Kommentare
88
Tagcloud
BILD Bild am Sonntag CDU CDU/CSU Christian Wulff CSU Der Spiegel Die Linke FDP Grüne große Koalition Hartz IV Helmut Schmidt Kohl Linkspartei Merkel Philipp Rösler Schäuble Schröder Schwarz-Gelb Seehofer Sigmar Gabriel SPD Steinbrück Steinmeier Steuersenkungen Stoiber Wahlkampf Westerwelle zu Guttenberg
Donnerstag, 20. Januar 2011, 12:37 Uhr

Der Anti-Menschenwürde-Sender

“Die Würde des Menschen ist unantastbar” (Artikel 1 des Grundgesetzes)

RTL ist ein toller TV-Sender. Immer neue Reichweitenrekorde, großartige Geschäftsergebnisse. Geschäftsführerin Anke Schäferkordt kann stolz auf ihre Arbeit sein.

Das ist aber nur die eine Seite der Medaille. Die andere Seite der Medaille ist, dass diese Ergebnisse immer häufiger mit einer gezielten Verletzung der Menschenwürde erkauft werden. RTL, der Anti-Menschenwürde-Sender. Der planmäßig organisierte Verstoß gegen Artikel 1 des Grundgesetzes ist RTL-Geschäftsmodell. Ob bei “Bauer sucht Frau”, “DSDS” oder im “Dschungelcamp” – fast täglich sorgen Bloßstellung und Erniedrigung von Menschen für Quotenrekorde.

Der Sender appelliert an die niedrigen Instinkte der Zuschauer: Voyeurismus, Schadenfreude. Und das nicht nur bei den sogenannten Unterschichten. Auch gebildete Menschen verfolgen solche Sendungen mit einer Mischung aus Faszination, Selbstekel und Fremdschämen.

Besonders schlimm ist die neueste Staffel des (professionell perfekt gemachten) “Dschungelcamps”. Eine mittellose Schauspielerin, eine psychisch labile junge Frau und andere werden täglich bloßgestellt, psychisch fertiggemacht und Millionen Menschen zum Gespött preisgegeben. Höhepunkt der Perfidie: die Schauspielerin, deren letztes und einziges Engagement offenbar diese Show ist, wird mit Stromstößen gefoltert auf einer Art elektrischem Stuhl. Es fehlt nur noch Waterboarding.

RTL wird einwenden, alle Teilnehmer bekämen hohe Gagen (zwischen 30.000 und 60.000 Euro) und wüssten, auf was sie sich einlassen. Das stimmt nicht, denn erstens wussten die Teilnehmer nicht, dass jetzt auch Stromstöße zum Quälrepertoire gehören und zweitens, und das ist das wichtigere Argument: die Menschenwürde ist nicht veräußerbar. Auch nicht vom einzelnen Besitzer der Menschenwürde.

Und damit kommt die gesellschaftliche Verantwortung des größten deutschen Privatsenders ins Spiel. Nicht alles, was Menschen scheinbar freiwillig mit sich geschehen lassen, ist auch verantwortbar. Wenn Landesmedienanstalten überhaupt einen Sinn haben, dann den,  über den Schutz der Menschenwürde zu wachen. Die Grenzen haben sich in den vergangenen Jahren immer mehr verschoben. Es wird Zeit, sie wieder klar zu ziehen.

Sie können Ihren eigenen Kommentar weiter unten abgeben.

88 Kommentare

1) Steve Gates, Donnerstag, 20. Januar 2011, 13:01 Uhr

100 % Zustimmung. Dieser Aspekt wird in der Diskussion um den RTL-Trash leider viel zu selten betrachtet und ebenso finde ich es auch absurd, dass zwar aufgrund des Jugendschutzes Spielfilme Sendezeitenauflagen im Fernsehen bekommen, RTL diese würdelosen Sendungen aber zur Prime Time ausstrahlen darf. Neben dem Sender und den (untätigen) Landesmedienanstalten sollte man aber auch die Verantwortung der Firmen nicht ausser Acht lassen, die im Umfeld dieser Sendungen ihre Spots schalten und somit dafür sorgen, dass RTL mit diesen Shows auch noch richtig viel Geld verdienen kann.

2) superlupo, Donnerstag, 20. Januar 2011, 13:30 Uhr

Warum nur verspüre ich auf einmal den unwiderstehlichen Drang, hier ein Zitat von F.W.Bersntein drunterzuschreiben:
Die schärfsten Kritiker der Elche
Waren früher selber welche

3) Guido Gallenkamp, Donnerstag, 20. Januar 2011, 13:30 Uhr

Danke. Auch wenn ich keine Glotze mehr habe seit ich 19 bin – diese Tendenz kann ich nach wie vor beobachten. Generation Jackass ist skrupelloser, was die Würde des Menschen und ihrer Mitmenschen angeht. In meiner Einschätzung eine Errungenschaft des Fernsehens.

4) Andreas, Donnerstag, 20. Januar 2011, 13:34 Uhr

Eine Kleinigkeit haben Sie vergessen zu sagen: selbst wenn man behauptet, dass die Kandidaten dieser Shows wissen was sie tun und dafür viel Geld bekommen, sollte einem Angst und Bange sein vor einer Gesellschaft, in der diese Formen der Unterhaltung zum Standard werden, bzw. längst geworden sind. Da hilft es dann auch nicht sich diese Sendungen nicht anzuschauen – mit den Folgen muss man trotzdem leben.

Wer nicht glaubt, dass diese Sendungen Auswirkungen auf die Wertvorstellungen in einer Gesellschaft haben, unterhalte sich mal mit Jugendlichen. Da wird doch inzwischen tatsächlich “Superstar” als Berufswunsch genannt. Wohlgemerkt, nicht “Musiker” oder “Schauspieler” sondern “Superstar”. Und absurde “Chalanges” gelten als ordentlicher Bestandteil einer Eignungsprüfung. Absurd.

5) Bredenberg, Donnerstag, 20. Januar 2011, 13:47 Uhr

Ist Narrenfreiheit Bestandteil der Meinungsfreiheit? Ich denke: JA.
Sollen Landesmedienanstalten über Verletzung der Menschenwürde in Fernsehanstalten wachen? Angesichts der Vorgänge in Ungarn neige ich zum NEIN.
Wer traut sich, RTL wegen Verletzung des Grundgesetzes vor ein Gericht zu bringen? Mir fehlt dafür die finanzielle Grundausstattung.
Ihr Beitrag gefällt mir dennoch ausgesprochen gut.

6) Tom, Donnerstag, 20. Januar 2011, 13:49 Uhr

Jede Prüfung kann abgelehnt werden. Dann gibt es am nächsten Tag halt nur Reis mit Bohnen.

7) armerMoldavier, Donnerstag, 20. Januar 2011, 14:00 Uhr

Nun, da reicht es sich die Besitzverhältnisse anzusehen.

Es ist ja nicht nur RTL.

Es zieht der eisige, neoliberale Wind einer großen Mediendynastie mit dutzenden von Firmen durch die Republik.

Mir will nur der Name des Konzern gerade nicht einfallen.
Auch die Inhaberfamilie? *grübel*

Wer Medien kennt weiß wen ich meine.
Wollen wird doch hier eine Abmahnung vermeiden :-)

8) Doktor Hong, Donnerstag, 20. Januar 2011, 14:15 Uhr

Ich bin absolut Ihrer Meinung. Allerdings ist das kein neues Phänomen, schon Stefan Raab hatte eine sehr erfolgreiche Sendung, in der er mit der Demütigung und Bloßstellung von Menschen viel Geld verdiente.

Und was ist mit einer Gesellschaft, die der öffentlichen Erniedrigung von Menschen ein solches Quotenglück beschert?

Dennoch stinkt der Fisch vom Kopfe her. Das schlechte Beispiel, das Personen des öffentlichen Lebens geben, korrumpiert wie in einem diffusiven Prozess die ganze Gesellschaft.

9) bvrulez, Donnerstag, 20. Januar 2011, 14:28 Uhr

genauso sieht’s aus. was tut man dagegen?

10) stgermain, Donnerstag, 20. Januar 2011, 14:29 Uhr

Kein Wunder, dahinter (RTL u.a)steht ein riesiges Konsortium nämlich der Bertelsmann-Verlag bzw. deren diverse Stiftungen.Dort werden die Gender-mainstreaming-Konzepte “ausgedacht”…Und mal so ganz nebenbei …Hartz4 und andere Schweinerien der Neuen Weltordnungshüter ausgetüftelt!
Die BRD-GMBH und deren GeschäftsFührerin machen (oder müssen) gerne Gebrauch von deren Konzepten.(Merkel ist ja auch mit Liz Mohn gut befreundet..da läßt es sich am Küchen-”Kabinets”-Tisch über neue Vorgehensweisen reden und austüfteln.Deregulierung, Hartz4+,Rationalisierung der Arbeitswelt,Frauenqoute usw.
Bei RTL-Produktionen wird nicht nur die Menschenwürde mit Füssen getreten sondern die Film-Crews werden ausgebeutet, schlecht bezahlt wie auch die Komparsen…wo immer mehr “Gagen”-Dumping betrieben wird.Eine miese Rolle spielt dabei auch eine Abbuchungsfirma namens Mecon….

