man in Afghanistan größere Vorkommen an seltenen Erden zu finden sind, dann wäre eine weitere Besatzung des Landes strategisch begründbar, d.h. es wäre immerhin ein Krieg im Sinne Köhlers – auch wenn er das nicht gemeint haben will, als er während der Rückreise aus Afghanistan von militärischen Aktionen sprach, um wirtschaftliche Interessen durchzusetzen.

Ich habe allerdings meine Zweifel daran, ob es sich nicht um eine Legende handelt, die gestreut worden ist, um dem Publikum die weitere Besatzung schmackhaft zu machen. Immerhin sind weite Teile des Landes schwer zugänglich und seit 1979 herrscht dort ununterbrochen Krieg. Wann also sollten ungestörte geologische Erkundungen stattgefunden haben?

Die Idee, dass man mit einer Handvoll Soldaten innerhalb einiger Jahre in Afghanistan eine liberale Demokratie nach amerikanischem oder europäischen Muster errichten könne, sollte inzwischen als pure neoliberale Wahnvorstellung entlarvt sein.

Auch wenn die entsetzlichen Verbrechen, die von afghanischen Taliban an der Bevölkerung verübt werden, mir zutiefst zuwider sind, habe ich doch meine Zweifel, dass wir dem auf diese Weise wirksam Einhalt gebieten können.

34) Wolf-Dieter, Mittwoch, 19. Januar 2011, 18:02 Uhr

— Zitat —
Das ist billig. Diese Arroganz steht zu Guttenberg nicht gutt.
— Zitat Ende —

Haben Sie schon mal darüber nachgedacht, ob Herr zu Guttenberg nicht in der Tat billig IST?

35) StefanP, Mittwoch, 19. Januar 2011, 18:07 Uhr

@Maren P.

Kanada hat bisher nur einen Abzugstermin verkündet, Italien denkt darüber nach. Spanien hatte sich vorzeitig aus dem Irak zurückgezogen, nachdem Al Quaida ein Terrorattentat verübt hatte. Dänemark möchte sich 2015 zurückziehen, auch eine Option.

Keine der Führungsnationen der Wiederaufbauteams hat bisher einen Rückzug verkündet. Nur zur Erinnerung: Deutschland nimmt beim ISAF-Mandat eine Führungsrolle wahr und stellt nicht nur Unterstützungskontingente.

Ich würde auch so gerne Manches machen, wäre ich nicht familiär und unternehmerisch verpflichtet. Das ist eben der Unterschied zwischen Menschen und Organisationen mit und ohne Verantwortung. Verantwortung legt man nicht einfach ab, wenn sie einem lästig geworden ist. Und darüber, wann eine Aufgabe erfüllt und man der Verantwortung gerecht geworden ist, entscheidet man nicht alleine.

Das Oberkommando der ISAF haben die USA. Ist es tatsächlich seriös, Verantwortung ohne Abstimmung mit dem Hauptverantwortlichen abzulegen?

36) Peter Christian Nowak, Mittwoch, 19. Januar 2011, 18:33 Uhr

@Dokor Hong

Tausend Dank für die Aufklärung eines offensichtlichen Naturwissenschaftlers, entweder der Geologie oder eher Chemie? Es ist einfach schön, wenn es Menschen gibt, von denen man noch was lernen kann.
Offensichtlich muß ich im Chemieunterricht zu relevanter Zeit geschlafen haben. Daher mea culpa!

Sie sprechen genau die Frage an, warum in Afghanistan Krieg geführt wird. Was sind die wirklichen Gründe?
Ich selbst habe darauf keine Antwort. Die Ressourcen-Knappheit der Zukunft wäre eine mögliche;
der Spruch von der Verteidigung Deutschlands am Hindukusch sorgt allenfalls für Volksverblödung. Die Attentäter des 11.September kamen schließlich nicht aus Afghanistan, sondern zumeist aus Saudi-Arabien oder den Vereinigten Arabischen Emiraten.
Die Wahrheit mag eine andere sein: Unsere Sicherheit wird durch den Afghanistankrieg gefährdet. Alle Politiker wissen das. Wer Aufständische mit Bomben bekämpft, tötet immer auch Unschuldige. Mit jedem unschuldig Getöteten wächst der Terror nicht nur in Afghanistan, sondern weltweit. In Deutschland muss der Innenminister Terroristen jagen, die der deutsche Verteidigungsminister durch das Töten afghanischer Zivilisten züchtet.

“Wir betreiben in Afghanistan ein Terrorzuchtprogramm.” Zitat: Jürgen Todenhöfer ehemaliger CDU MdB in der TAZ

Bleibt die Frage: warum führen wir Krieg in Afghanistan?

37) Doktor Hong, Samstag, 22. Januar 2011, 20:05 Uhr

@ Peter Christian Nowak

Was den Afghanistan-Krieg und seine wahren Motive angeht, kann man nur spekulieren.

Welche strategischen Pläne die Amerikaner mit der Besetzung Afghanistans verfolgen, ist unklar. Ich vermute, dass es um Schaffung einer Militärpräsenz in der Nähe der Konfliktherde Iran, Pakistan und längerfristig China ging.

Den Deutschen und anderen Allierten fällt ganz offensichtlich der Part zu, das Land besetzt zu halten und Aufständische zu bekämpfen, eben die Drecksarbeit. Siehe Kundus. Wie aufreibend solche Kämpfe sind, sieht man im Irak bzw. sah man in Vietnam.

Ansonsten ist es Teil der US-Strategie, die Meinung in Deutschland dahingehend zu beeinflussen, dass wir nicht als unzuverlässige Partner dastehen. Siehe
http://www.tagesschau.de/ausland/ciaafghanistan104.html und
http://mirror.wikileaks.info/leak/cia-afghanistan.pdf

38) Peter Christian Nowak, Dienstag, 01. Februar 2011, 15:27 Uhr

@Doktor Hong

Ja, das wird es wohl sein, und es ist auch plausibel. Falls sich aber Amerika aus Afghanistan wirklich zurückziehen sollte, wird es für die Bundesregierung schwer werden, ein Verbleiben deutscher Militärs zu rechtfertigen. Bin gespannt, wie sich dann die anderen Alliierten verhalten werden; die werden sicherlich nicht bleiben wollen.
The memo is an recipe for the targeted manipulation of public opinion (…)
Ob es nur bei der Manipulation bleibt, oder gezielt politischer (“moralischer”) Druck auf Deutschland ausgeübt wird? Die Weigerung der Regierung die Truppen abzuziehen ist ja schon mehr als deutlich und konterkariert den Wunsch der überwältigenden Mehrheitsmeinung nach einem schnellen Abzug.

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