11) karel, Donnerstag, 20. Januar 2011, 14:45 Uhr

RTL…. nicht eher ein Symbol für den von einer Minderheit gewollten Wertewandel?
Nicht eher ein Abbild der von denen beförderten, allgemeinen Verantwortungslosigkeit?
Emanzipation bis zur Bewußtlosigkeit, Selbstverwirklichung bis zum Exzess,
eben, weil ich es mir wert bin, weil ich doch nicht blöd bin.
Jeder gegen jeden, eine pervertierte Form der Demokratie.
Vermittelt seit etwa 40 Jahren, gerade durch unsere heute immer noch so coolen Medien…..
Sorry, meine etwas deftige Wortwahl.

12) Tobias, Donnerstag, 20. Januar 2011, 14:46 Uhr

Sorry, da muss ich widersprechen:

Wenn sich erwachsenen Menschen bei klarem Verstand dazu entscheiden, an diesem Format teilzunehmen, gibt es daran nichts zu rütteln. Jeder weiss was auf ihn zukommt.
Dieses Format ist dazu da, um sich über peinliche Leute lustig zu machen. Das wissen die Kandidaten und das wissen die Zuschauer und die Show geht damit auch ganz offen um.

Natürlich gibt es Leute, denen diese Art der Unterhaltung nicht gefällt, und das ist auch gut so. Ich habe aber ein Problem damit, dass sich diese Leute dann immer hinstellen und den Untergang der Medien/Unterhaltung/Menschenwürde predigen und die Fans dieser Show als “schlechte Menschen” betiteln, weil sie an so etwas gefallen finden.

Und, ein Stromschlag ist meiner Meinung nicht schlimmer als mit irgendwelchem Schleim/Glibber übergossen zu werden. Ich persönlich würde sogar den Stromschlag vorziehen…
Der Vergleich zum Foltern mit Waterboarding ist nicht nur übertrieben, sondern auch schlicht falsch.

Und, natürlich ist die Menschenwürde veräußerbar. Wenn ich mich dazu entschliesse, mich für 2 Wochen “Scheisse fressen” im australischen Dschungel zur Verfügung stelle, dann braucht keiner daher kommen und sagen “Scheisse fressen ist aber Menschenunwürdig”.

Gruß
Tobias

13) Frank, Donnerstag, 20. Januar 2011, 14:49 Uhr

Die gestrige Dschungelprüfung hatte gestern natürlich einen bitteren Nachgeschmack. Auch die anderen Campbewohner, allen voran Mathieu Carrière, waren sichtlich entsetzt, als sie von den Stromstößen hörten. Vermutlich ist RTL damit wirklich einen Schritt zu weit gegangen. Doch die Kandidaten tun das ja dennoch freiwillig. Vor jeder Prüfung werden sie nach der genauen Schilderung des Ablaufes extra gefragt, ob sie sie annehmen, also machen wollen. Klar ist da ein enormer Druck und wer will schon ablehnen!? Dennoch werden die jeweiligen Kandidaten gefragt, ob sie es machen wollen oder eben nicht. Bei einer Folter ist das ja dann doch nochmal etwas anderes…

14) Tim, Donnerstag, 20. Januar 2011, 14:50 Uhr

Das lächerliche Dschungelcamp soll gegen die Menschenwürde verstoßen? Bitte mal realistisch bleiben. Nur weil etwas widerlich ist, muß man nicht gleich mit der Grundgesetzkeule kommen.

15) suki11, Donnerstag, 20. Januar 2011, 14:57 Uhr

Die Landesmedienanstalten hätten in der Theorie auch den Sinn so offenbar betrügerische Call-TV-Sender zu überwachen und ggf. zu schießen … Aber gab es das jemals? – Im Gegenteil, die scheinen in manchen Bundesländern sogar unter einer Decke zu stecken.

16) Jana, Donnerstag, 20. Januar 2011, 15:00 Uhr

Der kleine Dicke und die Zietlow sind einfach zum Schießen.

Und Sarah “Dingens” ist doch als Zicke gebucht und macht ihren Job hervorragend.

17) besorgter Bürger, Donnerstag, 20. Januar 2011, 15:18 Uhr

Wer Medien kennt weiß wen ich meine.
Wollen wird doch hier eine Abmahnung vermeiden

Wenn es die Mediengruppe ist die auch ein Buch mit
ähnlicher Thematik herausgegeben hat/z. Zt. nur im
engl. Sprachraum heraus gibt – passt es wie
die Faust auf´s Auge – und das tut auch weh

18) Peter, Donnerstag, 20. Januar 2011, 15:43 Uhr

Ist das Dschungelcamp ekelhaft? Ja. Habe ich ein beklemmendes Gefühl, wenn ich weiß, dass viele der Leute dort hochverschuldet sind? Ja. Ist es höchst bedenklich wenn Menschen in TV-Sendungen direkt physische Schmerzen zu Unterhaltungszwecken zugefügt werden? Doppel Ja.

Wenn ich aber über Menschenwürde nachdenke, dann fallen mir sehr viel krassere Dinge aus dieser Welt ein. Diskriminierungen der unterschiedlichsten Art, Hinrichtungen wegen religiöser oder sexueller Orientierung, Diktaturen in verschiedensten Ländern, Hungersnöte, Sterbecamps für Kranke in Drittweltländern…
Insofern halte ich die Kritik am Dschungelcamp für zwar richtig, allerdings aber eine Beschwerde auf recht hohem Niveau. Ich hoffe, wir können dieses Niveau halten. Und vielleicht auch den Menschen helfen, die nicht rufen können “Ich bin ein mittel- und machtloser Mensch, holt mich hier raus!”.

19) Holm Dressler, Donnerstag, 20. Januar 2011, 15:46 Uhr

Als TV-Produzent, der “Light Entertainment” stets mit einer bestimmten Haltung produziert hat, bin ich sehr froh über diesen Kommentar des Gesellschafters von DWDL, zumal bisher auf diesem Portal fast täglich völlig absurde Lobeshymnen auf dieses menschenunwürdige Format zu lesen waren.

Aber da hat sich wohl lediglich ein DWDL-Praktikant austoben dürfen, der nicht begriffen hat, dass das Dschungelcamp hauptsächlich den Menschen gefällt, die sonst in großer Anzahl als “Gaffer” die Rettungsarbeiten bei großen Katastrohen verhindern.

20) mee2, Donnerstag, 20. Januar 2011, 15:48 Uhr

@Tobias

Gell wie alten Rom … Morituri te salutant … wann kommt endlich Rollerball live oder DSDS mit anschliessendem Kandidatenabgang ?? Am Anfang wollten die Zuschauer im alten Rom ja noch sehen wie die Gladiatoren würdig im Zweikampf sterben ( in Anlehnung an die kultischen Traditionen der Etrusker) später reichte es allemal wenn die Opfer nur kreischten und sich so lächerlich machten ….

21) Markus, Donnerstag, 20. Januar 2011, 16:08 Uhr

Ich denke: Jedem das Seine!!! Und wer so geil auf Pulicity ist, der braucht diese Behandlung!

22) Henning, Donnerstag, 20. Januar 2011, 16:15 Uhr

Eigentlich sollte ja ein ehemaliger Chefredakteur der BLÖD-Zeitung sich etwas bedeckt halten aber die gutmenschlichen Anwandlungen scheinen Herrn Spreng ja erst später übermannt zu haben.

Zur Sache: Der wesentliche Aspekt ist doch, dass ich den werbefinanzierten Quark von RTL und Co. ausschalten kann und dann weder belästigt werde noch dafür zahle. Viel verwerflicher finde ich, dass unsere gebührenfinanzierten Umerziehungssender nicht nur aus der Tagesschau eine Variante der aktuellen Kamera machen, in der nicht mal mehr versucht wird, den Anschein zu erwecken, Bericht und Kommentar zu trennen – sondern diese auch noch sehr ähnliche Formate ausstrahlen. Auch bei N3 wurden schon Bauern verkuppelt, auch im ZDF schon an Tierexkrementen geschnüffelt. Und für so eine Sch… muss ich auch noch zwangszahlen!

23) TV-Produzent, Donnerstag, 20. Januar 2011, 16:25 Uhr

Ja, das “Dschungelcamp” ist hervorragend produziert – einer der Hauptgründe warum viele von uns Medienmachern so viel Gefallen an dem Format finden.

Ja, die Teilnehmer sind freiwillig dabei und könnten die “Dschungelprüfungen” jederzeit abbrechen.

Gedankenspiel: Angenommen, eine Dschungelprüfung würde so weit gehen, dass einer der Kandidaten dabei ums Leben kommt. Immer noch kein Problem?

Wohl schon.

Also: Die Argumente “Freiwilligkeit” oder “Zensur” können kein ein Freibrief für alles sein. Es muss Grenzen geben, und da stimme ich dem Beitrag zu: das ist die Menschenwürde. Deswegen ist die Forderung auch richtig, dass die Landesmedienanstalten oder wer auch immer eingreifen müssen, wenn gegen Artikel 1 des Grundgesetzes verstossen wird.

Ist das bei Stromstössen der Fall? Ich meine: ja. Hab weggeschaltet.

24) Jan, Donnerstag, 20. Januar 2011, 16:59 Uhr

und wieder schafft es rtl im gespräch zu bleiben.

alles gut gemacht, anke.

bis zum nächsten stromstoß!

25) Shanti, Donnerstag, 20. Januar 2011, 17:49 Uhr

Wenn ein Stromschlag per se Folter ist, so ist Tauchen auch gleich Ertrinken. Der Vergleich hinkt stark, an ihm jedoch hängt mehr oder minder die ganze Argumentation. Oder wird das Konzept ansich (Kakerlaken, Ekel, …) der Prüfungen in Frage gestellt… dann wäre die Diskussion reichlich alt.

26) Colonel Trautman, Donnerstag, 20. Januar 2011, 18:09 Uhr

Hierzulande werden regelmäßig die Menschenrechte vieler Personen verletzt. Dies geschieht fast täglich durch die “Berichterstattung” von Drecksblättern wie der BILD, aber auch gerne durch die Polizei, die Ausländerbehörde oder gar die Justiz bzw. den Gesetzgeber selbst (Sicherungsverwahrung anyone?). Hier besteht unzweifelhaft Handlungsbedarf.
Volljährige Medienschaffende, die freiwillig & für ein fürstliches Entgelt an ekeligen/geschmacklosen, aber völlig ungefährlichen (!) Spielen teilnehmen, die sie zudem jederzeit problemlos verweigern/abbrechen können sind sicherlich kein Fall für Amnesty & Co. Wer ausgerechnet hier Handlungsbedarf erkennt und nach Zensur schreit macht sich schlicht lächerlich und banalisiert die zahlreichenwirklichen Menschenrechtsverletzungenn in diesem Land.

27) StefanP, Donnerstag, 20. Januar 2011, 18:18 Uhr

Wieder so ein Artikel zum Wohlfühlen, Empören über die Schlechtigkeit der Welt vulgo Unternehmen und sich, mit dem Grundgesetz in der Hand, erheben.

Zugegeben, ich schreibe nun über etwas, was ich nicht gesehen habe und deswegen nur begrenzt beurteilen kann. Doch auch einem “Politikberater” müsste klar sein, dass Würde ein interpretierbarer Begriff ist. Wäre er es nicht, hätten die Väter des Grundgesetzes, die allesamt schlauer waren als die hier versammlten Gutmenschen, diese genauer umschrieben. Platz und Artikel genug hatten sie ja.

Außerdem bedeutet, die Würde sei unantastbar, nur, dass sie nicht von anderen verletzt werden darf, insbesondere dem Staat. Die Grundgesetzväter hatten nämlich in den ersten 20 Artikeln den Schutz des Bürgers vor den Übergriffen des Staates im Blick. Was aber, wenn man selber auf das pfeift, was die Mitbürger als Würde ansehen? Besitzt eine Prostituierte keine Würde, weil sie ihren Körper für Sex gegen Geld zur Verfügung stellt? Das würden sehr viele bestreiten. Sind die Dschungelprüfungen tatsächlich entwürdigender, wenn dem Auserwählten die Möglichkeit gegeben wird, nein zu sagen und dennoch einen Betrag zu kassieren, von dem jeder Straßenstricher nur träumen kann?

Ja, Herr Spreng, da wollten Sie sich wieder als Gutmensch profilieren. Nur verliert man mit solchen Bestrebungen leicht das Maß und die Seriösität.

28) RCB, Donnerstag, 20. Januar 2011, 18:54 Uhr

Nebenbei ist das mit dem “Unterschichtenfernsehen” ja auch empirisch widerlegt. Halte es selbst seit einer Weile lieber mit “Untermenschenfernsehen”.

29) EuroTanic, Donnerstag, 20. Januar 2011, 20:08 Uhr

Ich habe meinen Fernsehempfang seit langem abgeschafft. Und das ist gut so. Keine Morde, keine Lügen, kein Klamauk und keine Demütigungen auf Kosten anderer. Ich wünschte alle Menschen könnte diese Freiheit geniessen.

30) Don Corleone, Donnerstag, 20. Januar 2011, 20:44 Uhr

Sie haben völlig recht, Herr Spreng. Erniedrigung, Entwürdigung und geistige wie körperliche Entblößung von verarmten C-Promis findet hier statt. Es ist schamlos und traurig, wenn auch gratis.
Aber Sie und wir können uns darauf verlassen, dass die fürstlich zwangsalimentierten öffentlich-rechtlichen Vergnügungsdampfer längst an der Abkupferung dieser geschmacklosen Formate arbeiten.
Die Quotenhurerei bestimmt auch dort das Niveau, das vor den wohlwollenden Augen der diversen Medienanstalten weit unter die Gürtellinie (pardon: auf Fersenhöhe) abgerutscht ist.

31) Peter Christian Nowak, Donnerstag, 20. Januar 2011, 20:47 Uhr

Soweit ich weiß ist RTL eine hundertprozentige Tochter der Bertelsmann-Konzerns. Und soweit ich weiß gehört zum Konzern Super RTL und Gruner + Jahr.
Der Fernsehsender Super-RTL gehört jeweils zur Hälfte dem Disney-Konzern und der RTL-Group, die sich wiederum zu 90,4% im Besitz der Bertelsmann AG befindet.
Also, was ich damit sagen will ist, daß der Bertelsmann-Konzern schon lange der Bewußtseinssteuerung im großen Stil verdächtig wird. Die Bertelsmann Stiftung ist wohl der größte Agitator auch hierfür: die Zerstörung gültiger Werte durch überhöhte Gewaltdarstellung, und der Einfluß auf die Identitätssuche Jugendlicher. Daß hier die LMK noch nicht tätig geworden ist hängt auch mit dem allgemeinen gesellschaftlichen Wertewandel zusammen. Wenn Menschen sich Facebook-mäßig zur Schau stellen, fallen auch in den täglichen Programmformaten die Hüllen und die Schamgrenzen. Bestimmte Formate sind sehr gut dazu geeignet, Werte infrage zu stellen, um sie dann durch vorgedachte zu ersetzen. RTL (nicht nur RTL) steht deswegen schon lange in der Kritik.

Im übrigen: Die Bertelsmann Stiftung ist – entgegen dem Anschein, den sie zu erwecken versucht – keine gesellschaftspolitisch neutrale Einrichtung zu uneigennützigen Zwecke, sondern dient einem besonderen Zweck: Den Meinungsbildungsprozess in der Gesellschaft Richtung neoliberaler Wirtschaftspolitik zu begünstigen und den Sozialstaat zu diskreditieren. Die Arbeitsmarktreformen sind im Hause Bertelsmann vorgedacht worden. Ein Think-Tank derartiger Durchschlagskraft überfordert den Intellekt derzeitiger und vergangener Politiker. Was soll,was kann man von einer Gesellschaft erwarten, die von solch lausiger Qualität regiert wird?

32) JG, Donnerstag, 20. Januar 2011, 21:26 Uhr

Aber Herr Spreng: Ein paar kleine Stromstöße heißen doch jetzt “verschärfte Verhörmethoden” und sind nach Ansicht vieler unserer amerikanischen Freunde völlig in Ordnung. Warum soll RTL nicht recht sein, was der glorreichen Führungsmacht der freien Welt billig ist?

Im übrigen wird man sich bei RTL sicher sehr freuen, wieder für ordentlich Aufmerksamkeit gesorgt zu haben – obwohl die Quoten des “Camps” ja sowieso schon traumhaft sind.

Und es wäre sehr schön, wenn über Menschenwürde oder Dinge, die wahrhaft widerlich sind, auch mal gesprochen würde, wenn es darum geht, daß Leute für vier oder fünf Euro die Stunde arbeiten sollen. Und sich dann noch tagaus, tagein in den meisten Medien (frei, unabhängig, nur dem Wahren, Guten, Schönen verpflichtet) als faule Schmarotzer beschimpfen lassen, welche unseren Staat ruinieren, weil sie gern eine halbwegs warme Wohnung hätten oder eine Brille.

Aber nein, jammern wir doch lieber weiter über den schlimmen Verfall von Geschmack und Werten bei Generation Suppenküche und – demnächst – Generation Gutschein.

33) catfun, Donnerstag, 20. Januar 2011, 21:46 Uhr

ich kotze. verstehe die heulerei nicht. freies land, freie meinungs- und willensäußerung, und wenn es die letzte möglichkeit ist wieder ein paar groschen zu verdienen oder ins gespräch zu kommen, ist diese am ende frei gewählt. bekomme eine krise wenn ständig brücken zur folter oder zum nationalsozialismus geschlagen werden. kann doch wohl nicht wahr sein. in diesem sinne: autobahn!

achso: zappt doch weg.

34) Stephan Barbian, Donnerstag, 20. Januar 2011, 22:30 Uhr

Ich nehme Bezug auf den Kommentar von Tobias um 14:46 Uhr, der dem Artikel widerspricht unter anderem mit dem Argument, man könne die “Fans” dieser Sendung nicht als “schlechte Menschen” betiteln. Ich kann beim besten Willen aus dem Artikel nirgends herauslesen, dass Herr Spreng die Zuschauer des Dschungelcamps herabgewürdigt hat.
Ferner habe ich den Verdacht, das Tobias (und einige andere) nicht verstanden haben, welche Sorge der Artikel zum Ausdruck bringt: Nämlich, dass Formate, wie das Dschungelcamp (und andere auf -meist bis ausschliesslich- den privaten TV-Stationen) unsere Gesellschaft in einer Art negativ prägen, dass wir alle die Auswirkungen dessen im Alltag beobachten und bisweilen auch schmerzhaft spüren können.
Das fing nach meinem Empfinden schon vor knapp 20 Jahren an, als die ersten Krawall-Talkshows in Deutschland starteten und ganz im Dienste der Quote wurde dort ein Umgangston kultiviert, der sich beim meist jungen, aber auch bei Erwachsenen festsetzte und pöbeln, herab würdigen und schreien salonfähig machte.
Ich gehe mit dem Artikel d’accord und finde es verantwortungslos, dass man das Ausblenden der Menschenwürde als Normalität etabliert und so sehr ich auch für die Eigenverantwortlichkeit jedes Einzelnen plädiere, finde ich, dass RTL und Co. mit diesen Formaten unserer Gesellschaft einen immensen Schaden zufügen.
Ich bin mittlerweile auch der festen Überzeugung, dass das nicht nur der Quoten wegen gewollt ist, sondern dass man diese Art der Abstumpfung des “Volkes” nicht nur hinnimmt, sondern gar wissentlich und absichtlich fördert.

35) orlando, Donnerstag, 20. Januar 2011, 22:30 Uhr

Vielleicht greift die Frage zu kurz, ob RTL das machen darf. Die Frage ist vielleicht eher, warum mit sowas so hohe Einschaltquoten zu erzielen sind. Was ist in uns Menschen, dass so etwas unser Interesse weckt? Warum gehen so viele von uns ins Kino, um sich Gewalt, Mord, Krieg anzuschauen. Je grausiger die Spezialeffekte, je mehr Blut spritzt, umso besser. Warum weckt das Drama, der Hass, die Intrige unser Interesse, warum faszinieren uns die Abgründe der Menschen? Wie viele Filme ujnd Dokus über Hitler wurden gemacht? Und wie viele über die Gegner des Regimes. Was faziniert uns mehr? Die grausigen Despoten, oder die wenigen Friedenbringer der Geschichte?

Und warum ergötzen wir uns am Leid anderer Menschen? Deren Erniedrigung (was bei RTL ja nur die extreme Ausprägung ist. Auch manche Satire-Sendung oder Stefan Raab leben in hohem Maß vom Bloßstellen anderer Menschen). Es kann nicht gemein gengn, nicht ekelhaft genug sein. Wir rufen an, um Menschen rein- oder raus-zuwählen. Und besonders für die, die uns als unsympatisch präsentiert werden, ist uns keine Grausamkeit zu mild. Sind das unterdrückte Hass- und Rachegefühle? Lernen wir nicht schon als Kind, hart zu urteilen? Dass die Menschen schlecht sind, dass man sich hüten muss, und dass sie es nicht besser verdienen? Wie schnell sind wir zur Hand, wenn eine Sau durchs Dorf getrieben werden soll? Wie wenig müsste passieren, dass wir Lynchjustiz gut heißen würden? Hängt ihn! Wie viel unterdrückte Dinge sind in uns, die jederzeit rausbrechen könnten. Weil wir nicht sehen können, was wir da tun. Weil wir uns im Recht fühlen und wie ferngesteuert agieren.

Weil wir Menschen auf griffige Formeln reduzieren – da wird einer ganz schnell zum Arschloch, zum Angeber, zum Idioten, zum Feind, zum Bösen, zu was auch immer. Für jeden haben wir ein paar Namen parat. Kein Mensch mehr, sondern nur noch ein Konzept. Und erst dann ist Gewalt möglich. Der andere, der Ausländer, der Ungläubige, der Linke, der Rechte, der Reiche, der Arme, der Fan des falschen Vereins, der falschen Religion, was auch immer. Und schon scheint alles möglich und gerechtfertigt. Es darf aber kein Mensch aus Fleisch und Blut sein. Aus dem Flugzeug kann der Soldat leicht die Bombe werfen. Er sieht die Frauen und Kinder nicht, die davon zerfetzt werden. Und es trifft ja die Bösen, die Anderen. Würde der Soldat die Frauen und Kinder sehen, ihre Sogen und Nöte kennen und ihr Lächeln, den Glanz ihrer Augen sehen, er könnte nicht abdrücken. Denn in Wirklichkeit überwiegt das Gute in uns. Nur Unbewusstheit lässt uns schlimme Dinge tun.

Aber will die Gesellschaft liebevolle Menschen? Was taugt so einer als Soldat, als Bankberater, also Politiker, als Geschäftsmann? Du musst ein Schwein sein – das lernen wir. Jeder ist sich selber der nächste. Dass das Leben Kampf ist, dass die Anderen unsere Konkurrenten sind, die wir ausstechen müssen, wenn wir was erreichen wollen. Mitgefühl werden weder befördert noch belohnt. Und Nachdenken und Nachfühlen über sich und andere schon gar nicht. Schon die Kinder sollen auf die sog. Leistungsgesellschaft vorbereitet werden. Und da zählt nur noch, was einer leistet, nicht mehr was und wie er ist (ist der tolerant, liebevoll, einfühlsam, in seiner Mitte, in Frieden, ist der sanft, kann er zuhören, ist er großzügig). Es geht darum, wie nützlich er für die Gesellschaft ist. Bildung wird immer mehr durch Ausbildung ersetzt. Und gar Herzensbildung? Wer wollte dafür noch die Geduld aufbringen. G8 ist angesagt. Computer und Wirtschaft muss das Kind lernen, Englisch und Mathe. Und Ellenbogen. Und Angst vor der Zukunft. Und ein tiefes Gefühl von nicht gut genug zu sein. “Streng Dich mehr an, sonst wirst Du es nie zu was bringen! Du musst arbeiten, Die musst härter zu Dir sein! Das Leben ist kein Zuckerschlecken! Nur die Besten werden es schaffen”. Und dann wundern wir uns, wenn wir die Früchte davon ernten.

36) Xpomul, Donnerstag, 20. Januar 2011, 23:18 Uhr

Es gibt eben nicht nur Junk an der Börse oder bei McD.

Mein RTL ?
Sicher nicht !

37) Lars, Freitag, 21. Januar 2011, 01:11 Uhr

Das Grundproblem ist doch, dass diejenigen, die sich am lautesten über Formate wie das Dschungelcamp aufregen, diese und andere Sendungen nie gesehen haben, ja, zum Teil noch besonders stolz betonen, schon seit Jahren keinen Fernsehgerät mehr zu besitzen. Auf welcher Grundlage wird denn da überhaupt diskutiert?

Manchmal scheint es mir als verstünden viele gar nicht, wie das Duschungelcamp überhaupt funktioniert und welche Menschen da in Australien sitzen. Da wird dann so getan, als säßen da einfältige Lieschen Müllers, die im Auftrag von RTL gequält werden. Dabei sind das mehrheitlich doch Teilnehmer, die es trotz vollkommener Talent- und Schmerzfreiheit nicht lassen können, ihre Gesichter in jede Fernsehkamera zu halten, wozu ihnen verschiedene TV-Sendungen auch noch vollkommen ironiefrei ausreichend Platz bieten. Vielleicht (und ich betone vielleicht), ist das Dschungelcamp die letzte Möglichkeit des mündigen Zuschauers, diesen Leuten das heimzuzahlen, was sie uns seit Jahren antun.

Und nebenbei: ein Verteidigungsminister, der vor afghanischer Kulisse gemeinsame Sache mit Johannes B. Kerner macht, um muntere Selbstinszenierung zu betreiben, sollte über mangelndes Niveau in den Medien besser kein Wort verlieren.

38) M.M., Freitag, 21. Januar 2011, 09:39 Uhr

Das Ausland soll ruhig weiter sehen, wie das deutsche Volk sich an Denunziation ergötzt. Bis in die ehrenwerten Eliten ist dieser Charakterzug verinnerlicht. Das Leben der anderen ist nicht so wichtig und steht zur Disposition. Im Gegenzug verlangen die Deutschen Menschenrechte in China.

39) Klaus, Freitag, 21. Januar 2011, 09:40 Uhr

Herr Spreng: Hat nicht Ihre Partei diese Privatsender in Deutschland durchgedrückt? Waren Sie nicht mal Verantwortlicher in der Springerpostille BamS, die nicht viel besser ist als solche Sender? Und jetzt zetern? Zwar spät aber immerhin.

40) PeRiBa, Freitag, 21. Januar 2011, 09:40 Uhr

Das einzig “Menschenunwürdige” am Dschungelcamp ist die Tatsache, dass man ihm nicht entkommen kann.

Auch wenn ich die Sendung nicht sehe, sehen wiil, weg zappe, so werde ich in jeder mehr oder weniger seriösen Tageszeitung, Wochenzeitschrift, in Blogs mit dem Quatsch bombardiert und bestens informiert.

Ich kann nicht mehr, ich will nicht mehr. Um der Berichterstattung über das Dschungelcamp zu entgehen, muss man wohl selbst im Dschungelcamp sein.

41) Tina Knuge, Freitag, 21. Januar 2011, 10:01 Uhr

Und diesen Artikel schreibt jemand, der mal an der BILDSpitze war?! Scheiß Doppelmoral!

42) Richard, Freitag, 21. Januar 2011, 10:03 Uhr

Netter Artikel… hab ich wahrscheinlich schon tausend mal gelesen…. aber wenn das aus dem Munde bzw. Feder eines Axel Springer Hauptmann kommt ist das schon lustig und an Zynismus kaum zu überbieten… aber sowas erlebt man häufig gerade in der Politk wie Ausbeuter dann später Ihr Handeln gutheißen wollen in dem Sie andere Ausbeuterer anschwärzen…

43) suz, Freitag, 21. Januar 2011, 10:05 Uhr

Ein ehemaliger ranghoher Mitarbeiter des Springer-Konzerns weiß, wie man Menschenwürde schreibt und wo sie steht?

Es besteht Hoffnung.

44) Markus Thimm, Freitag, 21. Januar 2011, 10:20 Uhr

Über den britischen Schauspieler und Komiker John Cleese hat erst diese Woche berichtet, dass er trotz scheidungsbedingter Pleite ein (mit 200000 Pfund Gage verbundenes) Engagement in den Dschungel abgelehnt hat. Stattdessen spielt er wieder Theater, hauptsächlich in der Provinz.
Leute wie Frau Karrenbauer oder Herr Carrier haben sicherlich einen gewissen Hintergrund der es ihnen ermöglichen würde, in ihrem Job zu arbeiten. Himmel, dann treibt man sich eben in Nebenrollen in irgendwelchen Heimatschmonzetten herum. Aber das ist halt mit Arbeit verbunden und es ist einfacher für ein Jahresgehalt 14 Tage die Zähne zusammen zu beissen. Auch wenn eine Kakerlake dazwischen klemmt.
Niemand wird gezwungen, jeder kann jederzeit aussteigen, auch vor oder nach dem 1. Stromschlag. Warscheinlich würde auch niemand mit ganz leeren Händen heimgeschickt. Aber die Eitelkeit hält sie alle im Camp. Denn plöttlich sind sie alle “Stars”, hätten die meisten vorher sicherlich selber nicht gedacht. Und warscheinlich stimmt es sogar, schließlich schaffte es der eine oder andere in vergangenen Jahren durchaus, seinen Marktwert durch diese Sendung zu steigern. Und sei es nur innerhalb der Bertelsmannsenderfamilie.
Verglichen damit ist der Verzehr herumkrabbelnder Proteine oder das Kuscheln damit doch ein Klacks, wenn die Alternative darin besteht, seine (sicher selbstgewählte) Arbeit auszuüben.

Noch eine Anmerkung zum “Folterverdacht”!
Wenn dort ein bißchen mit Reizstrom rumgespielt wird, na ja. Wenn von Stromstößen die Rede ist, hat das immer gleich den Ruf nach A.I. zur Folge. Wer hat denn früher nicht als Mutprobe an den Elektrozaun gefasst? Wenn irgendwo im Fehrnsehen jemand barfuß über spitze Steine läuft oder im Winter ins eiskalte Wasser springt ist das sicherlich nicht weniger unangenehm.

Unterm Strich gesehen benehmen sich im Dschungelcamp ein paar Deppen so, wie wir es von ihnen erwarten und kassieren dafür unverhältnismäßig viel Geld. Wenn uns das nicht passt, schalten wir einfach weg.

45) Felix Nagel, Freitag, 21. Januar 2011, 10:27 Uhr

Immer schön ans Glashaus denken.

46) binaerfunk, Freitag, 21. Januar 2011, 10:46 Uhr

veräußert der Clown, der sich treten und bewerfen lässt seine Menschenwürde? Oder der Hans Wurst auf dem Jahrmarkt? Oder der Performancekünstler, der seinen Körper durch schmerzhafte Repitionen bis an die Grenzen treibt?
Die Burgeoisie als staatstragende Schicht stellt ihre Ansichten zur Conditio Humana, bzw. zu deren Eindämmung als der Weisheit letzter Schluss hin. Dazu nur so viel: Für einige Menschen hat ihre gesellschaftliche Rolle wenig mit ihrer zuinnerst empfundenen Würde zu tun. Das mag für Selbstdarsteller und Vollzeitpersönlichkeiten schwer zu verstehen sein, ist aber deshalb nicht weniger legitim.

47) Marc, Freitag, 21. Januar 2011, 10:52 Uhr

Ich wünsche schon mal vorab viel Spaß mit dem demnächst auf RTL ausgestrahlten Format “Undercover Boss” – für mich die zynischste “Reality”-Show seit langem.

48) Frank Reichelt, Freitag, 21. Januar 2011, 11:20 Uhr

Das ist wie mit dem Ex-Trinker oder Ex-Raucher, wenn sie es nicht mehr sind entwickeln sie sich zum militanten Gegner ihres ehemaligen tuns.
Ist bei mir genauso. Früher war ich mal Kind, aber seit ich es nicht mehr bin hasse ich die kleinen Nervensägen!

49) murry, Freitag, 21. Januar 2011, 11:33 Uhr

Schwer zu sagen. Artikel 2 Absatz 1 des Grundgesetzes garantiert auch die freie Entfaltung der Persönlichkeit. Darin ist auch das Recht enthalten sich vor Millionen Fernsehzuschauer zum Affen zu machen. Bei solchen Fernsehformaten geht ja die Verletzung der Menschenwürde vom Teilnehmer selbst aus.

50) Fleckengilb, Freitag, 21. Januar 2011, 11:40 Uhr

“Die schärfsten Kritiker der Elche Waren früher selber welche”
Das dachte ich auch gerade. Langjähriger Chefredaktuer der BamS beschwert sich -zu recht- über den Verfall der Menschenrechte. Irgendwie komisch. Wo die BamS doch auch nicht weiss was Menschenrechte sind.

51) Toronto, Freitag, 21. Januar 2011, 11:47 Uhr

Ob ein Mensch nun vorher gefragt wird, ob er gefoltert werden möchte oder nicht, setzt doch nicht die Folter in ein anderes Licht? In der Regel können – warum auch immer – Verdächtige, die gefoltert werden, die Folter auch ganz leicht stoppen, in dem sie sich zur “Wahrheit” bekennen. Sind die also auch “selbst Schuld”?
Durch immensen gesellschaftlichen (meist mit zusätzlichen, durch RTL ausgelösten) Druck, bleibt den Kandidaten quasi keine andere Wahl. Es ist auch eigentlich unerheblich, ob sie nun die Wahl haben oder nicht: Die Stromschläge werden genutzt, um die Menschen zu quälen und anschließend die gequälten Gesichter ins Fernsehen übertragen zu können. Das ist Menschenunwürdig, und mögen die Protagonisten noch so viele Veträge unterzeichnet haben. Die Veträge an sich würden einer Sittenprüfung kaum Stand halten können.
Menschenwürde ist unveräußerlich – auch der Inhaber derselbigen kann diese nicht verkaufen.

Vergleiche zu Selbstdarstellern, wie Clown, Perfomancekünstler, etc. hinken ganz, ganz gewaltig.
Zum Einen: Clowns tragen eine Maske. Niemand erkennt den Clown von der Bühne hinter der Maske, von daher sorgt der Clown schon für genug Selbstschutz.
Aber selbst, wenn wir einen “Narren” haben, den du ohne Probleme erkennst: Er stellt sich immer noch mit seinem Namen vor. Aber auch dann ist der Clown immer noch an anderer Stelle einzuordnen:
Der Clown entscheidet immer 100% selbst über seine Darstellungen, er wird im Zirkus nie vor dem Moment stehen “Moment, nein – das war nicht geplant! Das geht zu weit!”, da er seine Performance selbst festlegt und einordnet. Er kann sich dementsprechend auch auf den entstehenden Druck und auf den aufkommenden Spott/Hohn mental vorbereiten und davon isolieren. Vor Allem aber weiß er, dass der Chefdompteur ihn nicht gleich (gefragt) auf einen elektrischen Stuhl setzt. Das Problem beim Jungelcamp ist die öffentliche Fragestelltung, vor laufender Kamera – da baut sich ein mentaler Druck auf, den jeder, der noch nicht davorgestanden hat, nicht einmal im geringsten nachvollziehen kann. Den Kandidaten ist so keine korrekte Einschätzung der Lage mehr möglich und die Sendung muss somit gestoppt werden.
Wenn die Veträge von vornherein klarer gewesen wären (á lá am Tag 1 steht Prüfung X, am Tag 2 steht Prüfung Y, am Tag 3 steht Prüfung Z, etc.), könnte man mit Sicherheit noch einmal anders darüber reden. Aber wischi-waschi-Klauseln sind in diesem Zusammenhang als sittenwidrig einzuordnen.

Performancekünstler haben eine ganz andere Ausrichtung – sie arbeiten nicht über Spott und Hohn, sondern über Aufmerksamkeit und Zuwendung, vielleicht auch ein wenig durch “Schock”. Aber, ein Performancekünstler, der sich ein Schwert in den Hals schiebt, stellt damit nicht seine Idiotie, Dummheit, etc. in die Öffentlichkeit – sondern sein Können. Und das ist ein Unterschied wie A und Z.

52) ren, Freitag, 21. Januar 2011, 11:47 Uhr

Wie sagte mal jemand:

Jede Gesellschaft bekommt die Politiker und das Fernsehprogramm welches es verdient…

53) Martina Yaman, Freitag, 21. Januar 2011, 11:53 Uhr

Mir bereitet das Zusehen schon körperliches Unbehagen, wenn sich Menschen laecherlich machen – schon als Kind bei “Verstehen Sie Spass” habe ich mich unwohl gefühlt. Selbst bei Spielfilmen und Comedys, wo es eben darum ging, dass einer/eine sich blamierte….

Es ist mir vollkommen schleierhaft, wie man an so einer Show Vergnügen finden kann. Mir bereiten schon die Bilder ein ungutes Gefühl….

54) Mak, Freitag, 21. Januar 2011, 12:02 Uhr

Erhellend ist der Beitrag in der FAZ vom letzten Samstag (abrufbar unter http://www.faz.net/s/Rub510A2EDA82CA4A8482E6C38BC79C4911/Doc~E29817FA07F3F482F98F64929AB86FB54~ATpl~Ecommon~Scontent.html).

Den meisten Prominenten ist klar, worauf sie sich einlassen. Und sie wissen auch, welche Rolle sie zu spielen haben. Und das machen sie auch.

Das Gesamtkonzept ist (wie so vieles andere im Fernsehen) fragwürdig und wir nähern uns immer mehr der “Dekadenz” im Rom der Spätantike an (IMHO).

55) Hans, Freitag, 21. Januar 2011, 12:02 Uhr

Nun hat das etablierte Gutmenschentum ein Thema gefunden, schön – nich. Man geht mit dem GG in der Hand gegen Stromstöße im Dschungel vor. Das ist doch an Wichtigkeit nicht zu übertreffen. Man mag zu diesem (und anderen ähnlichen Formaten) stehen wie man will. Aber auf jeden Fall sind diese Ausdruck eines Zeitgesistes, der schon bedenklich sein sollte.
ABER Wer rennt mit dem GG in der Hand durch D und verteidigt die Würde seiner Mitmenschen, die durch Hartz IV, Lohndumping, “prekäre” Beschäftigungsverhältnisse tief und ständig und auf Dauer in ihrer Würde verletzt werden. Wer schützt die Würde derer, die durch Lebensmittelkonzerne, landwirtschaftliche Monopole vergiftet und geschädigt werden und sich dessen, einfach aus finaziellen Gründen nicht erwehren können? Wer schützt die Würde der Alten und Kranken, die den “Segnungen” der Gesundheits- und Pharmaindustrie schutzlos ausgeliefert sind?
Is so – der Fisch stinkt immer vom Kopfe her, nicht nur im Dschungel.

56) nurmalso, Freitag, 21. Januar 2011, 12:10 Uhr

soviel aufregung. um nichts.
solange die fernsehgeräte noch mit einem “aus”-schalter produziert werden, hat doch jeder die möglichkeit, diesem treiben die geschäftsgrundlage zu entziehen.
oder eben einfach nicht anrufen.

57) Frank Reichelt, Freitag, 21. Januar 2011, 12:20 Uhr

Das sogenannte “Zwergenwerfen” ist ja in Deutschland verboten. Ich durfte in Verwaltungsrecht mal eine Klausur darüber schreiben. Hier argumentiert man, der kleinwüchsige wird zum Objekt (Wurfgeschoss) herabgewürdigt, Verstoß gegen Artikel 1 GG.
Die kleinwüchsigen argumentieren, sie machen es freiwillig, ja sie bestreiten damit sogar ihren Lebensunterhalt. Egal, die Menschenwürde ist unveräußerlich und steht als Grundrecht höher als die Berufsfreiheit.
Wie siehts nun mit den Dschungelcampern aus?
Ich bitte um qualifizierte Meinungen.

58) Walter, Freitag, 21. Januar 2011, 12:28 Uhr

Das Schlimme an der Sendung ist nicht der Umgang mit den Deppen im Camp, sondern was aus den Zuschauer vor der Glotze wird.
Wie man bei den Befürworter der Sendung und deren Kommentaren sehen kann.

59) Michael A. Nueckel, Freitag, 21. Januar 2011, 12:30 Uhr

… ohlala, “interessante” Sendung, war mir glatt entgangen – wie wohltuend doch die Firewall diverser Printmedien wie FAZ, SZ, HB u.a. wirken kann. Gehört RTL nicht maßgeblich zu Bertelsmann? Vielleicht kompensieren die das durch Ihre Stiftung mit entsprechenden Medien-Forschungen. Aber im Ernst: Die Zuschauer habe es in der Hand, RTL für diese quotenabhängigen Programme durch Umschalten zu ignorieren, das Problem: Der Narzissmus des Zuschauers, der wohl die Herabsetzung der Teilnehmer genießt. Insoweit frage ich mich, wer mehr zu bemitleiden ist, die Teilnehmer oder der (“gebildete”, persönlichkeitsbedingt verhaltensgest…) Zuschauer? Ich habe mal in einem Haus gewohnt, da hat man mich für die Verweigerung, zusammen DSDS zu schauen, empört beschimpft. RTL bedient ein kompensatorisches Bedürfnis vieler Zuschauer, die sich diesen Genuß nicht nur bei diesen TV-Formaten besorgen. Das Problem in dieser Gesellschaft ist daher ungleich größer. Art. 1 GG wohl ein stumpfes Schwert, mit Paragraphen kann man diese psychopathologischen Defizite nicht bekämpfen.

60) Heyland’s, Freitag, 21. Januar 2011, 12:52 Uhr

Wenn unser ach so ehrlicher, honoriger, nichtkorrupter Oggersheimer eines erreicht hat, dann den endgültigen Durchbruch seiner vorbildlich vorgelebten geistig-moralischen Werte. Besonders gut gefallen mir immer wieder die Entrüstungsorgien all seiner publizistischen Steigbügelhalter, die heute nicht mehr so gerne an ihre Dienste erinnert werden. Pisa lebt und ist überall. Die Geister, die ich rief . . .

61) Dirk, Freitag, 21. Januar 2011, 12:57 Uhr

Die heutigen Fernsehgeräte sind so konzipiert, daß man mehrere Programme empfangen kann. Anstatt sich über den Mist auszulassen, bräuchte man bloß den Finger bewegen und um- bzw.noch besser ganz ausschalten. Wenn das jeder beherzigt, würde es solche Diskusionen gar nicht geben und man könnte sich Gedanken machen, wo in diesem Land tagtäglich die Menschenwürde wirklich verletzt wird.

62) Jens, Freitag, 21. Januar 2011, 13:09 Uhr

Natürlich ist RTL mindestens so schändlich wie BILD, aber ich verstehe das Mitleid mit den RTL Protagonisten nicht ganz. Die Würde solcher Selbstdarstellers steht sehr wohl zum Verkauf.

63) Markus Thimm, Freitag, 21. Januar 2011, 13:40 Uhr

Ich bin in mich gegangen und habe mein Statement zu der Elektroschockbehandlung noch mal überdacht. So harmlos, wie ich erst geschrieben habe, ist es möglicherweise nicht.
Dabei geht es mir nicht darum, was die Kandidatin dort abgekriegt hat, sondern um was anderes.

Methoden, die rund um den Globus menschenrechtswiedrig eingesetzt werden, um andere Menschen WIRKLICH zu quälen oder gar zu töten, dürfen natürlich nicht zur Belustigung des RTL-Volkes verniedlicht werden. Warscheinlich war das ganze als Versuch der Programmautoritäten gedacht, um die Grenzen auszutesten:
Klappt das? Können wir uns an Water-Boarding und Scheinhinrichtungen (in der Light-Version) ran wagen? Was akzeptiert der Zuschauer, der Kandidat, die Politik, wann streiken die Moderatoren?

Ach ja, was war dabei mit D.Bach? Ist doch angeblich so ein Tierfreund und Unicef-Begeisterter?!

64) Stimpy, Freitag, 21. Januar 2011, 15:16 Uhr

Ein ehemaliger Chefredakteur der BamS will uns was von Moral erzählen? Ist das hier Realsatire?

Sowas kann ich leider nicht ernstnehmen, nicht aus Ihrem Munde…

65) Bernd, Freitag, 21. Januar 2011, 16:06 Uhr

Was wollt ihr denn? Brot und Spiele gabs immer schon, nur haben die Leute zu unserer Zeit die Wahl, was sie sehen wollen und was nicht, woran sie teilnehmen wollen und woran nicht, wofür sie Geld bezahlen wollen und wozu nicht. Ich kann mich köstlich darüber amüsieren, wie sich Menschen, die meinem Empfinden nach peinlich sind, sich selbst aber für wahnsinnig interessant und wichtig halten, und darum auch keinerlei Scheu empfinden, in absurden Situation profilieren.
Sie sind ja freiwillig da und es ist mir doch egal, ob sie schauspielern oder nicht. Falls Ja: Ich kann mich auch im Theater unterhalten. Falls Nein: Auch herrlich, die Protagonisten erhalten viel Geld dafür, dass sie Ihre Bedürfnisse (Geltungsdrang) ausleben dürfen und ich amüsiere mich dabei, Ihnen die gewünschte Aufmerksamkeit zu geben.

Wer seid ihr denn, dass ihr die Vormundschaft für eine ganze Gesellschaft übernehmen wollt?

66) ThomWeb, Freitag, 21. Januar 2011, 16:07 Uhr

Mahlzeit zusammen,

Fernsehen ist ein Restmedium für diejenigen, die sich Kino, Internet, DVDs nicht leisten können. Oder wollen. Ich sehe das an den Dementen im Alter über 70 unter meinen Verwandten.

Ich habe in den letzten Tagen mehrfach versucht, mit das Dschungelcamp auf RTL anzusehen. Man will ja mitreden können. Ich habe es nicht länger als 60 Sekunden geschafft. Dann wurden die Schmerzen zu groß.

Trotzdem gab es diese Woche eine Möglichkeit, sich über die Sendung in Szene zu setzen. Günter Jauch, ein Schuldenberater und eine GrandPrixDeLaEurovisionGewinnerin im Dschungel. Bei PRO7 im Switsch Reloaded. Alle Informationen, die man braucht.

Ja, auch das kann Fernsehen sein. Switch, South Park, Bernd das Brot, Terrra X, gestern Abend das Parfum. DAS ist kein Restefernsehen.

Aber ich gebe zu, dass ich jeden Tag mindestens 5 Minuten mit der Fernsehzeitschrift verbringe, um mir die wertvollen Sendungen zu suchen.

RTL zählt nicht zu meinen Sendern, seit sie South Park rausgeworfen haben.

67) Georg Letzerich, Freitag, 21. Januar 2011, 18:26 Uhr

Menschenwürde? Haben Sie schon einmal das Vergnügen gehabt bei der Sicherheitskonrolle am Flugplaz durch einen Nacktscanner gehen zu dürfen? Ist mir in MIAMI so ergangen. Der Innenminister wird die Geräte in Deutschland auch einführen ( höre ich aus der Industrie ).
Dann werde icj neben der USA auch Deutschland nicht mehr betretten. Gruss aus Mallorca P,S. Wir haben uns einmal bei Lambert kennengelernt. SALUDOS GEORG LETZERICH

68) Axel W., Freitag, 21. Januar 2011, 18:31 Uhr

Sie Geister, die ich rief…
-wer wollte denn unbedingt Privatsender. Die CDU. und wer wolle den Strommarkt lieberalisieren? Die CDU (Umweltministerin Merkel war dabei). Beides ist nicht zum Vorteil unserer Gesellschaft.
Außer einigen Dokumentationen und mehr Sport kommt doch heute nur mehr Müll im Fernsehen. Leider nähern sich die öffentlich rechtlichen den privaten immer mehr an (Telenovelas, Boulevardmagazine).
Und die interessanten Magazine wie Fakt,Panorama etc. werden gekürzt.
Brot und Spiele halt. Und keine Illusion Herr Spreng, das Geld wird schon dafür sorgen, dass die Grenze nicht neu gezogen, sondern weiter verschoben wird.
RTL etc. sind halt Bild etc. in Bild und Ton.
Schlimm, da wird in ZAPP von einer Kritikerin gesagt, das es einfach ein gut gemachtes Format und gesellschaftlich akzeptiert sei.
Na, wenn das wahr ist, sollten wir uns möglichst schnell abschaffen!

69) mambo, Freitag, 21. Januar 2011, 19:54 Uhr

Solange das Volk Brot und Spiele hat,
können die Herrschenden tun und lassen ,was sie wollen.
Hartz IV ist das Brot ,und das Privatfernsehen sind die Spiele.

70) Peter Christian Nowak, Freitag, 21. Januar 2011, 20:03 Uhr

@binaerfunk,

*Für einige Menschen hat ihre gesellschaftliche Rolle wenig mit ihrer zuinnerst empfundenen Würde zu tun. Das mag für Selbstdarsteller und Vollzeitpersönlichkeiten schwer zu verstehen sein, ist aber deshalb nicht weniger legitim.*

Ja, ja, jeder definiert sich seine Würde selber – aus welcher Büchse die “Legitimation” auch kommt. Ein Stromstoß ist “nur” ein Stromstoß… und wer seine Würde aus der Steckdose bezieht, ein würdeloser Vollidiot.

71) Jürgen Mayer, Samstag, 22. Januar 2011, 05:08 Uhr

Ich glaub ich habe RTL seit gut fünfzehn Jahren nicht mehr bewusst gesehen. Also mein halbes Leben lang schon nicht mehr. Und fernsehen tue ich sowieso mehr kaum
Doch: “die Menschenwürde ist nicht veräußerbar. Auch nicht vom einzelnen Besitzer der Menschenwürde.” Das ist selbst in diesem aus meiner Sicht kulturell zutiefst fremdenfeindlichen gegenwärtigen Deutschland ein neuerlicher und weitergehender Tiefschlag. Unter die Gürtellinie jeglichen Gedankens an eine Selbstbestimmung von Menschen.

Unabhängig davon was da beim “Dschungelcamp” alles passiert oder nicht: wenn dort tatsächlich Menschen gefoltert werden, gegen ihren Willen und Verträge Qualen ausgesetzt, weshalb greifen dann keine Persönlichkeitsrechte und muss wie meistens in solchen Fällen im Land die gute alte “Menschenwürde” herhalten. Für alles und jeden – nach Gutdünken?
Was soll das – eigentlich? Was sind das für “Werte und Normen”, welche Gewalt ist das über die Leben anderer, fremder Menschen zu bestimmen?

Was für eine Konsenskultur?

Wenn für die einen ein polizeiliches Computerspiel, für weitere der gefilmte Sex einer Frau mit zwei Männern und für wieder Andere eben eine Fernsehsendung dagegen verstoßen würde?
Ich habe die Sendung nicht gesehen und dies auch nicht vor. Doch weiß ich etwa, dass international übliche MMA-Sportberichte sogar noch tatsächlich “verboten” wurden im (frei empfangbaren) deutschen Fernsehen. Also weshalb ist hier etwa der ansonsten allgegenwärtige “Jugendschutz” tatsächlich noch nicht eingeschritten? KJM-Befunde hin oder her.

72) Recht Unbedeutend, Samstag, 22. Januar 2011, 05:09 Uhr

Ein aktuelles, aber ein wohlfeiles Thema.

Alles nur Abbild seiner Zeit, in der moralische Grenzen, ganz entgegen der allgemeinen inflationären Preisentwicklung, im Spitzenbereich für 5-stellige Summen zu überwinden sind (in Medien, Sport und Politik – nur die Wirtschaft ist da eine Bastion). Und in der Breite eifern die Laiendarsteller der “scripted reality” für ein Taschengeld der Geschichte nach. Die Menschen wollen sich anscheinend sehen. Nicht mehr wie früher zwangsweise, in einem Zug auf Holzbänken, wo es nach Schweiß und Mensch riecht, oder im Gottesdienst. Schön auf dem Sofa, mit Raumparfüm, Flachbild und Chips, will doch keiner alleine bleiben. Nur den Filter bestimmen die Manipulatoren, die andere erniedrigen müssen, um sich selbst erhaben vorzukommen. Auf den Trichter muß man nur einmal kommen, das hält für’s Leben. Der Mensch ist des Menschen Wolf, man muß ihn nur anständig ermutigen!

73) JG, Samstag, 22. Januar 2011, 06:35 Uhr

Um mal Fakten beizusteuern:

Frau Karrenbauer, die die Stromstöße bekam, war in letzter Zeit ihrer eigenen Aussage zufolge Hartz-IV-Empfängerin. (So viel auch zu dem wohlfeilen Ratschlag, doch einfach ein bißchen Theater zu spielen… Kann der Ratgeber ein Engagement anbieten?)

Was hätte wohl das “Job-Center” gesagt, wenn es erfahren hätte, daß Frau Karrenbauer die Möglichkeit, sich ihren Lebensunterhalt für mindestens ein Jahr zu verdienen, abgelehnt hätte? Für wie lange Zeit wären ihr dann, als überführte Arbeitsunwillige und folglich “Sozialschamrotzerin”, die Bezüge gestrichen worden, vermutlich sämtliche?

Haben nicht gewisse Herrschaften, die wahre Muster an Integrität, gutem Benehmen und solidarischem Verhalten sind, verfügt und verkündet: KEINE ARBEIT IST UNZUMUTBAR? JEDE ARBEIT MUSS ANGENOMMEN WERDEN! Ist dies nicht ein wesentlicher Bestandteil der in den Medien und von der restlichen politischen Klasse immer und immer wieder bejubelten großartigen “Sozialreformen” der letzten Jahre?

Ja, es weht ein eisiger WInd, wo der Neoliberalismus herrscht. Nur mit dessen konkreten Folgen möchte man lieber doch nicht so direkt konfrontiert werden?

74) franken(stein), Samstag, 22. Januar 2011, 08:35 Uhr

Wenn die Bildungsausgaben unserer Gesellschaft ständig erhöht werden müssen, ist dies für mich auch ein Indiz, dass andererseits jede Menge Institutionen an der Verblödung arbeiten.
Warum nicht eine Verblödungssteuer einführen, um die Bildung zu finanzieren?

75) Cato, Samstag, 22. Januar 2011, 10:35 Uhr

Wer sich ständig verblöden läßt wird irgendwann selbst blöd! Was der Zweck dieser Cadokraten
ist! Denn nur ein blödes Volk ist ein Gutes Volk, weil leicht regierbar, führbar(Der Führer läßt
grüssen), und manipulierbar! Gab es da nicht einmal früher eine BRD mit einem Grundgesetz?

76) Michael Friedrich, Samstag, 22. Januar 2011, 11:45 Uhr

D’accord, obgleich – die Vorliebe des Pöbels ist hier im Großen offenbar, welches im Kleinen schon längst praktiziert wird. Der Unterschied zwischen den Gaffern am Straßenrand bei einem Unfall und den vor dem Bildschirm ist nicht vorhanden – bestenfalls sind Medien für die Macher und Werber lukrativer. Deshalb weis ich nicht, ob ich mir wirklich Sorgen über diese Entwicklung(?!) machen soll – ich bin lediglich desillusioniert.

Worüber ich mich eher sorge, ist die zunehmende Gesellschaftsfähigkeit gewisser Werte, die früher (wann auch immer dieses “früher” war) zumindest geächtet waren und durch die Medien zur Normalität wurden und werden. Um Missverständnisse vorzubeugen: Ich rede nicht etwa von Sex und Porno, sondern von etwas, das man durchaus als “Aphilie” bezeichnen möchte – zumindest wirkt es auf mich krankhaft.

Warum dieses Urteil? Sender wie RTL sind auf Zuschauer angewiesen, wie Publikationen (Zeitungen, Nachrichtenportale usw.) auf entsprechende Rezeptienten. Die Verführung, niedere Instinkte anzusprechen, um einen Mob zu bewegen gab es in der Vergangenheit ebenfalls schon, bedenke berühmte und berühmt-berüchtigte Redner mit ihren diversen rethorischen Stilmitteln.

Trotzdem werden solche Sendungen angesehen, trotzdem werden Unterschichtsberichte (vor allem Geschlechts(teil)journalismus gepaart mit pseudopolitischen Beiträgen und gossenhafter Kritik diverser Boulevardblätter) gelesen – und sei es darum, um darüber zu berichten und um sich darüber zu echauffieren.

77) Bernd, Samstag, 22. Januar 2011, 12:34 Uhr

JG: Der Schluss deiner Aussage ist also, dass das Job-Center wohl gesagt hätte: “Frau Karrenbauer, wenn Sie keine Stromstöße über sich ergehen lassen, streichen wir Ihnen die Bezüge”?

Sorry, aber solche Argumente sind so lächerlich, dass ich da nicht weiter drauf eingehe. Wander doch zu Georg Letzerich nach Mallorca aus, da ist alles toll.

78) jps-mm, Samstag, 22. Januar 2011, 13:57 Uhr

Penetrantes Schweigen über Menschenrechtsverletzungen:

Im Jahr 2005 stellte die Merkel das Programm für die Legislaturperiode unter das Motto “Mehr Freiheit wagen”. Tatsächlich aber hat die Merkel in den letzten 4 Jahren u.a. dafür gesorgt, dass
- die Bürgerrechtsverletzungen schwerster Art unverändert fortgesetzt wurden,
- die dafür verantwortlichen Rechtsbrecher systematisch der Strafverfolgung entzogen wurden,
- mittels Vorratsdatenspeicherung sämtliche Verbindungsdaten von Internet- und Handy-Verbindungen über einen Zeitraum von 6 Monaten gespeichert werden,
- das BKA eigenmächtig – ohne Beaufsichtigung durch einen Staatsanwalt -präventive Ermittlungen ohne konkreten Tatverdacht durchführen darf,
- die Befugnisse des BKA zu Lauschangriffen auf Wohnungen nochmals deutlich ausgeweitet wurden,
- das BKA auch die Befugnis für Video-Überwachungen von Wohnungen erhalten hat,
- die Durchsuchung und Überwachung von Computern im Wege der sogenannten Online-Durchsuchung zulässig ist.

Die Merkel hat die Bürgerrechte vollständig ausgehöhlt und die letzten Restbestände der Verfassung faktisch außer Kraft gesetzt.

Die Merkel hat den Begriff “Freiheit” damit vollständig entkernt. Deutschland ist schon längst ein asozialer Unrechtsstaat. Und das muss man direkt ansprechen.

79) Andreas, Sonntag, 23. Januar 2011, 01:25 Uhr

Gilt das deutsche Grundgesetz jetzt auch schon in Australien?

Ich wär dafür, Australien zu verbieten.

80) Georg Raetz, Sonntag, 23. Januar 2011, 01:35 Uhr

Jemand der für die sog. BILD-”Zeitung” geschrieben hat, sollte sich nicht ernsthaft über “RTL” wundern… die Zielgruppen sind wohl identisch… und wenn die große Anzahl der sog. Leser und der Zuseher ausschlaggebend wäre, dann sollten wir wohl anfang mit dem Mist essen, Millarden Fliegen können ja nicht irren ;-)

81) Z, Sonntag, 23. Januar 2011, 12:59 Uhr

Längst fälliger Beitrag. Danke dafür. Genau aus diesem Grunde schaue ich seit 10 Jahren keine Privaten mehr. Wenn ich denn mal bei Freunden kurz reinschaue, bin ich jedes Mal entsetzt über das Niveau. Aber offenbar finden das genug Leute, auch hier in den Kommentaren, ganz gut so. Armes Deutschland.

82) Sven, Sonntag, 23. Januar 2011, 19:09 Uhr

Sehr richtig, ich unterschreibe jedes Wort. Ich muss allerdings gestehen, dass mir gerade die Springer-Presse in dem Zusammenhang als Mittäter einfällt: Nicht nur, dass in der BILD-Zeitung regelmäßig ähnliche Dinge passieren und passiert sind (ich bekenne mich hiermit als Wallraff-Leser und nehme ihm 90% seiner Erlebnisse als Undercover-BILD-Reporter auch ab), Auch in der Welt wird man von dem Unsinn im Dschungelcamp nicht verschont und auch Nicht-RTL-Schauer werden so up to date über die neuesten Verletzungen der persönlichen Würde gehalten und vielleicht sogar animiert, RTL noch bessere Einschaltquoten zu bescheren.

83) Hasso, Montag, 24. Januar 2011, 13:53 Uhr

@Henning
“Der wesentliche Aspekt ist doch, dass ich den werbefinanzierten Quark von RTL und Co. ausschalten kann und dann weder belästigt werde noch dafür zahle.”

Das ist leider der große Irrtum, dem die meisten Kritiker der öffentlich-rechtlichen Medien unterliegen. Selbstverständlich bezahlen sie für den “Quark”, wenn sie Produkte kaufen, die in diesen Sendern angeboten werden – genau das heißt “werbefinanziert”! Und auch diejenigen, die sich wie ich diese Sender so gut wie nie ansehen, zahlen munter mit.

84) Dirk Burchard, Montag, 24. Januar 2011, 15:10 Uhr

Gähn, RTL kann jeder wegzappen, aber wo sind diese ganzen RTL-Basher eigentlich, wenn es um viel perversere Spielchen auf der Gorch Fock oder bei Elite-Bundeswehreinheiten geht?

85) Norbert, Montag, 24. Januar 2011, 21:14 Uhr

> “Die Würde des Menschen ist unantastbar” (Artikel 1 des Grundgesetzes)

Ein nobler Satz, aber das Grundgesetzt formuliert die Rechte des Einzelnen gegenüber der Staatsgewalt und zu der zählt RTL zum Glück nicht.
Allerdings hat sich auch das Presserecht an diesem Grundrecht zu messen.

86) Mirage, Montag, 24. Januar 2011, 21:39 Uhr

Sie werden es wohl hinnehmen müssen, dass andere Menschen andere Geschmacksgrenzen kennen.

Erbärmlich, wie Sie, Herr Spreng, und eine händeringende Kommentatorenhorde anderen Menschen vorschreiben wollen, wo ihre Menschenwürde aufzuhören hat, anstatt abzuschalten und ein gutes Buch zu lesen.

87) Fiko, Dienstag, 25. Januar 2011, 20:38 Uhr

Ich finde es unsinnig diese Sendungen zu kritisieren. Jeder Mensch hat die Wahl bei solchen Sendungen mitzumachen oder es zu lassen. Die Sender können niemanden zwingen sich quälen zu lassen. Wenn im Dschungelcamp jemand eine Aufgabe bekommt, die in aller Regel schmerzhaft oder demütigend für die Person ist, kann die Person sich weigern dies über sich ergehen zu lassen. Leute, die dermaßen realitätsfremd sind, dass sie nicht merken, dass man sich über sie belustigt, wenn sie sich doof anstellen im Umgang mit Frauen (Bauer sucht Frau, Schwiegertochter gesucht etc.), haben sicherlich auch nicht die Realitätsnähe zu bemerken, dass es ihnen genauso ergeht. Von daher ergeht es diesen Menschen nach der Sendung auch nicht schlechter als vorher. Das abstruse an diesen Sendungen ist doch, dass Menschen bereit sind sich vor der Kamera einem Millionenpublikum der Lächerlichkeit preiszugeben. Niemand zwingt sie schlecht zu singen, zu tanzen o.Ä. So lange diese Bereitschaft auf das Interesse der breiten Masse trifft, wird es immer solche Sendungen geben. Wem das nicht passt, der sollte sie einfach nicht gucken. Sie sind kein gesellschaftliches Problem, sondern einfach nur ein gesellschaftliches Phänomen, dem man kritisch gegenüber stehen kann, ein Verbot führt allerdings deutlich zu weit.

88) Hajo, Sonntag, 06. Februar 2011, 20:38 Uhr

Wie im alten Rom. Brot und Spiele, um von den wahren Problemen des Volkes abzulenken. Sensationen um jeden Preis, um das Volk abzulenken. Das ganze ist in einer Bananenrepublik D nicht weiter verwunderlich. Wird die Politik doch von der Wirtschaft bestimmt.

Wie ist Ihre Meinung?

Kommentar schreiben


Ihr Kommentar *


* Pflichtfelder


apparent media - iPhone Apps aus Berlin